Selbstbau: Manueller Aerifizierer / Handaerefizierer

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henniee
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Selbstbau: Manueller Aerifizierer / Handaerefizierer

Beitrag von henniee » 12. Feb 2013, 08:36

Servus liebe Leute,

durch das Befahren mit schweren LKW und dem Verdichten der Böden, habe ich ein kleines Problem mit Staunässe.

Nun scheint Aerifizieren das Mittel der Wahl.

Es gibt versch. manuelle Aerifizierer - aber alle völlig überteuert.
http://www.rasenspecht.de/shop/de/Aerif ... t-3-Spoons
mal als Beispiel...

Die Grundfrage ist - es geht um ca. 400m², die betroffen sind, lohnt sich da überhaupt per Hand etwas zu starten?
Eine Alternative wäre sicher eine Firma, die mal kurz mit einem Trac - oder was auch immer darüberfährt, mehr als eine Stunde sollte das nicht dauern.
Ich habe nur Sorgen, dass durch das Befahren wieder ein Verlust der Bodenqualität (Stichwort Verdichten, Rillen etc.) entsteht, ebenso, dass ein kleines Gerät vermutlich nicht tief genug eindringt...

Also hab ich mich mal schlau gemacht, wer so etwas herstellt...
http://www.aeritool.de/fileadmin/user_u ... 13_web.pdf
Da gibt es gehärtete Hohlspoons schon für 3€.

Warum also nicht einfach selber bauen?! - 5-6 Spoons an ein entsprechendes Flacheisen schweißen, Stiel dran, fertig.
Oder eher weniger? Wenn mal ein Stein im Weg ist, ist es vermutlich mühsam.
Ich habe gelesen, dass man >100 Löcher/m² machen soll.

Was meint ihr? Wie sind eure Erfahrungen bzgl. Aerifizieren?
Als Sand hatte ich vor einen gewaschenen 0815 Sand zu benutzen.

Vielen Dank im Voraus,
Viele Grüße,
Henniee

enememistewasrappeltinderkiste

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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von Glatisant » 12. Feb 2013, 12:45

Hi,

dürfte wohl mit der Bodenart zusammenhängen, ob es möglich wäre.
Hier haben wir recht schweren Lehmboden (und das noch mit nicht wenigen Steinen) - da kann man das vergessen.
Das was Du vorhast, dürfte mit der 'Reibfläche' eines Spatens vergleichbar sein (mal von vier oder fünf solcher Rohre ausgehend) - wie gut dringt ein Spaten in den Boden ein, wenn Du dich darauf stellst ? (und bei 400qm möchte man ja auch zügig vorwärts kommen)

Da ja offensichtlich LKWs dort fahren konnten - gibt es einen Bauern in der Nähe, der vielleicht mal kurz mit einer Zinkenegge oder Grubber vorbeikommen kann ?

Gruß, Glatisant

henniee
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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von henniee » 12. Feb 2013, 13:05

hi,

der Oberboden wurde von mir aufgetragen - ca. 10-15cm gesiebter Mutterboden. Hecke pflanzen ging problemlos mit dem Handbagger.
Vor dem Einsäen wurde die Fläche von mir und einem 18PS Traktor, sowie einer Schleppegge "behandelt" - und begradigt (Egge anschl. umgedreht).
Letzte Saison, vor dem Einsäen.
Jetzt wieder mit einem Schlepper oder schwerem Gerät darauf zu fahren würde mehr Schaden anrichten, als Nutzen, der Boden sich weiter verdichten.
Der Mutterboden ist an sich relativ weich, wenn es geregnet hat macht der Rasenmäher noch einen Tag später Spuren.
Durch das Aerifizieren verspreche ich mir eine bessere Ableitung des Wassers in den Unterboden.
Was allerdings nicht heißt, dass es irgendwo halt doch noch einen Stein geben könnte. Daher schwanke ich zwischen: Weniger Spoons, mehr Arbeitsschritten, die aber evtl. etwas einfacher sind - oder halt mehr Spoons, mehr Arbeitsfortschritt, aber schon bei einem Stein vermutlich essig ist - und es unter dem Strich mehr Kraft kostet...

PS: Die LKW Einfahrt gibt es inzwischen auch nicht mehr...
Viele Grüße,
Henniee

enememistewasrappeltinderkiste

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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von Glatisant » 12. Feb 2013, 13:37

Hi,

hmm - Du hast 10-15cm gesiebten Mutterboden aufgetragen, anschließend sind u.a. schwere LKW darübergefahren, haben diese Schicht verdichtet und jetzt steht Wasser drauf.
So verstehe ich es.
Warum sollte sich dann durch den Einsatz von einer Maschine etwas verschlechtern ?
Sollte aber die darunterliegende Bodenschicht Dein Problem sein : Du hattest 9,5mm (?) starke Vollmaterial-'Spoons' erwähnt, die gerade mal 12,5cm lang sind - ob die dann etwas bringen ?
Denn wie Du schreibst ist der Mutterboden (die humose Schicht) ja sehr weich.
Und falls das so ist, da braucht man sicher keine 'besonderen' gehärteten 'Spoons' - da kann man sicher dann auch kleine Bretter mit Bandschlaufe nehmen, entsprechende Nägel in die Bretter schlagen (oder Schrauben einschrauben - wenn's 10er oder 12er Durchmesser sein soll : M10/M12 und vorne anschleifen) und damit dann die Fläche abgehen.

Gruß, Glatisant

henniee
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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von henniee » 12. Feb 2013, 13:44

Nein. Der Unterboden ist z.T. durch die LKW verdichtet.
Nachdem dann der Oberboden aufgetragen wurde, ist anschl. nat. kein LKW mehr über die Fläche gefahren.

Es müssten Hohlzinken (oder Hohlspoons) sein, eben keine einfachen Spitzen (wo erwähnte ich 9,5mm?), ich möchte ja einen Teil der Erde "wegnehmen" um sie anschl. durch Sand zu ersetzen.
Gehärtet müssten die nicht sein, aber die Form usw. ist selber schwer zu machen, zumindest gegen 3€.
Hier kann man sehen, was man ab 3€ bekommt:
http://www.turf.at/images/product_image ... 5337_0.jpg
und gehärtet sind die halt...
Der ausgestochene Erdstöpsel fällt beim nächsten Loch einfach raus...
Je größer desto besser, 20mm Außendurchmesser und 15cm Tiefe wären super.

Staunässe heißt auch nicht unbedingt, dass sich dort Pfützen o.ä. bilden. Ich sehe das Symptom am Rasen (z.B. Schimmel).
Der Mutterboden "bindet" das Wasser zu gut, es kann nicht in die tieferen Schichten "sickern".
Viele Grüße,
Henniee

enememistewasrappeltinderkiste

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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von Torben83 » 12. Feb 2013, 13:59

Du musst doch jetzt erstmal den Untergrund lockern. Wenn du mit einem Bagger das ganze befahren kannst:

Ausheben und Sand mit untermischen. Wenn du sehr lehmhaltigen Boden hast würd sich evtl. auch eine Drainage empfehlen.

Die Spoons kenn ich gar nicht, aber die haben wir auf den Gemüseäckern auch nicht :mrgreen:
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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von Glatisant » 12. Feb 2013, 14:19

Hi,

@henniee
Der Unterboden ist z.T. durch die LKW verdichtet.
nach wie vor verstehe ich nicht den Sinn 15cm tiefe Löcher in 10-15cm humosen Boden zu stechen, wenn die darunter befindliche Bodenschicht verfestigt und dieses das eigentliche Problem ist.

Wie Torben83 schreibt - im Zweifelsfall müßte sogar eine Drainage her.
Ist auch auf Feldern normal, wurde früher mit kurzen, aneinandergereihten Tonrohren gemacht - habe mal ein Bild aus einer Buddelaktion herausgesucht klick

Gruß, Glatisant

henniee
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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von henniee » 12. Feb 2013, 14:35

henniee hat geschrieben:Wie sind eure Erfahrungen bzgl. Aerifizieren?
:roll:

www.youtube.com/watch?v=v0q7iEt4frQ
PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Aerifizieren
Viele Grüße,
Henniee

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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von Glatisant » 12. Feb 2013, 15:00

Hi,

ja, schöne Maschine.
Aber schau doch einfach mal mit Google 'Drainage + Sportplatz' oder 'Drainage + Golfplatz'.
Dein Problem ist doch, wenn ich es richtig verstehe, daß Du eine feste Schicht (Lehm - oder was ?) unter Deinen 10-15cm Mutterboden besitzt - und wenn das Wasser darauf steht, kannst Du viele Löcher in Deinen Mutterboder stechen, viel bringen wird das nicht. Dann dringt das Wasser zwar schneller durch Deine 10-15cm Mutterboden, bleibt aber dennoch auf der verfestigten Schicht.

Lies mal :
http://www.intergreen.de/report/35-ausg ... de-plaetze

Gruß, Glatisant

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Re: Selbstbau: Manueller Aerifizier

Beitrag von henniee » 12. Feb 2013, 15:02

ich kenne mein Problem schon ganz gut - und das liegt schon in den ersten 15cm.
Ab der 3. Minute in dem Video wird erzählt was ich vor habe.
Ein Puffer von 60m³ Erde kann schon relativ viel vertragen.
Ein LKW befährt ja auch nur eine "Fahrrinne". Die ist nicht mal so das Problem, wenn die Fläche drumherum es perfekt auffangen würde.
Also: Bitte nur Beiträge über Aerifizieren.
(was ja eine Art Drainage darstellt. Aufbaggern werde ich meinen Rasen sicher nicht!)
Viele Grüße,
Henniee

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