Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Schweißgeräte und Know how rund ums Thema Schweißen

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HrJames
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Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von HrJames » 19. Aug 2019, 13:39

Hallo Zusammen,

ich möchte mir gerne ein Autogenschweißgerät anschaffen und beschäftige mich nun schon seit mehreren Wochen mit Equipment und Funktion. Wie so oft bei neuen Themen fühle ich mich derzeit, was meine Kaufentscheidung betrifft, verwirrter als zuvor und würde gerne euren Rat dazu hören.

Ein kurzer Exkurs, wie ich auf das Thema gestoßen bin. Es war der Wunsch da, am Fahrrad Gepäckträgerhalter, Zugführungen u.ä. hart zu löten. Wo beim Weichlöten der einfache Propan-/Butan-Brenner noch wunderbar funktioniert hat, ging beim Hartlöten mitunter viel Zeit (und Gas) drauf, um Lötstelle und Lot für eine stabile Verbindung zu verflüssigen. Mit Silberlot versteht sich. Für Messinglot hätte die Temperatur definitiv nicht ausgereicht. Mit der Zeit kommen neuen Ideen hinzu, so auch der Bau eines Zentrierständers für den Laufradbau. Mit Ach und Krach lies sich der 3mm Stahl verbinden. Schön sah die Lotstelle nicht aus und Spaß gemacht hat es - ja ich glaube so wie Sandstrahlen mit einem Kompressor mit 100 Liter-Abgabeleistung. Außerdem möchte ich in Zukunft vielleicht auch solch eine Verbindung oder das Stahlrahmengestell für einen Fahrradanhänger schweißen.

Deshalb soll nun wie in der Überschrift zu lesen etwas Brauchbareres in die Werkstatt Einzug halten. Was ich bereits für mich als Kriterien herausgefunden habe:

- Da kleine Werkstatt (im Keller) soll es ein kompakteres Gerät werden
- Sauerstoff-Gas-Gerät, andernfalls wird nie die notwendige Temperatur erreicht
- Propan statt Acetylen: Acetylen hat zwar die höhere Energiedichte, ist mir aber in der Handhabung zu heikel.
- 3 m Schlauchpaket ist für meine Zwecke völlig ausreichend
- oberstes Preislimit wären 300 €


Folgendes Angebot wäre direkt fertig zum Arbeiten:

https://www.hausundwerkstatt24.de/Loetf ... m-Schlauch

Und diese beiden als Basis, um sich selbst ein Equipment zusammenzustellen:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 30-84-1343

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 67-84-1386

Was ich bisher noch nicht herausfinden konnte, mir für die Möglichkeit einer künftigen Erweiterung des Gerät aber wichtig erscheint und bei der Kaufentscheidung hilft:

- Kann für Acetylen und Propan der gleiche Druckminderer-/regler verwendet werden? Linksgewinde besitzen meines Wissens beide.

- Macht es Sinn sich die Komponenten einzeln zusammenzukaufen und vielleicht anders als im obigen Abgebotslink direkt auf eine Eigentumsgasflasche zu setzen? (5 Kg Propan)

- Wär die nächstgrößere Sauerstoffflasche in 5 Liter sinnvoll? Preis für 2 Liter 99 € plus 34 € für die Füllung. 5 Liter-Flasche bei Bauhaus 102 € plus 25 € für die Füllung.

- Haben Druckminderer/-regler Rückschlagsicherungen bereits integriert?


Ich würde mich sehr über eure Tips und Meinungen dazu hören.

Besten Dank und viele Grüße
Manuel

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Sulzknie
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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von Sulzknie » 19. Aug 2019, 17:39

Wenn du das im Keller benutzt oder lagerst ,hat sich dein Problem mit der Auswahl im Grunde schon erledigt.
Da die Gase schwerer wie Luft sind bilden sich hier schnell explosive Gemische und dann wars das.
Auch der Umgang mit Sauerstoff setzt einige Kennnisse voraus ,ist also auch nicht ungefährlich.
Im Netz sind reichlich Informationen die zu lesen es lohnt.
Danach überlege es dir noch mal.

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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von villus » 19. Aug 2019, 18:14

Hallo,

lass es sein, außer Du hast einen wirklich gut belüfteten Ort dafür...
Lerne WIG - und kauf dir eine 10 (besser 20) Liter Flasche Aron4.6.
Dir ist bewußt, das Propan nicht zum Schweißen geeignet ist?
Und: nein, die Druckminderer passen nicht - das hättest Du aber auch leicht selbst herausfinden können.

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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von Herter » 19. Aug 2019, 18:26

Da würde ich zuerst mal bei Dräger oder MSA schauen... Etwas ATEX Grundwissen kann auch nicht schaden.
https://www.draeger.com/de_ch/Chemical- ... -Detection
https://de.msasafety.com/Tragbare-Gasme ... nding=true

:)

Und bitte nicht die Dichtungen für Sauerstoff einfetten!!!

HrJames
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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von HrJames » 19. Aug 2019, 20:16

Sulzknie hat geschrieben:
19. Aug 2019, 17:39
Wenn du das im Keller benutzt oder lagerst ,hat sich dein Problem mit der Auswahl im Grunde schon erledigt.
Da die Gase schwerer wie Luft sind bilden sich hier schnell explosive Gemische und dann wars das.
Auch der Umgang mit Sauerstoff setzt einige Kennnisse voraus ,ist also auch nicht ungefährlich.
Im Netz sind reichlich Informationen die zu lesen es lohnt.
Danach überlege es dir noch mal.
Es würde nur die Sauerstoffflasche im Keller gelagert. Die Propanflasche steht bei Nichtbenutzung auf dem Balkon im Schatten.


villus hat geschrieben:
19. Aug 2019, 18:14
Hallo,

lass es sein, außer Du hast einen wirklich gut belüfteten Ort dafür...
Lerne WIG - und kauf dir eine 10 (besser 20) Liter Flasche Aron4.6.
Dir ist bewußt, das Propan nicht zum Schweißen geeignet ist?
Und: nein, die Druckminderer passen nicht - das hättest Du aber auch leicht selbst herausfinden können.
Greggersen bewirbt sein M85 mitunter als Kleinschweißgerät.

Vorrangige Nutzung soll das Hartlöten sein.





Wie ist denn die generelle Meinung zum fertigen Angebot dem "Lötfreund ECO" bzw. einer eigenen Zusammenstellung?

villus
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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von villus » 19. Aug 2019, 21:30

Mappgas - noch nie gehört - kann man wohl aber schweißen damit !

Insgesamt teuer im Unterhalt, aber benutzbar finde ich.
Kannst Du mehr zu dem Gas sagen als in Wikipedia steht?

Jürgi
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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von Jürgi » 19. Aug 2019, 22:04

Ich halte gar nichts davon. Da brauchst du X Flaschenfüllungen, bis du genug Übung hast um eine brauchbare Naht hinzubekommen. Für einen Anfänger ist autogen schweißen meiner Meinung nach nicht geeignet. Außerdem nicht ganz ungefährlich, wenn man nicht weiß was man tut.

Kaufe dir lieber ein Elektroden oder WIG Schweißgerät. Damit bleibst du in Budget.

Wenn es unbedingt autogen sein muss, dann mit 2x mindestens 10 Liter Gasflaschen Acetylen+Sauerstoff.

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Sulzknie
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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von Sulzknie » 20. Aug 2019, 07:38

„Nur „das Lagern auf dem Balkon ,damit ist es nicht getan.
Dann solltest du auch dein Hobbykeller auf dem Balkon einrichten. :mrgreen: :bierchen:

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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von Herter » 20. Aug 2019, 11:17

Jürgi hat geschrieben:
19. Aug 2019, 22:04
Kaufe dir lieber ein Elektroden oder WIG Schweißgerät. Damit bleibst du in Budget.
Wenn es unbedingt autogen sein muss, dann mit 2x mindestens 10 Liter Gasflaschen Acetylen+Sauerstoff.
Sehe ich auch so, Autogen ist m.E. nur mit Acetylen und Sauerstoff in den handelsüblichen (Industrie-)Stahlflaschen (oft im Mietsystem) sinnvoll. Die Nachfüllung ist jedoch bei den kleineren Flaschen umgerechnet pro kg Füllmenge recht teuer i.Vgl. zu den "normalgrossen" Flaschen. Sehr kleine Flaschen sind IMO eigentlich nur für Anwendungen wo gute ("Rücken"-)Tragbarkeit unbedingt notwendig ist sinnvoll.
Beispiel: Gloor Profilflam 2100-X mit 4 Liter Flaschen, 4 l ist sehr einschränkend und das ganze ist recht teuer, vielleicht findet man bei der VEBEG gelegentlich was ähnliches [ohne Flaschen]):
https://shop.gloor.ch/content/images/th ... iflam.jpeg
Fahrbare Versionen für grössere Flaschen sind übrigens kaum teurer, hier handelt es sich jedoch um Profi-Ausführungen.
"Spraydosenartige" Gasbehälter vom Hobbymarkt entleeren sich im nu und Gas ist pro kg dann sehr teuer.

Da ich im Bereiche elektrisches Schweissen (ausser Punktschweissen :) ) extrem stark unterbelichtet bin (trotz Lichtbogen) :) , gehe ich davon aus, dass Autogen für GEWISSE Anwender nicht unbedingt heikler ist, als MIG. TIG ist wiederum eine ganze Klasse heikler als MIG, da ich jedoch weder Elektrode noch Draht beherrsche, habe ich es mit TIG gar nie richtig versucht.

Wenn man richtig vorgeht, ist der Umgang mit Gasflaschen nicht besonders problematisch, gewisse Sicherheitsregeln müssen halt einfach eingehalten werden. Je nach Gasverbrauch lohnen sich industrieübliche Flaschen im Mietsystem doch recht schnell, insbes. ist bei grösseren Flaschen die Nachfüllung pro kg wie erwähnt um einiges billiger als bei den kleinen und die Miete der Flasche ist z.T. nicht oder nur geringfügig flaschengrössenabhängig. Jedenfalls Preise bei verschiedenen Anbietern anfordern und auch auf praktische Einzelheiten wie Entfernung vom Wohn-/Einsatzort beachten.

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Re: Autogenschweißgerät - Semiprofessionelles Komplettangebot oder individuelle Zusammenstellung

Beitrag von HrJames » 20. Aug 2019, 12:10

villus hat geschrieben:
19. Aug 2019, 21:30
Mappgas - noch nie gehört - kann man wohl aber schweißen damit !

Insgesamt teuer im Unterhalt, aber benutzbar finde ich.
Kannst Du mehr zu dem Gas sagen als in Wikipedia steht?
Laut Anwendervideo des Anbieters (hausundhandwerk24.de) kann die Flasche vollständig geleert werden, besitzt eine hohe Energiedichte (daher wahrscheinlich auch die Schweißeignung) und kann auch bei Minustemperaturen noch verarbeitet werden.


Sulzknie hat geschrieben:
20. Aug 2019, 07:38
„Nur „das Lagern auf dem Balkon ,damit ist es nicht getan.
Dann solltest du auch dein Hobbykeller auf dem Balkon einrichten. :mrgreen: :bierchen:
Möglicherweise hat sich durch meinen Post nicht der Eindruck erweckt, dass ich mit entsprechenden Respekt bzw. der nötigen Sorgfalt an das Thema "Autogenschweißen" herangehe. Ich bin generell jedoch ein sehr sicherheitsbewusster "Hobbyhandwerker". So auch bei meiner bisherigen Propan-Nutzung (5Kg Flasche) als Gasstrahler in der Garage. Die Schlauch- und Schraubverbindungen wurden vor Gebrauch mit Leckagespray auch Dichtigkeit überprüft. Während der Nutzung wurde für ausreichend Frischluftzirkulation gesorgt und der Haupthahn an der Gasflasche nach der Verwendung stets abgedreht. Die Flasche würden so gelagert werden, dass die Verschlüsse geschützt sind und sie gegen Umfallen gesichert sind.
Während des Schweißen wäre es möglich immerhin Fenster und die entfernte Kellertüre für etwas Durchzug zu öffnen.


Herter hat geschrieben:
20. Aug 2019, 11:17
Sehe ich auch so, Autogen ist m.E. nur mit Acetylen und Sauerstoff in den handelsüblichen (Industrie-)Stahlflaschen (oft im Mietsystem) sinnvoll. Die Nachfüllung ist jedoch bei den kleineren Flaschen umgerechnet pro kg Füllmenge recht teuer i.Vgl. zu den "normalgrossen" Flaschen. Sehr kleine Flaschen sind IMO eigentlich nur für Anwendungen wo gute ("Rücken"-)Tragbarkeit unbedingt notwendig ist sinnvoll.
Beispiel: Gloor Profilflam 2100-X mit 4 Liter Flaschen, 4 l ist sehr einschränkend und das ganze ist recht teuer, vielleicht findet man bei der VEBEG gelegentlich was ähnliches [ohne Flaschen]):
https://shop.gloor.ch/content/images/th ... iflam.jpeg
Fahrbare Versionen für grössere Flaschen sind übrigens kaum teurer, hier handelt es sich jedoch um Profi-Ausführungen.
"Spraydosenartige" Gasbehälter vom Hobbymarkt entleeren sich im nu und Gas ist pro kg dann sehr teuer.
Der Gedanke an Mehrwegflaschen auch für das Gas hat mich bisher auch vom Kauf der fertigen Lösung abgehalten.
Für ist der Punkt, dass ich generell nicht das billigste Werkzeug kaufen, weil die Zeit, in der man sich damit herumärgert, viel zu kostbar ist. Die Königsklasse ist finanziell aber einfach nicht machbar. Auch dem geschuldet, dass ich mich für viele handwerkliche Bereiche interessiere (Druckluft/Kompressortechnik, Lackieren, Sandstrahlen, Autoreparaturen, Fahrradaufbau, Holzbearbeitung etc.)

Daher die Idee, mit einer individuellen Zusammenstellung wertiger und günstiger wegzukommen.





Ich halte mal fest, was ich bisher glaube, verstanden zu haben:

- Druckminderer/-regler muss je nach Entscheidung entweder für Propan oder Acetylen gekauft werden, da nicht untereinander kompatibel

- Der Brenner selbst ist aber nicht abhängig vom Gas und kann sowohl in Kombi Sauerstoff/Propan als auch Sauerstoff/Acetylen verwendet werden

- Miet-/Eigentumsflaschen in der Größenordnung ~ 10 Liter werden sich vor allem bei anfänglich zahlreichen Übungsschweißungen amoritisieren.


Wenn ich damit richtig liege, sieht meine Einkaufsliste folgendermaßen aus:

1. Druckminderer/-regler für Sauerstoff
2. Druckminderer/-regler für Propan/Acetylen ( Falls nicht doch anfänglich das Mapp-Gas zum Einsatz kommt)
3. Rückschlagventil am Schlauch für Sauerstoff
4. Rückschlagventil am Schlauch für Propan/Acetylen: Scheint für beide geeignet zu sein.
5. Schlauchpaket: Ist dies abhängig von Acetylen/Propan oder kann ich das für beide Varianten verwenden?
6. Brenner/Mischarmatur
7. Düsen in verschiedenen Größen


Zu 6. bzw. 7.
Wäre dieses Brennerset für meine Zwecke geeignet?

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 30-84-1343

Zu 5.
Folgendes Schlauchpaket:

https://www.hausundwerkstatt24.de/1-m-Z ... -kompl-4-4




Ich bin auf euer Feedback gespannt.

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