Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

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Lupex
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Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Lupex » 6. Okt 2019, 20:49

Hallo!
Ich habe mich grade mal hier angemeldet weil mich das Thema Kappsäge etwas zur Verzweifelung bringt.
Ich habe schon lange eine Kappsäge gehabt, einfach weil sie so praktisch ist, für die letzten 4 Jahre eine Metabo KS216 ohne Zugfunktion und seit ca. 3 Wochen eine KGS216 mit Zugfunktion weil ich mich auf die 30cm Sägetiefe total gefreut habe.
Die alte Metabo war aber nicht mehr exakt, sprich 90° war nirgendwo richtige gegeben. Tischbeine standen somit nie richtig grade, Kanthölzer auf Stoß waren auch nicht rechtwinkelig.
Ich habe versucht das zu justieren, hat aber nicht geklappt.
Gemerkt hat man das auch wenn ich 90mm Kanthözer ablängen musste und dazu das Kantholz drehen. Die Schnittfläche war nie plan...
Ich habe es darauf zurück geführt dass die alte Kappsäge etliche Umzüge etc mitgemacht hat, also einigen Belastungen ausgesetzt war.

Ich habe jetzt eine etwas grössere Metabo, gleiche Sägeblattgröße, jedoch mit Zugfunktion.
Und...: Die Probleme sind ähnlich...
Etwas besser, aber alles andere als exakt.
Habe gestern angefangen ein Bettrahmen zu bauen und habe dazu 20cm Fichtenbretter abgelängt. Der Messwinkel sagt: Auf 20cm ca. 1mm Verzug.
Sieht natürlich scheisse aus.
Ganz schlimm auch bei nem Gartenstuhl dessen Seitengestelle aus 4 aufeinander zulaufende Kanthölzer bestehen soll, also in etwa wie die "5-Schnitt-Methode". Krumm, Spalten beim Verleimen...

Frage: Erwarte ich zuviel?

Was meint ihr?

Grüsse
Ralf

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Lupex
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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Lupex » 6. Okt 2019, 21:20

Ergänzung: Ich habe die Säge allerdings auch noch nicht justiert...
Da ich Amateur bin wäre ich da erstmal von einer Verschlimmbesserung ausgegangen.
Die kleine grüne Bosch von meiner Freundin sägt out of the box 100% exakt...

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Ein_Gast » 6. Okt 2019, 21:55

Du solltest erstmal sehen, ob der Fehler systematisch oder zufällig ist. Bei ersterem sägt die Säge immer in die gleiche Richtung "falsch", dann wäre es höchstwahrscheinlich ein Problem mit der Justage. Wenn die Säge aber mal nach links und mal nach rechts zieht, kann es diverse Ursachen haben, z. B. wie wackelige Lager oder dass du extrem schief drückst. Letzteres wird gerade bei Sägen mit nur einem Auszug bei voller Länge zum Problem. Da kannst du eigentlich jede Säge ein Stück nach rechts oder links drücken. Bei minimalem Auszug sollte das aber besser aussehen.

Du könntest auch einen rechtwinkligen Strich auf ein Brett malen und sehen, ob die Säge diesem Strich beim Ausziehen folgt (ohne die Säge einzuschalten).

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Lupex » 7. Okt 2019, 14:20

Hi!
Ja, die Säge sägt immer gleich schief...
Ich habe jetzt grade aber mal noch getestet ob die Säge auch krumm sägt bezüglich des Kippwinkels, also ob dieser Winkel wenigenstens halbwegs stimmt.
Ich kann mit der Säge ja nur ca. 8cm dickes Material sägen, aber es sieht so aus als wenn der Winkel ausreichend grade wäre.
Wäre der Winkel auch unexakt hätte ich die Säge sofort weggebracht, so werde ich es aber erst mal mit einer Justierung des Anschlagschienen probieren.

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Jürgi » 7. Okt 2019, 16:08

1 mm auf 20 cm halte ich für völlig normal.
Du kannst ja versuchen das noch etwas einzustellen.
Die Säge ist ja auch wirklich günstig. Da darf man nicht zu viel erwarten. Für präzisere Sägen muss man das 4-fache ausgeben.

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von norder » 7. Okt 2019, 20:21

Habe auch Probleme mit der Metabo KS 216 M.
Ich habe den Eindruck dass die Winkeleinstellung des Tisches gut ist, sich aber speziell bei harten Hölzer das Blatt irgendwie im Schnitt verzieht. Habe erst gestern ein 5cm Buche Kantholz (Tischbein) abgesägt. Habe mich nach dem ersten Schnitt erschrocken, da waren fast 2mm drin. Das ganze aber ungleichmäßig, als wäre es ein großer Radius. Das Holz war gut fixiert und konnte nicht verrutschen. Habe ich mit zuviel Vorschub gesägt??
Habe dann die anderen 3 Beine mit der Japansäge von Hand abgelängt. Die waren dann genau.

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von powersupply » 8. Okt 2019, 03:00

norder hat geschrieben:
7. Okt 2019, 20:21
Habe mich nach dem ersten Schnitt erschrocken, da waren fast 2mm drin. Das ganze aber ungleichmäßig, als wäre es ein großer Radius.
Du darfst natürlich nicht in Versuchung kommen und den Schnitt während der Bewegung korrigieren wollen! :crazy:

PS

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Re: Wie exakt müssen Kappsägen sein? (Metabo KGS216M)

Beitrag von Dietrich » 8. Okt 2019, 12:01

Hallo,

gerade bei Gehrungsschnitten entwickelt das Sägeblatt ungeahnte Kräfte und zieht das Holz regelrecht zu sich.
Normalerweise fängt der Anschlag bei 90° Schnitten den Sägedruck ab, bei 45° geht aber die Hälfte der Kraft in eine andere Richtung in der kein Anschlag sitzt.
Selbst vermeindlich festgespannte Hölzer zieht es einige mm unterm Spanner raus, wenn man nicht gaaanz langsam sägt.

Übrigens, eine brechende Leiste die mit lautem Knall auf der Kappsäge splittert kann den Anschlag einer solchen Maschine ruinieren.
Also langsam und mit Bedacht sägen...Anleitung lesen und nach Winkelteller-Einstellung/Positionierung schauen und mit einem Stück geraden Fertigparkett erst mal einen perfekten 90° Schnittwinkel einstellen, danach stimmen meißt auch die anderen Varianten.

Achso, und das eine Bosch grün perfekte Winkel produziert kann man nicht mal mehr einer Oma erzählen :crazy:
Gruß Dietrich

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