Dremel (in anderem Gewand?) und die Atomkraft

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Gravel

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Kennt jemand denDremel-Clone YPL YELLOW PROFI LINE 135, den Zgonc in Österreich um ERU 22,90 anbietet?
Link

YPL ist ja die Eigenmarke von Zgonc.

Ich hab mir das Gerät vor Ort angesehen, es sieht ziemlich genau nach einem Dremel aus: Der selbe Systemanschluss mit dem abschraubbaren Plastik-Ring vorne, ein paar andere Details... Leistung und Drehzahl passen auch.

Außerdem gibt es im Geschäft (leider nicht im Online-Shop) einen weiteren "Dremel", genauso blau, aber sonst sieht er wie der Dremel 400 Digital aus: Selbe Bauform, hinten das Display, die beiden Tasten, .... Kosten EUR 37,--

Kann das der Original Dremel in anderem Gewand sein?
Hat jemand Erfahrung mit dem YPL-Teil?
 
Ich hab dieses Foto gefunden:
mas9.gif


Also doch kein Original Dremel.

Bleibt die Frage, ob der YPL was taugt.
Und die Frage nach dem Digitalen. Der sieht exakt wie der 400er aus. Gibt es da auch schon Nachbau?
 
Ich bin hier offensichtlich zu später Stunde der einzige der (mit sich selbst) spricht. Naja.

Der Digitale ist offensichtlich auch ein Nachbau. Ich habe jetzt doch noch Online-Informationen gefunden, und zwar hier (PDF).

Bleibt nur mehr eine Frage: Taugen die YPLs was?
 
Gravel schrieb:
Ich bin hier offensichtlich zu später Stunde der einzige der (mit sich selbst) spricht. Naja.

So richtig scheint sich keiner mehr für das billige China-Zeugs zu interessieren.

Alle genannten Geräte sind offentsichtlich billige China-Kopien. Entweder billig kaufen und hoffen, dass nichts kaputt geht oder über das rausgeschmissene Geld ärgern. Siehe auch: www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic69.html
 
Diese Dremel Kopie gab es letztens bei Aldi. Das Angebot kam 15-16 €, als Zubehör gab es einen Koffer, biegsame Welle, irgendein Fliesenaufsatz und das abgebildete Schleifzubehör.

Ich hab ihn mir gekauft, um die angerissenen B-Säulen diverser Corsa B anzuschleifen und zu schweißen. Mein Geradschleifer von Atlas-Copco war da zu klobig. Für 15 € war das Angebot o.k.
 
H.-A. Losch schrieb:
So richtig scheint sich keiner mehr für das billige China-Zeugs zu interessieren.

Alle genannten Geräte sind offentsichtlich billige China-Kopien. Entweder billig kaufen und hoffen, dass nichts kaputt geht oder über das rausgeschmissene Geld ärgern. Siehe auch: www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic69.html
John Ruskin ist schon lange tot. Zu seiner Zeit gab es keine Containerschiffe und auch keine billige Industrie in Fernost. Deshalb ist das Zitat heutzutage etwas differenzierter zu sehen, vor allem, wenn man bedenkt, daß die Mittelklasse nicht nur auf dem Automarkt, sondern auch auf dem Werkzeugsektor (und anderen Lebensbereichen) am Aussterben ist. Es gibt einige - vor allem politische - Faktoren, die dafür sorgen, daß Waren aus Fernost günstig angeboten werden, nur ist es für Außenstehende schwierig, die Juwelen im chinesischen Schrottberg zu finden. Manchmal findet man einige sehr brauchbare Produkte.
Ich persönlich finde es bedauernswert, daß der hochgeschätzte Forenadmin, der sonst wertvolle Beiträge beisteuert, hier so undiferenziert und stereotyp postet.

Um mal wieder on Topic zu kommen: Leider kenne ich den Schleifer nicht, aber bei nicht zu großen Anforderungen an die Haptik und die Funktionalität sollte er für gelegentlichen Einsatz evtl. ausreichend sein. Wenn man sich aber seiner Sache nicht sicher ist und man den Schleifer ggf. öfter benutzen möchte, ist es eine Frage der persönlichen Zockermentalität, ob man das Gerät testweise erwirbt, um entweder damit glücklich zu werden ode doch ggf. mehr zu bezahlen, weil man trotz allem das Markengerät zusätzlich erwerben muß.

Gruß,

Martin
 
JudgeMan schrieb:
H.-A. Losch schrieb:
John Ruskin ist schon lange tot. Zu seiner Zeit gab es keine Containerschiffe und auch keine billige Industrie in Fernost. Deshalb ist das Zitat heutzutage etwas differenzierter zu sehen, vor allem, wenn man bedenkt, daß die Mittelklasse nicht nur auf dem Automarkt, sondern auch auf dem Werkzeugsektor (und anderen Lebensbereichen) am Aussterben ist.
Nur deshalb, weil der Zitatgeber tot ist, ist an dem Zitat nichts weniger sinnhaftig als wenn er noch leben würde. Das Zitat ist unverändert auch in der heutigen Zeit gültig, damals galt es halt nicht für China-Ware, sondern für deutsche Ware (vgl. britisches Handelsmarkengesetz von 1887 -> "Made in Germany"). Zu "seiner Zeit" waren es eben nicht die Containerschiffe, sondern die Eisenbahn- und Schiffstransporte. "Massentransporte" gibt es zu jeder Zeit in der in die Zeit passenden Form.

Dirk
 
Dirk schrieb:
damals galt es halt nicht für China-Ware, sondern für deutsche Ware (vgl. britisches Handelsmarkengesetz von 1887 -> "Made in Germany").
Genau. Kurze Zeit später war "Made in Germany" kein Siegel für Schund sondern ein Siegel der Qualität. So etwas wird auch mit dem Aufdruck "Made in PRC" passieren - wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen (oder sollte ich besser schreiben: "Hochmut kommt vor dem Fall"). Da bringen auch Ruskins abgedroschene und nur noch teilweise zutreffende Zitate nichts mehr, vor allem kann man nicht die Gesetzmäßigkeiten der freien Marktwirtschaft auf staatlich gelenkte Volkswirtschafen anwenden.

Gruß,

Martin
 
Hi,

... auch wenn ich StiftungWarentest für nicht besonders aufschlußreich halte (kommt mir so vor, als würden die bei Geräten aus den Discountern immer so lange herumsuchen, bis sie etwas schlechtes finden) ... der Dremel-Nachbau schnitt seinerzeit gut ab : klick

Gruß, hs
 
Ich hab mir das Aldi-Teil (entspricht dem "Combitool" von Ferm und als Service-Adresse war wenn ich mich recht entsinne auch Ferm angegeben) letztes Jahr ursprünglich wegen des umfangreichen Zubehörs geholt.

Das Zubehör (z.B. die flexible Welle, Stativhalterung, diverse Schleifaufsätze) inkl. Gerät war immer noch wesentlich günstiger als wenn ich für den vorhandenen Proxxon-Schleifer Original-Zubehör (oder auch von Drehmel) gekauft hätte :wink:

Obwohl ich normalerweise definitiv kein Freund von Billig-Werkzeugen bin, war ich dann aber von dem Gerät selbst auch positiv überrascht, für den Preis sind Verarbeitung und Leistung wirklich gut!

Die beiliegenden Schleifaufsätze halten zwar meiner Erfahrung nach nicht so lange wie die originalen von Proxxon oder Drehmel, sind aber umgerechnet auf den Preis immer noch wesentlich besser im Preis-Leistungs-Verhältnis!

Das schlechteste an dem Set war eigentlich der Aufbewahrungskoffer:
Der ist wirklich sehr billig gemacht, mit schief gegossenen Griffhalterungen, usw.
Kann man bei dem Preis aber wohl gut mit leben, bei den den deutlich teureren Geräten ist oftmals gar kein Koffer oder nur eine Pappschachtel im Lieferumfang enthalten.

@Gravel:
Von daher ausnahmsweise von mir eine Empfehlung für dieses "Billig-Werkzeug", das Gerät hat bei Aldi allerdings weniger gekostet, als das von Dir aufgeführte Angebot. :wink:
 
Hallo,
den Aldi-Schleifer gibt es immer mal wieder mit geringen Änderungen. Ich habe meinen schon länger (> 2 Jahre). Es ist schwer, etwas zum nörgeln zu finden, vor allem, wenn man den Preis bedenkt.
Meine Kritikpunkte:
- die Schleifpapierhülsen (keine Ahnung, wie man die richtig nennt - also die, die auf den Gummikörper gesteckt werden) sind nicht besonders drehzahlfest
- die Ausstattung mit Spannzangen ist dürftig

Ersteres ist unwesentlich - man sollte es nur wissen. Insbesondere bei diesen Dingern sollte man immer eine Schutzbrille tragen.

Bei den Spannzangen bin ich der Sache mal nachgegangen.
1. Servicefirma (HELTEC) angemailt; ob sie so etwas liefern können
Antwort: Können sie nicht, verbunden mir der m.E. fragwürdige Begründung, daß es sich um ein Schleif- und kein Bohrgerät handeln würde, dessen Spindellager keinen nennenswerten axialen Druck aufnehmen könnten. Ansonsten war der Mitarbeiter der Fa. HELTEC bemüht und nett.

2. Proxxon angemailt und um Abmessungen der Spannzangen und Spannmuttern gebeten
Das Zeug ist ja frei verkäuflich - geheim sollten die Maße also nicht sein. Ich habe auch kein Hehl daraus gemacht, was es werden soll. Außerdem habe ich mich für das Micromot-3-Backen-Bohrfutter interessiert, das von der Papierform her hätte passen können.

Die Antwort war nichtssagend und enthielt nicht mehr Informationen, als in Katalog und Website stehen. Als ich dann noch mal nachgefaßt habe, ist man regelrecht pammig geworden. Mag ja sein, daß bei denen bzgl. der China-Konkurrenz die Nerven blank liegen, aber dafür habe ich kein Verständnis. Die Spannzangen sind billig herzustellen und werden recht teuer verkauft. Ich wollte einen Satz und das Bohrfutter kaufen, wenn sie passen würden. Wenn sie damit ein Problem haben, geht es ihnen noch viel zu gut. Als nächstes fragt mich ein Bohrerhersteller, was für eine Bohrmaschine ich habe und verweigert ggf. den Verkauf...
Bei Proxxon war zumindest damals die Website noch eine Katastrophe.

Zwischenzeitlich bin ich recht günstig zu etlichen Schaftbohrern gekommen, so daß ich die Spannzangen nicht mehr so dringend brauchen. Die Chinesen lernen schnell. Bald werden ein umfangreicher Satz Spannzangen und ein Bohrfutter dem Set beiliegen.

@ JudgeMan:
Zustimmung vor allem bzgl. "Hochmut kommt vor dem Fall" usw.

Bzgl. der Haptik kann ich Dich beruhigen. Die ist richtig gut. Das Gehäuse ist "gummiert" und liegt angenehm in der Hand. Für filigrane Arbeiten gibt es ja die beiliegende biegsame Welle. Die Drehzahlregelung funktioniert gut.

Gruß
Thomas
 
JudgeMan schrieb:
Dirk schrieb:
damals galt es halt nicht für China-Ware, sondern für deutsche Ware (vgl. britisches Handelsmarkengesetz von 1887 -> "Made in Germany").
Genau. Kurze Zeit später war "Made in Germany" kein Siegel für Schund sondern ein Siegel der Qualität. So etwas wird auch mit dem Aufdruck "Made in PRC" passieren - wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen (oder sollte ich besser schreiben: "Hochmut kommt vor dem Fall"). Da bringen auch Ruskins abgedroschene und nur noch teilweise zutreffende Zitate nichts mehr, vor allem kann man nicht die Gesetzmäßigkeiten der freien Marktwirtschaft auf staatlich gelenkte Volkswirtschafen anwenden.
Der weitere Verlauf der Geschichte ist auch mir nicht ganz unbekannt :wink:

Dirk
 
Hallo,
noch ein Nachtrag zu John Ruskin's Spruch:
Ruskin konnte in seiner Zeit davon ausgehen, daß die Arbeitskosten weltweit etwa gleich sind oder sich ggf. durch Transportkosten etc. in etwa nivellieren. Mit den heutigen Gegebenheiten in den großen Industrieländern kann man das nicht vergleichen. Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen ersticken an einer ausufernden Staatsbürokratie und deren Gefolge. Der aberwitzig aufgeblähte Staatsapparat hat im wesentlichen mit sich selbst, seiner Finanzierung und seiner Absicherung nach innen zu tun. Darüber hinaus funktioniert er mangelhaft und entzieht sich nach Kräften einer demokratischen Kontrolle. Das Ergebnis sind vor allem durch nichts zu rechtfertigende Kosten für Bürger und Wirtschaft, denen einfach kein adäquater Gegenwert gegenüber steht.

Bezogen auf unsere "Billigwerkzeuge" bedeutet das zweierlei:
1. Der teilweise verblüffend niedrige Preis bedeutet nicht zwangsläufig eine niedrige Qualität. Vielmehr zeigt er, in welchem Maße wir von Staat und Markenfirmen um die Errungenschaften der Steigerung der Arbeitsproduktivität betrogen werden.

2. Mit der Zahlung eines weit überhöhten Preises für ein deutsches Markenprodukt nützt man der deutschen Wirtschaft vergleichsweise wenig. Nur ein geringer Teil des (zusätzlichen) Preises schlägt sich in der Produktqualität oder etwa dem Verdienst deutscher Arbeitnehmer nieder. Der Hauptanteil sind sowieso Steuern, die i.d.R. nicht für etwas sinnvolles ausgegeben werden bzw. zu einem großen Teil im System versickern - ganz legal sogar. Der nächste große Batzen sind die Unternehmensgewinne nach Steuern, die zu einem großen Teil für die Flucht ins Ausland genutzt werden, um in Zukunft die Steuern auf ein vertretbares Maß einzukürzen. Verbrecherische Politiker und Wahlbetrüger reagieren darauf mit exorbitanten Steuererhöhungen, die diesen Kreislauf weiter anheizen. Die nun endgültig beschlossene Erhöhung der MWSt. um gleich 3% ist die mit Abstand größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik und wird ihr wirtschaftlich das Genick brechen.

Nun bleibt für unverbesserliche Optimisten nur noch zu hoffen, daß das chinesische Wirtschaftswunder eines Tages genauso wie heute das deutsche an Bürokratie, Korruption und Dummheit zu Grunde gehen wird. Wenn es ähnlich lange dauern wird, erleben wir das nicht mehr. Zudem ist es höchst fraglich, ob sich bis dahin Deutschland bzw. EU-Europa in einer Weise entwickelt haben, daß die verbleibende Wirtschaft diese Chance nutzen kann. Bedenken sollte man auch, daß die boomende chinesische Wirtschaft in Größenordnungen westliche Ingenieurskapazität anwirbt und vermutlich langfristig binden wird.

Wie zitierte JudgeMan doch so treffend:
"wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen"

Gruß
Thomas
 
JudgeMan schrieb:
John Ruskin ist schon lange tot.

Die Kernaussage Ruskins ist heute aktueller denn je.

Ich persönlich finde es bedauernswert, daß der hochgeschätzte Forenadmin, der sonst wertvolle Beiträge beisteuert, hier so undiferenziert und stereotyp postet.

So differenziert sind die Billigwerkzeuge aus China leider auch nicht. In vielen Fällen steckt trotz unterschiedlichem Äußeren oder unterschiedlicher "Marken"-Bezeichnungen letztlich doch dasselbe drin. Da die preisgeilen Einkäufer der Baumärkte und Discounter meist nur die billigste Ware suchen, bleibt bei diesen Schnäppchenangeboten die Qualität meist auf der Strecke. Die interessiert die Herren Einkäufer offensichtlich auch nicht.

Was heißt das für den Kunden, der eine solche Billigkopie eines Dremels kauft: Die Gefahr, dass das Gerät nicht läuft oder schnell kaput geht, ist sehr groß. Sicher wird es auch Kunden geben, die ein über längere Zeit funktionsfähiges Gerät erwischen. Glück gehabt!

Auf der anderen Seite habe ich abr auch immer wieder die Feststellung gemacht, dass die Leistung der NoName-Billiggeräte deutlich schlechter ist, als bei einfachen Markengeräten, selbst wenn diese auch immer öfter in China produziert werden.
Da gab es Bohrhämmer mit ausgeschlagenen Werkzeugaufnahmen, Akkuschrauber mit Akkupacks, die vielleicht für einen Rasierapparat gereicht hätten, Stichsägen mit mangelhaft justierten Werkzeugaufnahmen, Schwingschleifer, die sich bei Anschluss eines Staubsaugers festsaugtern und nur noch als Vibrator taugten etc.

Die reine Freude kann mit solchen Billgwerkzeugen nicht wirklich auftreten. Sicher können die Chinesen auch bessere Maschinen bauen, wenn es die Kunden (z. b. Einkäufer der Markenhersteller) verlangen. Doch kosten diese dann meist auch mehr Geld.
 
@ H.-A. Losch:
> Die Kernaussage Ruskins ist heute aktueller denn je.

Da bin ich anderer Meinung. Einen weitgehend linearen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität wie zu Ruskins Zeiten gibt es eben nicht mehr.

> Da die preisgeilen Einkäufer der Baumärkte und Discounter meist nur die billigste Ware suchen...

Glaube ich gar nicht Mal. Die suchen ein akzeptables Preis-/Leistungsverhältnis. Nachdem sie mehrfach von Markenprodukten enttäuscht wurden, wird jetzt nur noch für eine anstehende Arbeitsaufgabe das erforderliche Werkzeug gekauft.
Etwas anders gestaltet sich die Sachlage bei den Discountern. Die bieten i.d.R. etwas zum Kampfpreis an und können sich mangelhafte Qualität nicht leisten. Das schadet dem Ruf und erzeugt hohe Kosten durch die dann unausbleiblichen Reklamationen.

> Was heißt das für den Kunden, der eine solche Billigkopie eines Dremels kauft:

In erster Linie, daß er darauf verzichtet, die penetrante Werbung für die Dremel-Dinger zu bezahlen. Die Qualität ist nämlich auch nur so lala. Zumindest an die Qualität von Proxxon-Geräten vergangener Tage reicht sie nicht heran. Die sollen inzwischen aber auch nicht mehr das sein, was sie mal waren.

An so einem Schleifer ist letztendlich wirklich nicht viel dran: ein Universal- oder DC-Motor, 2 Kugellager, Gehäuse, ein wenig Elektronik...
Wieviel bei einem Dremel oder Proxxon davon noch Made in Germany ist bzw. in absehbarer Zeit sein wird, sei mal dahingestellt.

> Die Gefahr, dass das Gerät nicht läuft oder schnell kaput geht, ist sehr groß.

Ist sie nicht (mehr). Die 2 Jahre Gewährleistungspflicht zeigen Wirkung. Echter Schund ist im Werkzeugbereich kaum noch auf dem Markt und damit ist auch nicht mehr wirklich Geld zu verdienen. Die Geräte müssen normalerweise CE, GS und sonstige Prüfzeichen haben - sollten also primär nicht gefährlich sein. Wenn etwas vorzeitig kaputt geht: 2 Jahre Garantie sind einen lange Zeit.

> Da gab es ... Akkuschrauber mit Akkupacks, die vielleicht für einen Rasierapparat gereicht hätten...

Das ist doch gerade eine Domäne der Markenhersteller wie z.B. Bosch. Die verbauen doch am ehesten 4/5 oder 2/3-Sub-C-Zellen. M.E. Etikettenschwindel. Dann werden die Akkupacks zugeschweißt und Ersatz gibt es nur für abartige Preise. Die Akkus selbst kommen allesamt aus Fernost. In Deutschland gibt es keine nennenswerten Fertigungskapazitäten für Sub-C-Zellen mehr. Bitte auch an dieser Stelle nicht wieder die Mär von den selektierten Zellen - das hatten wir schon öfters.

> Sicher können die Chinesen auch bessere Maschinen bauen
Machen sie ja auch. Die Entwicklung ist rasant. Die haben inzwischen westliche Technologie und know how eingekauft und brauchen bei der Fertigung kaum noch Kompromisse zu machen. Auch die große Zeit der plumpen Nachbauten ist vorbei. Die Modellgenerationen wechseln in immer kürzeren Abständen und jedes Mal ist ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Deutsche Hersteller investieren nicht mehr ernsthaft in deutsche Standorte. Die Produktentwicklung geht vornehmlich in Richtung der Kosteneinsparung - fast immer zu Lasten der Qualität und/oder der wirtschaftlichen Instandsetzungsfähigkeit. Zudem wird der Service rapide abgebaut oder zumindest verteuert.

In wenigen Jahren werden die chinesischen Hersteller richtig Geld verdienen. Die westlichen Markenhersteller werden ihnen durch ungünstige Wirtschaftsbedingungen und eigene Fehlentscheidungen kein Paroli bieten können oder selbst primär in China ansässig sein. Warum sollte es im Werkzeugbereich anders sein, als bei unzähligen anderen Wirtschaftszweigen, die Deutschland bzw. Europa in den letzten 2...3 Jahrzehnten eingebüßt hat? Von ein paar verbohrten Markenfetischisten kann kein Wirtschaftszweig leben. Dieser Zusammenbruch bekommt dann eine schnelle Eigendynamik. Irgendwann lohnt es nicht einmal mehr, die alten Markennamen aufzudrucken, weil deren Symbolkraft verbrannt ist. Ein Neueinstieg ist undenkbar, weil die Strukturen zerstört sind und das know how verloren gegangen ist. Deutschland ist u.a. (noch) Exportweltmeister, weil es einen schwunghaften Ausverkauf seiner Wirtschaft betreibt. Was sind nicht verhökern läßt, wird mit Hilfe von Steuermilliarden platt gemacht. Die primär korruptionsgesteuerte Zerstörung der ostdeutschen Wirtschaft in den 90igern hat weitaus mehr Wirtschaftskraft vernichtet, als die Kriegseinwirkungen, Demontage und Reparationen in der sowjetischen Besatzungszone zusammen. Das ist m.W. weltweit einzigartig. Kein anderes Volk hätte sich das wohl einerseits bieten lassen und hätte andererseits die Wirtschaftskraft, daß es überhaupt irgendwie möglich wäre. Die meisten anderen Länder wären bei den resultierenden Schulden, die Deutschland angehäuft hat, auch schon lange pleite.

Gruß
Thomas
 
Hi,

H.-A. Losch schrieb:
So differenziert sind die Billigwerkzeuge aus China leider auch nicht. In vielen Fällen steckt trotz unterschiedlichem Äußeren oder unterschiedlicher "Marken"-Bezeichnungen letztlich doch dasselbe drin. Da die preisgeilen Einkäufer der Baumärkte und Discounter meist nur die billigste Ware suchen, bleibt bei diesen Schnäppchenangeboten die Qualität meist auf der Strecke. Die interessiert die Herren Einkäufer offensichtlich auch nicht.

Was heißt das für den Kunden, der eine solche Billigkopie eines Dremels kauft: Die Gefahr, dass das Gerät nicht läuft oder schnell kaput geht, ist sehr groß. Sicher wird es auch Kunden geben, die ein über längere Zeit funktionsfähiges Gerät erwischen. Glück gehabt!

Auf der anderen Seite habe ich abr auch immer wieder die Feststellung gemacht, dass die Leistung der NoName-Billiggeräte deutlich schlechter ist, als bei einfachen Markengeräten, selbst wenn diese auch immer öfter in China produziert werden.
Da gab es Bohrhämmer mit ausgeschlagenen Werkzeugaufnahmen, Akkuschrauber mit Akkupacks, die vielleicht für einen Rasierapparat gereicht hätten, Stichsägen mit mangelhaft justierten Werkzeugaufnahmen, Schwingschleifer, die sich bei Anschluss eines Staubsaugers festsaugtern und nur noch als Vibrator taugten etc.


einerseits verwundert mich bei dieser Einstellung, daß da oben hier im Forum eine Brüder-Mannesmann-Werbung blinkt.
Andererseits ist es doch so, daß man bei Markenwerkzeug genauso Pech haben kann.
Denn wenn z.B. sich bei der SW eine Makita-Heißluftpistole .... ausgerechnet Makita, die mit 136 Euro teuerste Heißluftpistole im Test, versagte jedoch bei der Dauerprüfung. Nach nicht einmal der Hälfte des Dauertests brach jedes Mal die Heizspirale ....oder (glaube es war ein Bohrhammer) zerlegen, was habe ich denn für einen Vorteil von dem Markenwerkzeug ? O.K. : SW belastet die Geräte sehr stark - aber gerade das zeigt doch das Problem. Als 'Normal-User' kaufe ich ein hochwertiges, teures Werkzeug, mit dem Hintergedanken, daß sich der hohe Preis wegen längerer Nutzungsdauer bei gelegentlichem Gebrauch rechnet. Tja - und dann gibt das Gerät nach der Garantiezeit den Geist auf - und dann hat man u.U. nicht nur viel Geld ausgegeben, sondern muß das Teil auch noch teuer reparieren.

Nächster Punkt Garantiefall : ich mußte bisher zwei sog. Billig-Werkzeuge wegen Defekt einsenden. Entweder ein Rücksendeaufkleber lag der Maschine für kostenlose Rücksendung gleich bei - oder ich bekam ihn umgehend zugeschickt.
Wie sieht es bei dem überwiegenden Teil der Markenwerkzeuge aus ? Wenn der Händler um die Ecke wohnt : fein - und wenn nicht ? Dann verfahre ich Zeit und Geld. So viel zum Service.

Nächster Punkt Leistung : schaut man sich mal einschlägige Tests an - wo die Markenhersteller gut abschneiden, so finden sich kaum deren Einstiegsgeräte. Die sind überwiegend nämlich kaum besser als die Importware - aber deutlich teurer (s. mein Bsp. des Winkelschleifers von Lidl für €25)

Die reine Freude kann mit solchen Billgwerkzeugen nicht wirklich auftreten. Sicher können die Chinesen auch bessere Maschinen bauen, wenn es die Kunden (z. b. Einkäufer der Markenhersteller) verlangen. Doch kosten diese dann meist auch mehr Geld.

man muß schon unterscheiden : so gibt es z.B. €10-Winkelschleifer, die wirklich nicht viel taugen. Andererseits hatte ich mal eine B&D Stichsäge, bzw. einen Winkelschleifer die sich auch schnell zerlegt haben.

Oder nehmen wir Holzspalter - dazu als Bsp. dieser Thread : klick .... ist doch wohl klar zu erkennen, woher das 'Marken'gerät stammt - oder ?


Auch ich wähle bei intensiver Nutzung teure Markengeräte - aber es ist doch offensichtlich, daß das Preis/Leistungverhältnis zusehens auseinanderdriftet, je besser das Produkt sein soll.
Und für sehr viele Arbeiten benötigt man eben keine hochwertige Maschine oder Werkzeug.
Geht man mit diesen niedrigen oder durchschnittlichen Anforderungen zum Markenhersteller, so bekommt man lediglich den NoName-Produkten gleichwertige Ware - zu einem höheren Preis.


Gruß, hs
 
Hi,

hs schrieb:
Als 'Normal-User' kaufe ich ein hochwertiges, teures Werkzeug, mit dem Hintergedanken, daß sich der hohe Preis wegen längerer Nutzungsdauer bei gelegentlichem Gebrauch rechnet.
Die Grenzen vermischen sich aber mittlerweile so stark miteinander, daß sie mitunter kaum noch zu erkennen sind. Vor ca. 15-20 Jahren habe ich auch noch bei vielen Dingen (als profanes Beispiel seien hier Toastbrot und Papiertaschentücher genannt) auf "Marke" geachtet, weil einfach ein real existierender Qualitätsunterschied vorhanden war. Das "NoName"-Toast war grober und von schlechterer Qualität, die Papiertaschentücher von Aldi hatte das Papier-Niveau der Blöd-Zeitung. Das ist mittlerweile ganz anders, ob ich die DM-Hausmarke oder die Aldi-, Plus- oder Lidl-Hausmarke verwende - ich bemerke keinen Unterschied zu Zewa oder Tempo. Ebenso siehts bei NoName-Toast im Vergleich zu "GoldenToast" aus.
Dieser Wandel ist kaum verwunderlich, denn wenn Produkte heutzutage gewisse gesellschaftlich vorgegebene Qualitätsstufen nicht mehr erreichen, dann kauft sie niemand und sie verschwinden vom Markt. Also graben die Hersteller den eigenen Markenprodukten das Wasser ab, in dem sie die gleiche Ware anders verpacken und als "Hausmarke" vom Discounter ins Regal stellen.
Jetzt mag man das als "Grundbedarfsmarkt" abtun, aber daß ändert die Fakten nicht, und die sind auf Werkzeug absolut übertragbar. Das China-Zeugs ist in den meisten Fällen immer noch schlechter, aber die Importeure sind nicht blöde und können auch rechnen. Also wird so kalkuliert, daß die Ware bei einem Großteil der Verbraucher die Garantiezeit überlebt, und schon hat man seinen Schnitt gemacht.

Aber damit haben wir jetzt eben das, wonach alle immer geschrien haben - die "freie" Marktwirtschaft. $KUNDE macht letztlich nichts anderes als die meisten Hersteller - er schaut auf den Preis. Und da die Hersteller den freien Markt selbst herbeigesehnt haben, gehen sie jetzt auch selbst dran zugrunde. Ziehen dabei nur leider unsere Gesellschaft mit in den Abgrund. VW will schon wieder mehr Produktion ins Ausland verlagern, weil sie hier angeblich nicht mehr kostendeckend produzieren können. Tja, daraus folgt zwangsläufig eine neue Entlassungswelle, weniger Leute können sich VWs überhaupt noch leisten (und immer mehr fragen sich "wozu", wenn Hyundai und Konsorten für viel weniger Geld nur mäßig schlechtere Qualität abliefern), die nächste Entlassungswelle folgt uswusf. Oder man zerschlägt sich gleich selbst, wie es ehemals rennomierte Marken wie Telefunken, AEG, Grundig und - brandaktuell - Siemens (&Halske Telegraphenbauanstalt) vormachen.

Problem an dieser Endlosdiskussion ist - wie so oft - daß jeder ein bißchen Recht hat. Du, hs, aber auch Heinz-Alfred haben nachvollziehbare Argumente. Ändern wird das alles nix, der Ausverkauf Deutschland geht weiter, und in 5 bis 10 Jahren sind wir pleite wie Venezuela, haben - mit 9/11 und der WM eingeführt - einen totalitären Überwachungsstaatsapparat wie einstmals die DDR und bestehen bevölkerungstechnisch aus einer ganz großen Unterschicht und einer entsprechend kleinen Oberschicht.
Das "Modell Deutschland" ist - ebenso wie das Modell "USA" - leider Gottes ein Auslaufmodell, und wir sind zu wenig, daß zu verhindern.

Dirk
 
@hs:
Nicht so auf den Makitas rumreiten; da wird zwar in der letzten Jahren der riesen Hype drum gemacht, ich persönlich finde die Maschinen aber nur durchschnittlich, vor allem, was die Haltbarkeit und (teilweise) die Leistungsausbeute angeht, dafür ist der Preis oft moderat angesiedelt...

@Dirk:
Der Niedergang der Nahrungsmittelmarken liegt weniger an den "NoNames", eher an der ruinösen Preisschlacht der Supermärkte in den letzten 20 Jahren. Nahrungsmittel sind heute billig wie nie - wie da zu einer vernünftigen Qualität produziert werden soll, ist mir schleierhaft.
Leider kann man dies nicht direkt mit der Werkzeugbranche vergleichen, auch wenn hier einige parallelen zu sehen sind.
Dirk schrieb:
Also wird so kalkuliert, daß die Ware bei einem Großteil der Verbraucher die Garantiezeit überlebt, und schon hat man seinen Schnitt gemacht.
Denkst Du, daß die Markenhersteller in diesem Punkt wesentlich anders kalkulieren? Auch die sind froh, wenn der Großteil der verkauften Geräte wider erwarten die Garantiezeit überlebt. Bei Ausreißern wird zuerst mal beim Kunden die Schuld gesucht und wenn das nicht klappt, wird zähneknirschend repariert....

Gruß,

Martin
 
Hi,

JudgeMan schrieb:
@hs:
Nicht so auf den Makitas rumreiten; da wird zwar in der letzten Jahren der riesen Hype drum gemacht, ich persönlich finde die Maschinen aber nur durchschnittlich, vor allem, was die Haltbarkeit und (teilweise) die Leistungsausbeute angeht, dafür ist der Preis oft moderat angesiedelt...

... sollte auch nur als Bsp. herhalten - so toll wie hier oft angeführt, fand ich Makita auch nie. Wenn ich dann allerdings lese, daß eine €140 Heißluftpistole recht früh ausfällt - und sehe, daß eine DM20-NoName-Heißluftpistole schon seit einigen Jahren bei mir problemlos funktioniert (und das Teil hat schon einige Betriebsstunden hinter sich), stimmt das Argument der Langlebigkeit bzgl. Markenhersteller auch nicht zwingend.
Selbst wenn man zwei/drei günstige Geräte kaufen müßte, würde man günstiger fahren.


Dirk schrieb:
Das "Modell Deutschland" ist - ebenso wie das Modell "USA" - leider Gottes ein Auslaufmodell, und wir sind zu wenig, daß zu verhindern.

ich halte so manches für überzogen - so auch die Schwarzmalerei. In Deutschland werden eine große Menge an Waren hergestellt, die sich hier problemlos rentabel absetzen lassen. Eben weil ein Teil eines jeden Marktes auf hochwertige Produkte Wert legt - auch wenn rechn. das Preis/Leistungsverhältnis eher ungünstig erscheint. Das gilt für Werkzeug wie für viele andere Waren.
Wirklich rentabel sind doch die 'Consumer'-Produkte bei Werkzeug, wie auch bei div. anderen Waren, für die Hersteller nicht. Ein prima Beispiel hierfür ist der CPU-Hersteller AMD : erst seitdem sie im professionellen Markt Fuß fassen konnten, werden vernünftige Gewinne eingefahren.
Der Markt der Billigwerkzeuge ist doch eher ein Markt auf den Fein, Bosch, Metabo, usw. eh' nie bestehen könnten - dazu ist der Preiskampf dort zu stark und somit die Gewinne viel zu gering. Es ist ein Markt, den man gerne mitnehmen möchte, aber auf den man keinesfalls angewiesen sein darf.
Geld verdient man mit dem Handwerk und der Industrie - und gerade in der Industrie spielt es eine untergeordnete Rolle, ob z.B. eine Handvoll neu angeschaffter Bohrmaschinen €100 oder €1500 kosten. Und weil dem so ist, setzen o.a. Firmen auch so gut ihre Produkte selbst in China ab.
In Deutschland lassen sich gut Produkte herstellen und (weltweit) absetzen, die hohe Qualität besitzen oder innovativ sind. Nur zu versuchen gegen die Anbieter 'einfacher' Produkte anzuproduzieren, klappt auf Dauer nicht.

Gruß, hs
 
@Alle - Danke für eure Rückmeldungen.

Ich wollte aber keinen Glaubenskrieg lostreten.... :oops:
 
Thema: Dremel (in anderem Gewand?) und die Atomkraft

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