Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

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mrt15
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Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von mrt15 » 7. Nov 2019, 11:16

Hallo,
ich habe bei meinem Holzhändler Mukulungu (Autranella congolensis, Autracon, Elanzok, Kolo, Mukungolo) Holz besorgt; es handelt sich um 40x60x1000 mm ..
Da es nicht billig war, möchte ich es nicht unwissentlich kaputtmachen bzw mein Werkzeug zerstören:
Was muss ich bei der Bearbeitung beachten?
* Verschraubungen möglichst genau vorbohren etc?
* Kann ich mit dem Holz (da es ja sehr hart und schwer ist) mein Werkzeug bsp. Elektrohobel oder Oberfräse zerstören? (Hobelmesser, Holzbohrer, Oberfräsen-Fräser etc?) Hatte gelesen, dass "Spezialstahl" empfohlen wird..
* Bei Bearbeitung --> reizender Staub für Schleimhäute


Bin dankbar für eure Hinweise.

Gruß Murat

Ein_Gast
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Ein_Gast » 7. Nov 2019, 13:07

Meine Erfahrugen beziehen sich auf Bongossi, das dürfte ähnlich schwer zu verarbeiten sein.
mrt15 hat geschrieben:
7. Nov 2019, 11:16
* Verschraubungen möglichst genau vorbohren etc?
Ja. Selbst, wenn sich das Holz beim Eindrehen nicht spaltet, kannst du problemlos die Schraube abreißen.
* Kann ich mit dem Holz (da es ja sehr hart und schwer ist) mein Werkzeug bsp. Elektrohobel oder Oberfräse zerstören? (Hobelmesser, Holzbohrer, Oberfräsen-Fräser etc?) Hatte gelesen, dass "Spezialstahl" empfohlen wird..
Höchstens durch Fehlbedienung (z. B. wie ein Berserker drücken). Allerdings ist der Materialverschleiß bei derart hartem Material erhöht. Irgendwelche Teile aus Spezialstahl musst du erstmal bekommen. Für Handgeräte im Heimbereich hast du für gewöhnlich die Wahl zwischen Hartmetall und HSS. Bei derart hartem Zeug würde ich eigentlich HM nehmen, allerdings habe ich gelesen, dass es feine Kieseleinlagerungen gibt - das könnte die HM-Teile zum Brechen bringen. Bleibt HSS übrig.

Außerdem solltest du an nicht-sichtbaren Stellen testen, welche Drehzahl geeignet ist. Du kannst dir problemlos Brandflecken einfangen sonst.
* Bei Bearbeitung --> reizender Staub für Schleimhäute
P2-Maske und Korbbrille

Brandmeister
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Brandmeister » 7. Nov 2019, 18:26

mrt15 hat geschrieben:
7. Nov 2019, 11:16
...
Hatte gelesen, dass "Spezialstahl" empfohlen wird..
Ich weiß jetzt ja nicht, was und wo du gelesen hast, aber hier ist eine recht ausführliche Quelle https://www.holzvomfach.de/fachwissen-h ... mukulungu/. Das Thema Spezialstahl hat mein Vorredner ja schon abgehandelt. Falls du mit Leim an das Holz willst --> Probeleimung und gucken, ob sich das Holz verfärbt.
Ein_Gast hat geschrieben:
7. Nov 2019, 13:07
mrt15 hat geschrieben:
7. Nov 2019, 11:16
* Bei Bearbeitung --> reizender Staub für Schleimhäute
P2-Maske und Korbbrille
Und falls vorhanden mit Absaugung arbeiten und ansonsten immer mal wieder den Arbeitsplatz absaugen.
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mrt15
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von mrt15 » 19. Nov 2019, 14:00

Danke erstmal für eure Antworten.

Da ich nun einige Erfahrungen sammeln konnte....
Ein_Gast hat geschrieben:
7. Nov 2019, 13:07
Bleibt HSS übrig.
...
Außerdem solltest du an nicht-sichtbaren Stellen testen, welche Drehzahl geeignet ist. Du kannst dir problemlos Brandflecken einfangen sonst.
Gehobelt habe ich mit dem GHO 40-82 mit der mitgelieferten Klinge. Dieser Hobel hat meines Wissens keine Drehzahleinstellung.
Ich wollte den von 70mm auf 52 runterhobeln. Am Ende wurde der Balken etwas krumm :crazy:
Sieht einfach aus, aber muss wohl hobeln lernen
Ein_Gast hat geschrieben:
7. Nov 2019, 13:07
* Bei Bearbeitung --> reizender Staub für Schleimhäute
P2-Maske und Korbbrille
Jupp, P2 maske hab ich getragen.. Bei dem Versuch meinen Sauger (Leider nur StaubKl. L) zu entleeren, habe ich die Maske kurz abgelegt und dann mit dem reizenden Staub Erfahrungen sammeln können..
Brandmeister hat geschrieben:
7. Nov 2019, 18:26
Und falls vorhanden mit Absaugung arbeiten und ansonsten immer mal wieder den Arbeitsplatz absaugen.
Hab keine Große Anlage, sondern im Keller nur ne kleine GAS

Brandmeister
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Brandmeister » 19. Nov 2019, 15:46

mrt15 hat geschrieben:
19. Nov 2019, 14:00
Gehobelt habe ich mit dem GHO 40-82 mit der mitgelieferten Klinge. Dieser Hobel hat meines Wissens keine Drehzahleinstellung.
Ich wollte den von 70mm auf 52 runterhobeln. Am Ende wurde der Balken etwas krumm
Sieht einfach aus, aber muss wohl hobeln lernen
Wow...hätte mir jemanden, in diesem Fall vorzugsweise eine Schreinerei gesucht, der 'ne Dickenhobelmaschine hat und gegen schmales Geld oder angemessene Tauschware die Hobelei übernimmt.
mrt15 hat geschrieben:
19. Nov 2019, 14:00
Brandmeister hat geschrieben: ↑07.11.2019, 18:26 hat geschrieben: Und falls vorhanden mit Absaugung arbeiten und ansonsten immer mal wieder den Arbeitsplatz absaugen.
Hab keine Große Anlage, sondern im Keller nur ne kleine GAS
Ich weiß ja nicht, worauf du den Zuschnitt und welcher Boschsauger dies genau ist, aber hast du mal geguckt, ob der zum Absaugen von Elektrowerkzeugen geeignet ist?
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Brandmeister » 19. Nov 2019, 16:41

Brandmeister hat geschrieben:
19. Nov 2019, 15:46
Ich weiß ja nicht, worauf du den Zuschnitt
...den Zuschnitt gemacht hast sollte das heißen.
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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Dev » 19. Nov 2019, 22:24

Ein_Gast hat geschrieben:
7. Nov 2019, 13:07
Ja. Selbst, wenn sich das Holz beim Eindrehen nicht spaltet, kannst du problemlos die Schraube abreißen.
Und selbst beim Eindrehen in ein korrekt vorgebohrtes Loch wird die Schraube richtig heiß. Ich habe das einmal mit einer 6x50 in Bongossi erlebt, die ich mit dem Akkuschrauber (im 1. Gang) eingedreht habe und dann direkt wieder herausgeschraubt habe, weil ich ein Teil vergessen hatte.
An der Schraube konnte man sich problemlos die Finger verbrennen.

Und abgerissen habe ich so eine 6x50 Schraube trotz Markenware auch schon mal, obwohl ich mit dem Kerndurchmesser der Schraube vorgebohrt hatte. Was ich seit dem bei Bongossi mache: Die Spitze der Schraube mit einem ganz kleinen Klecks Fett versehen. Dann schraubt es sich wie geschmiert. :mrgreen:
Bei lackiertem Holz, das dementsprechend später sowieso als "belastetes Holz" entsorgt werden muss, ist eine Stecknadelkopf große Menge Schmierfett meines Erachtens verschmerzbar. Und die abgerissene Schraube im Fensterrahmen war echt verdammt nervig wieder herauszubekommen. Ich hatte großes Glück, sie gerade noch mit der Gripzange zu fassen zu kriegen.

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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von Ein_Gast » 19. Nov 2019, 23:26

mrt15 hat geschrieben:
19. Nov 2019, 14:00
Jupp, P2 maske hab ich getragen.. Bei dem Versuch meinen Sauger (Leider nur StaubKl. L) zu entleeren, habe ich die Maske kurz abgelegt und dann mit dem reizenden Staub Erfahrungen sammeln können..
Zumindest scheint meine Empfehlung bis dahin funktioniert zu haben. :mrgreen:

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Re: Was beachten bei Mukulungu Verarbeitung?

Beitrag von mrt15 » 21. Nov 2019, 13:09

Brandmeister hat geschrieben:
19. Nov 2019, 15:46
Wow...hätte mir jemanden, in diesem Fall vorzugsweise eine Schreinerei gesucht, der 'ne Dickenhobelmaschine hat und gegen schmales Geld oder angemessene Tauschware die Hobelei übernimmt.
In diesem einem Fall denkbar. Da aber sägerauhe Balken deutlich günstiger sind als gehobelte, möchte ich langfristig gerne selber hobeln können :top: Ständig zum Schreiner rennen, wäre für mich auf Dauer zu teuer. :mrgreen:
Brandmeister hat geschrieben:
19. Nov 2019, 15:46
Ich weiß ja nicht, worauf du den Zuschnitt und welcher Boschsauger dies genau ist, aber hast du mal geguckt, ob der zum Absaugen von Elektrowerkzeugen geeignet ist?
Der Sauger hat nen Steckplatz für ein Elektrowerkzeug, welcher sich einschaltet, wenn ich das Werkzeug einschalte.
Dev hat geschrieben:
19. Nov 2019, 22:24
Die Spitze der Schraube mit einem ganz kleinen Klecks Fett versehen. Dann schraubt es sich wie geschmiert. :mrgreen:
Aber dann lässt die sich doch auch leichter wieder rausdrehen?

Ein_Gast hat geschrieben:
19. Nov 2019, 23:26
Zumindest scheint meine Empfehlung bis dahin funktioniert zu haben. :mrgreen:
Nächstes mal bin ich vorsichtiger :mrgreen:

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