Alles über Drehmomentschlüssel usw. ... mechanisch/elektrisch

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Von so einem Dremo kann durchaus das eigene Leben abhängen. Ob ich genug Vertrauen in einen hätte, den die Amazon-Retourenabteilug für gut bewertet, weiß ich nicht...
 
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Von so einem Dremo kann durchaus das eigene Leben abhängen. Ob ich genug Vertrauen in einen hätte, den die Amazon-Retourenabteilug für gut bewertet, weiß ich nicht...
Wer Drehmomentschlüssel in dieser Preiskategorie kauft, insbesondere, wenn sie "Mission Critical" Aufgaben übernehmen müssen, der wird auch ein Drehmoment-Prüfgerät in der Werkstatt haben, vermute ich mal. Ich, zumindest, hätte das.
 
Von so einem Dremo kann durchaus das eigene Leben abhängen.
Mit Verlaub... Du wirst doch noch erkennen ob dein Drehmo uuungefähr das gewünschte Drehmoment erkennt. Sonst müsstest Du immer mit mindestens zwei Drehmos prüfen.
Um mal das immer wiederkehrende Beispiel Radschrauben zu nehmen:
Da isses im Prinzip völlig Wurscht ob die mit Vorgabe 120Nm anzuziehende Schraube mit 100 Nm oder, wie in vielen Werkstätten mit dem Schlagschrauber praktiziert, mit 180Nm angezogen wird.
Wenn Du nun, weil das Gerät spinnt nur mit 30Nm uiwerke gehst ist das schon auch Fail by User!
Aber ja heute wird einem das ja so eingetrichtert. Alles muss seinen Stempel, Plakette und wiederkehrende Prüfung erfahren haben. Hirn ist beim einfachen nichtstudierten Anwender nicht mehr wirklich gefordert. Das unterstützt natürlich das Einsetzen der zugewanderten "Fachkräfte"

Edit: nenn mir mal ein oder zwei wirklich relevante Beispiele für deine Aussage. Also nicht nur von wegen Dokumentationspflichtig.

PS
 
Du hast schon gesehen, dass der angebotene Dremo 2-20 Nm hat? :wink: Da sind Radmuttern nicht wirklich ein Thema. Ich dachte eher so an den Carbonlenker am Fahrrad, der sehr wehtut, wenn er bei 70+ km/h mal "knack" macht. Und nein, 6 Nm mit der Ratsche habe ich nicht im Handgelenk - ich kann mir gut vorstellen, dass ich da auch schnell bei 15 lande. Das sind dann deutlich über 100 % Abweichung.
 
Immer die selbe mühselige Drehmoment-Diskussion. Fakt ist jedoch, wer genaue Werte haben möchte, müsste den Drehmomentschlüssel jährlich prüfen und ggf kalibrieren lassen, alles andere ist auf gut Glück.
 
Zuletzt bearbeitet:
mich wundert es immer noch dass die Köpfe der 8 zyl. LKW Motoren, die wir mit dem Feder-Skala Schlüssel angezogen haben, mehrere 100'km damit gelaufen sind und der Rest wurde mit dem Gefühl im Oberarm angezogen... :D
 
Jo, früher gab es auch nur ein Radkreuz und dennoch kann das doch jeder für sich entscheiden.
 
Was heißt will, wenn ein zertifiziertes Unternehmen sein möchtest, musst auch Standards an Prüfanweisungen einhalten ... Privat ist das jedoch alles irrelevant.
 
Schrauben halten privat halt mehr aus. :ducken:

Ich kenne einige "echte Handwerker", die regelmäßig das ab nach fest erlebt haben. Stumpf drauflos ohne jede Form von Feinmotorik.

Warum geht es hier eigentlich immer ums Grobe? LKW-Motoren, Radmuttern etc. Da kann man auch wie ein Berserker drauf rumrödeln. Es gibt auch genug Anwendungen, wo man tatsächlich etwas mehr Gefühl braucht. Den Carbonlenker hatte ich ja oben schon genannt. Meine letzte "große Aktion" war eine 3 mm(?) Aluminiumschraube mit 2,5 Nm abzudrehen.
 
Keine Frage, aber auch da gilt, wenn du dir immer sicher sei willst, hilft nur eine regelmäßige Prüfung/Kalibrierung des Drehmomentschlüssels ... doch genau das wird von vielen ignoriert (z.B. hatte ich mal einen günstigeren Drehmomentschlüssel geschenkt bekommen und als ich durch Berufserfahrung merkte, dass die ca. 120Nm nicht stimmen können, hatte ich einen neuen el. gekauft und siehe da, ich war weit über dem Wert, und das sind nur grobe Werte, die feinen Werte ist nochmal etwas anderes und merkt ein Laie schon zweimal nicht).

Daher ist für seltenen Gebrauch und Privat ein Drehstab Drehmomentschlüssel nicht verkehrt. Ja, der kann nur ca. Drehmomente Anzeigen, aber funktioniert eigentlich immer und kannst rechts/links verwenden und vor allem sind die günstiger in verschiedenen Größen zu bekommen.
 
Gegen so ein elektronisches Ding sage ich ja nichts. Die gibt es ja auch in besser. In diesem Fall ging es aber um ein Made in Germay-Teil mit Drehwinkelfunktion und allem drum und dran für ca. 1000 € Neupreis. Ich würde mal behaupten, dass das so ziemlich das Beste auf dem Markt ist. Warum kauft jemand sowas (das Geld muss man ja erstmal über haben) um es dann zurückzuschicken? Und dann sagt Amazon, dass das Ding top sei. Ich wage die These, dass in der Amazon-Retourenabteilung keine Experten für Messtechnik sitzen. Sorry, aber da gehen bei mir alle Alarmleuchten an, dass dieser Schlüssel Schrott sein könnte.

Ok, ihn für den Preis zu kaufen und dann zur Kalibrierung zu schicken wäre wohl immernoch ein guter Kurs.
 
Elektronische Drehmomentschlüssel würde ich nur einsetzen wo sie wirklich gerechtfertigt werden können, z.B. im Flugzeugbau oder heiklen Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau. Selbst die teuren Stahlwille sind weit von perfekt und zudem weitaus heikler als rein mechanische.

Falls die Kalibrierung nicht erforderlich ist (z.B. QS nach ISO 9001) ist es bei guten Drehmomenschlüsseln auch nicht wirklich notwendig jährlich bzw. nach 5000 Auslösungen zu prüfen. Zahlreiche sehr gute Drehmomentschlüssel bleiben jahrelang innerhalb der Toleranz, insbes. wenn man sie einigermassen korrekt behandelt (u.a. nicht fallen lassen und auf das eindringen von Schmutz achten).
In gewissen Bereichen wäre ein Prüfung alle 4 Montate sinnvolll, in andere würden 2-3 Jahre Intervalle völlig ausreichen.

Gute elektronische Aufsatz-Drehmomentmessgeräte sind mir zu teuer und bei den billigen spielt man China-Lotterie, zudem sind sie mir zu unhandlich.

Am sinnvollsten ist m.E. der Kauf eines gebrauchten noch nicht schrottreifen Stahlwille Manoskop Drehmomentschlüssels, die kann man oft ohne Demontage jüstieren und falls eine Reparatur erforderlich ist, kann man die ggf. selbst durchführen, nur muss man dann neu kalibrieren oder kalibrieren lassen. Ersatzteile findet man auch noch für recht alte Schlüssel. Erwähne hier die Manoskop weil ich die gut kenne. Andere Fabrikate kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen, zweifle jedoch an der Stabilität und Robustheit der Billigstware vom Baumarkt. Ähnlich wie bei Knarren, da finde ich eine gebrauchte Stahlwille, Hazet oder Gedore Blau sinnvoller wenn man sie günstig reparieren kann (insbes. auch Plastikteil des Griffs ersetzen).
 
Ich habe neben mechanischen noch ein elektronischen 3/8" Drehmomentschlüssel der auch Drehwinkel misst (und noch ein Gelenk am Kopf besitzt wenn man nicht gut rankommt) von Snap-On. Preislich im Angebot so um 600€ und der macht wirklich Spaß aber man muss kontrollierter anziehen als beim mechanischem.
Gruß Heiko
 
Dachte Snap-on wäre wesentlich teurer.

Problem ist für mich allgemein mit der Elektronik, dass irgendwann keine Ersatzteile verfügbar sind bzw. nicht mehr repariert werden kann. Bei der Mechanik kann man oft mit mehr oder weniger Aufwand noch reparieren, hier nicht spezifisch für Drehmomentschlüssel gemeint.

Bei den rein mechanischen Manoskop sind die alten einfachen Baureihen am besten. Lupe mit Fenster und Rähmchen sind nur Plastikteile mehr, die brechen können.
Am schlimmsten sind die Modelle mit der grünen Einstellschraube aus Plastik hinten am Griff (oder mit der runden gelben Abdeckkappe), die sind sehr mühsam zu reparieren, weisen zahlreiche empfindliche Kleinteile auf und am Ende ist die Schaltgruppe doch dieselbe wie bei den älteren einfacher und zuverlässiger aufgebauten Manoskop.

Siehe hier wie sowas zerlegt wird, ist knifflig und zeitaufwendig in der Praxis, da muss man noch kleben!:



Bei der Einstellung wird ein Einstellelement der Schaltgruppe verschoben, ob dies nun direkt oder mittels kompliziertet Spindelmechanik erfolgt, macht die Schaltgruppe auch nicht genauer, siehe bei 00:39:



Die Skala ist übrigens nicht linear, weshalb die Spindel (siehe anderes Video) eine nicht konstante Steigung aufweist.
Da die für die Auslösegenauigkeit massgebenden Schaltgruppen identisch sind, macht die aufwendige Einstellmechanik nichts aus punkto Genauigkeit. Ob die Einstellung selbst genauer ist, habe ich nie überprüft, setze nur die einfachen Manoskop ein, habe jedoch einige mit Plastikeinstellrad gesehen, die defekt waren.
Die grossen 800 und 1000 Nm Manoskop mit gerändeltem Einstellrad aus Stahl sind jedoch robust, sind auch schon lange am Markt.

Bei 00:50 ist ersichtlich, weshalb Drehmomente in der entgegengesetzten Drehrichtung mindenstens bis zum maximal einstellbaren Drehmoment (in der Praxis einiges darüber) keinen Einfluss auf das Auslösesystem haben, da dieses dabei gar nicht mechnisch belastet wird.

Für Linksgewindeanzug einfach die Einsteckknarre um 180° drehen oder ggf. Durchsteckvierkant in die andere Stellung drücken. Bei festeingebauten Knarren kann man messend nur anziehen. Da Kopfteile zum Teil unterschiedlich sind, ist ein einfacher Umbau auf Einsteckknarren leider unmöglich, da die Knarre im Kopstück integriert ist und nicht, leider keine verstiftete Einsteckknarre.

Schade, dass man aus Copyrightgründen keine alte Katalogauszüge posten kann, vor den aktuellem Manoskop wurden diverse z.T. recht exotische Stahlwille Drehmomentschlüssel angeboten. Habe selbst noch solche Kuriositäten gesehen. Andere Stahlwille Produkte wie z.B. die Flexi 29 überlebten wiederum kaum verändert seit den 60ern. Keine Ahnung wie alt die Motor sind. Sogar das Ribe-CV Profil ist viel älter als ich dachte. Sehr viele interessante Werkzeuge wurden in den Jahren aus dem Sortiment gestrichen, dafür kam massenhaft eingekaufte bis auf Labeling/Grifffarbe unveräderte Handelsware dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jo, früher gab es auch nur ein Radkreuz und dennoch kann das doch jeder für sich entscheiden.
Problem ist, dass gute Radkreuze selten sind, oft reisst die Schweissnahnt, robuste Modelle sind nicht geschweisst (in der Mitte verpresst) und zudem sind die Wandstärken im 6-Kantbereich zu stark für moderne Alufelgen. Gewisse Typen verfügen ebenfalls über ein 1/2" oder 3/4* Aussenvierkant mit gefederter Haltekugel. Ggf. muss man dünnwandige lange Steckschlüsseleinsätze verwenden, die gibt es auch mit (z.T. auswechselbarem) Schutz aus Plastik wobei dann u.U. die Metallwandstärke noch dünner ausfällt.

In der Praxis sind Radmuttern nicht selten so schwer zu lösen, dass man dies mit dem Bordwerkzeug nicht mehr schafft. Sinnvoll ist, ein Verlängerungsrohr mitzuführen.
Setzt man lange Drehmomentschlüssel ein, einscheint das vorgeschriebene Radmutter-Anzugsdrehmoment gefühlsmässig manchmal verdächtig niedrig.
 
Hat mich auch gewundert das Snap-On deutlich billiger als die deutschen Hersteller war. Die Stahlwille Drehmomentschlüssel finde ich auch am besten. Der Elektronische war 2000€ wenn ich mich recht erinnere und damit deutlich zu teuer und bei den Mechanischen habe ich mich damals aus Kostengründen für Gedore Rahsol entschieden.
Gruß Heiko
 
Der 3/8" 713R hier in der Schweiz IIRC umgerechnet ca. EUR 2'500.00 ohne MwSt.

So ein teurer elektronischer Manoskop Drehmomenschlüssel habe ich so wenig eingesetzt, dass ich ihn kaum kenne. Bereits das Einsetzen der AA Batterien ist bei gewissen Typen mühsam, da kein Batteriehalter vorhanden ist und der Batterieschacht nicht unterteilt ist.

Dass man ein Werkzeug letztendlich nicht einsetzt weil man befürchtet es zu beschädigen, ist auch irgendwie blödsinnig.

Ferner sind Reparaturen auch teuer, diese werden AFAIK bei den elektronischen Manoskop nur im Herstellerwerk ausgeführt, habe einige Ersatzteile für mechanische Manoskop jedoch noch nie elektronische gesehen und auch keine Reparaturanleitungen oder Schnittzeichnungen, vollständige Ersatzteillsten sucht man vergebens.

Elektronik ist nun mal anfällig und gewisse frühere Baureihen wiesen sogar grobe Elektronikdesignfehler auf, IIRC Beschädigung der Elektronik wenn man die Batterie im eingeschaltetem Zustand heraus nahm, oder irgend sowas. Auch frühere Stahlwille Elektronik von alten Prüfvorrichtungen hat mich nie wirklich überzeugt.

Zusammenfassend: Einen alten rein mechanischen Manoskop Drehmomentschlüssel kann man oft kalibrieren oder ggf. reparieren, zahlreiche Ersatzteile sind immer noch verfügbar.
Die mit dem Einstellrad aus KUNSTSTOFF kann man zwar reparieren, der Arbeitsaufwand ist jedoch recht gross, lohnt sich eigentlich nur wenn man es selbst macht. Durchaus machbar, jedoch nicht für Doppellinkshänder. :)

Elektronische Manoskop sind mir zu teuer und heikel, habe unzureichend Praxiserfahrung damit.

Andere Drehmomentschlüssel kenne ich kaum, in der Schweiz waren früher Manoskop Stand der Technik, bis billigware aus Asien aufkam. Mittlerweile wird Stahlwille immer stärker von Anbietern wie z.B. Kraftwerk verdrängt. Gedore sieht man wenig und Hazet ist in der Verkaufsregalen der Händlern nicht so gängig. Im schlimmsten Ramschbereich findet man zudem Negativstern-Lux & Co.
 
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