Wassereinbruch durch neue Bodenplatte, wie versiegeln?

Von der kaputten Dachrinne bis zum Loch im Zaun soll euch hier geholfen werden.

Moderator: Alfred

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flehmann36
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Wassereinbruch durch neue Bodenplatte, wie versiegeln?

Beitrag von flehmann36 » 13. Feb 2004, 10:40

Hallo,
ich habe den Keller eines Hauses im Harz ca. 1m tiefer gelegt und möchte diesen jetzt ausbauen.

Als erstes habe ich hierzu ein Ringfundament mit WU Beton erstellt, um keine statischen Probleme zu erhalten.

Anschließend wurde die Bodenplatte mit WU Beton erstellt. Kiesschicht und Drainage ist vorhanden. Die Drainage endet in einem Sickerschacht im Keller.

Eigentlich hatte ich gehofft, das durch den ganzen WU Beton der Keller dicht sein würde. Leider, so schätze ich, drückt das Wasser trotz Drainage, durch die Fuge zwischen Bodenplatte und Rigfundament. Ca. 2cm Wasser stehen nun an manchen Stellen im Keller.

Das Haus selbst ist von 1850. Die Wände sind aus Naturstein, (trocken?) gemauert.

Bis heute gibt es noch kein Wasserschaden an der Hauswand, von daher würde ich das Risiko eingehen, nur den Keller wasserdicht zu bekommen, so dass das Wasser in der Wand verbleiben könnte.

Nächste Woche kommen die Estrichleger, bis dahin wollte ich irgendeine Lösung finden. Gibt es irgendwelche Dichtschlämme, die empfehlenswert wären?

Bestünde, falls es keine weiteren Lösungen gibt, die Möglichkeit, dass ich einfach die Bodenisolierung von 2-3 cm einbringe und danach einfach Estrich verlegen lasse, so dass das Wasser zwischen den Isolierungselementen von selbst zum Sickerschacht läuft und abgepumt wird?

Der Keller soll als zünftiger Ritterkeller dienen und muß daher nicht perfekt sein...

Danke für jegliche Art von Antworten!

Grüße Fabian

PS: auf Wunsch liegen zahlreiche Digi-Fotos vor

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Alfred
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Beitrag von Alfred » 13. Feb 2004, 11:17

Hallo,
die Fotos wären mal interessant.
Hier hilft wahrscheinlich nur ein definierter Ablauf im Raum mit Sammelschacht und Pumpe. Diese Fugen wird man von innen ohne erheblichen Aufwand nicht dicht bekommen.
Was ist WU Beton? Ich kenne nur BN Klassen.
Gruß
Alfred

Dominik Liesenfeld
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Beitrag von Dominik Liesenfeld » 13. Feb 2004, 16:53

Moin!

@Alfred: WU-Beton wird in Fachkreisen gerne 'Wurmundurchlässig' verspottet, soll aber wasserundurchlässig bedeuten. Nur leider macht WU-Beton noch lange keine WU-Konstruktion, auch als Weisse Wanne bekannt. Dadran hakts denn auch. Im normalen Hausbau wird wohlwenn B 25 WU mit spezieller Bewehrung(Stichwort Rissbreitenbeschränkung) und Sieblinie des Zuschlags verbaut. Was da im einzelnen beigemengt wird, darfst mich aber net fragen :roll: :oops: :roll:

@Fabian: Hast du die Bewehrung der Bodenplatte und der Fundamente sowie die Fugen sauber ausgeführt(Fugenband/Blech!)? Das Thema Weisse Wanne, was das ja wohl geben sollte, ist sehr heikel, dazu würde ich dir dringend raten, einen Fachmenschen hinzuzuziehen. Im Netz gibt es die Foren von http://www.bau.de und das http://www.bauexpertenforum.de/, wo auch Unternehmer und Savchverständige zu demThema schreiben.

EIne Notdürftige Ablauf-Konstruktion würde ich keinesfalls machen, das Wasser zeiht dir mit den Jahren überall hin, verursacht Schimmel und sonstwas. EInmal gepfuscht, zweimal bereut. Vielleicht soll der Keller ja auch irgendwann mal umgenutzt werden, dann geht die Arbeit von vorne los. :evil:

(Alles wie immer ohne Gewähr, Haftung oder sonstirgendwas!)
MfG Dominik

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Beitrag von flehmann36 » 14. Feb 2004, 19:32

Hallo, erstmal danke für die Antworten...

Leider konnte ich nicht mit Blechen arbeiten, da ich erst die Wände und anschließend die Bodenplatte gießen mußte.

Ich dachte mir, dass ich zwischen den betonierten Wänden und dem Fundament absichtlich kein Fugenband oder Folie einziehe, da ich davon ausgegangen bin, dass sich der Beton von selbst am dichtesten an die Außenwand drücken wird. Alles andere, so dachte ich mir, könnte eine spalte für das Wasser entsehen lassen.

Mann muß sich den Raum so vorstellen, dass es einen 60cm Betonsockel rings herum gibt und in der Mitte halt die Bodenplatte ist. Ob man die Anschlussfuge wohl mit einer Dischtschlämme oder ähnlichem zu bekommt?

Grüße Fabian

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Alfred
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Beitrag von Alfred » 14. Feb 2004, 19:48

Hallo,
wenn ich das richtig verstanden habe, dann hast du nachträglich den Keller tiefer gegraben?
Gruß
Alfred

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Beitrag von flehmann36 » 14. Feb 2004, 21:38

ja,

ich habe den Keller ca. 90cm tief ausgebuddelt, weil ich damit unterhalb der Hausmauern war, habe ich aus statischen Gründen eine neue Betonwand ca. 1m hoch, rings herum, betoniert.

Dannach eine Drainage gelegt, mit Kies angefüllt, eine Plane eingezogen und dann mit Beton zugegossen. Nun kommen nächste Woche Di. die Estrichleger und ich habe noch ca. 1-2cm Wasser stehen, welches nach und nach aber kontinuirlich zum Sickerschacht fließt und dann abgepumt wird...

Gern würde ich halt die Bodenplatte gegen das drückende Wasser irgendwie abdichten. Soeben komme ich vom Baumarkt wieder und habe 4 Säcke QuickMix Dichtschlämme gekauft. Es steht auf der Verpackung, dass man das Zeug auf die wasserzugewandte Seite auftragen soll, d.h. beim Schwimmbad innen, beim Keller außen...

Ich hoffe es geht trotzdem...

Danke Fabian

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Alfred
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Beitrag von Alfred » 14. Feb 2004, 21:58

Hallo,
d.h. du hast stückweise das alte Fundament 1Meter untergraben und dann den Teil ausbetoniert? Das müssen dann ja lauter Meterstücke sein?
Gruß
Alfred

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Beitrag von flehmann36 » 14. Feb 2004, 22:08

so ungefähr, jedoch habe ich mich jeweils an ca. 3-4m herangewagt, da die Natursteinmauern mit 50cm recht dick sind und recht gut gehalten haben...

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Schlämmen + Wasserstopp

Beitrag von flehmann36 » 19. Feb 2004, 18:03

Hallo,

noch einmal vielen Dank für die Antworten. Den Keller habe ich nun dicht bekommen: Ich habe von QuickMix, eine Dichtschlämme aufgetragen. Diese gibt es in 25kg Säcken. Ich konnte schon während des Schlemmens feststellen, dass ich an einer Ecke des Raumes eine regelrechte Quelle hatte. Das Wasser sprudelte hier raus, wie bei einem 1/4 aufgedrehtem Wasserhahn.

Im Baumarkt habe ich das Mittel Wasserstopp gesehen (von MEM Bauchemie) ich konnte es erst nicht glauben, aber nach 5-6 Durchgängen war das Loch absolut dicht. Es handelt sich hier um ein eine Art Zementmittel, das in wenigen Sekunden aushärtet. Den Keller habe ich noch schnell per Gasgebläse getrocknet und am nächsten Tag waren die Estrichleger da.

Ich hoffe der Keller bleibt trocken!

Grüße Fabian

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