Akkuwerkzeuge testen

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H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Nachdem in einem anderen Thread wiederholt über die Glaubwürdigkeit von Tests gesprochen wurde, habe ich hier mal ein neues Thema eröffnet, um weiter darüber zu diskutieren.

Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Test? Kann man sich an den Testaussagen in den Zeitschriften orientieren?

Was ist für Euch wichtig bei einem Test von Akkuwerkzeugen, speziell Akku-Bohrschraubern und Akku-Schlagbohrmaschinen?
 
W

wallstreet

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1. Genaue Beschreibung des Testaufbaus (extrem wichtig), wenn möglich nachvollziehbare/praxisnahe Situationen

2. Sinnvolle Auswahl der Kandidaten (nicht wie in einem Bohrmaschinentest: nur eine 2Gang-Maschine reinnehmen und diese dann abwerten, weil sie schlechter bohrt, aber nicht den zweiten Gang einlegen, da die anderen Maschinen diesen ja auch nicht haben)

3. Bewertungskriterien genau festlegen (z.B. 20% für Ladezeit, 10% für Drehmoment, 5% für Ergnonmie, etc.)

4. Zubehör nicht bei der Bewertung unter den Tisch fallen lassen
 
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Werkzeug-Django

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Genau! Wallstreet hat recht!
Objektivität der ausgewählten Maschinen hat Vorrang! So lese ich persönlich das in Duisburg erscheinende Magazin "Heimwerker-Test" nur mit sehr ungutem Gefühl, weil einzelne Hersteller forciert und andere totgeschwiegen werden. Dies nicht nur bei den Tests, sondern sogar schon bei den Produkt-Übersichten.
Dieses Gefühl der Käuflichkeit beschleicht mich bei vielen Magazinen - Sponsoring, Schleichwerbung und redaktionelle Beiträge verschwimmen allzu oft ineinander.
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Die Ergebnisse von Heimwerker-Test darf man nicht so ernst nehmen.

Da schneidet in der Rubrik Akku-Kapazität dann schon mal eine Maschine mit einem 2-Ah-Akku deutlich schlechter ab als die Wettbewerber mit 1,4 Ah (aktuelles Heft S. 19). Da werden Energieinhalte der Akkupacks aus den Herstellerdaten errechnet, aber nicht nachgemessen und bei einem älteren Test haben die Tester wohl auch nicht bemerkt, dass die Black & Decker 1-Stunden-Ladegeräte fast 2 Stunden brauchen, bis ein leerer Akkupack wieder voll ist, während es andere in etwa in der angegebenen Zeit schaffen.

Man wundert sich schon, dass die Industrie in diesem Blatt immer wieder mit großen Anzeigen dabei ist. Aber in der Branche munkelt man auch, dass die Testergebnisse dann entsprechend besser ausfallen.
Was sind solche Tests dann noch wert?

Wie beurteilt ihr die Tests der anderen Zeitschriften? (Selbermachen, Selbst, Test etc.)
 
D

Dirk

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Hallo,

die Tests in Heimwerker-Test sind wirklich so ziemlich wertlos, wenn man sie mal genau liest. Zusaetzlich zu den von Dir bemerkten Punkten faellt eigentlich jedesmal auf, dass unglaublich viele Tippfehler in den Tests stecken, die dann natuerlich auch in die "Jahresuebersicht" uebernommen werden und scheinbar von niemandem dort bemerkt werden. Da kann es durchaus schonmal vorkommen, dass ein Akkuschrauber (nicht Akkubohrhammer!) 5,5kg (!) wiegt...

Der einzige Test, den ich bisher in dieser Zeitschrift gefunden habe, der mir einigermassen objektiv und lesbar erschien, war im letzten Jahr der Test zu den Rauchmeldern. Wobei ich eher glaube, dass man keinen Hersteller recherchieren konnte, der bereit war, eine grosse Anzeige zu schalten...

Selbst auf Leserbriefe mit Hinweisen auf die offensichtlichen Fehler wird nicht reagiert.

Fazit: die Zeitschrift hatte eine IMO sensationelle Chance und hat sie durch leicht durchschaubare Kaeuflichkeit vertan.

StiWa ist auch nicht besser. Da werden Geraete abgewertet, weil die Bedienungsanleitung mehrsprachig ist undsoweiterundsofort. Dieses Beispiel mag zwar wichtig sein bei Waschmaschinen oder Stereoanlagen, aber ein Akkuschrauber hat normalerweise nicht so viele Bedienelemente, als dass man sich da verwirren lassen koennte...
 
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Dietrich

Moderator
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Hallo,

richtig, man fragt sich wer das vor dem Drucken liest, Druckfehler in der Auflistung der Bewertung, das kann nicht sein. Das Heimwerkersegment wird einfach von den Verlagen abgegrast, die Informationen die da kommen sind oft schlecht recherchiert. Man stelle sich vor die FAZ würde Druckfehler in der Auflistung der Aktienkurse bringen, wir bekämen es mit:)

Handwerk, also Leute die mit den Händen arbeiten, wenn auch nur in der Freizeit, werden doch nicht mehr für voll genommen in unserer Gesellschaft.
Oder bin ich schlecht informiert, gibt es eine FAZ fürs Handwerk?

Der Stiftung Warentest, ebenso wie dem Tüv, oder gar der BAM (Bundesanstalt für Materialprüfung) kann man meiner Meinung nach noch vertrauen.
Manchmal beschäftigen sich auch die Leute von Öko-Test mit interessanten Themen, hat auch Hand und Fuss, auch wird dort das Thema Langlebigkeit beleuchtet, was oft bei Anderen unter den Tisch gekehrt wird.

Gruß Dietrich
 
H

hs

Guest
Hi,

wallstreet schrieb:
3. Bewertungskriterien genau festlegen (z.B. 20% für Ladezeit, 10% für Drehmoment, 5% für Ergnonmie, etc.)

4. Zubehör nicht bei der Bewertung unter den Tisch fallen lassen

genau *das* sind Dinge die mich pers. ungemein stören.

zu 3.
wer sagt den, daß - um beim Bsp. zu bleiben, die Ladezeit
für jeden doppelt so wichtig ist wie das Drehmoment.
Eine tabellarische Auflistung aller Ergebnisse - das reicht, dann
kann jeder selber aussuchen.
Und bei der Ergonomie wird es dann eh' schwierig - ist der
Käufer der 2m-Maurer, der fette Dübel versenken möchte -
oder die zierliche Klavierspielerin, die mal ein paar Bilder auf-
hängen möchte ?

zu 4.
genau das gleiche : sowas gehört in die Beschreibung des
Lieferumfangs, aber nicht in eine Bewertung. Wenn ich z.B.
eine Akkubohrmaschine für Holzarbeiten suche - was
interessieren mich dann beigelegte Steinbohrer ?
Kaufe ich einen Winkelschleifer für die Autobastelei, werden
die tollen beigelegten Diamantscheiben bis zum jüngsten Tag
in der Kiste liegen.

------
Mir gefällt es am Besten, wenn nur die wirklichen Fakten auf-
gezählt werden - z.B.:
- schafft mit einem Akku 165 Spaxschrauben der Größe XY in Fichtenholz einzuschrauben
- bohrt mit einem Akku im Schlagmodus 86 Löcher mit 6mm in Beton
- Ladezeit des Akkus xy min

Dann einen Bericht über die Detaillösungen der jew. Maschine,
die Verarbeitung - und welche Probleme aufgetaucht sind.
Außerdem kann man noch beschreiben wie gut den Testpersonen
die Maschine in der Hand lag.

Diese ganze Urteilerei mit ++, + und o bringt mir doch garnichts -
bedeutet ++ 100 Schrauben ... und o 'nur' 90 ?
So bekommt nämlich z.B. vielleicht eine dreimal so teure Ma-
schine ein ++ .... und die günstige nur ein o ..... obwohl die Werte
garnicht so weit auseinanderliegen.

Gruß, hs
 
S

StefanS

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Hallo zusammen,

so weit ich das beurteilen kann, sind alle Fachzeitschriften, die auch testen, abhängig von ihren Inserenten. Das lässt sich über alle Sparten (z.B. Werkzeuge, HiFi, Fotografie, Gartengeräte, Haushaltsgeräte, PC, Gartenteich, Modellbau … überall) beobachten und ist auch überall mehr oder minder deutlich belegt oder nachvollziehbar. Nur: Diese Tester sind natürlich nicht nur von einem einzigen Inserenten abhängig und dürfen deshalb nicht nur einen Hersteller in den Himmel loben. Sie behelfen sich deshalb mit dem Trick, den Testsieg durch Hereinnahme und absurde Überbewertung einzelner Kriterien quasi “spreizen” zu können. Und dann gewinnt mal der eine grosse Inserent, mal ein anderer. Von daher ist die Bekanntgabe der Kriterien und deren Gewichtung enorm wichtig. Der Leser sollte (eigentlich: muss) dann seine eigenen Kriterien und eine eigene Gewichtung vornehmen, groben Unfug eliminieren und den Test nach seinen Massstäben erneut nachvollziehen. Dann gelangt er regelmässig zu zumindest besseren Testergebnissen, mit denen er auch etwas anfangen kann. Mich persönlich interessieren an Tests fast ausschliesslich die geschriebenen Kommentare: Da kann ich dann wenigstens beurteilen, ob das für mich nachvollziehbar, schlüssig und bedeutsam ist.

Und dann gibt es ja noch die ”Stiftung Warentest”, ganz toll, die fühlen sich kompetent für alles: Waschmittel und Hautcremes, Tampons, Versicherungen, Haushaltgeräte, HiFi, Fotografie digital und analog, Werkzeuge … gibt es eigentlich irgend etwas, wo die sagen « nein, das bilde ich mir nicht ein, hier auch noch mitreden zu können » ? Da werden HiFi-Geräte rein messtechnisch nach Musikleistung und harmonischen Verzerrungen getestet ! Was soll ich denen eigentlich noch glauben, wenn die sich über sehr spezielle Produkte hermachen und – welch Wunder ! – 80 % der Testkandidaten auf der gleichen Bewertungsstufe landen ??!

Aus meiner Sicht taugen sämtliche Tests wenig – am aussagelosesten aber ist « Stiftung Warentest ».

Beste Grüsse
Stefan
 
Thema: Akkuwerkzeuge testen

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