Womit schleife ich ein komplettes Mobilheim?

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Mobilheimer
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Womit schleife ich ein komplettes Mobilheim?

Beitrag von Mobilheimer » Montag 2. August 2004, 12:41

Hallo Forumsmitglieder!

Ich bin heute eher zufällig auf dieses Forum gestoßen, finde es aber sehr interessant und genau passend, da ich derzeit als Laie ein Problem, aber noch keine Lösung habe. Hier scheinen mir aber die richtigen Ansprechpartner zu sein.

Mein Problem:
Wir haben uns ein Mobilheim gekauft, das komplett aus Holz besteht, Größe: ca. 10 * 3,50 m. Da der Vorbesitzer in den letzten Jahren nicht mehr über die erforderliche Zeit (und Lust?) verfügte, ist längere Zeit kein komplett neuer Außenanstrich erfolgt. Teilweise blättert die Farbe bereits ab, teilweise - in den geschützteren Ecken - sieht es noch ganz gut aus.
Ich habe mir also vorgenommen, die derzeitige Farbe komplett zu entfernen. Mir fehlt allerdings noch das erforderliche Werkzeug.

Die "Außenhaut" des Mobilheims besteht aus ca. 10 cm breiten Profilbrettern mit Nut und ca. 1 cm breiter Feder, teilweise sind die Bretter dabei im Querprofil leicht nach innen gewölbt, so dass keine ebene Auflagefläche vorliegt.

Jetzt meine Fragen:
Welche Werkzeuge sind dazu am besten geeignet (Exzenter-, Delta-, Schwing--Schleifer, ...??
Wie bekomme ich die Federn am besten geschliffen?
Welche Körnung verwendet man beim Schleifpapier am besten?

Ich freue mich schon jetzt auf Eure Ratschläge.
Schöne Grüße aus dem sonnigen Rheinland
Michael

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 3. August 2004, 20:01

Hallo Mobilheimer,

ich denke die Fläche von Deinem Mobilheim ist nichts für einen Apparat der schleift!

Außer einer Einhandflex mit Fächerscheibe, oder eben eine Lackfräse, gibts nicht nur von Metabo, sondern auch von Lamello.
Letzters erfordert allerdings einen Nachschliff, was ein leistungsstarker Exzenterschleifer bewältigen dürfte. Für die Fugen, entweder Handarbeit, oder eben einen Fein Multimaster, mit Schleiffinger.

Alles in allem ein teures und aufwändiges unterfangen!
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Dienstag 3. August 2004, 22:16

Hi,

eigentlich sind die Grobreinigungsscheiben von 3M eher was für Lack auf Blechen, aber ich könnte mir vorstellen, daß sie auch für das Entlacken von Holz geeignet sind - man darf dann eben nur nicht so stark drücken.
Ich habe damit schon gearbeitet (Autolackierung großflächig entfernt) und muß sagen, daß sie ganz gut sind (wenig Wärmeentwicklung, hoher Abtrag, lange Standzeit).
Hier ein Bild mit Erklärung
sowas gibt es für die Flex, aber auch für die Bohrmaschine.

Gruß, hs

Dietrich
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Beitrag von Dietrich » Dienstag 3. August 2004, 22:43

Hallo Hs,

mein Vorschlag bezog sich auf diese Fächerscheiben, aus vielen Schleifleinen-Fähnchen, auf einer Gummiplatte!
Die von Dir genannten Scheiben sind eher für zum Polieren von Edelstahlschweißnähten.
Gruß Dietrich

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hs

Beitrag von hs » Mittwoch 4. August 2004, 00:35

Hi,
Dietrich hat geschrieben: Die von Dir genannten Scheiben sind eher für zum Polieren von Edelstahlschweißnähten.
Zitat aus dem Link :
.... entfernen von .... PVC- Unterboden-Schutzbeschichtungen, .. , alten Beschichtungen und Dichtungsresten, entrosten und entfernen von Farben auf Blechteilen
.... und wie bereits erwähnt : ich habe mit dieser Art Scheiben bereits gearbeitet.
Gerade wenn man dicke Schichten abtragen möchte, ohne den Untergrund stark zu beschädigen, klappt das wirklich ganz gut. Ich habe mit ähnlichen Klettscheiben (Volksmund 'Negerkeks' genannt ;-) ) z.B. wunderbar die >4m² Dachfläche eines Autos abgeschliffen. Da kann man fast Schicht für Schicht abnehmen - ohne das zuviel Wärme entsteht. Lösungen die auf der Fläche 'herumreiten' (Schwing- oder Exzenterschleifer) tragen wenig ab, - Lösungen wie die von Dir genannten Fächerscheiben bringen ruckzuck zuviel Wärme auf die Flächen und das Blech wird wellig.
Holz ist natürlich weicher - und da die Grobreinigungsscheiben recht aggressiv sind, muß man beim Arbeiten schon etwas aufpassen. Aber ich könnte mir vorstellen, daß man gerade bei altem Lack (der ja oft auch in Resten 'aufgesplittert' auf dem Holz vorhanden ist), gut vorankommt.

Gruß, hs

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Beitrag von Mobilheimer » Mittwoch 4. August 2004, 13:22

Vielen Dank erstmal für die Tipps. Die Einschätzung "teures und aufwändiges Vergnügen" habe ich fast erwartet. :wink:

Jetzt aber nochmal zur Praxis. Ich möchte mal vorsichtig formulieren, dass ich liebe mehr Zeit aufwende als Geld. Ich wäre auch bereit, langsam Stück für Stück vorzugehen. Gleichzeitig schätze ich, dass ich mangels praktischer Erfahrung mit der Flex eher das Holz abtrage, als den Farbanstrich. Daher die Vorliebe fürs Schleifen.

Ich besitze bereits einen Deltaschleifer und einen Schwingschleifer. Vom Gefühl würde ich sagen, mit dem Deltaschleifer komme ich besser voran, allerdings langsam.

Wäre ein Exzenterschleifer evtl. besser geeignet? Welche Voraussetzungen müssten dazu gegeben sein (ebene Fläche, leicht angelöste Farbe o.ä.)?

Gruß Michael

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Beitrag von Dietrich » Mittwoch 4. August 2004, 18:13

Hallo Mobilheimer,

wenn Du einen Exzenterschleifer nehmen willst, dann aber etwas mit erhöhter Abtragsleistung, es bieten sich verschiedene Lösungen an:
die preiswertere -- der Duo-Schleifer von Metabo, gibt es baugleich auch von Mafell, Vorteil: 2 Schwingkreise, der Große mit erhöhter Abtragsleistung.
Die teurere:-- Von Mafell gibt es in Flexbauweise ein Exzenterschleifer, mit mächtig Leistung, dürfte etwas mehr abtragen als der Duo.
Die teuerste -- Festo Rotex, hoher Abtrag, allerdings passt der Absauganschluß nicht an handelsübliche Sauger.

Für normale preiswerte Exzenterschleifer in Baumarktqualität, z.B. Skil, Bosch-grün, dürfte diese Arbeit zum Martyrium werden!
Gruß Dietrich

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Beitrag von Alfred » Mittwoch 4. August 2004, 21:12

Hallo Dietrich,
ich glaube dass die Sauger von Festo schon handelsüblich sind. Übrigens bieten sie einen der leisesten Sauger an -ä klar, er ist nicht billig und wird von Wap gebaut. Ein Sauger bei dem du beim Arbeiten auch noch die Schleifmaschine hörst.
Gruß
Alfred

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Beitrag von ChristianA » Mittwoch 4. August 2004, 21:31

Hallo, Alfred,

kann deine Bemerkung nur bestätigen. Meinen Festool Sauger konnte ich ohne Probleme im Fachhandel erstehen :wink:
Dass in Sachen Saugeranschluss im Grunde jeder Hersteller ein anderes Süppchen kocht, ist wohl kein Geheimnis.

Bist du sicher, dass die Festool Sauger von Wap kommen? Aufgrund der optischen Ähnlichkeit würde ich auf Kränzle http://www.kraenzle.com/start.html tippen.
Möglicherweise werden die Protool und die Makita Sauger von Wap gefertigt. Eine Vielzahl an E-Werkzeugherstellern (AEG, Metabo, Bosch, Milwaukee, Mafell) dürfte ihre Sauger übrigens von Starmix beziehen.

Herzliche Grüße

Christian

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Beitrag von Dietrich » Mittwoch 4. August 2004, 22:06

Hallo Alfred, hallo Christian,

natürlich wisst Ihr was ich gemeint habe, die meisten Leute haben irgendeinen Werkstattsauger, der aber nicht auf den Anschluß des Rotex passt, der aber den höchsten Abtrag verspricht.
Bosch, Metabo und Mafell passen untereinander, wenigstens einige Maschinen.

Gruß Dietrich
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