Auswirkungen der Billigwerkzeuge

Probleme und Erfahrungen mit Billigwerkzeugen von Aldi, Lidl und Co findet ihr hier

Moderator: Alfred

hs

Beitrag von hs » Dienstag 3. Februar 2004, 01:03

Hi Dietrich,
Dietrich hat geschrieben:Nur um das noch mal zu erklären mit dem Werkzeug, dem Selbermachen, den Handwerkern: Als ich begann mit dem

Möbelbau, wollte der Handel für ein handwerklich gefertigtes Doppelbett mit Bettkasten, beides aus massivem Erlenholz 7500 DM. Da

habe ich den Mann gefragt, was eine 4 Zimmer Wohnung in Massivholzausstattung kostet, worauf er antwortete, 150 - 200 TDM! Da

war klar, einen Bruchteil in Werkzeug und Baumaterial investieren, Spass an der Sache hatte ich nach dem Bettbau sowieso, und

selber machen.
aber genau das ist es ja. Natürlich hören sich die Preise erstmal dramatisch an.
Der Handwerker muß/will davon ja auch leben. Um möglichst ein breites Angebot an Dienstleistungen
anbieten zu können, muß der Maschinenpark anders aussehen, um effektiv arbeiten zu können
müssen evtl. andere Maschinen angeschafft werden, eine Halle muß finanziert werden, etc.
Wie sieht es z.B. mit Deiner Website aus - hast Du dafür einen Grafiker, bzw. einen Webdesigner
beauftragt ... ich glaube nicht.
---
Die Sache fängt ja schon beim Bäcker an : was kostet es dort sich ein komplettes Backblech voll
Streuselkuchen backen zu lassen ? .... zuhause sicher ein Bruchteil

Ich nehme mich ja aus dieser Heimwerkerei, die bereits ins Profihafte abgleitet nicht aus (warum
hätte ich sonst eine PKW-Hebebühne vor kurzem ersteigert und eine Sandtrahlkabine gebaut und
eine Karosseriedrehvorrichtung und ....).
Nur muß man fair bleiben und zugestehen, daß sowas eigentlich den Handwerkern ihre Arbeit
kostet.

=================================
und jetzt noch was direktes, was mir aufgefallen ist (ich wollte das neulich schon auf einen Deiner
Beiträge posten, aber den hast entweder wohl Du oder der Admin gelöscht).
Du bist ja auch jemand, der eher sagt : wenn schon mit einem Werkzeug arbeiten - dann mit einem
vernünftigen (was ja grundsätzlich voll o.k. ist).
Nur frage ich mich dann - was ist DAS denn für eine Gurke ?? ;-)
Bild

- keine varible Drehzahl um materialgerecht, werkzeuggerecht (Bohrerdurchmesser) zu arbeiten
- keinen schwenk- und/oder drehbaren Bohrtisch um ein einmal festgespanntes Werkstück
präzise ausrichten zu können
- kein Bohrtisch, der Kühlwasser aufnimmt
- vermutlich keine Morsekegelaufnahme, um große Bohrer einspannen zu können (dafür sind dann
auch die 400W etwas schlapp)
- 40er Vollmaterial als Säule ist zwar nett, aber 80mm Rohr ist besser

Wie soll man denn damit vernüftige Bohrungen vornehmen können ?
3mm in Alu mit 400/min bohren ?
16mm in Stahl ?

Sicher wirst Du mir jetzt zurecht entgegnen, daß Du mit Metall nicht oder nur selten arbeitest - und
daher nichts besseres benötigst.
Und genau damit wäre ich an dem Punkt, der mir immer in Bezug auf Kritik an 'billigen' Maschinen auf-
stößt.
Ich besitze eine ältere Interkrenn-Standbohrmaschine (seinerzeit DM 420,- gekostet), die Deine Maschine
in (fast) allen Funktionen schlagen wird (evtl. besitzt Dein Bohrständer mehr Hub) - ähnliches wird
inzwischen von http://www.guede.com oder http://www.quantum-maschinen.de verkauft (Interkrenn
gibt's nicht mehr). Sicher, ich habe auch an deutlich besseren Maschinen von Flott oder Alzmetall
gelernt und gearbeitet - aber für meine Zwecke reicht die Interkrenn prima aus (selbst die 20mm-
Bohrungen in den U-Stahl für meine selbstgebaute 20to-Presse konnte ich bohren).
Man kauft doch Werkzeug um dieses dann für seine Zwecke zu nutzen - der billige Bohrhammer von
der Metro (Praktiker) hat die vielen Bohrungen im Beton wunderbar gebohrt - und bohrt jetzt wunderbar auch
noch Bleche beim Kumpel.
Ich besitze immer noch sehr viele Stecknüsse, sowie den dazugehörigen Kasten, welchen ich mir seinerzeit
nach dem Kauf meines ersten Autos (R4) zugelegt habe - ein absoluter Billig-Knarrenkasten. O.K. - die
Knarre hat es bereits nach einem halben Jahr zerrissen - aber der Großteil der Stecknüsse hat schon
*sehr* viele Autos, bzw. deren Einzelteile zerlegt und wieder montiert. Problemlos.
Sicher macht Stahlwille oder Hazet mehr her - aber für >95% der Auto-/ oder Hausschraubereien reichen
günstige Werkzeuge auch (und ich denke ich weiß wovon ich schreibe - habe mit speziellen Drehmoment-
werkzeugen (Plarad-Schrauber) schon Schrauben mit deutlich mehr als 30.000Nm festgezogen oder 'kleinere'
mit Vorschlaghammer und Schlagschlüssel gelöst ... aber auch feine Einstellungen bei der Montage und im
Betrieb von Prüfständen für KFZ-Werke vorgenommen).
In dem Aldi-Schlüsseltest auf dieser Website steht z.B.
Die Maulseite des 19-mm-Schlüssels von Aldi-Süd erfüllte die Norm gerade so. Sie hielt zwar den
geforderten 149 Newtonmeter stand, zeigte aber schon deutliche Verformungen.
Wenn man bedenkt, daß man hochfeste 12.9-M12er Schrauben mit max. 145Nm festziehen soll (handels-
übliche 8.8.er mit 85Nm), dann sollten die 149Nm mit Verformungen dennoch für die meisten Anwender
ausreichen (zum Vergleich : Anzugdrehmomente von Radmuttern mit 19er SW von Mittelklasse-PKW's
liegen bei ~ 100Nm .... und wer zieht diese mit einem Maul-Schlüssel an ?)

Ich denke man sollte seinen Werkzeug'park' nach der tatsächlichen Verwendung ausstatten - zum
gelegentlichen Bohrer anschleifen kann man problemlos was von Güde kaufen - auch wenn http://www.flott.de
die sicher besseren Maschinen anbietet.

Gruß, hs

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 3. Februar 2004, 01:31

Hallo Hs,

(richtiger Name wäre mir lieber, dann wüsste man mit wem man es zu tun hat)

Zu der Bohrmaschine: wolltest Du mich provozieren, mit den Kommentaren zu meiner Bohrmaschine?
Kannst Du nicht, denn diese Maschine ist ein Vollmetallmodell von der Firma "Fein" aus dem Jahre 65, die ist ein Erbstück meines Vaters, der hat sie zum 25 Jährigen Jubiläum bekommen, die hatte den Gegenwert eines Arbeitermontslohnes.
Die von Fein wussten schon vor fast 40 Jahren das man Drehmomment braucht, für große Löcher, und nicht Drehzahl.
Die Maschine hat mit dem Schlagaufsatz den Bau von 3 Einfamilienhäusern gemeistert, und erfreut sich der Schonung seit 4 Jahren in dem 22kg schweren Metabo Bohrständer, Sie hat ein neues Bohrfutter spendiert bekommen, aus Bequemlichkeit, natürlich mit MK 2 Morsekegel!
Sie hat keine Drehzahlverstellung, ist ja auch keine Standbohrmaschine, die hat oben einen Riementrieb. Aber Du kannst mir glauben, wenn Du einmal mit ihr bohren würdest, wüsstest Du wovon ich rede. Im Betrieb bohre ich ab und zu auf einer Alzmetall, die ist so 220 cm hoch, hat automatischen Vorschub usw, damit vergleiche ich meine Maschine nicht, sowas brauche ich auch nicht!

Gruß Dietrich
der mit seiner Werkstatt sehr glücklich ist, denn das war 13 Jahre Arbeit!

hs

Beitrag von hs » Dienstag 3. Februar 2004, 05:43

Hi,
Dietrich hat geschrieben:Hallo Hs,
Zu der Bohrmaschine: wolltest Du mich provozieren, mit den Kommentaren zu meiner Bohrmaschine?
Aber Du kannst mir glauben, wenn Du einmal mit ihr bohren würdest, wüsstest Du wovon ich rede
ich wollte Dir nur aufzeigen, daß es immer auf die Arbeit an-
kommt, die man verrichten möchte. Die alte Fein ist für viele
Dinge schlicht ungeeignet - eine recht preisgünstige Güde
o.ä. bietet deutlich größere Einsatzmöglichkeiten (das Du viel-
leicht persönlich daran hängst, ist ja eine ganz andere Sache)
... und 'ja' - ich kenne diese Art von Maschinen und habe damit
auch gearbeitet (Fein ist im Maschinenbau sehr stark verbreitet) -
und sie z.T. schätzen gelernt, aber sie sind gerade im Hand-
betrieb wegen des Spatengriffs sehr gefährlich (oft fehlt
nämlich der zweite Griff).

Gruß, hs

Karsten Bernhardt
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Beitrag von Karsten Bernhardt » Dienstag 3. Februar 2004, 06:32

Guten Morgen hs,
ganz schön früh auf den Beinen.
Das man für gelegentliches auch mal das günstige Werkzeug nehmen kann ist doch klar.
Aber wenn ich mir anschaue und höre wieviele Firmen jedes Jahr geschlossen werden, bzw die Produktion verlagert wird, dann bin ich der Meinung das es langsam reicht.
Vor allem die Firmen mit dem MiG aus dem Osten sollten sich mal an den Kopf fassen.
Wie du schon sagtest, viele verdienen wenig und nur wenige den dicken Rest.
Solche Firmen, die ihre Produkte im Ausland herstellen und dann hier wieder verkaufen wollen, nachdem sie die Produktion nach drüben geschoben haben, sollte man nicht noch unterstützen.
Wenn die hier die Werke schliessen und dann im Osten subventioniert wieder aufbauen kann das doch nicht richtig sein, mal abgesehen von deren Standpunkt, scheffeln bis das Konto platzt.
Was hälst Du denn von den Machenschaften der Pharmaindustrie?
Karsten Bernhardt
www.walter-schroeder.de

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Alfred
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Beitrag von Alfred » Dienstag 3. Februar 2004, 09:44

Hallo,
zu der Bohrmaschine:
Ich habe noch einen Bohrständer (ca. 70cm hoch mit T-Nuten Platte) wo man diese Metallgehäusemaschinen nicht am Spannhals sondern direkt am Gehäuse festgemacht hat. (geschätzer Spanndurchmesser 90-95 mm). Wenn sich also noch jemand outet als Besitzer eines derartigen Sammlerobjektes und einen Bohrständer dazu braucht........
könnte ich aushelfen.
zu den Firmengewinnen:
und Subventionen gehören immer zwei, der Staat der die Leistungen bezahlt (Siemens Chipwerk in neue Bundesländer) und einer der sie in Anspruch nimmt. Bei der Pharmaindustrie entwickelt sich ja ein kontineller Wettlauf, der Staat hat es einfach vergessen seine Leistungen an Gegenleistungen zu koppeln. Wenn jetzt wirklich der Aktiendeal von Aventis durchgezogen wird, dann sollte der Staat auch seinen Anteil fordern.
Gruß
Alfred

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 3. Februar 2004, 17:30

Hallo Hs,

ich weiß schon was Du sagen wolltest, natürlich ist das keine Maschine für 2mm Bohrungen in Weichholz, ebensowenig kann man mit ihr 30mm in Edelstahl bohren! Aber 40mm Sacklöcher in Buchehirnholz und 16mm in einen 80er Edelstahlwinkel, das schafft sie, und das sind nicht viele normalerweise handgeführte Bohrmaschinen die das bewältigen.
Ich fand nur den Ton schlecht, hörte sich an als wolltest Du eine fast 40 Jahre alte Qualitätsmaschine lächerlich machen, und das fand ich nicht so gut, auch wenn es sich nicht um meine Maschine gehandelt hätte. Zu der ich natürlich ein ganz besonderes Verhältnis habe, zumal bei der Vorgeschichte.

Zu den Importen: wenn man auf ausgelagerte Produktionen von einheimischen Firmen und deren Produkte in seiner Werkstatt verzichten will, bleibt nach meiner Information nicht mehr die große Auswahl übrig. Fein, Flott, Mafell, Hegner, Hager, Metabo, Bessey, Martor, Peddighaus, dürften dazugehören.
Bosch, sehr unklar, DeWalt ehemals Elu (denen trau ich alles zu), Festo seit dem Zukauf von Protool (CS) weiß man auch nicht mehr so genau, ob die nicht auch in Tschechien machen lassen.

Gehört zwar nicht unbedingt hier her, aber sehr kritisch sehe ich auch den Ausverkauf der deutschen Hochtechnologie, besonders im Bereich Rüstungstechnik an amerikanische Investoren. Nach der der verbrecherischen Mannesmann-Zerschlagung wurden offenbar riesige Aktienpackete anderer Firmen, die von Mannesmann gehalten wurden frei, so offensichtlich bei Kraus-Maffei, HDW, Demag, und schwupps wollten die Amis alles kaufen, wie weit dies geglückt ist, entzieht sich meiner Kenntnis, die Medien haben nicht weiter darüber berichtet. Ende letzten Jahres der neueste Coup, die Amis haben MTU gekauft! Rein zufällig bauen die die Triebwerke des besten Kampfpanzers der Welt, Krauss-Maffei den Rest des weltweit begehrtesten Waffensystems, HDW, also Howalds Werke Deutsche Werft, hat gerade eine bahnbrechende Entwicklung im U-Boot Bau vorgestellt, Antrieb eine Brennstoffzelle, die wegen der geringen Wärmeabstrahlung nicht zu orten ist. Atomgetriebene Boote kann man prima orten. Dann haben die von HDW noch einen Propeller entwickelt, der sehr langsam läuft, aber eine bisdahin unbekannte Schubkraft entwickelt, und das bei minimaler Wasserverwirbelung, also auch darüber kaum zu orten!
Jetzt bauen die Amis den 12. Träger, und 2 solcher Boote in welchen Händen auch immer, stellen die gesamte Trägerentwicklung in Frage, ähnlich wie die Flugzeugträger das Ende der Schlachtschiffe waren.
Die Namen an Firmen ließe sich noch weiterführen, aber Fakt ist, es findet ein massiver Technologietransfair zu unseren Ungunsten in die neue Welt statt.
Und diese Tatsache kostet noch richtig viel Arbeitsplätze!
Also nicht nur schauen wo was gebaut wird, sondern auch darauf achten, wo die Gewinne hinfließen. Neuestes Beispiel, Opel schreibt tiefrote Zahlen, aber die satten Zahlungen nach Detroit bleiben, konnte man sogar in den Medien vernehmen.

Gruß Dietrich

hs

Beitrag von hs » Dienstag 3. Februar 2004, 20:06

Hi,
Karsten Bernhardt hat geschrieben: ganz schön früh auf den Beinen.
... noch, noch auf den Beinen ;-)
Dietrich hat geschrieben: ich weiß schon was Du sagen wolltest, natürlich ist das keine Maschine für 2mm Bohrungen in Weichholz, ebensowenig kann man mit

ihr 30mm in Edelstahl bohren! Aber 40mm Sacklöcher in Buchehirnholz und 16mm in einen 80er Edelstahlwinkel, das schafft sie, und

das sind nicht viele normalerweise handgeführte Bohrmaschinen die das bewältigen.
Ich fand nur den Ton schlecht, hörte sich an als wolltest Du eine fast 40 Jahre alte Qualitätsmaschine lächerlich machen,
nicht lächerlich machen - aber realistisch beurteilen. Und alleine die geringe Drehzahl schließt
den Gebrauch für kleine Bohrer in Metall aus.
Was ich damit zeigen wollte : auch Du wählst nach dem Einsatzzweck aus. - Wieder bezogen
auf den Bohrhammer : warum sollte ich mir z.B. was anderes kaufen oder leihen, wenn das
EUR 30,- Gerät die von mir gewünschten Arbeiten prima erfüllt ? Ein Kernbohrgerät zu leihen
wäre sehr teuer gewesen, Massen von ~ 25cm tiefen Bohrungen in Beton mit einer Schlagbohr-
maschine zu bewältigen kann man vergessen, - und eine spaßeshalber zum Leistungsvergleich
getestete Hilti TE35 (war das glaube ich) bohrte die Löcher auch nicht schneller. Jetzt hat ein
Kumpel noch div. große Bohrungen in Blech mit einem Stufenbohrer gebohrt - und meinte die
zieht echt gut durch
. Wie soll ich also anders urteilen als : Preis/Leistung wunderbar
Oder Beispiel Winkelschleifer : Ich habe auch schon einem solchen Billiggerät in kurzer Zeit 'über-
geholfen' - aber das war o.k., weil ich eine sehr dreckige Arbeit durchführen mußte - aber dafür
nicht mein teures Werkzeug kaputt machen wollte. Anderer Fall : wenn man Blecharbeiten durch-
führt (z.B. Karosseriearbeiten) ist es oft sehr angenehm eine zweite Maschine zum Verputzen mit
einer Fächerscheibe griffbereit liegen zu haben - für sowas reicht das Billig-Teil ohne Ende aus.
Neulich habe ich einen Black&Decker-Stabschrauber gekauft : KC9006 mit 4,8V (Akkus)
Bild
funktioniert mit Mignon-Batterien (ich verwende Akkus) und ist sicher nicht vergleichbar mit hochpreisigen
Produkten. Aber um hin- und wieder z.B. Mini-Spax-Schrauben in Stellwände (Bildausstellungen)
zu schrauben, genau das richtige Werkzeug. Die Akkus (2Ah) besitze ich eh' - und kann sie sogar im
Autoladegerät nachladen. Was würde mir den Metabo, Bosch & Co bieten können ? In Bezug auf
Ladezeit, laden unterwegs und Preis ?
Aus diesen (und bereits angesprochenen) Gründen halte ich die Aussagen billiges Werkzeug ist
grundsätzlich Schrott, für selbigen. Wenn jemand wie Du z.B. in erster Linie mit Holz, vielleicht
sogar nur gelegentlich, arbeitet - dann braucht er keinen HighTech-SuperSonderStabil-Schlüsselsatz,
dann reicht auch was günstiges (darf natürlich keine scharfen Kanten o.ä. besitzen - aber sowas
sieht man ja).
Ich kaufe doch auch keine VR- oder ZR-Reifen, nur weil dessen Verarbeitung besser ist .... wenn mein
Auto max. 170km/h fährt, da reichen auch günstige SR-Reifen.
Dietrich hat geschrieben: Zu den Importen: wenn man auf ausgelagerte Produktionen von einheimischen Firmen und deren Produkte in seiner Werkstatt verzichten will, bleibt nach meiner Information nicht mehr die große Auswahl übrig. Fein, Flott, Mafell, Hegner, Hager, Metabo, Bessey, Martor, Peddighaus, dürften dazugehören.
Bosch, sehr unklar, DeWalt ehemals Elu (denen trau ich alles zu), Festo seit dem Zukauf von Protool (CS) weiß man auch nicht mehr so genau, ob die nicht auch in Tschechien machen lassen.
wo willst Du dann anfangen und aufhören ? Wenn eine SPS von Mitsubishi, statt von Siemens verbaut
wird; wenn der Firmen-Fuhrpark nicht von Volkswagen, sondern von Hyundai kommt ?
Toyota (obwohl jap. Konzern) läßt sämtliche Formel1-Autos (sicher das Aushängeschild eines Auto-
mobilherstellers) in Köln konstruieren.


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Mit den ganzen Im- Export, hin- und her ist das alles viel komplexer, als 'die Chinesen bekommen den
Transrapid und wir nur billiges Werkzeug'.

Da spielen auch viele andere, nicht vordergründige Faktoren eine Rolle - durch Geschäftsbeziehungen
kann man Einfluß nehmen; importiert man ganze Werke, so wird dort eher gleich 'bessere' Filtertechnik
eingesetzt, welche die Umwelt schont - was uns allen jetzt und in der Zukunft im Endeffekt zugute
kommt.

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Bzgl. Rüstungstechnik und Firmenkäufe - nun, im amerik. Kampfpanzer Abrams wird schon sehr lange
das gleiche Geschütz (wie im Leopard) von Rheinmetall verwendet. Bei dieser Art Firmen sind die Zusammen-
hänge eh' ziemlich undurchsichtig.
Und das hier amerik. Firmen das eine oder andere kaufen .... nun, die Telekom oder DHL expandieren im
amerikanischen Markt und Mercedes heißt ja auch nicht mehr so, sondern 'Daimler-Chrysler'.

---------------------

.... sicher nicht falsch, wenn man versucht vieles mal objektiver zu sehen. Woanders wird sicher auch
gemault, daß 'die Deutschen' sich überall einkaufen und/oder eigene Produkte vom Markt verdrängen.

Gruß, hs

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Beitrag von schnuff » Sonntag 8. Februar 2004, 10:31

Hallo hs,

Du sprichst mir aus der Seele. Wenn in Deutschland im Augenblick was nicht stimmt, dann sind das im Wesentlichen zwei Dinge:

1. Das Durchschnittseinkommen

Wieviele Arbeiter und Angestellte kennt Ihr, die das Durchschnittseinkommen auch kriegen? Mit solchen Zahlen wird eine Kaufkraft unterstellt, die gar nicht vorhanden ist.

2. Gewinnforderungen der Investoren

Nach dem Hype an der Börse vor ein paar Jahren, wo alle die Kohle hatten ihr Geld lieber in Aktien investierten als in ihre Unternehmen, scheinen die Reichen in diesem Land wahnsinnig geworden zu sein.

Denn seitdem reicht es nicht mehr wie früher erfolgreich zu Wirtschaften. Soll heisen, einstellige Umsatzzuwächse reichen heute nicht mehr aus. Und wenn da nichts zu machen ist, dann muss wenigstens der Gewinn gesteigert werden. Habt Ihr mal darauf geachtet wieviele Unternehmen in den letzten Jahren trotz Umsatzrückgängen Rekordgewinne vermeldet haben?

Schelles Wachstum ist nicht immer gesundes Wachstum und eine gewisse soziale Verantwortung gehört halt auch dazu. Das hat Deutschland groß gemacht in Zeiten des Wirtschaftswunders. Unternehmer mit sozialer Verantwortung bauten über Jahrzehnte Unternehmen von Weltrang auf mit Mitarbeitern die auch Teil hatten an dieser Entwicklung.

Wenn ich mir zur Zeit gerade Unternehmen die denn Großteil Ihres Umsatzes im Ausland machen ansehe, dann fällt mir auf, dass diesen völlig egal ist was mit der Kaufkraft der Deutschen passiert. Genauso ist es mit den Politikern. Wenn ich da die Merkel höre, wie vehement sie gegen ein Abschaffen der privaten Krankenversicherung ist, weil ein großer Solidaritätstopf zur generellen Verschlechterung medizinischer Versorgung führen würde, dann könnte ich weinen. Denn anscheinend ist es für sie völlig in Ordnung, dass diese für die Kleinen im Land immer schlechter wird, solange es die nicht betrifft die Macht und Geld haben.

Wenn uns Arbeitern und Angestellten jetzt immer wieder gesagt wird, dass es Zeit ist denn Gürtel enger zu schnallen und uns mit weniger zufrieden zu geben, dann sollte dies auch für die gelten, die uns das sagen!

Gruß, schnuff

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Beitrag von Alfred » Sonntag 8. Februar 2004, 17:25

Dem Politiker bleibt auch nicht mehr Möglichkeit als Sauerstoffverbrauch (luftholen), denn Gewinne werden immer da investiert wo sie entstehen, wenn also viele BMW in Amerika verkauft werden, dann werden sie auch dort gebaut. Früher waren wir ein reines Exportland und haben nur mit mäßiger Konkurenz zu tun gehabt. Heute lassen wir das für uns selbst benötigte Gut in Billiglohnländern bauen und importieren es, nebenbei wondern wir uns über die hohe Arbeitslosigkeit. Dazu kommen die vielen Zuwanderer mit niedrigen Ausbildungs/ Bildungstand welche unser Sozialgefüge verschieben. Ohne Abitur kannst du heute schon nicht mal mehr Polizist werden. Nachdem durch die hohe Bevölkerungsdichte die Hällfte des Lohnes für die Miete draufgeht und die andere Hälfte für die Lebensführung, wo will man da noch Investitionen für andere Sachen sehen? In diesem Sachstand wursteln die Politiker mit Reformen über Reformen, von links nach rechts und rurück und es ändert nicht an den geschilderten Tatsachen.
Gruß
Alfred

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Billigwerkzeuge oder billig hergestellte Werkzeuge

Beitrag von Jürgen » Samstag 14. Februar 2004, 01:40

Liebe Mitglieder,

das Thema der billigen Werkzeuge ist eigentlich kurz auf einen Nenner gebracht.

1. Es gibt Billigwerkzeuge

2. Es gib billig hergestellte Werkzeuge

Zum 2. Punkt gehe ich nur in den Baumarkt. Da weiß ich , was ich bekomme.

Zu Punkt 1 ist aber lediglich zu wissen, wie heute produziert wird. Ich habe ein hochwertiges Werkzeug herzustellen. Ich brauche eine Produktionsstätte und Menschen die letztlich produzieren. Ich habe erstmal viel investiert und der Artikel ist hochwertig ... aber teuer. Dann kommt eine gewissen Marktsättigung. Aber ich habe immer noch die Produktionsstätte und die Mitarbeiter. Und ich habe bereits viel Geld verdient, weil ich zu teuer war. Was kommt jetzt ? Wir ermitteln einen sogenannten Break-Even-Point (was besagt, wieviel muß ich produzieren, um meinen Betrieb noch aufrecht zu erhalten >>>>> weitere Artikel produzieren, ohne den Standort aufzugeben). Dabei stelle ich fest, das bei laufender Produktion, der Artikel nur noch xy kosten muß, um dieses Ziel zu erreichen. Ich muß nicht mehr mit echtem Gewinn verkaufen, sondern das Gewerbe erhalten. Folge: Ich kann jetzt richtig billig werden. Damit ist mein Produkt für Discounter (Aldi etc), Baumärkte und Ramschläden interessant. Dadurch sichere ich mir die notwendige Menge. Ich habe schon mit Herstellern gesprochen, die mir versicherten, es ist in gewissen Zeiten besser einen Artikel, der einen regulären Preis von 150,- EURO hat eben aus o.g. Erwägungen für 50,- EURO zu verkaufen.

Ich hoffe, ich habe mich kaufmännisch einigermaßen verständlich ausgedrückt. In den neuen Bundesländern, wo es seinerzeit nur um Beschäftigung, und nicht um Gewinnerwirtschaftung ging, wurden produzierte Artikel vernichtet !!!! Die Idee ist in der freien Marktwirtschaft jedoch die gleiche.

Ich stelle den freien Denkern im Forum nun anheim, sich in Konsequenz die Folgen auszumalen. Ich möchte hier nicht allzu philosophisch werden, aber Verramschung bedeutet Vernichtung hochwertiger Werkzeuge. Jeder der heute mindestens 30 und älter ist, wird bestätigen, das 'früher alles besser war'.

Ist es nicht virtuell, das heute ein und dasselbe Werkzeug, mal teuer, mal billig verkauft wird ? Macht nun Qualität, Sicherheit und Nutzen den Wert eines Werkzeuges aus, oder ein konstruktives und künstliches Gebilde marktwirtschaftlicher Interessen ? Was ist aber dann die Bedeutung des Geldes als Tauschmittel und Repräsentant für einen Gegenwert wert ?

Ich als Händler achte auf ein ausgewogenes Preis-/ Leistungsverhältnis. Aber echte Qualität soll und muß sich im Preis wiederspiegeln. Das kommt letztlich dem Verbraucher zugute.

Viele Grüße ... Jürgen

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