Holzkiste von Pilz befallen - Restaurierung möglich?

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Thrawn

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Hallo,
Es handelt sich um eine alte, amerikanische Munitionskiste aus Holz.
Sie wurde vor kurzem von einem Freund aufgegabelt und erst mal zum trocknen unter seinen Carport gestellt.
Nach seinen Aussagen ist das Holz noch nicht morsch, also stabil, jedoch von einem weißen, 'farnförmig' (also kleiner werdend aufgefächert) wachsendem Schimmel-Pilz bewuchert.
Durch trocknen im Freien wird man den Pilz wohl nie töten können (da sich der Feuchtigkeitsgehalt ja immer dem Ungebungsniveau angleicht). Sollte man die Kiste also in der Wohnung aufbewahren (aus Platzgründen eher schwierig) oder gibt es andere Möglichkeiten die Kiste zu erhalten?
Würde sie nach Lösung des Pilz-Problemes gerne mit einem Bandschleifer bearbeiten und dann neu lackieren.

Danke,
Thrawn
 
D

Dietrich

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Hallo,

wegschmeissen und sonst nichts!

Pilzsporen im Holz können durch schleifen, sägen, hobeln freigesetzt werden und wirken oftmals giftig und/oder Allergie-auslösend.
 
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MarkusS

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Die Kiste in die Wohnung zu schleppen wäre so ziemlich das Dümmste was man machen könnte. Der Pilz würde seine Sporen abwerfen und die willst Du sicher nicht in der Wohnung haben. Holzpilze gelten zwar als nicht besonders gefährlich aber wer weiss schon was in deisem Kleinbiotop wirklich alles lebt.

Das Holz ist wahrscheinlich ziemlich feucht. Daher sollte die Kiste behutsam akklimatisiert werden - wenn die schlagartig ins Warme kommt wird sie sich wahrscheinlich derart verziehen und aus dem Leim gehen dass der Rest nur noch für Brennholz taugt.

Um den Pilz sicher abzutöten ist eine Wärmebehandlung angesagt, entweder ganz klassisch im Ofen oder mit Mikrowellen. AFAIR wird das Holz über mindestens 30 Minuten einer Temperatur von ca. 60°C ausgesetzt. Auch da ist die Frage ob die Kiste das überlebt.

Man kann sich natürlich auch mit Chemie versuchen, so richtig lecker sind Fungizide allerdings nicht und wenn die Kiste nachher in einem Wohnraum steht und die Brühe ausgast ...

Unterm Strich würde ich mal überlegen ob es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, die Kiste einfach unterm Carport zu kompostieren. Das Teil hat vielleicht einen gewissen Freakfaktor, sowas in der Art sollte aber problemlos und vergleichsweise billig im einschlägigen Fachhandel für Militär-Surplus zu kriegen sein.

Gruss
Markus
 
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Thrawn

Threadstarter
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Ok, alles klar! :)

Die Kiste war/ist eher für draußen Gedacht.
Wird an einem Zeltplatz in einem Loch eingelassen, um dort u.a. einen Schwenkgrill blickdicht lagern zu können.
Der Aushub wird u.a. mit Bitumenfolie ausgelegt, die Kiste soll mit Acryl-Lack und vollsynth. Lasur behandelt werden.

Dafür dürfte sie doch noch gut genug sein?
Der Grill wird ja jedesmal vom Feuer saubergebrannt, 'vergiften' ist ja dann ausgeschlossen...

Der Pilz dürfte dann Ruhe geben, wenn die Kiste draußen ein paar Wochen getrocknet ist und dann in Lack etc. eingehüllt wird, also zersetzt die Substanz nicht weiter?

Danke nochmal,
Thrawn
 
Matthias_T

Matthias_T

Moderator
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Die Frage ist zunächst einmal, ob es sich tatsächlich um einen Schimmelpilz i.e.S. handelt.
Schimmelpilze zersetzen Holz i.d.R. nicht, es handelt sich im Bezug auf die Materialeigenschaften daher hauptsächlich um einen optischen Makel und würde für eure Anwendung keine Rolle spielen.

Wenn es ein anderer, holzzersetzender Pilz ist, kommt es darauf an, um welchen Pilz es sich handelt, wie stark er schon in das Holz eingedrungen ist, usw.
Allgemein brauchen holzzersetzende Pilze für ihr Wachstum ein bestimmtes Temperaturfenster und vor allem eine bestimmte Mindestfeuchtigkeit (ca. 20 Prozent) im Holz.

Ob, und v.a. wie lange Du die Kiste im Boden eingelassen tatsächlich ausreichend trocken halten kannst, ist natürlich schwer zu sagen.
 
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