Fragen zum Wig-Schweißen

Diskutiere Fragen zum Wig-Schweißen im Forum Schweißtechnik im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Habe mir ein Messer-Grießheim Unitig-Thyristor GW-450 gekauft damit ich meinen Alten Dalex Trafo nicht mehr verwenden muss E-Handschweißen...
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remresalexander

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  • Fragen zum Wig-Schweißen
  • #1
Habe mir ein Messer-Grießheim Unitig-Thyristor GW-450 gekauft
damit ich meinen Alten Dalex Trafo nicht mehr verwenden muss

E-Handschweißen beherrsche ich schon ziemlich gut, Autogen auch einigermaßen und würde mich nun gerne Wig-Schweißen auch lernen da ich damit einfach flexibler bin und auch AC schweißen kann und dünne Bleche.

Nun habe ich ein paar fragen zum Wig-Schweißen

Welchen Gasdüsendurchmesser zu welcher Elektrode (habe ziemlich lange im Internet gesucht aber nichts gefunden)

Und welche Wolframelektrode zum Alu/AC schweißen

Wie weit muss die Elektrode aus der Düse herausstehen
und wie viel mm Elektrode pro mm material (Aluminium, V2A und Baustahl)
 

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  • #2
Servus,

wenn du Erfahrung mit Autogenschweißen hast wird dir der Einstieg beim WIG nicht schwer fallen, beide Verfahren haben so ihre Eigenheiten aber das Handling ist doch sehr ähnlich.
Auf dieser Seite gibts ein pdf mit u.a. Richtwerten, welche Gasdüse und Elektrode bei welchen Strömen und Blechdicken usw., außerdem werden die verschiedenen Verfahren allgemein gut beschrieben. Die Gasdüse evtl. lieber eine Nummer größer mit etwas mehr Gasverbrauch als dass der Gasschutz nicht ausreicht

Für Wechselstrom wird öfters eine Grüne (Reinwolfram) Elektrode empfohlen, Grau, Blau und Gold sind so die üblichen "Standardelektroden", kann man auch dafür hernehmen. Die Elektrodenauswahl kann auch in Glaubenskrieg oder Wissenschaft ausarten, letzteres wird aber erst bei automatisierter Anwendung interessant.

Der Überstand der Elektrode, als Anhaltswert würd ich mal so 5-10 mm sagen, wenn die Elektrode zu weit rausschaut ist halt des Risiko dass der Gasschutz nicht ausreichend ist, zu wenig Überstand ist zum einen nicht gut für den Brenner, wenn der LiBo innerhalb der Gasdüse brennt, zum anderen sieht man nix weil diese im Weg ist. Bei Kehlnähten kann man z.B. den Überstand so einstellen dass man die Gasdüse auf den Blechen aufliegen lassen kann und noch etwas Abstand (1-2 mm) zum Schmelzbad hat, so kann man den Lichtbogen schön kurz führen ohne die Gefahr dass man eintaucht (solang man nicht zu viel Draht zugibt und die Raupe zu hoch wird)
Für Spezialanwendungen z.B. enge V-förmige Spalte kann/muss man die Elektrode schon weiter rausstehen lassen, damit man überhaupt an die Schweißstelle rankommt, in solchen Fällen muss man sich dann aber auch Gedanken machen wie man für ausreichend Gassschutz sorgt, sei es durch erhöhen der Gasmenge oder zusätzliche Gaszuführungen
 
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  • #3
Vielen dank timtom für deine schnelle Antwort.
Alu schweißen habe ich schon probiert, allerdings mit ner 2,4mm lanthanelektrode Gold, die fing allerdings an der spitze zu tanzen an :) war warscheinlich zu viel für die Elektrode, aber was mich doch gewundert hat war das die überhaupt kein richtiges Schmelzbad zusammenbrachte, wenn doch tropfte sie fast ins Schmelzbad

Pulsfunktion habe ich leider auch keine, allerdings würde sie wenn ich sie nachrüsten würde auch nur bis 9 hz pulsen, naja mit 5 Ampere werde ich wohl jedes dünnblech auch ohne pulsen schweißen können oder? -und ich will ehrlich gesagt auch nicht wissen wie viel die Nachrüstplatine von Messer heute kosten
würde.. :?
Wechselstromfrequenzverstellung habe ich auch keine.
Ich denke mal das mein Gerät mit Rechteckspannung arbeitet oder?
Hört sich auf jeden Fall so an :D

Ausserdem finde ich keinen wassergekühlten Brenner der die volle Leistung meines Gerätes bei gleicher ED erfüllt :o
 
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  • #4
Ich war letztens in einem Volkshochschulkurs zum Thema schweissen. Meine Kentnisse sind also begrenzt. Aber Alu lies sich besser schweissen, wenn die Elektrode eine leichte Kugelform gebildet hat.

Dirk
 
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  • #5
remresalexander schrieb:
wenn doch tropfte sie fast ins Schmelzbad
Was meinst du damit?

Wie dick war dein Werkstück und welche Stromstärke hast du verwendet? Dieses "Tanzen" oder "Umherwandern" des Lichtbogens kann auf eine Unterlastung der Elektrode hinweisen, also entweder zu kleiner Strom für die verwendete Elektrode oder zu dicke Elektrode für den benutzten Strom.

Die Form der Elektrodenspitze spielt natürlich auch eine Rolle, bei WIG DC benutzt man deswegen eine angespitzte Elektrode, allerdings zerstört der Plusanteil im Strom bei AC die Spitze, es bildet sich im Idealfall die von cobra-mog erwähnte kleine Kugel.

Garnicht anspitzen funktioniert bei sehr hohen Strömen, bei kleinen Strömen kann man entweder eine Spitze schleifen, die dann zu Kugel wird oder die Elektrode so anschleifen, dass sowas wie ein "Kegel mit abgeflachter Spitze" entsteht, je kleiner der Strom ist desto eher würde ich eine echte Spitze schleifen um die Kugel möglichst klein zu bekommen.

Hättest du ein Bild vom Typenschild und den Bedienelementen des Gerätes?
 
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  • #6
Nicht der Lichtbogen fing zu tanzen an, sondern der Tropfen an der Wolframelektrode vorne dran.
Foto vom Typenschild habe ich nicht gemacht weil man sowieso nichts lesen könnte auf dem Foto.
Welche Daten würdest du denn benötigen?
 

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  • #7
Servus,
Also normalerweise sollte die Elektrode auch im AC Betrieb nicht merklich abschmelzen. Mit dem Regler über dem Amperemeter lässt sich die Wechselstrombalance, das Verhältnis von negatier zu positiver Halbwelle einstellen.
Mehr negativ bedeutet weniger Reinigungswirkung (Oxidschicht), dafür mehr Einbrand und ist schonender für die Elektrode, mehr zur Positiven Seite genau andersrum, das könnte eine Ursache für das Abschmelzen der Elektrode sein.
Bei sehr sauberem Alu kann sogar nur ca. 20% positiver Anteil reichen um die Oxidschicht zu zerstören, in den meisten Fällen fährt man mit 30-40% positiv als Ausgangswert ganz gut, und dann je nach Bedarf (Sauberkeit d Alus) anpassen.
Um die Elektrode zu schonen würde ich das Verhälnis trotzdem möglichst negativ halten, sofern die Reinigungswirkung ausreichend ist.
Vom Typenschild wären für die Auswahl eines Brenners die Einschaltdauerwerte mit zugehörigen Schweißstromwerten und jenachdem was du für Absicherung hast auch die jeweilige netzseitige Stromaufnahme interessant.
Der Brenner den du jetzt schon hast, welcher Typ ist das bzw. bis zu welchem Strom ist dieser ausgelegt?
 
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  • #8
Naja, wollte mit meiner 2,4er Elektrode ja auch ein 5mm Bosch Profil schweißen weil grad nicht anderes da war und da hab ich schon aufdrehen müssen :D
Zuleitung habe ich eine 16² und zurzeit eine C35 LSS Sicherung
wird bald ausgewechselt da sie viel zu klein für das Gerät ist.
(Gerät sollte normalerweise Netzseitig mit 64A Träge abgesichert sein.)

Für was benötigt man ein Voltmeter bei einem WIG-Schweißgerät?

Habe schon Erhöhung der 3 Zählerkasten-Hauptsicherungen auf 50A beantragt, hoffentlich reicht das.
Dürfe aber normal kein Problem sein, darf Mutti halt dann wenn ich grade schweiße keinen Kuchen backen oder Wäsche waschen :lol:
 

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  • #9
Oh scheisse, das ist ja ein 1-Phasen Gerät, Da wirst Du Deines Lebens nicht mit froh. Die Ampere zu stellen ist ein Problem.

Willst Du jetzt nicht hören, aber ich würde die Kiste abstoßen und mir ein 3-Phasen Gerät holen. Dann klappt es auch mit der Steckdose.
 
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  • #10
Wie meinst du das chevy?
 
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  • #11
Wenn das Gerät 64A träge für Vollgas braucht, dann keuchst Du bei 32A und Vierkantprofilen aus 5 mm Alu schon aus dem letzten Loch. Mit einem 3-Phasen Gerät hättest Du am selben Anschluss kein Problem, die volle Leistung bereit zu stellen. UND Du hättest keine ungleichmäßige Last auf der Drehstromleitung.
 
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  • #12
Aber das mit der Ungleichmäßigen Lastverteilung auf der Leitung war mir klar, habe ja überall ausreichenden Querschnitt, die Absicherung macht mir aber jetzt Sorgen.

Außerdem habe ich doch eine Erhöhung der Hauptabsicherung beantragt.
 
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  • #13
Also wenn ich das richtig interpretiere ist es ein Drehstromgerät.
Warum sollte sonst ein 3 Phasen-Stecker und als Netzzuleitung 3 X xxx² aufgelistet sein ?
 
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  • #14
Ja, es ist ein Drehstromgerät mit 3Adriger Leitung mit 64A Stecker
 
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  • #15
H. Gürth schrieb:
Also wenn ich das richtig interpretiere ist es ein Drehstromgerät.
Warum sollte sonst ein 3 Phasen-Stecker und als Netzzuleitung 3 X xxx² aufgelistet sein ?


Ich vermute aus dem Datenblatt auch, dass das Gerät zwischen zwei Phasen betrieben wird (also sozusagen 400 V einphasig):

Die Leistungsangaben im Datenblatt passen für einphasigen Betrieb, nicht für Drehstrom.

Bei einer dreiadrigen Zuleitung fehlt bei Drehstrom mindestens der Schutzleiter (je nach Verschaltung auch noch der Neutralleiter).
 
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  • #16
Mit Dreiadriger Leitung am Gerät muss es ja fast einphasig laufen, also eine Phase, Schutzleiter, Neutralleiter
Aber was soll jetzt daran schlecht sein?, bis auf die Lastverteilung auf einer Leitung weil die anderen Zwei Phasen ja blind sind, wenn es so schlimm wäre wäre es möglich auf Drei Phasen umzurüsten?

Könnte ich ja im Prinzip eig einen Schukostecker ranmachen oder ? :lol:
 
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  • #17
Es sind nicht zwei Phasen blind sondern zwei Phasen angeschlossen und Eine liegt blind und der Neutralleiter wird auch nicht benötigt. Der wäre bei 500V erst gar nicht vorhanden.
Dass das Gerät für zweiphasigen Betrieb ausgelegt ist sieht man im Datenblatt am Verhältnis von Strom zur Leistung bei angegebener Spannung.
Hier kann man bei dreiphasigen Betrieb an 380V und 16A mit ca 10kVA rechnen, bei 400V etwa 11kVA.

PS
 
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  • #18
Powersupply kannst du mir erklären warum bei meinem Gerät der Neutralleiter wegfällt ? -würde mich interessieren
 
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  • #19
Und Zwei Phasen+Schutzleiter können doch gar kein Drehstrom sein oder?
-Also Sorry das ich Drehstromgerät geschrieben habe, meinte Drehstromstecker- und ohne Schutzleiter würde doch der FI fliegen oder?
 
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  • #20
Phase + Nulleiter gergibt 230 V
Phase 1 + Phase 2 ergibt 400 V <- Mehr Power am Trafo als mit 230 V
Einfach gesagt ist die zweite Phase der Nulleiter.

Schutzleiter brauchts natürlich trotzdem, sonst kann es zu schweren Unfällen kommen.
 
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