Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Alles, was an der Außenseite eines Hauses ist, wie Dachdeckung, Fenster und HaustĂŒren oder der Außenanstrich, kann hier diskutiert werden.
-FX-
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von -FX- » 9. Feb 2018, 19:22

D_Mon hat geschrieben:
-FX- hat geschrieben:...
Gibt es denn Sensoren die man einsetzen und meinetwegen mit dem Multimeter von Zeit zu Zeit mal prĂŒfen kann, dass sich kein Schaden anbahnt
...
Sowas gibt es sicher im Bereich der Bauforschung. In der Praxis ist mir nichts bekannt.
Trotzdem hast du mir jetzt solche Sorgen bereitet, dass ich mir mal 1-2 Feuchtesensoren suchen und mit reinlegen werde. Ist nebenbei noch ganz spannend :) Meine mit dem HT-75G hatte ich irgendwann mal was gemacht, der ist halt nicht mal schnell analog mit Multimeter an 2 Kabeln ausgelesen.

MrDitschy
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 19:54

D_Mon hat geschrieben: Warum findest Du eine Dampfbremse innen besser?
Da man eine Dampfbremse eh nie zu 100% dicht bekommt, kann man gleich durch eine Dampfbremse den Wasserdampf geregelt diffudieren lassen. Das funktioniert aber nur mit einer lufverschlossenen und hinterlĂŒfteten Unterspannbahn ... ist dies nicht gegeben, wird wegen ÜbersĂ€ttigung Kondensat enstehen (dann lieber eine so gut wie möglich verlegte Dampfsperre, das ist richtig). Zumal eine Dampfbremse wieder auch Feuchte in den Raum abgeben kann.

-FX-
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von -FX- » 9. Feb 2018, 20:10

Das stellt mich natĂŒrlich vor ein Problem. NatĂŒrlich könnte man jetzt nachtrĂ€glich eine Unterspannbahn zwischen die Balken tackern, doch - mal angenommen von oben kĂ€me wirklich was durch - wohin damit? Wie man auf den Bilder sieht ist traufseitig bis Anschlag zugemauert.

Die Dacheindeckung ist allerdings in Ordnung und Ganze von der Wetterseite abgewandt, d.h. Ă€ußerst unwahrscheinlich, dass der Wind da grĂ¶ĂŸere Mengen Feuchtigkeit reinblĂ€st.

Muss ich jetzt also mangels Unterspannbahn auf Dampfsperre umsteigen?

Danke
Chris

powersupply
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von powersupply » 9. Feb 2018, 20:36

Hi
NatĂŒrlich könnte man jetzt nachtrĂ€glich eine Unterspannbahn zwischen die Balken tackern,
Niemals! So schnell wie da von unten die Feuchte in den Kaltbereich/Kondensationsbereich der DĂ€mmung eindiffundiert dĂŒrfte kaum nach oben wegverdunsten!
Ich hatte bei mir einen Bereich, ein vorgesehenes Dachfenster unzureichend mit Dampfsperre/bremse versehen. Da war auf der 140mm KlemmfilzdÀmmung Eis als ich nachschaute.
Daher: Auf der Warmseite muss zu. Unbedingt. Die vorgesehene Folie ist in Ordnung. Die AusfĂŒhrung ist, wie schon beschrieben, mit KlebebĂ€ndern und dem Kartuschenzeugs die Richtige.

Mache es so gut wie möglich. Wenn ein Fitzelchen mal nicht ganz so hundertprozentig klappt mach dir nicht gleich einen riesen Kopf. Solange ein wenig HinterlĂŒftung an der Oberseite gegeben ist dunstet eindringende Feuchtigkeit auch bei kleinen Fehlstellen wieder ab. Daher tu, wie von D_Mon empfohlen die Sparren aufdoppeln. Auch wenn es Wohnraum kostet. Dann gibts auch keine Probleme mit fehlender HinterlĂŒftung oder eingewehtem Schnee.

PS

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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 20:40

Nichts fĂŒr ungut, MrDitschy, aber ich danke, Du versteigst Dich da etwas.

Je dampfdichter eine Konstruktion unterhalb der DĂ€mmebene(n) ist, desto weniger Wasserdampf aus der Nutzung tritt in die DĂ€mmung ein. Mit der USB hat das erstmal rein gar nichts zu tun.

Kondensat entsteht immer dann, wenn aufgrund des TemperaturgefĂ€lles von innen nach außen der Taupunkt innerhalb von dampfdurchlĂ€ssigen Schichten (i. d. R. DĂ€mmschichten) unterschritten wird und eintretender Wasserdampf demzufolge kondensiert. Stichwort: Glaser-Diagramm. Auch das hat mit der USB nichts zu tun.

Die USB dient zur Ableitung von Niederschlagswasser, das durch eine nicht regendichte Dacheindeckung gelangen kann und von abtropfendem Kondenswasser von der RĂŒckseite von Deckungen. Die USB sollte möglichst winddicht sein, damit nicht durch Wind die DĂ€mmfĂ€higkeit der WĂ€rmedĂ€mmung herabgesetzt wird. Sie sollte andererseits möglichst diffusionsoffen sein, damit Kondenswasser das (vornehmlich in der kalten Jahreszeit) entsteht (vornehmlich in der warmen Jahreszeit) nach außen abblĂŒften kann.

Bei der Feuchteschutzberechnung nach DIN 4108 wird berechnet, welche Kondensatmenge in der Tauperiode entsteht und ob diese in der Trocknungsperiode mit entsprechenden Trocknungsreserven wieder vollstÀndig abtrocknet.
Mit anderen Worten, es darf sogar Kondensat entstehen, aber nicht in beliebiger Menge.

Was das Austrocknen der Konstruktion nach innen angeht, davon halte ich wenig bis gar nichts. Das ist von sehr vielen kaum zu kontrollierenden Faktoren (u. a. dem Nutzerverhalten) abhĂ€ngig und passier ohnehin nur in sehr geringem Umfang. Der Wassereintritt von innen nach außen durch Verwendung von Dampfbremsen ist fast immer wesentlich höher, als das was nach innen wegtrocknen kann.

Gruß
D.Mon
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 20:50

-FX- hat geschrieben:...
zwischen die Balken tackern, doch - mal angenommen von oben kÀme wirklich was durch - wohin damit? Wie man auf den Bilder sieht ist traufseitig bis Anschlag zugemauert.
Auf keinen Fall zwischen die Sparren. Wenn USB, dann muss die komplett oben drĂŒber. D. h. Dach abdecken, Dachlattung und (falls vorhanden) Konterlattung runter. Unterpannbahn geht nur und ausschließlich von oben. Die muss entweder in die Dachrinne ablaufen (d. h. auf das Traufblech gelegt werden) oder, bei entsprechender Traufkonstruktion unterhalb auf ein Abtropfblech gelegt werden.
Wenn Du die Möglichkeit hast, ist das sinnvoll, auch weil Du dann die Möglichkeit hast, eine ordentliche HinterlĂŒftung zu bauen.
-FX- hat geschrieben:...
Die Dacheindeckung ist allerdings in Ordnung und Ganze von der Wetterseite abgewandt, d.h. Ă€ußerst unwahrscheinlich, dass der Wind da grĂ¶ĂŸere Mengen Feuchtigkeit reinblĂ€st.
Sag das nicht. Bei Starkwind fließt Wasser auf dem Dach auch bergauf. Mach Dir da aber keinen Kopf, wenn das schnell genug wieder abtrocknen kann, vertrĂ€gt ein Dach mit der "richtigen" Eindeckung das.
-FX- hat geschrieben:...
Muss ich jetzt also mangels Unterspannbahn auf Dampfsperre umsteigen?
Um das nochmal ganz klar zu sagen. Die USB hat eine völlig andere Funktion und der Zusammenhang ist nicht nur falsch sondern genau gegenteilig.
Ohne USB trocknet die DĂ€mmung schneller ab, als mit (wird aber u. U. eben auch mal von oben feucht).
D. h. mit Unterspannbahn muss die innenliegende Bahn dampfdichter sein als ohne - nicht umgekehrt.

Eine gute USB hat deswegen auch einen sehr geringen sd-Wert (z.B. 0,3m).
Wegen der Dampfdiffuision wĂŒrde man die am liebsten weglassen.

Gruß
D.Mon
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von MrDitschy » 9. Feb 2018, 22:20

D_Mon hat geschrieben:ie USB sollte möglichst winddicht sein, damit nicht durch Wind die DĂ€mmfĂ€higkeit der WĂ€rmedĂ€mmung herabgesetzt wird. Sie sollte andererseits möglichst diffusionsoffen sein, damit Kondenswasser das (vornehmlich in der kalten Jahreszeit) entsteht (vornehmlich in der warmen Jahreszeit) nach außen abblĂŒften kann.
Nichts anderes hab ich geschrieben/gemeint ... alles andere hast du dir dazu gereimt.


Ohne HinterlĂŒftung und Unterspannbahn sackt dir bei Kondensat die DĂ€mmung zusammen und verliert an DĂ€mmwert ... und dass ist bei seiner gekauften Dampfbremse nun mal gegeben.

powersupply
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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von powersupply » 9. Feb 2018, 22:39

Nichts anderes hab ich geschrieben/gemeint ... alles andere hast du dir dazu gereimt
Hi,
Dein Beitrag liest sich aber so, dass die Unterspannbahen anstelle der Dampfbremse/sperre eingebaut werden soll. Daher das massive Veto.

:bierchen: Gruß PS

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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von Vectradamos » 9. Feb 2018, 22:45

MrDitschy hat geschrieben: Ohne HinterlĂŒftung und Unterspannbahn sackt dir bei Kondensat die DĂ€mmung zusammen und verliert an DĂ€mmwert ...
Also nass wird die dÀmmung sowieso.
Wenn es ordentlich kalt ist hast du unweigerlich Tauwasser in der dÀmmung.

Das hat nichts damit zu tun ob eine dampfsperre installiert ist oder eine Dampfbremse/ Klima Membrane.

Wie ich in meinem ersten Post geschrieben habe.

Mit einem ganz " normalen " Aufbau mit billiger dampfsperre, hinterlĂŒftung unter den Pfannen lĂ€sst sich hier ein fachgerechter Aufbau realisieren.


Auf keinen Fall eine unterspannbahn reinfuschen.
Das geht nachtrÀglich nicht ohne weiteres.
Der Aufwand ist enorm und in den aller seltensten FĂ€llen wirtschaftlich!

Wenn du dir sorgen um die Holzbalken machst,
ImprĂ€gnier sie vorher grĂŒndlich!
Kann man machen.
Muss aber nicht unbedingt sein.


Eine dichte dampfsperre ist keine trÀumerei.
Alles eine Frage der Übung.

Eine dampfsperre rein pfuschen nur weil der Rest gepfuscht ist ( Fenster,WĂ€nde,..) und undicht ist, steht fĂŒr mich in keinem zusammen Hang!

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Re: Dir romatische Vorstellung von der perfekten Dampsperre

Beitrag von D_Mon » 9. Feb 2018, 22:50

Und mit Unterspannbahn sackt die DĂ€mmung bei Kondensat nicht zusammen?

Ich hatte Deinen Beitrag oben so interpretiert:
Mit USB kann man eine Dampfbremse nehmen.
Ohne USB sollte es eine Dampfsperre sein.
Der Zusammenhang ist m. E. so falsch.

Ich gebe Dir aber recht, dass eine HinterlĂŒftung der Deckung sinnvoll ist, damit die DĂ€mmung ggf. besser abtrocknen kann.
Hilfreich wĂ€ren dazu auch LĂŒfterziegel in jedem Sparrenfeld (unten und oben), sonst hat man nĂ€mlich keine HinterlĂŒftung sondern nur einen Entspannungsraum (was aber auch schon hilft).

Um nochmal auf die von -FX- verwendete Bahn zu kommen.
Mit sd = 100 m ist die ja schon "relativ" dicht.
Wenn Du die sauber verarbeitest, halte ich die fĂŒr geeignet.

Gruß
D.Mon
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