Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

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MrDitschy
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Re: Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

Beitrag von MrDitschy » 17. Feb 2020, 09:12

Du beschreibst die Gründe selbst, und ohne Armierung ist das schon zweimal gegeben.

Habe aber ähnliche Decken, und selbst mit mehr Estrich darauf sind Risse in Scheune und Stall ersichtlich.
Daher habe ich am Haus gleich einen schwimmenden Bodenaufbau verlegt ...
Ditschy
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Tiberius
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Re: Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

Beitrag von Tiberius » 17. Feb 2020, 09:38

Hallo zusammen,

danke schonmal für die vielen Rückmeldungen. Fliesen im Dickbettverfahren klingt erstmal gut, zumal es vermutlich eine der günstigeren Lösungen wäre. Ist aber wohl handwerklich nicht ganz einfach und ich habe es noch nie gemacht. Fliesen ganz normal mit Fliesenkleber wären kein Problem, daher würde ich, sofern nichts dagegen spricht, weiterhin die Trockenestrichvariante bevorzugen. Irgendwelche High-Tech-Estriche fallen auch raus, da sie bei der Gesamtfläche zu teuer wären und man vermutlich auch etwas Erfahrung braucht, um das Zeug so zu verarbeiten, dass es die notwendigen Eigenschaften auch hat.
Um aber mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen hier noch ein paar Rahmenbedingungen. Wir haben die Scheune zu einer Art Kinder-Zirkus ausgebaut und aktuell steht noch ein hübsch gemachter WC-Container im Hof. Da das natürlich keine Dauerlösung ist, sollen dieses Jahr zwei Toiletten, zwei Umkleideräume (voraussichtlich mit Duschen) und eine kleine Küche/Aufenthaltsraum eingebaut werden. Bei uns gehen täglich zwischen 10 und 25 Kinder ein und aus, daher ist ein robuster und pflegeleichter Bodenbelag Pflicht, Holz oder Laminat scheiden also aus. Extreme Belastungen, wie z.B. durch einen Hubwagen sind aber kein Thema.

Hier mal ein Grundriss der Garage:

Grundriss - Blanko - A3.jpg

Der Bereich zwischen den gestrichelten grünen Linien ist der unterkellerte Bereich. Unter dem schmalen Streifen ganz oben steht die (sehr dicke) Mauer des Kellers und der untere Bereich ist nicht unterkellert. Der unterkellerte Bereich ist, wie erwähnt (weitgehend) eben und waagerecht, ab der unteren gestrichelten Linie fällt der Boden bis zum Ausgang gleichmäßig um ca. 10cm bis auf das Niveau des Hofs ab, wobei vorne noch eine kleine Schwelle mit ca. 3cm war und diese auch bleiben soll. Da kommt dann ein Edelstahlwinkel als Abschluss und Schutz gegen Spritzwasser hin. In der Einfahrt steht mittlerweile der Betonpfeiler. Die Türöffnung rechts geht dann in die Trainingsräume und diese Tür ist auch der Grund warum der Bodenaufbau möglichst flach sein muss und eben das Gefälle zum Hof hin. Ich habe auch einen Grundriss in dem die Räume, wie aktuell geplant, eingezeichnet sind, den habe ich aber gerade nicht da, kann ich heute Abend nachreichen.
Um meine ursprüngliche Idee mal zu Ende zu führen: Der unterkellerte Bereich, wie bereits geschrieben, dann mit Ausgleichsmasse -> Folie -> Trockenestrich -> Fliesen und an der Stelle mit dem "Knick" zum Gefälle hin dann eine Dehnungsfuge. Ab hier bis zum Hof dann wieder Ausgleichsmasse, da in dem abfallenden Bereich einige kleinere Unebenheiten sind. Die Dehnungsfuge dann im Fliesenbelag übernehmen.
Vielleicht helfen diese Zusatzinformationen ja weiter und es gibt weitere Tips und Ideen.
Viele Grüße

Tiberius
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J-A-U
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Re: Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

Beitrag von J-A-U » 17. Feb 2020, 13:09

D_Mon hat geschrieben:
17. Feb 2020, 08:06
J-A-U hat geschrieben:
17. Feb 2020, 08:01
Die leichten Unebenheit mit Ausgleichsmasse "behandeln". Wenn das über den Stahlträgern einreißt ist eigentlich egal, liegt ja noch was drüber.
Wenn Estriche unter Fliesen reißen, reißen die Fliesenbeläge fast immer mit. Entweder die Platten oder in den Fugen.
Ich spreche aber nicht von Estrich sondern von Trockenbauplatten.


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D_Mon
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Re: Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

Beitrag von D_Mon » 17. Feb 2020, 18:25

MrDitschy hat geschrieben:
17. Feb 2020, 09:12
Du beschreibst die Gründe selbst, und ohne Armierung ist das schon zweimal gegeben.
Nicht wirklich. Schwinden kann man verhindern oder begrenzen und Biegung tritt an den Stahlträgern nicht mehr auf als anderswo, eher weniger. Aber egal.
Was in Deinem Stall für ein Estrich liegt, weiß ich nicht. Da kann ich nichts dazu sagen.
Ein beliebter Fehler bei Heimwerkern ist, dass man zu viel Wasser nimmt. Das erschwert nicht nur die Verarbeitung sondern erhöht die Schwindneigung enorm.
Tiberius hat geschrieben:
17. Feb 2020, 09:38
.. im Dickbettverfahren klingt erstmal gut, zumal es vermutlich eine der günstigeren Lösungen wäre.
So ist es :wink:
Tiberius hat geschrieben:
17. Feb 2020, 09:38
Ist aber wohl handwerklich nicht ganz einfach und ich habe es noch nie gemacht.
Ja und nein. M. E. ist es nicht schwieriger, als einen Estrich ordentlich einzubauen und die Methoden ähneln sich sogar. Erst macht man die Ränder links und rechts, das muss sehr sorgfältig gemacht werden. Die Reihen dazwischen macht man dann mit Latte und Wasserwaage. Es gibt aber auch andere Methoden.
Wichtig ist, dass man nicht versucht, das Mörtelbett genau eben und gerade abzuziehen sondern Berge und Täler produziert, damit man die Fliesen dann auch hindrücken kann, ohne dass "Wippen" entstehen.
Tiberius hat geschrieben:
17. Feb 2020, 09:38
Irgendwelche High-Tech-Estriche fallen auch raus, da sie bei der Gesamtfläche zu teuer wären und man vermutlich auch etwas Erfahrung braucht, um das Zeug so zu verarbeiten, dass es die notwendigen Eigenschaften auch hat.
Teuer ja, aber die Verarbeitung ist ein Traum. Das Material lässt sich schon viel leichter schieben und ziehen, es ist sehr gleichmäßig (im Gegensatz zu den typischen Baumarkt Estrichmörteln) und die Oberfläche lässt sich sehr schön zureiben. Ich verstehe aber Deinen Einwand.
Tiberius hat geschrieben:
17. Feb 2020, 09:38
... daher ist ein robuster und pflegeleichter Bodenbelag Pflicht, Holz oder Laminat scheiden also aus. Extreme Belastungen, wie z.B. durch einen Hubwagen sind aber kein Thema.
Schon mal über Linoleum nachgedacht?
Trockenestrich unter Fliesen geht, muss aber dann auch so gemacht sein, dass sich der nicht biegen kann, sonst hast Du nach spätestens zwei bis drei Monaten einen Mosaikbelag. Persönliche Erfahrungen mit Trockenestrich habe ich nicht, ich denke aber das das auch eher anspruchsvoll ist, den ordentlich reinzubekommen.
Trockenestrich und Lino wären in der Kombination nicht ganz so kritisch, weil das Lino elastisch ist. Lino ist bei entsprechender Minimalpflege auch recht robust und sehr langlebig. Wenn Du es noch robuster möchtest, kannst Du Syntheskautschuk nehmen. Gibt es als Bahnenware oder als Fliesen mit ~1.000x1.000 mm (z. B. norament grano 926). Ist aber auch etwas teurer als Lino. beide Materialien gibt es in schönen bunten Farben, was für Deinen Kinderzirkus bestimmt passen könnte. Lino wird z. B. in Kindergärten viel verlegt.
Zufällig habe ich gerade 57 m2 Linobelag 2,5 mm zu verkaufen, aber der ist schwarz und für ein Kinderhaus nicht wirklich passend (aber das nur am Rande).

Holz würde ich auch nicht von vornherein ausschließen. Es gibt Holzpflaster, das so robust ist, dass man es in "groben" Werkstätten und im Industriebereich einsetzt. Sehr strapazierfähig, leicht reparierbar und es hat meiner Meinung nach eine sehr schöne Anmutung. Holzpflaster GE (also für gewerblichen Einsatz) ist so robust, dass man das mit Gabelstaplern befahren kann (mit die höchste Belastung für Böden). Holzpflaster WE ist für Einsatz in Werkstätten und ähnliche Räumen gedacht. Das könnte vielleicht bei Dir geeignet sein. Ich muss aber zugeben, dass ich keine Ahnung habe, wie viel so etwas kostet und worauf man im einzelnen achten muss. Der Knackpunkt könnten die erforderlichen Minimalhöhen sein.

Gruß
D.Mon
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Alfred
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Re: Möglichst flacher Bodenaufbau über Kappendecke

Beitrag von Alfred » 18. Feb 2020, 00:40

möglich wäre auch noch Gussasphalt einbauen lassen.
kein Soja- Rindfleisch- und Holzimport zum Schutz der Regenwälder

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