Gefaehrlicher Schrott vom Discounter!?

Über alle Handwerkzeuge wie Hammer, Schraubendreher oder Drehmomentschlüssel kann hier diskutiert werden.

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Alfred
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Beitrag von Alfred » Mittwoch 4. August 2004, 11:50

Hallo,
wenn der Fachmann an einem Schaltschrank arbeiten vornimmt, so wird er ihn erst mal spannungsfrei schalten müssen. Vorschrift derr BG! Wenn aus gegebenen Anlaß doch unter Spannung arbeiten muss, dann sind u.a. folgende Vorkehrungen zu treffen: Auf dem Boden muss eine spezielle Gummimatte liegen, das Gesicht ist mit einem Helm mit Schutzvisir abzudecken, es sind Sicherheitshandschuhe zu verwenden, die umliegenden spannungsführenden Einrichtungen sind mit Gummimatten abzudecken, als Werkzeug ist der dem schaltberechtigten ausgehändigte "1000Volt Koffer" zu verwenden, hierbei handelt es sich um Werkzeug das der z.Zt. gültigen Norm VDE 0682 DIN EN 60900 entspricht. In der Praxis arbeitet allerdings kaum ein Elektriker danach.
Als jetzt ein Zähler bei mir gesetzt wurde kam ein freier Mitarbeiter von E-on und schraubte das Teil unter Spannung mit einer isolierten Telefonzange an. Lediglich die offenen Enden hat er beim Umklemmen vorübergehend mit Plastikhülsen geschützt.
Gruß
Alfred

Black-Gripen
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Beitrag von Black-Gripen » Mittwoch 4. August 2004, 12:05

Und sind die Werkzeuge nach der VDE 0682 DIN EN 60900, genauso Gewissenhaft geprüft wie die Teile von Aldi?

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H.-A. Losch
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Beitrag von H.-A. Losch » Mittwoch 4. August 2004, 16:17

Die Gefahr beim Arbeiten an spannungsführenden Teilen ist ja nur eine Gefahr, die von den unsicheren Aldi-Schraubendrehern ausgeht. Aber selbst wer vorschriftsmäßig die Anlage zuerst spannungsfrei schaltet und dann die Aldi-Schraubendreher benutzt, abeitet nicht unbedingt sicher. Wenn er zum Beispiel beim Anziehen von elektrischen Klemmen diese nicht ordnungsgemäß anzieht, weil er mit dem Aldi-Schraubendreher vorzeitig abrutscht, könnte es sein, dass keine sichere elektrische Verbindung hergestellt wird. Dies kann im Extremfall bedeuten, dass ein Brand entstehen kann.

Im übrigen hat der VDE soeben sein GS-Zeichen für die von Aldi vertriebenen Schraubendreher zurückgezogen. Mehr dazu demnächst auf unserer Website.
H.-A. Losch
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J-S-C
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Beitrag von J-S-C » Mittwoch 4. August 2004, 21:05

öhm. gibt es gewerbliche, die im aldi ihr werkzeug erwerben???????

soll ich meinen glauben verlieren?

wie sieht das denn aus jetzt? muss aldi jetzt eine rückrufaktion starten?

gruß,
j-s-c

JürgenB
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Beitrag von JürgenB » Donnerstag 5. August 2004, 09:34

Hi JSC, ja, es gibt gewerbliche die Ihr Werkzeug beim ALDI kaufen, selbst schon gesehen, zum einen oft Winkelschleifer, sowohl einhand als auch zweihand, zum Teil mit der Begründung es wäre besser, mehrere von den billigen dingern zu kaufen, und die innerhalb der Garantie öfter einzuschicken, und dann die anderen zu nutzen, bis die eingeschickten wieder da sind, denn bosch oder andere würden auch nicht länger halten.

Oder aber auch Bohrhämmer vom ALDI z. T. auch im Sanitärbereich oder andere, und die wundern sich wenn das ding keinen Mauerdurchbruch aushält.

ALDI wird nicht müssen, evtl. tun sie dies aber aus freien stücken, was ich persönlich aber eher nicht glaube. Es geht ja keinerlei direkte Gefahr beim Benutzen für den Nutzer aus, es sei denn er hat es falsch benutzt, und darauf kann man sich ja im zweifel hinausreden, wie hier im Thread schon erwähnt.

Wenn Du das Ding zurückgeben willst, kann ich nur auf mein Posting verweisen, in dem ich schrieb: "wenn der Kauf noch nicht allzulange her ist, sprich nicht mehr als 4 Wochen, gib das Ding in Deiner Filiale zurück, dann kriegst du das Geld wieder, einfach mit dem Hinweis, du wärest mit der Qualität des Satzes nicht zufrieden."

gruß

jürgen
Gruß

Jürgen

markus
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voll treffer oder voll daneben?

Beitrag von markus » Donnerstag 5. August 2004, 14:50

billigwinkelschleifer ist für mich die abschreckendste kategorie.
das erste und einzige mal, das ich e. fremdes billigteil benutzt hab, endete damit, dass die maschine soweit flog, wie das kabel lang war :evil:

angefangen bei verdächtiger hitzeentwicklung .. bis hin zu verklemmten ausschaltern: das war ein 2-minuten-angstbekommschnellkurs.

meine uralte 600w-flex (flex!) hat noch nie "mucken" gemacht, der schalter funktioniert mustergültig - und auch bei anderen markengeräten (hilti/flex/elu/makita/bosch 230er, elu/metabo/fein/bosch 125er) hatte ich noch nie probleme.

was e. billigwinkelschleifer taugen kann, wenn man den preis mal rückrechnet (hatte hier im forum mal jemand gemacht) ist die e. seite - der verlust einiger finger oder anderer körperteile ist die andere seite.

J-S-C
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Beitrag von J-S-C » Donnerstag 5. August 2004, 23:08

Hallo,

also wenn eine Firma die solch werkzeug einsetzt bei mir aufkreuzt, die könnte wie schon gesagt wurde wieder ihre koffer packen.

bei der quali der werkzeuge kann die arbeit ja nur noch schlechter sein.

@jürgen
ich habe sie nicht :-))))

hs

Beitrag von hs » Samstag 7. August 2004, 19:24

Hi,

nun - man muß klar abwägen.
Die Probleme bei billigem Werkzeug sind :
- man weiß (erst recht als Laie) nicht ob die Sache was taugt
- oft gehen die Käufer mit falschen Voraussetzungen an den
Kauf. Es ist doch vollkommen klar, daß ein €30-Bohrhammer nicht für den Hausabriß geeignet ist ... oder die €10-Flex nicht für stundenlanges schneiden von Ziegeln.

Das die billigen Werkzeuge generell Schrott sind, stimmt nicht.
Erst vor zwei Tagen habe ich mit einem (älteren) 12V-Akkuschrauber von 'MeisterCraft' mehrere Dutzend 50mm-Spaxschrauben problemlos verschraubt. O.K. das Teil hat keine Bremse (man 'rattert' eher bei eingeschraubter Schraube über den Kreuzschlitz) und kein Schnellspannfutter. Aber für den Gelegenheitsschrauber locker ausreichend (ist sogar schmaler als mein Bosch-Schrauber - man kommt also besser in die Ecken).
Mit der 1000Watt-Aldi-Bohrmaschine (die, welche Aldi zurückgerufen hat - ... ich habe meine behalten ;-) ) habe ich schon einige Metallteile poliert und vor kurzem vier 13mm-Bohrungen in dicken Winkelstahl gebohrt. Problemlos. Die Maschine hat viel Kraft und wurde auch bei heruntergeregelter Drehzahl für die 13mm-Bohrungen nicht warm. Für den gelegentlichen Einsatz also prima.
Ein Kumpel besitzt seit längerem einen 125mm-1000Watt-Winkelschleifer vom Aldi ('Parkside'), den ich auch schön öfter nutzte. Ein absolut brauchbares Gerät - es steht seiner blauen Bosch in nichts nach. Gut, möglicherweise wird die Parkside nicht so lange halten, aber dafür war sie ja auch um ein vielfaches günstiger. Für den gelegentlichen Einsatz aber ist das Gerät wunderbar.
Vom €30,- Bohrhammer, mit dem ich ja wirklich viele Bohrungen im Garagenboden erledigt habe, mit dem ein Kumpel div. Bohrungen in dickem Stahlblech gebohrt hat und der erst neulich wieder ein paar kleinere Betonecken abschlagen durfte, hatte ich ja bereits hier berichtet (incl. Fotos).
Schlußendlich gibt es dann noch die billige Interkrenn-Standbohrmaschine, die bei mir seit 1991 zuverlässig und ohne sicht- sowie fühlbaren Abnutzungen bohrt (bis 20mm in dickem Winkelstahl).

Natürlich habe ich auch Geräte aus der Billig-Sparte gehabt, welche nicht lange hielten :
- Black&Decker-Stichsäge hielt (wirklich kaum benutzt) gerade ein Jahr (eine kleine Black&Decker-Bohrmaschine hingegen liegt, oft benutzt, schon seit vielen Jahren im Schrank)
- in einer Billig-Flex (kauf vor ~ 10Jahren) hat sich irgendwas innen gelöst, so daß die Maschine unwahrscheinlich vibriert ... aber sie läuft noch ;-)
- T.I.P.-Schutzgasschweißgerät (auch vor über 10 Jahren gekauft) .... schweißt noch, aber weder die Verarbeitung noch die Langlebigkeit können wirklich überzeugen. Allerdings .... habe ich damit auch schon viel geschweißt (u.a. komplette Autokarosserie restauriert). So gesehen war das Gerät seinen Preis wert .... würde ich jetzt nochmal vor der Wahl stehen, würde ich mich allerdings nach einem gebrauchten Merkle umsehen - deren Verarbeitung ist deutlich besser (im Neupreis aber natürlich auch deutlich teurer).

Gruß, hs

flat
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Beitrag von flat » Dienstag 18. Januar 2005, 17:12

Für mich ist die Frage nach Billigwerkzeug auch ganz direkt mit der Frage verbunden, wie oft nutze ich das Gerät oder will ich es gar für den Rest meines Lebens zwar nicht oft genutzt aber im richtigen Moment einfach verläßlich verfügbar haben. Einen Akkuschrauber braucht man oft. Der sollte also schon ein vernünftiges Gerät sein. Die Billigdinger mögen für kleinere Aufgaben und kleine Schrauben ausreichen aber die Akkus halten nicht lange, die Ladegeräte sind meist Schrott (weil ohne Überladungsschutz und statt 1h mindestens 3,5h Ladzeit) und die Bohrfutter taugen auch nicht viel. Wer solch ein Gerät für eine bestimmte und wenig anspruchsvolle Arbeit einmal nutzen möchte und dann ggf. wegwerfen kann, für den mag der Billigschrauber ok sein. Ich möchte einen richtigen, kräftigen und ausdauernden Schrauber für die nächsten 15 Jahre. Genauso beim Bohrhammer. Der Billigheimer kann auch bohren aber mit welchem Aufwand? Die Billiggeräte sind oft viel schwerer, als sie leistungsfähig sind. Der große Bohrhammer von Einhell wiegt satte 7,5kg und hat 1000Watt Leistungsaufnahme, erreicht aber nicht mal das Leistungspotential eines Makita 2450 (2,4kg, 780 Watt, 2,7Joule, ca. 200,-€). Ist also für Bohrungen bis 18mm nutzbar, wenn man's nicht so eilig hat. Nur die Arme werden sehr viel schneller lahm und man schleppt den schweren Schrott mit sich herum. Also: für gelegentliche Arbeiten sicher benutzbar aber um welchen Preis? Mein Makita HR3000C wiegt nur 4,6kg, hat mit 5,3 Joule einen sehr viel größeren Bohrfortschritt und schafft sogar 30mm-Bohrungen ohne Verrenkungen. Ist allerdings auch 10 mal so teuer. Ich werde ihn auch nur selten wirklich brauchen aber wenn, dann kann ich mich darauf verlassen. Bei den Winkelschleifern ist es wieder etwas anders. Selbst die 10,-€-Teile schleifen und schruppen bei leichten bis mittleren Aufgaben, ohne abzurauchen. Nur machen sie dabei einen Höllenlärm wegen der unpräzisen Winkelgetriebe, die Lager verdrecken schneller und die zu schwachen Motörchen bleiben schon auch mal stehen, wenn man zu viel abfordert. Mein Makita 9565Z hat eine SJS-Rutschkupplung, ordentlich Power, eine gute Kapselung der Lager und ein relativ "leises" Getriebe und wenig Vibrationen. Und für diesen Komfort muß man eben zahlen. Es kommt also immer darauf an, was man damit machen will, wie oft man das Gerät benutzt und wie sehr man sich darauf verlassen können muß.
MAKITA BDF440SFE, HR3000C, 5017RKB, 4341CT, 9564Z, BO3700, TD020DSE, BML145, BMR100

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Alfred
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Beitrag von Alfred » Mittwoch 19. Januar 2005, 09:24

Hallo,
die Akkus werden zumeist per Temperaturüberwachung im Ladegerät abgeschaltet. Wenn der Akku seine Ladekapazität erreicht hat wird er warm (bei ca. 90% der Ladung) und hier greift dann der Temperatursensor/Schalter ein. Oft wird hier aber eine zu hohe Temperatur und Ladung erreicht die den Akku schädigt. Besser wären Pulsschnellader bzw. intelligente Ladegeräte.
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