Das Forum für Hand- und Elektrowerkzeuge, Garten- und Motorgeräte



Aktuelle Zeit: 19. Nov 2017, 20:34

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Einhell, Säulenbohrmaschine BT-BD 801 E
BeitragVerfasst: 15. Mai 2012, 23:45 
Offline

Registriert: 6. Nov 2008, 17:58
Beiträge: 14
Einhell, Säulenbohrmaschine BT-BD 801 E
– Wann angeschafft? 08.05.2012
– Wo gekauft? Max Bahr
– Neu/gebraucht? neu
– bezahlter Preis 249,- Euro
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät unbekannt

Warum habe ich nun eigentlich zu einer bekannten Billigmarke gegriffen? Der Grund ist tatsächlich trivial: Mein Stammbaumarkt hat just in den zwei Wochen meiner Markterkundung die Güde-Geräte ausgelistet von denen es eigentlich eines werden sollte. Und wer nicht kommt zur rechten Zeit - der nimmt im 3. Laden dann doch noch das was übrig bleibt...

Die Prämisse dabei: Ich brauche eine Bohrmaschine mit der ich ca. 150 Löcher a 13mm in Stahl machen kann sie dabei zu zerstören. Eine Weiterverwendung wäre wünschenswert.

Ausstattung
Geliefert wird die Maschine als Bausatz in einer großen Pappkiste zerlegt in Fuß, Säule und Kopf. Zusätzlich finden sich darin: Ein Bohrfutter 3-16mm, MK2/B16-Adapter, Kegelaustreiber, Schutzfenster, eine Anlegeschiene mit zwei T-Nutensteinen, zwei Inbusschlüssel und eine Anleitung (die beim Probeauspacken vor Ort verschütt gegangen ist)
Im Gegensatz zu kleineren BD501 die ebenfalls angeboten wurde, wird leider kein Maschinenschraubstock (Schraubstöckchen) mitgeliefert.

Der Tisch ist per Kurbel verfahrbar und hat auf einer Seite einen Rollenbock für ausladende Gegenstände. Wie stabil der ist wird sich noch zeigen. Der Tisch selbst ist geschlossen und hat einen vorbereiteten 3/8" Anschluss für einen Ablauf in der Ecke, also grundsätzlich für den Einsatz von Kühlmittel geeignet. Die Neigung ist einstellbar, muß aber umständlich mit einer Schraube von unten arretiert werden.
Auf Schleifen haben die Chinesen scheinbar keine Lust gehabt - die Oberfläche des Tisches ist natürlich geschliffen, dafür aber nur flüchtig entgratet und weder Abläufe noch Nutzen sind geschliffen.

Mit angegebenen 550W liegt die Maschine im Mittelfeld - die Drehzahlverstellung erfolgt dabei über verstellbare Riemenscheiben und wird auf einer Digitalanzeige dargestellt. Die untere Grenze liegt dabei bei vergleichsweise schnellen 450u/min. Die Einstellung der Drehzahl geht schnell und ungenau vonstatten, mit ein wenig Gefühl und Gehör hat man den Dreh aber schnell raus. Die Anzeige der Drehzahl... "Sie bemühte sich stets die tatsächliche Drehzahl zeitnah anzuzeigen."

Als Goodie sind noch zwei Laser als Zielkreuz montiert. Leider ist das Futter bei kurzen Bohrern dem Laser schonmal im Weg und bei langen Bohrern zu ungenau, daher eher Spielerei.

Der Lieferumfang entspricht exakt der Definition von ausreichend, die Verstellung über die variable Riemenscheibe ist bequem, schnell und einen zusätzlichen Punkt wert.
Testergebnis: 4 Punkte

Handhabung
Mit 40kg ist die Maschine noch durchaus tragbar, aber schon so schwer daß sie nicht von der Tischplatte kippt wenn man einmal am Hebel zieht.

Der Aufbau war selbsterklärend und ist auch ohne Anleitung schnell gemacht. Vorher wollten aber alle Teile ersteinmal von Korrosionsschutzfettresten befreit werden.
Zwar waren alle benötigten Schrauben zum Zusammenbau vorhanden, für ein Modell im deutschen Vertrieb hätte ich allerdings metrische (!) Größen erwartet. Wenn SW17 zu klein ist und SW18 wackelt... dann isses vermutlich zöllig.

Bei der Bedienung kann man nicht viel falsch machen - Hebel links für Drehzahl, Hebel rechts für Höhe. Vorne drauf ein Schalter für an und aus. Wäre ich nicht in der IT würde ich vielleicht Idiotensicher sagen. Aber dafür kenne ich dann doch zu viele Leute die an der Bedienung eines Schnellspannfutters scheitern würden.
80mm Hub sind gegenüber den in der Nachbarschaft verfügbaren Maschinen und Bohrständern mit 50mm ein Segen - dennoch kurbelt man viel am Tisch herum. Da wünschte man sich einen stabilen gut erreichbaren Hebel zur Arretierung und kein labberiges kleines Ding.
Testergebnis: 4 Punkte

Leistung
550W, 230V - also immer noch kein Grund einen Drehstromanschluss in den Hobbykeller zu legen...
Angeblich soll die Maschine 20mm in Stahl schaffen - Dafür erscheint mir die Drehzahl dann doch etwas hoch.
M12- Durchgangs und Kernlöcher waren jedenfalls kein Problem, und vom Gefühl her ist auch genug Kraft für Größere vorhanden.
Mangels Messuhr kann ich das Pinolenspiel gerade nicht prüfen, fühlbar ist jedenfalls nichts - ganz im Gegensatz zu den richtig kleinen Maschinchen. Lange Bohrer scheinen ein wenig zu eiern, das schiebe ich aber eher auf das NoName-Futter - am Aufspanndorn ist davon noch nichts festzustellen.
Ich würde vielleicht nicht gerade sehr dünne VHM-Bohrer mit der Maschine benutzen, die Löcher selbst sind für meine Verhältnisse ausreichend präzise.
Testergebnis: 5 Punkte

Umwelt
Verpackung: Klassischer Pappkarton mit Styroporeinlage und alle Bauteilgruppen selbstverständlich einzeln eingetütet.

Lärm, Vibrationen: Im Normalbetrieb etwa Zimmerlautstärke, keine Probleme mit Vibration.

Reinigung: Da die Nuten im Tisch nicht ausgeschliffen sind lagern sich hier Späne und Kühlmittelreste ziemlich hartnäckig ein. Die Reste dort heraus zu popeln ist ziemlich fummelig.

Garantie: 3 Jahre
Testergebnis: 3,5 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis
You get what you pay for. Man merkt ganz klar daß auch in der Chinesischen Produktion gespart werden muß wenn man ein Gerät für diesen Preis anbietet. Zum Glück scheint in erster Linie an der Nachbearbeitung und dem Zubehör gespart worden zu sein, die Bohrleistung und auch die Genauigkeit (vom Futter abgesehen) der Maschine sind in Ordnung.
Ein Vergleichbares Konkurrenzprodukt wäre da z.b. die Quantum B20 - und die ist immerhin im Handel ca. 100 Euro teurer.
Die Einhell-Maschine ist nicht der Inbegriff von Qualität aber dem Preis angemessen.
Testergebnis: 5 Punkte

Verbesserungsvorschläge
Ein entgrateter Tisch mit ausgefrästen Abläufen und metrische Schrauben wären meines Erachtens sinnvoller als ein Ziellaser oder der Alibi-Rollbock.

Mein Testurteil
Für den Preis bietet die BD 801E eine erstaunlich gute Bohrleistung und präsentiert sich damit als robuste Maschine für den Heimwerker und Hobbyisten mit Abstrichen in der Verarbeitung. Der ambitionierte Metallwerker wird aber vermutlich eher zur etwas teureren Konkurrenz greifen.

Mein Testergebnis
Ausstattung: 4 Punkte 25 %
Handhabung: 4 Punkte 25 %
Leistung: 5 Punkte 25 %
Umwelt: 3,5 Punkte 10 %
Preis und Preis⁄Leistungsverhältnis: 5 Punkte 15 %
Gesamtergebnis: 4,4 Punkte
Befriedigend


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: norinofu und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de