Billigkompressor Instandsetzung (+evtl. Kaufempfehlung Schleifer)

Diskutiere Billigkompressor Instandsetzung (+evtl. Kaufempfehlung Schleifer) im Forum Druckluft-Technik im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Hallo, ich hab mal ein paar absolute Anfängerfragen (hatte nie einen Kompressor). Hintergrundgeschichte: Der Nachbar hat seinen alten Kompressor...
m_karl

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Hallo, ich hab mal ein paar absolute Anfängerfragen (hatte nie einen Kompressor).

Hintergrundgeschichte: Der Nachbar hat seinen alten Kompressor ersetzt (damals wohl das günstige Baumarktmodell) weil er heiß läuft, den Druck hält er auch nicht mehr lange und allgemein zu klein.

Nun steht das Gerät bei mir und falls es geht würde ich den gern etwas für meine sehr geringen Ansprüche instandsetzen. Es handelt sich um einen "Turbo Air 230/25W" BJ 1997 die Bezeichnung spielt wohl auf 230 l/min und 25 l Tank an. 1 kW Kondensatormotor mit direkt angeflanschtem Verdichter.

Was die Probleme angeht, die Gründe waren schnell gefunden, das Lüfterrad war loose und hat sich nicht mehr mitgedreht. Außerdem war die Leitung von Kompressor zum Tank nichtmal handfest was den Druckverlust erklären dürfte.

Nun zu der Wartung, überraschenderweise ist noch Öl im Kompressor (sehr wahrscheinlich noch von 1997) also das zu wechseln wird mal nicht Schaden. Weiter ist der Luftfilter abgebrochen und der Kompressor wurde eine Zeit lang ohne betrieben. Würdet ihr selbst wenn der Kompressor einwandfrei funktioniert den Kopf abbauen und die Innereien reinigen? Da würde ich vermutlich eine neue Dichtung brauchen - ob man so etwas noch bekommt?
Weiter hat der Tank Rost angesetzt, wie schätzt ihr ein, ab wann ein Tank nicht mehr eingesetzt werden sollte wegen Rost? (Ich verstehe dass das mit einem Foto nicht gehen wird, deshalb frag ich eher nach euren persönlichen Entscheidungsgrundlagen. Eine Bombe im Keller will man schließlich auch nicht).
Kompressor.jpg
Falls das mit der Instandsetzung etwas werden sollte, gibt es gute Tipps für Druckluft Geradschleifer um etwa 50 €? Das wäre wohl ein Einsatzzweck, also für den sporadischen Einsatz wo der Winkelschleifer nicht hinkommt und der kleine Dremel zu schwach ist. Hazet um 100 € ist mir ein bisschen zu steil, das 25 € special würd ich auch gern vermeiden, einen Metabo für etwa 50 € hab ich gefunden. Wäre so etwas sinnvoll?
 
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Servus,
hatte dir gestern schon mal geschrieben, beim Posten der längeren Antwort hat sich aber dann der PC aufgehängt und ich konnte den Nachrichteninhalt nicht mehr herstellen. Dann hatte ich gestern keinen Bock mehr. :)
Wegen dem Verdichter. Wenn du öffnest, dann solltest du auch die Drehmomente wissen, mit denen du den Kopf wieder "anknallst". Auf die Schnelle fand ich zu der Typenbezeichung von dem alten TurboAir nix bis gar nix, ob man da also eine BDA mit Anzugsdrehmomenten bekommt, ist eher ungewiss. Wie du schon geschrieben hast, kann es auch gut sein, dass beim Öffnen eine Dichtung flöten geht, die dann ersetzt werden müsste. Nachdem sich zum alten TurboAir eben nix finden lässt, gehe ich davon aus, dass bei der Ersatzteilbeschaffung Gleiches gilt wie bei der BDA-Beschaffung. Da der Verdichter lt. deiner Beschreibung ja anscheinend funktioniert, würde ich das tendentiell sein lassen mit dem Öffnen und einfach den Luftfilter ersetzen.
Wegen dem Kessel... Der schaut nicht mehr so pralle aus. Kann schon sein, dass der nur an einem feuchten Ort stand und deshalb von außen gerostet ist. Kann aber auch sein - und das ist bei der beschriebenen Pflege durch den Nachbarn recht wahrscheinlich - dass das Kondensat lange im Kessel stand. Selbiges wiederschlägt sich außen und gibt das fotographierte Rostbild ab. I.d.R. rosten die Kessel auch stärker von innen, als von außen. Jedenfalls würde ich evtl. mal noch ein, zwei Verschraubungen aufmachen und reingucken, wie es ums Innere der Wandung bestellt ist. Auch kannste den Kessel mal mit nem Hämmerchen abklopfen und die Geräuschkulisse verfolgen. Wenn an den verdächtigen Stellen recht dumpf klingt, dann lassen sich da auch evtl. Rückschlüsse ziehen. Wenn du ihn abdrücken willst, dann sollte das eig. mit Wasser erfolgen.
Wegen Bombe... neben den Horrorszenarien finden sich auch einige Stimmen im Netz, die erklären, dass der Kessel nicht explodiert, sondern nur an betroffener Stelle abblässt. So war es glücklicherweise auch bei meinem uralten GKW-Kompressor, der in der Vergangenheit ebenfalls keinerlei Pflege erfuhr. Herausfordern würde ich es aber definitiv nicht was da jetzt stimmt und das ist ein alter Kompressor, der neu so um die 100,- bis 120,- kosten dürfte, auch nicht wert.
Wegen Schleifer... Du kannst dich auch mal bei Rodcraft, CP Atlas Copco oder Pneutec umschauen, ob da evtl. was Passendes für dich dabei ist. Evtl. so was oder in der besseren Liga gerne auch gebraucht.
LG!
Andre
 
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Der Kompressor stand die meiste Zeit in einer unbeheizten Garage, also kann der Rost davon kommen oder auch vom Kondenswasser, welches sicher nie entleert wurde. Als ich ihn bekam war kein Wasser drinnen, der Kompressor stand aber zuletzt auch in der beheizten Werkstatt. Das mit dem Abkopfen und reinsehen ist eine super Idee, das werd ich machen. Leider hab ich keine Pumpe zum Abdrücken.
 
AndreB schrieb:
Wegen Schleifer... Du kannst dich auch mal bei Rodcraft, CP Atlas Copco oder Pneutec umschauen
bitte bedenke das solch ein Schleifer ca. 140 Liter Luft bei einem Fließdruck von 6,3 Bar benötigt.
Dieser Kompressor ist hier für nicht geeignet, zum Ausblasen oder für einen kleinen Schlagschrauber im Aussetzbetrieb reicht es wohl.
In solch einen alten Billigheimer würde ich kein Geld reinstecken, wenn du ihn so wieder ans laufen bekommst ist das OK er sollte er für leichte Arbeiten reichen.
Den Kessel würde ich auf alle Fälle mindestens einer inneren Sichtprüfung unterziehen.
Viel Spaß beim basteln.
 
Wenn der Kessel innen genauso "gut" rostgeschützt ist wie außen .... dann würd ich den auf jeden Fall mal mit Wasser beim 1,5 fachen Betriebsdruck abdrücken. Frag mal ein Gas-Wasser-Irgendwas aus dem Bekanntenkreis ob er dir da leihweise mit Blindstopfen und Pumpe & Manometer helfen kann.

Zum Luftschleifer siehe Hinweis vom alten Schrauber. Mehr als mal kurz eine Ecke nachschleifen und dann warten ist da nicht wirklich drin. Also für Notfälle ist das ok, nur längeres Arbeiten wird da sehr zäh :)
Das Metaboteil sieht ganz ok aus, mit etwas Glück könnte es da auch länger Ersatzteile geben. Vergiss da keinesfalls Gehörschutz und wichtig: Dichtschließende Schutzbrille. Ich bin mit der "uvex ultrasonic 9302" sehr zufrieden. Dann noch Hartmetall-Frässtifte dazu und es geht richtig zur Sache :)
 
So, Fortsetzung der Geschichte mehr oder weniger. Ich hatte einen Bekannten gefragt der Installateur ist und jaja machen wir mal, ist eingeschlafen. Jetzt hat sich der nächste defekte Kompressor kostenfrei zu mir verirrt. Der wiederum baut keinen Druck mehr auf (bis 2 bar kommt er und wird dabei recht heiß) und hat einen deutlich kleineren Motor/Verdichter (Bürstenmotor sogar, nichtmal Kondensatormotor). Naja der Kessel ist zwar ein bisschen kleiner, aber in gutem Zustand - könnte man ja theoretisch aus zwei einen machen. Motor/Verdichter von dem bereits im Thread erwähnten Kompressor und den Kessel von #2. Nach ein paar Stunden Flucherei ist das Zeug zerlegt (leckerer Cocktail aus metrisch, Fahrenheit, Innengewinde und Aussengewinde in allen Größen und Richtungen, natürlich alle festgesessen) und es passt natürlich absolut nichts zusammen. Eine evtl. mögliche Kombination wäre Motor/Verdichter, ein Teil von der Anschlussleitung und Druckminderer von #1 und Rückschlagventil, Kessel, Überdruckventil und Druckschalter von #2.
Was mir dabei aufgefallen ist, #1 (Kondensatormotor) hat eine eine Entlüftung für die Leitung von Verdichter zu Rückschlagventil, #2 (Bürstenmotor) brauchte das wegen dem hohen Losbrechmoment vom Motor vermutlich nicht (nicht verbaut). Hab ich eine Chance den Verdichter mit Kondensatormotor ohne diese Entlüftung zu betreiben oder läuft mir der dann nicht weg? :kp: Oder hat die Entlüftung einen anderen Grund?
 
Ähem, Bürstenmotor am Kompressor ? Kenne ich eigentlich nur "Uralte" Kaeser mit Repulsionsmotor. Auch die hatten ein Entlastungsventil in der Druckleitung.
Ein Bild wäre schon hilfreich.
 
Ich kann dir gern ein Foto machen morgen vom Bürstenmotor :D. Treibt den Verdichter auch mit einem Riemen an, um die hohe Geschwindigkeit zu übersetzen (dürfte wohl zwischen 4:1 und 6:1 liegen). Das war vermutlich damals der günstigste Kompressor den es zu kaufen gab. (Analog zu Hochdruckreinigern mit Bürstenmotor).

Was die Entlastung der Leitung angeht, alternativ könnte ich ja mit dem kleinsten Bohrer den ich finde (also 1mm) ein Loch hineinbohren, dann verliere ich zwar beim befüllen etwas Luft, aber wäre die einfachste Lösung :lichtauf:
 
mit dem kleinsten Bohrer den ich finde (also 1mm) ein Loch hineinbohren,
Das ist dann aber ganz heftig "Jugend forscht"
Kpl. Rückschlagventile in gerade oder Eckform gibts im Zubehörgeschäft. Damit dann eine saubere Entlastung herstellen.
 
m_karl schrieb:
Was die Entlastung der Leitung angeht, alternativ könnte ich ja mit dem kleinsten Bohrer den ich finde (also 1mm) ein Loch hineinbohren, dann verliere ich zwar beim befüllen etwas Luft, aber wäre die einfachste Lösung :lichtauf:

:respekt: Für den Gedanken!
Damit kannst Du bei einem Kompressörchen unter Druck mal eben so viel Luft daneben zischen lassen dass es das arme Aggregat nicht mal mehr schafft den Solldruck zu erreichen :zunge:
Mit einem Bürstenmotor (Reihenschlußmotor)hast Du beim Anlauf normalerweise so viel Drehmoment dass der gar keine Anlaufentlastung benötgt :schlaubi: .
Der Entlüftung liegt der Gedanke zugrunde, dass der Motor einen oder zwei Hub des Kompressors Zeit hat um auf Drehzahl zu kommen.

PS
 
Ja gut 1 mm wäre vermutlich zu groß gewesen :D Gut, dass er auch ohne Entlüftung problemlos wieder anläuft (ich habs jetzt einfach ausprobiert). Entweder der Kolben rutscht automatisch in eine gute Position oder er ist gerade undicht genug, ich wills eigentlich gar nicht wissen. Ja, ein neues Ventil mit dem Anschluss für die Entlüftung wäre der richtige Weg, aber wie war das mit der "zeitwertgerechten Reparatur"? Das überschreite ich ja allein mit dem Luftfilter um 2,80€ von ebay, den ich wohl mal noch anbringen werde.

Hier der Bürstenverdichter:
reihenschlussmaschine1.jpg
IMG_20190714_122542.jpg
Und der Frankenstein:
kompressor.jpg
 
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