Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Schweißgeräte und Know how rund ums Thema Schweißen

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LVM
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Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von LVM » 9. Sep 2018, 19:45

Hallo,

ich habe wenig Erfahrung mit dem Schweißen. Ein E-Gerät steht zur Verfügung, wurde bisher aber wenig genutzt. Im Rahmen einer Schweißfachmann-Ausbildung (nicht meiner, ich habe berufl. nichts mit Metall zu tun) konnte ich einige Std. mitkommen und dort ein paar eigene Übungen machen (E, Mig/Mag und WIG), bei denen auch mir die Lehrer über die Schulter schauten. Dieser Kurs ist schon ein paar Jahre her. Ich habe zudem schon Dutzende Std. hier und im Netz sonst gelesen,, u.a. den Geheimtipp-Faden. Ich finde das Thema sehr komplex, von meinen Übungen war ich auch nicht begeistert. Trotzdem soll nun ein Mig/Mag-Gerät angeschafft werden, sonst wird das nie was...

Z.Zt. steht nur ein Stromanschluss mit 230 V zur Verfügung, in Zukunft aber voraussichtlich auch 400 V. Deshalb soll es ein Gerät werden, das mind. mit 230 V oder mit beidem klar kommt. Dass 400 V eigentl. unabdingbar sind, habe ich schon öfter gelesen. Im Kurs wurde mir damals empfohlen:
- max. 160-200 A
- mind. 35 % ED, also 60 % (wobei mir! diese Angabe nichts bringt, da die Hersteller-Angaben hier nochmal unterschiedl. Spannungen oder Temperaturen unterscheiden :kp: , vielleicht hatte ich mir das nicht korrekt notiert)

Was soll geschweißt werden? Wird sich dann zeigen. Eher dünnere Bleche, keine Geländer, aber z.B. Halter oder Gestelle. Anstehen wird als erstes ein Spezialwerkzeug, bei dem mal eine Mutter an einen Flachstahl gebraten wird etc.

Folg. Geräte habe ich mal rausgesucht:

Gys SmartMig 182, nur 230 V, 600 €
https://www.voelkner.de/products/618288 ... ehoer.html

Schweißkraft EasyMag 215-2, vermutl. ca. 800 €
https://kunden.stahlgruber.de/Kataloge/ ... ?sb=118727

Trost Monocrom MRL WD MIG 200, ca. 800 € (Bild: Netto-Preis)
http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 513501.png

Telmig 195/2, über Trost, ca. 800 € (Bild: Netto-Preis)
http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 514442.png

Erfi Ergoline, 900 €
http://www.profi-schweiss-shop.de/produ ... O-200.html

Esab C 200i Inverter, 1050 €
[eBay]https://www.ebay.de/itm/ESAB-MIG-MAG-Sc ... .l4275.c10[/eBay]

Lorch M222, 1140 €
https://www.voelkner.de/products/267451 ... -210A.html

Ich bin nicht auf diese Geräte festgelegt, aber wenn noch einige mehr empfohlen werden, wird die Entscheidung für mich nicht leichter. Mir ist klar, dass ich einfach das Loch-Gerät kaufen könnte und damit nichts falsch machen würde. Aber es ist auch das teuerste Gerät. Weiter ist mir klar, dass das Esab ein Inverter u. kein Trafo-Gerät ist. Es hätte den Vorteil, dass es flexibel mitgenommen werden kann (z.Zt. für mich sehr praktisch).

Danke für eure Tipps!
Wenn der Heimwerker schon nichts drauf hat darf's nicht auch noch am Werkzeug scheitern.

Jürgi
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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von Jürgi » 9. Sep 2018, 20:11

Ein Inverter ist eine tolle Sache. Man kann theoretisch Strom und Spannung separat stufenlos einstellen. Klein und leicht sind die auch. Der Wirkungsgrad ist auch besser.

Aber... Ein stufig geschalteter Trafo halt dafür quasi ewig. Bei den Inverter Geräten wäre ich mir da nicht so sicher. Da ist verdammt viel Elektronik drin.

Ich würde Wert auf ein wechselbares Schlauchpaket legen.

Wenn ich mich entscheiden müsste, ich wüsste es nicht.

MSG
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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von MSG » 9. Sep 2018, 21:10

Mein erstes Schweißgerät war ein Lorch mit max 160A.... das hat eigentlich für alles bis ca. 5mm dicke gereicht. Mit nur 230V.

Ich will damit sagen: Bei deinem Anforderungsprofil kannst du eigetnlich bei 230V bleiben. 0.8er Draht dazu und du bist gut gerüstet. 20l Flasche (kaum teurer als 10l, Füllung fast gleich teuer).

Schöner schweißt es sich allerdings - finde ich - mit einem 3x400V Gerät. Da ist der Gleichstrom einfach gleicher :)

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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von Jürgi » 10. Sep 2018, 09:03

Hallo,
Die Kombi Geräte 230/400V haben leider auch im 400V Modus nur 2 von 3 Phasen. Daher muss auch hier mit Kondensatoren geglättet werden.
Ich mag auch die Geräte mit 3x 400V, die sind aber nicht 230V kompatibel.
Mit einem Inverter habe ich noch nicht MAG geschweißt, aber der sollte den besten Gleichstrom liefern, oder?
Gruß Jürgen

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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von LVM » 11. Sep 2018, 22:34

Danke für die Rückmeldungen.

Vielleicht kann sonst noch jmd. was zu schreiben, sonst bin ich nicht weiter als vor ca. 8 Jahren nach dem Schweißkurs: mein Name ist Hase, ich weiß von nichts...
Danke!

Ich tendiere nun zum ESAB auf Grund der Handlichkeit.
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AndreB
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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von AndreB » 11. Sep 2018, 23:52

Schließe mich den Vorrednern an und würde selbst zunächst gucken, dass die 400V in der Werkstatt nachgerüstet werden, bevor ich evtl. viel Geld in ein Gerät investiere, das mir dann hinterher doch nicht ganz zusagt.

Ansonsten würde ich persönlich von den von dir verlinkten Geräten - insofern ich mich zwischen diesen entscheiden müsste - das Erfi nehmen. Werte sind okay, der Vorschub ist verzahnt und der Service von Erfi ist (aus eigener Erfahrung) absolut top.

Das mit dem transportablen Inverter ist alles schön und gut, aber am ESAB würde mich persönlich insbesondere die limitierte Größe der verwendbaren Drahtgebinde sowie das feste Schlauchpaket, das nicht einfach mal fix vom ZA zum Warten oder gar zum evtl. Tauschen abgeschraubt werden kann, stören. Insofern du also bspw. mal die Seele des Brenners tauschen willst (was durchaus mal vorkommt), müsstest du das Gerät aufschrauben und auch am festen Schlauchpaket selbst rumbasteln. Wie sich das dann wieder auf die Gewährleistung auswirkt, ist fraglich.
Insofern du mit dem ESAB nicht nur Fülldraht verschweißen willst, hast du eine Gasflasche am Start, die du wiederum transportieren müsstest. Ergo hättest du ein zwar superhandliches Schweißgerät, aber ne weiterhin schwere Flasche, für die es in finanziell tragbaren Gebinden (klassisch für zu Hause wären 20l oder 10l) einen Wagen bräuchte. Dann wärste von der Transportgeschichte her wieder dort angelangt, wo du auch mit einem Trafogerät wärst. Was das Schutzgas in den ganz kleinen Gebinden hochgerechnet kostet, kannste dir ja mal selbst ausrechnen.
Insofern du also nicht ständig auf Montage mit dem Gerät bist, würde auch ich eher zum bereits empfohlenen, robusten Trafogerät raten.

Gruß!

Andre

Achso... Wenn du doch erst die 400V nachrüstest, wäre evtl. trotzdem die MaxiMIG-Reihe von Jäckle interessant.
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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von LVM » 6. Mär 2019, 01:09

Hallo nochmal,
den Kauf habe ich aufgeschoben, da ich mich auf Grund von Unsicherheit dazu entschieden habe, erst mal noch einen Schweißkurs zu absolvieren. Es geht ja um keine kleine Investition. Wie es der Zufall will, habe ich erst keinen Kurs in der Region gefunden und dann plötzlich zwei. Der erste ist nun beendet, der zweite startet im Mai.
Im abgeschlossenen Kurs habe ich überwiegend MIG/MAG geschweißt (am schwierigsten ist für mich, die richtige Einstellung zu finden).

Auf Grund der Empfehlungen hier im Faden bezügl. 400V-Geräten habe ich mir nun zum ESAB Caddy C200i - meinem Favoriten, da ich da auf Input vom Händler um die Ecke bezügl. Einstellungen, Anschluss an die Flasche etc. setze - noch 2 Geräte rausgesucht, die 230V- und 400V-Optionen haben (Rehm und EWM). Um final eine Entscheidung zu treffen habe ich jetzt einen Bekannten kontaktiert, der u.a. Schweißfachingenieur ist. Er hat mir von einem MIG/MAG-Gerät absolut abgeraten und alle Vorzüge des WIG-Verfahrens erläutert (vor allem: nach den Anfangsschwierigkeiten sei es leichter, es sei sicherer wg. der Nahtverbindungen, es sei langsamer, die Geräte seien leichter und günstiger, die Drahtrollen entfallen etc.).

Ich hatte vor Jahren schon mal kurz WIG versucht, es aber nicht hinbekommen, 2 Hände gleichzeitig in unterschiedl. Richtungen zu koordinieren. In dem Kurs nun haben das WIG-Verfahren auch nur wenige versucht bzw. diese dann auch keine passablen Ergebnisse zu Stande gebracht. Klar ist: Übung macht den Meister. Ich selbst bin bei sowas aber leider ungeduldig und verliere schnell die Nerven. Ich traue es mir - ehrlich gesagt :ducken: - nicht zu, denn ich hatte schon Probleme (wie alle), den Schweißdraht in der Hand vorzuschieben; dass ich nun Nerven habe, das vorm Fernseher 2 Std. zu üben...

Ich will das Thema nun nicht mehr lange aufschieben. Ein Gerät soll her, diverse Arbeiten stehen an. Ob ich in dem Kurs im Mai WIG überhaupt üben kann, ob es Kursinhalt ist, habe ich nun mal angefragt. Was meint ihr, beim MIG/MAG-Verfahren bleiben oder doch WIG? Danke.
Wenn der Heimwerker schon nichts drauf hat darf's nicht auch noch am Werkzeug scheitern.

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Re: Kaufberatung MIG/MAG Schweißgerät

Beitrag von MSG » 6. Mär 2019, 11:54

Ich hab weder WIG noch MAG gelernt.... aber zum Bleche schweißen oder mal kurz was zusammenbraten nehm ich lieber MAG. Das geht einfach schneller.

WIG benutze ich eigentlich nur für Al/VA . Ich finds irgendwie ... langwieriger.

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