Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

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powersupply
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von powersupply » 14. Feb 2020, 23:07

Ich denke, dass es der Mix aus Festigkeit, Abdichtungsvermögen und Hitzebeständigkeit ist der das Zeugs sehr billig gegenüber Alternativwerkstoffen daherkommen lässt.
Dennoch habe ich Unverständnis, dass nach REACH noch Asbest in solch hochwertigen Maschinen eingesetzt wird bzw wo auch immer hergestellt hier vertrieben werden.

PS

GiovanniB
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von GiovanniB » 14. Feb 2020, 23:39

Was mich doch überrascht ist, dass die Maschinen gegen Kaufpreis bzw. UVP zurückgenommen werden und nicht gründlich gesäubert, mit einer neuen Dichtung versehen und evtl. mit einem Bonus aus dem Fein Zubehörsortiment als Entschädigung wieder zurückgeliefert werden. Das wäre bedeutend nachhaltiger.

Wenn die Gefahr wirklich so groß wäre, dass das nicht möglich ist, dann müssten alle Anwender dieser Maschinen bereits wegen deren Nutzung dem sicheren Lungentod entgegensehen und kein Asbest-Entsorger dürfte seine Arbeit überlebt haben, denn dabei geht es weitaus legärer zur Sache, wie ich aus eigener Anschauung bei einer seriösen lokalen Fachfirma miterleben musste, die einstmals unser Welleternit-Dach "entsorgt" hat.

Dev
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von Dev » 15. Feb 2020, 00:47

GiovanniB hat geschrieben:
14. Feb 2020, 23:39
und kein Asbest-Entsorger dürfte seine Arbeit überlebt haben, denn dabei geht es weitaus legärer zur Sache, wie ich aus eigener Anschauung bei einer seriösen lokalen Fachfirma miterleben musste, die einstmals unser Welleternit-Dach "entsorgt" hat.
Das kann ich leider auch für den folgenden Entsorgungsschritt bestätigen. Ich war kürzlich bei der örtlichen Deponie, um etwas Bauschutt zu entsorgen. Da lieferte gerade jemand einen ordentlich verpackten Beutel mit Asbestmüll ab. So ca. ein viertel Kubikmeter sauber in Folie eingeschlagen, mit Klebeband (mit Warnaufdruck!) verschlossen - so richtig vorbildlich.
Das Paket wurde dann mit dem Radlader derart unsanft auf den restlichen Haufen Asbestmüll geworden, dass die Verpackung komplett aufgerissen ist und es munter aus dem Paket rausstaubte.
Ich habe dann lieber etwas Abstand gehalten...
Es geht hier, wie aus der Fein Meldung ersichtlich ist, um Flachdichtungen zur (Getriebe)-Gehäuse Abdichtung.
Ok, ich gebe zu: Ich habe die Mitteilung von Fein nur kurz überflogen und nicht gründlich gelesen. Ich dachte daher an eine Dichtung des Getriebegehäuses an rotierenden Teilen.
Was mich doch überrascht ist, dass die Maschinen gegen Kaufpreis bzw. UVP zurückgenommen werden und nicht gründlich gesäubert, mit einer neuen Dichtung versehen und evtl. mit einem Bonus aus dem Fein Zubehörsortiment als Entschädigung wieder zurückgeliefert werden. Das wäre bedeutend nachhaltiger.
Da muss ich Dir leider Recht geben. Es ist schade, hochwertiges Werkzeug deswegen zu vernichten - und darauf scheint es derzeit hinauszulaufen.

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Alfred
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von Alfred » 15. Feb 2020, 09:12

GiovanniB hat geschrieben:
14. Feb 2020, 23:39
Was mich doch überrascht ist, dass die Maschinen gegen Kaufpreis bzw. UVP zurückgenommen werden und nicht gründlich gesäubert, mit einer neuen Dichtung versehen und evtl. mit einem Bonus aus dem Fein Zubehörsortiment als Entschädigung wieder zurückgeliefert werden. Das wäre bedeutend nachhaltiger.
vermutlich soll das Produkt komplett aus dem Umlauf verschwinden, so müsste man eine aufwendige Logistik für alt/neu führen und lange einen Nachrüst- Umrüstarbeitsplatz vorhalten weil vielleicht in 5 Jahren noch eine Maschine zurückkommt. Möglicherweise erschlägt man damit auch noch andere Fehler in der Maschine.
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von Dirk » 15. Feb 2020, 10:46

Das kann ich mir auch gut vorstellen. Anders gesagt: in meinen Augen vollkommen übertriebener Aktionismus, um unter dem Deckmäntelchen des Anwenderschutz auch andere Probleme aus der Welt zu bekommen. Aber gut, kann dem Anwender nur Recht sein.

Hinzu kommt, dass es mich schon durchaus verwundert, wenn ein deutscher Hersteller (das sind oftmals diejenigen, die sich bei "zwei Tage über die Garantie hinaus" auf "Sorry, Pech gehabt, Garantie abgelaufen" bzw. siehe FEIN-Homepage:
"Bitte füllen Sie das Kontaktformular auf unserer Homepage bis Freitag, 28. Februar 2020, vollständig aus."
berufen) ein Gerät nicht nur zurückruft, sondern entweder die UVP erstattet oder gegen eine gleich- oder höherwertige Neumaschine austauscht. Was passiert eigentlich bei Eigentümern, die von dem Rückruf erst im Juni 2021 erfahren?... :ducken:

Nochmal @Dev: natürlich könnte es theoretisch zu einem Problem für Reparaturbetriebe kommen. Das kann man lösen, in dem man die Ersatzdichtungen mit einer entsprechenden Handlungsanweisung versendet und all diejenigen, die man schon in der Datenbank hat, schriftlich informiert. Davon ab bleibe ich dabei: die Gesundheitsgefahr bei einer Flachdichtung geht gegen Null, selbst dann, wenn man sie abschaben müsste, einfach weil sie zu wenig spröde ist und in der Regel dann wohl auch mit Maschinenfett benetzt. Ist ja kein Eternit.

Ich betone es nochmal: Asbest und daraus folgend Asbestose sind kein Spaß, ich habe jemanden an Asbestose krepieren (sterben ist zu nett) sehen. Aber ob das hier nur für eine Gehäuse-Flachdichtung wirklich notwendig ist? :kp:
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von J-A-U » 15. Feb 2020, 10:59

Ich vermute das Fein sich entweder bei den Vorschriften unsicher ist oder einfach die Anwendung dieser scheut um die Dichtungen an den Maschinen zu ersetzen. Dirk mag das bei einer einzelnen Maschine egal sein. Wenn da aber Geräte von '11-'18 zurücklaufen dann sitzt da einer wohl mehrere Wochen und macht nix anderes als eben diese Dichtungen abzukratzen und die Geräte zu reinigen. Da ist es schon angebracht einen separaten Raum einzurichten und für jede Kippenpause den Einweganzug zu tauschen

Da ist eintüten und wegwerfen halt einfacher und ohne Risiko.


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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von kulturpaeda » 15. Feb 2020, 11:11

Alfred hat geschrieben:
15. Feb 2020, 09:12
Möglicherweise erschlägt man damit auch noch andere Fehler in der Maschine.
Mir drängt sich auch der Verdacht auf, dass man (Fein) sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht traut, über den "elephant in the room" zu sprechen..

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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von Dirk » 15. Feb 2020, 11:19

J-A-U hat geschrieben:
15. Feb 2020, 10:59
Wenn da aber Geräte von '11-'18 zurücklaufen dann sitzt da einer wohl mehrere Wochen und macht nix anderes als eben diese Dichtungen abzukratzen und die Geräte zu reinigen.
Ehm. Und komplette Neuproduktion ist in Deinen Augen günstiger? Merkwürdig.
Noch etwas anderes: bei intakten Maschinen müssen keine Dichtungen ausgetauscht werden. Wie Hans Gürth schon anmerkte, dürfte eine Maschine reif für den Schrott sein, wenn an der Stelle, wo die Flachdichtung sitzt, ein Stück Flachdichtung herauspurzelt.
Da ist es schon angebracht einen separaten Raum einzurichten und für jede Kippenpause den Einweganzug zu tauschen
Arbeitstische mit Absaugung existieren, nicht nur in der Chemie. Niemand muss für eine Flachdichtung einen Einweganzug tragen.
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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von michaelhild » 15. Feb 2020, 12:32

Ich finde das Vorgehen auch sehr suspekt.
Es handelt sich ja um keine Maschinen für paareurofuffzisch, die da angeblich nur wegen einer einzigen Dichtung in die Presse kommen sollen.
Vom Thema Nachhaltigkeit, über das aktuell an fast jedem Ort zu jeder Zeit geredet wird ganz zu schweigen.
Grüße Micha

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Re: Fein - Rückruf Kernbohrmaschinen

Beitrag von Ein_Gast » 15. Feb 2020, 12:42

Dirk hat geschrieben:
15. Feb 2020, 10:46
Hinzu kommt, dass es mich schon durchaus verwundert, wenn ein deutscher Hersteller ... ein Gerät nicht nur zurückruft, sondern entweder die UVP erstattet oder gegen eine gleich- oder höherwertige Neumaschine austauscht.
Hatte schon überlegt, mir noch schnell 10 solcher Dinger zu kaufen und dann den Beleg zu "verlieren". :rotfl:

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