Kress Exzenterschleifer 900 MPS

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chevyman
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Kress Exzenterschleifer 900 MPS

Beitrag von chevyman » 21. Mai 2011, 13:13

– Kress Exzenterschleifer 900 MPS
– Wann angeschafft? Mai 2011
– Wo gekauft? Internet, Karstens Intershop
– Neu/gebraucht? Neu
– bezahlter Preis 281,- Euro
– Listenpreis des Herstellers fĂŒr NeugerĂ€t Mir leider nicht bekannt

Ausstattung
Die Anleitung ist detailliert, informativ und mĂŒllt einen nicht mit unertrĂ€glich vielen Sicherheitshinweisen zu. Klar, ein paar sind vorhanden. Das hĂ€lt sich aber in vernĂŒnftigen Grenzen.

Das GerĂ€t wird im Koffer mit Staubsack und einem 80er Schleifblatt geliefert. Da man das (qualitativ gute) Schleifblatt auch als Transportsicherung fĂŒr den Klettbelag des Schleiftellers ansehen könnte, ist die Ausstattung so spartanisch wie möglich. Man darf hierbei jedoch nicht vergessen, daß es sich um ein Highend-GerĂ€t handelt, um nicht um ein Baumarkt-Einsteiger-Teil. Mit einem Griff ins Regal am Samstag alles einkaufen, was man am Wochenende zu brauchen glaubt, ist hier sicher keine Vorgabe. Bei der Unzahl der verschiedenen am Markt befindlichen SchleifblĂ€tter wĂŒrde das Beipacken eines Sortiments wohl immer zu einem bedeutenden Teil den Bedarf nicht treffen, bezahlen mĂŒĂŸte man es trotzdem. Da ist mir die nackte Version lieber.
Der Teller hat die gÀngige 6er-Lochung auf 80 mm Durchmesser, die Versorgung mit Verbrauchsmaterial ist somit kein Problem.
Der serienmĂ€ĂŸige Staubsack ist aus Stoff mit innenliegendem Drahtrahmen und Reißverschluß zur Entleerung am Ende. Groß, sauber gefertigt, einwandfrei.
Die Koffer fĂŒr Maschinen scheinen ja in ihrer AusfĂŒhrung zu polarisieren, daher eines vorweg: der Koffer ist standfest.
Es handelt sich um einen doppelwandigen, geblasenen Koffer. Jede Bauart hat ihr FĂŒr und Wieder. Als geblasener Koffer erinnert er einen leicht an viele BilliggerĂ€te fernöstlicher Herkunft, die gerne in solchen Koffern geliefert werden. Auch sind geblasene Koffer ob der doppelwandigen AusfĂŒhrung grundsĂ€tzlich Platzvernichter.
Gerade der letzte Punkt trifft hier besonders zu, der Koffer ist gemessen an der GrĂ¶ĂŸe des GerĂ€tes riesig.
DafĂŒr bietet er aber auch Platz fĂŒr reichlich SchleifblĂ€tter, das Kabel kann wahlweise abgenommen oder am GerĂ€t verbleibend verstaut werden, und auch das GerĂ€t selbst kann sogar mit montiertem Staubsack im Koffer Platz finden! Ein Reservesack kann dann im Deckel eingeclipst werden, seine Öffnung zeigt dabei bei stehendem Koffer oder geöffnetem Deckel nach oben.
Ein Reservesack im Lieferumfang wÀre schön gewesen.

Der Koffer ist sauber verarbeitet, keine scharfen Grate stören die sehr rundliche Form. Die Form sorgt auch dafĂŒr, daß man im wahrsten Sinne des Wortes nicht so schnell aneckt und im Zweifelsfall eher keine Macken hinterlĂ€ĂŸt. Die Doppelwandigkeit schĂŒtzt zudem die Maschine sehr gut bei etwaigen StĂŒrzen.
„Systemzubehör“ gibt es naturgemĂ€ĂŸ fĂŒr ein derartiges GerĂ€t nicht viel, neben Schleifpapier kann aber z. B. auch Polierzubehör in Form von Polierschwamm oder Lammfell/-wolle aufgesetzt werden.
Testergebnis: 6 Punkte

Handhabung
Das GerĂ€t wird mit 2,8 kg Gewicht angegeben, es gehört damit zu den schwereren Vertretern seiner Art. Mit 900 Watt ist es gleichzeitig (mit dem Mafell, dessen Mechanik mit dem Kress identisch ist) das stĂ€rkste GerĂ€t am Markt. Die verschiedenen Griffpositionen geben keinen Anlaß zur Kritik, auch fĂŒr LinkshĂ€nder ergĂ€be sich in der Handhabung kein signifikanter Unterschied. Das MotorgehĂ€use ist mit 68 mm Durchmesser relativ krĂ€ftig, etwas dĂŒnner wĂ€re schon angenehmer und dĂŒrfte bei der Leistung auch möglich sein. Mein 125er Winkelschleifer ist mit 1.500 Watt spĂŒrbar schlanker.
Der Seitengriff ist von der neuen, schwingungsdĂ€mpfenden Art und angenehm in der GrĂ¶ĂŸe, der vordere „Knubbel“ kann bei Bedarf auch abgeschraubt werden.
Der Leistung des GerĂ€tes entsprechend muß man bei BestĂŒckung mit grobem Schleifpapier natĂŒrlich schon etwas fester zupacken, 900 Watt brauchen halt auch ein „Gegenlager“. Einhandbetrieb dĂŒrfte daher fĂŒr Normalsterbliche, auch aufgrund des GehĂ€usedurchmessers, eher nicht wirklich möglich sein.
Der „Ringschalter“ ist zu Anfang etwas ungewohnt, lĂ€ĂŸt sich aber tatsĂ€chlich gut bedienen und macht keinen Unterschied fĂŒr Rechts- oder LinkshĂ€nder.
Der Wahlhebel zum Ein- und Ausschalten der Zwangsmitnahme ist ebenfalls gut zu bedienen, solide ausgefĂŒhrt und steht im Betrieb nicht im Weg.
Über das ĂŒbliche Drehrad zur Drehzahleinstellung braucht man eigentlich nicht viel sagen, kennt wohl jeder. Dieses hat zusĂ€tzlich eine kleine Rastung bei den jeweiligen vollen Stufen, sodaß man sich auch blind zurechtfinden könnte. Nicht wirklich wichtig, aber ein Merkmal, daß Liebe zum Detail verrĂ€t.
Testergebnis: 5,5 Punkte

Leistung
Leistung ist im Überfluß vorhanden. Man hat nie das GefĂŒhl, daß sich der Motor mal wirklich anstrengen mĂŒsse. Die Materialabnahme im Zwangsmitnahmemodus ist beeindruckend. Mit dem 80er Schleifblatt nach nur einer Minute auf einer Eukalyptus-Leimholzplatte fanden sich etwa zwei Eßlöffel Schleifstaub im SĂ€ckchen. Und Eukalyptus ist kein Fi/Ta. Die erzielte OberflĂ€che ist dabei trotzdem erstaunlich gut fĂŒr das recht grobe Papier. Im normalen Modus wird die OberflĂ€che bei gleicher Körnung spĂŒrbar besser, es geht aber erwartungsgemĂ€ĂŸ auch deutlich langsamer.
Das GerĂ€t erfĂŒllt seine Aufgaben perfekt.
Testergebnis: 7 Punkte

Umwelt
Als Verpackung um den Koffer befand sich nur ein einfacher Pappschuber mit viel aufgedruckter Information ĂŒber das GerĂ€t. Keine ĂŒberflĂŒssigen PlastiktĂŒtchen fĂŒr Teile im Koffer. VerpackungsmĂŒll entsteht somit so gut wie keiner.
Die Absaugung funktioniert gut, es dĂŒrften ĂŒber 95% des Schleifstaubs abgesaugt werden.
Das GerĂ€t ist laufruhig. Gewisse Vibrationen unter Last lassen sich natĂŒrlich bei einem Exzenterschleifer nicht völlig wegkonstruieren, sind aber trotz der hohen Schleifleistung im normalen Rahmen.
Das LaufgerĂ€usch eines Exzenterschleifers in „Winkelschleiferbauform“ ist naturgemĂ€ĂŸ merklich höher als das der GerĂ€te mit vertikalem Motor (und ohne Zwangsmitnahme). Das ist nun mal so, doch es geht halt mit in die Bewertung ein.
Recycling: Die Info dazu in der BA dĂŒrfte das absolut machbare Minimum darstellen.
Na und? Wer liest das schon?
Und vermutlich wird das GerĂ€t bei einem Privatmann so lange halten, daß zum Zeitpunkt einer notwendigen Entsorgung alle heutigen Vorschriften seit Ewigkeiten ĂŒberholt sind.
Kress bietet bei Registrierung des GerÀtes 10 Jahre Garantie plus jÀhrliche kostenlose Inspektionen. Das ist konkurrenzlos und absolute Spitze.
Testergebnis: 6 Punkte

Preis und Preis/LeistungverhÀltnis
Ein bĂ€renstarkes, sehr gut verarbeitetes GerĂ€t mit einwandfreier Funktion, welches gĂŒnstiger als alle Konkurrenzmodelle dieser Bauart am Markt erworben werden kann.
Testergebnis: 7 Punkte

Ausgefallen?
Nein

Besondere Kritikpunkte / Positiv aufgefallen
Kritik am GehÀusedurchmesser oder der Wunsch nach einem zweiten Staubsack im Lieferumfang ist Jammern auf hohem Niveau.
Das GerĂ€t erfĂŒllt voll alle Erwartungen und gibt sich keine BlĂ¶ĂŸe. Die Konkurrenzmodelle dieser GerĂ€teart anderer Anbieter wĂŒrden Ă€hnliche Leistungen bringen (allerdings mehr kosten).
Somit fÀllt hier nichts aus dem Rahmen.

VerbesserungsvorschlÀge
Festool hat fĂŒr seine Rotex-Modelle einen sogenannten Protector zum Schutz des Schleiftellers. Sozusagen eine getriebeseitig montierte Stoßstange um den Schleifteller rum. Das wĂ€re noch ein schönes Feature.
Leider ist der Vorschlag allerdings rein akademisch, da Kress bedauernswerter Weise die Produktion dieser schönen Maschine eingestellt hat und ein Nachfolgemodell nicht geplant ist.

Mein Testurteil
Kurz und knapp: Wer die Anschaffung eines derartigen GerÀtes in Betracht zieht, sollte zuschlagen, solange der Markt noch lieferfÀhig ist!

Mein Testergebnis
Ausstattung: 6 Punkte 15 %
Handhabung: 5,5 Punkte 30 %
Leistung: 7 Punkte 35 %
Umwelt: 6 Punkte 10 %
Preis/Preis-Leistung: 7 Punkte 10 %
Gesamtergebnis: 6,3
Sehr gut ✱ ✱ ✱ ✱ ✱ ✱ ❍
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Gruß Steffen

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