"made in Germany" - ein Kapitel geht zu Ende!

Diskutiere "made in Germany" - ein Kapitel geht zu Ende! im Forum Handwerkzeuge im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Gerade kome ich von der Kölner Eisenwarenmesse (bzw. neudeutsch: practical world) zurück und mußte leider viele deprimierende Nachrichten zur...
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Werkzeug-Django

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Gerade kome ich von der Kölner Eisenwarenmesse (bzw. neudeutsch: practical world) zurück und mußte leider viele deprimierende Nachrichten zur Kenntnis nehmen.
So ist beispielsweise die Firma Bahco Belzer (früher auch als Sandvik bekannt) einer meiner wichtigeren Lieferanten und deckt bei mir den Bereich Sägen, Feilen und Raspeln, Schraubendreher, Stecknüsse und Beile und Äxte ab.
In Köln habe ich erfahren, dass die Bahco-Belzer -Schraubendreher, die bisher in Iserlohn produziert wurden, ab Juni in Spanien gefertigt werden.
Derartige Nachrichten häufen sich rapide - selbst FLEX läßt seinen neuen 1000 Watt-125mm-Winkelschleifer (VK 69,- Euro) jetzt in China produzieren.

Ich persönlich nehme dies zum Anlaß, zukünftig auch die Produktionsstandorte bei der Lieferantenauswahl zu berücksichtigen.
Mein Leiternlieferant wirbt damit, dass seine Leitern nur zu deutschen Tarifen in Deutschland produziert werden - doch bei der Erneuerung seines LKW-Fuhrparkes wollte er zunächst preisgünstige LKW´s aus Italien kaufen. Erst seine Mitarbeiter machten ihn darauf aufmerksam, wie unglaubwürdig seine Standortargumentation sei, wenn er die Leitern dann mit ausländischen Billig-LKW´s zum Kunden bringt. Nun freut sich ein deutscher Nutzfahrzeughersteller mit einem Stern als Markenzeichen über 4 verkaufte Lastzüge.
Diese Handlungsweise verdient allergrößten Respekt - ob es sich nun um Schraubendreher oder Lastzüge handelt.


Wie sagte schon der alte Indianer:

Erst wenn die letzte deutsche Stanze in China steht,
die letzten Fertigungsroboter nach Indien verschifft wurden
und die letzte Gesenkschmiede nach Osteuropa abgewandert ist,
werdet ihr merken,
das Arbeitslose kein Werkzeug kaufen!
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Hallo Werkzeug-Django,

bin auch gerade aus Köln zurückgekommen. Ganz so schwarz, wie du es in der Überschrift bezeichnest, würde ich die Situation aber nicht sehen. Dennoch gab es einige Dinge auf der Messe, die zu Denken geben sollten. Es scheinen mehr Innovation aus Fernost als von den deutschen Werkzeugherstellern zu kommen. Gleich mehrere deutsche Handwerkzeughersteller von Elora bis Gedore präsentierten als Neuheit Ratschen-Ring-Maulschlüssel "made in Taiwan". Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn der deutschen Werkzeugindustrie nichts besseres mehr einfällt, als diese durchaus praktischen Schraubenschlüssel mit ihrem Label zu versehen.

Aber auch Kopien von deutschen oder auch anderen Qualitätsprodukten waren wieder mal auf der Messe zu sehen. Es gab wieder eine Reihe von Abmahnungen gegenüber chinesischen Ausstellern, weil Produkte namhafter Hersteller kopiert wurden – sowohl Handwerkzeuge wie auch Motoren. Honda zum Beispiel hat allein zwölf Aussteller, die Nachbauten von Honda-Motoren auf den Ständen hatten, abgemahnt. Solche Motoren könnten mit Billigrasenmähern demnächst auch auf den deutschen Markt kommen. Sie sehen zwar aus wie alte Honda-Motoren, werden aber von chinesischen Kopierwerken hergestellt. Qualität, Leistung und auch das Emissionsverhalten entsprechen nicht dem Original. Service wird's beim Honda-Händler sicher auch nicht geben.
 
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Dietrich

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Hallo Werkzeugfreunde,

diese besorgniseregenden Entwicklungen haben wir Leuten zu verdanken, die nie ein Werkzeug in der Hand hatten, denen unsere deutsche Tradition als Maschinenbau und Werkzeugnation, am Hintern vorbei geht, im allgemeinen werden solche Leute als Kaufleute bezeichnet. Nicht im hergebrachten Sinn, die sehen nur ein Ziel vor Augen, aus möglichst wenig Geld, so viel Geld wie möglich zu machen, ohne jegliche soziale und gesellschaftliche Verantwortung.
Männer, was wir erleben ist der Turbo-Kapitalismus amerikanischer Machart!
Ich befürchte, es werden auch Menschen in nahem Umkreis (Familie; Freunde) nicht verschont.
Um dieser Entwicklung als Verbraucher zu begegnen, sollte man bei allem was man so kauft, fragen wo dieses produziert wird! Bei zweifelhafter Antwort, lieber woanders schauen, nur so, bringen wir, die Masse der Verbraucher, wenigstens die einheimischen Hersteller dazu, nicht abzuwandern.

Admin: ist es wirklich so, Gedore lässt in Taiwan bauen?

Gruß Dietrich
 
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Karsten Bernhardt

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Hallo Django

Stimmt, leider fertigen wir Bahco-Belzer bald nicht mehr hier bei uns, jedenfalls nicht die Ergoklingen.
Macht aber nichts, dieselbe Qualität kannst Du natürlich weiterhin
von uns bekommen, aber als X-Gripp.
In vielen Gesprächen auf der Messe war die Rede von "die Billigen aus dem Osten machen uns das Geschäft kaputt", was ich eigentlich nicht ganz verstehe.
Wir haben es doch selber angezettelt.
Erst karren wir die Produktion in den Osten und dann merken wir das die Kaufkraft hier, durch die erhöhte Arbeitslosigkeit und Nullrunden beim Lohn, nachlässt.

@Heinz Alfred
Ich würde die Situation noch ein wenig mehr schwärzen.
Man kann den Billigeinkäufern, egal ob Handel oder Zukauf für das eigene Programm, gar nicht oft genug sagen das Ihre Kinder auch noch Arbeit brauchen und bestimmt nicht zur Arbeit nach CZ fahren wollen.
Einen schönen Gruß an die Einkäufer, solange Sie noch Arbeit haben :wink:

@Dietrich
Es ist nicht alles Gold was glänzt, leider.
Es gibt aber durchaus noch Hersteller wie uns, die alles in Deutschland fertigen, aber leider werden es immer weniger.
 
Alfred

Alfred

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Hallo,
jeder hat auf der Welt die Möglichkeit irgendetwas zu fertigen und zu verkaufen. Das ist ja noch nichts Schlimmes. Die Qualität und der Preis werden dann die jeweilige Nachfrage steuern. Wenn man dann nachfragt warum bei uns z.B. die Lohnkosten so hoch sind kommt man auf die hohen Lebenshaltungskosten. Und warum sind diese vergleichsweise so hoch? Weil z.B die Miete hier für eine durchschnittliche 3 Zimmer-Wohnung 900 € kostet. Diese teure Miete resultiert aus knappen Grund und Boden. Wir sind in diesem Land so viele Leute dass wir nicht mehr wirtschaftlich und konkurenzfähig handeln können. Daneben kommen noch Probleme mit dem Straßenverkehr, teurer Sozialstandard, teure Bildung und Überegulierung aus vergangenen Zeiten. Dazu wird immer noch wahnsinnigerweise Zuwanderung gefordert. Durch die lasche Visumsvergabe der rot-grünen Regierung für Turistenvisa in Osteuropa (Staatssekretär Vollmer von den Grünen) sind in der Zeit von 2000-2002 Millionen "Urlauber" hängengeblieben. Nach neuesten Berechnungen sind in der Ukraine und umliegenden Ländern aus diesem sich rumgesprochenen Boom noch bis zu 3 Millionen Leute die immer noch auf einen Transfer warten. Diese sind von ihrer Herkunft bis aus Pakistan, Indien, China usw.
Also wenn man sich nach gut deutscher Art wieder über alles andere beschwert und Schuldige sucht, dann muss man auch mal die Fehler erkennen die im eigenen Land gemacht worden sind. Den Produzenten in Fernost ist es relativ egal ob wir Probleme damit haben oder nicht, die werden immer weiter und billig produzieren solange bei uns die Leute doch immer wieder nach dem Billigsten Schauen und kaufen.
Gruß
Alfred
 
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Werkzeug-Django

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Wenn wir hier schon politisch werden, dann will ich auch mal so richtig vom Leder ziehen.

In meinen Augen sind die Gewerkschaften hauptursächlich für die Massenarbeitslosigkeit und den damit zusammenhängenden Folgen.
Jahrzehntelang war es ein gewerkschaftliches Dogma, auch ungelernten oder angelernten Arbeitern vergleichsweise hohe Löhne zuzugestehen. Dadurch wurden auch einfache Tätigkeiten in Deutschland teuer oder sogar unbezahlbar. In der Folge wurden diese Jobs automatisiert oder direkt ins Ausland verlagert.
Das wollen die Gewerkschaftsbonzen natürlich nicht einsehen und schieben die Schuld auf den "Turbokapitalismus" (mein Gott - was für eine Phrase!) und die soziale Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber - doch de facto haben wir den Gewerkschaftsbossen die Massenarbeitslosigkeit zumindest mit zu verdanken.
Die Gewerkschaften sind heutzutage ein Sprachrohr derjenigen, die nicht arbeiten wollen oder nicht arbeiten können - sie gehören auf den Müllhaufen der Geschichte. Wer sich auf seinem Arbeitsplatz engagiert und sich mit seinem Arbeitgeber und seinem Job identifiziert, braucht weder Gewerkschaften noch realitätsferne Betriebsrats-Vorschriften, nach 42, 40, 38,5 oder sogar nur 35 Stunden Arbeitszeit nach Hause gehen zu müssen.
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Jetzt wird es aber richtig politisch.

@Werkzeug-Django
Die Gewerkschaften als hauptverantwortlich für die Massenarbeitslosigkeit zu machen ist blanker Unsinn.
Fordern die Gewerkschaften höhere Löhne zur Stärkung der Binnennachfrage, wird dieses Konzept von den Unternehmerverbänden scharf kritisiert, weil es angeblich keine Arbeitsplätze schafft (es geht ja schließlich um ihre eigene Tasche). Senkt die Regierung die Steuern nur ein wenig, sind es die selben Unternehmerverbände, die schreien, das ist zu wenig, weil nur mehr Geld in den Taschen der Menschen mehr Nachfrage und damit mehr Arbeitsplätze schafft.

In den letzten Jahren sind die Gewinne vieler Unternehmen explodiert. In den Taschen der meisten Arbeiter ist jedoch heute real nicht mehr als vor zehn Jahren.
Und was ist mit dem Geld in den Taschen der Aktionäre? Schafft das neue Arbeitsplätze?
 
Alfred

Alfred

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Hallo,
zu den Gewerkschaften kann man nicht viel sagen außer das der Selbstzweck dominiert, die eigentliche Aufgabe den Arbeitnehmer durch Verbandsarbeit gesammelt zu vertreten ist in den Hintergrund getreten. Es hat sich bei den Gewerkschaften vielmehr eine eigene politische Kraft entwickelt die fehl am Platz ist. Zur Arbeitszeit kann man folgenden Schluss feststellen: Die Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Std/Woche hat kaum Arbeitsplätze geschaffen, es wird im Umkehrschluss die Erhöhung der Arbeitszeit auf über 40 Stunden keine Arbeitsplätze kosten.
Ein Hauptübel in der vorangegangenen Diskussion möchte ich noch erwähnen - die Preissteigerung seit dem Euro. Wenn ich den Käse vom Statistischen Landesamt lese mit 1,2%, oder meinen die pro Monat, dann sind es auch 14,4%. Einige einfache Artikel aus dem Lebensmitteleinkauf: 1 Salatgurke im Januar kostete im Extremfall 1,10 DM, heute ist es kein Einzelfall bei Aldi 0,95€ dafür zu bezahlen, unlängst sah ich in der Metro 1,25€, früher 1L Olivenöl bei Aldi 3,29DM heute 2,79€ und weiter so bei vielen Dingen. Erdgas kostet heute so viel in € wie früher in DM, alein die Grundgebühr ist bei uns uns heuer um 25 % gestiegen. Beim Strom ist es ähnlich, unsere Gemeinde freut sich dass der neue Konzessionsvertrag mit ihr 500.000 € in die Gemeindekasse "spühlt", wir zahlen dafür mehr fürs KW.
Die Teuerung durch den € ist leider ein hausgemachtes Problem, dafür können wir das Ausland (USA u. Fernost) nicht verantwortlich machen.
Gruß
Alfred
 
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Werkzeug-Django

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In den letzten Jahren sind die Gewinne vieler Unternehmen explodiert
Nun, H.A., in der "old economy" gibt es nur wenige Firmen, deren Gewinne explodiert sind. Egal, ob es sich um Hersteller von Schraubendrehern oder von Autos handelt!

Aber ich meine, diese Diskussion gehört nicht in ein Werkzeugforum, sondern eher in ein Politik oder Polemik oder Satireforum :lol:

Lasst uns lieber über Werkzeuge unterhalten, und wenn man sich mal so richtig auslassen will, gibt es ja noch die Rubrik "Billigwerkzeuge" :evil:

Schönen Abend noch
Werkzeug-Django[/quote]
 
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dolmar-sammler

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Es war aber sehr interessant und gibt zu denken, ich werde mal meine Lieferanten fragen, wo sie fertigen lassen.
 
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Dominik Liesenfeld

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Moin!

vor ein paar Tagen gekauft (schnell gegriffen, auf die Marke verlassen!): Bosch HSS-R Metallbohrer 20mm mit Rundschaft... MADE IN RUSSIA. Wohl rollgewalzt, läuft wie ein Treteimer. Kp 16,50 Euro.

Ab heute nur noch, wo 'Made in Germany' draufsteht und drinsteckt. Es reicht.
 
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StefanS

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Hallo zusammen,

das alles ist ein zweischneidiges Schwert:

Ich möchte zu bedenken geben, dass es einfach nicht stimmt, dass in Deutschland die Arbeitskosten so extrem hoch sind. Ich wohne in Frankreich, dem grossen Nachbarn von Deutschland. Wie oft wird argumentiert, dass die Deutschen ja so viel mehr "verdienen" als die Franzosen ! Ist auch durchaus richtig, wenn man nur die Bruttovergütung sieht. Aber, wenn man einmal die Kosten für den Arbeitgeber betrachtet, stellt sich heraus, dass diese z.B. in Frankreich erheblich höher liegen als in Deutschland. Deutschland und Frankreich zusammen bilden immer noch den Kern des modernen Europa: Das holländische, das irische, das spanische Modell - alles erworbn auf dem Rücken von Europa, und zudem gescheitert. Die Diskussion um die hohen Arbeitskosten in Deutschland mag ich wirklich nicht mehr führen.

Auf der anderen Seite bleibt natürlich der Umstand, dass im rohstoffarmen Deutschland die Fertigung von Niedrigtechnologie einfach nicht (mehr) lohnt. Es ist durchaus normal, dass eine derartige Produktion ins östliche oder südostliche Ausland abwandert. Es wäre noch nicht einmal wirtschaftlich sinvoll, diese in Deuschland zu behalten. Dabei bleibt natürlich das Problem, dass es auf Dauer nicht gutgehen kann, wenn die Wertschöüfung ganz wesentlich ins Ausland verlagert wird, der Umsatz und Absatz aber im Inland erwartet wird. Produktion im Ausland, aber Absatz im Inland - diese Gleichung geht einfach nicht auf.

Alles in allem halte ich einen Ansatz wie "kaufe nur Made in Germany !" einfach nicht für haltbar. Richtiger wäre "schaffe Hightech in Germany !". Nur, was machen wir mit denjenigen, die solche olympiatreifen Leistungen nicht bringen ? Versorgen ??

Beste Grüsse
Stefan
 
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Dominik Liesenfeld

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Hallo!

möchte mich inofern etwas revidieren, auch z.b.ein Japaner á la Makita ist gewünscht, dafür aber kein Outgesourceder Deutscher Hersteller, der seinen Kram bei fallender Qualität aus dem Osten bezieht.
Hatte mich eben mal wieder etwas zu sehr aufgeregt :oops:, mir ist vor paar Tagen auch noch der Fernost-Billigschraubstock verreckt, der auf der Modellbahnwerkbank war (drehbarer Schraubstock, bei dem beim nachziehen der Spannmutter/Hebel des Drehtellers der ganze Dom, der die Schraube gehalten hat, zerbröselt ist)

Hightech Made in Germany-eine schöne Idee, nur kommen wir damit in vielen Bereichen 10 Jahre oder mehr zu spät. Umsatzbringender Hightech(->Unterhaltungselektronik!) ist fast komplett abgewandert, einzig auf Wissenschaftlichen Gebieten und hier und da im Maschinen/Industriebau haben wir noch den Fuß in der Tür, nur wird es ohne schützende Stahlkappe (sprich Rückhalt durch den Staat, Absatzmärkte, Kaufkraftsteigerung) verdammt eng für die Zehen.
 
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Dominik Liesenfeld

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Nachsatz:

Auch wenn die Kaufkraft da wäre - die Meute muss erst mal wieder für Made in Germany und die damit implizierte und geforderte Qualität sensibilisiert werden. Billig&Schnell ist mit dem Min-Max-Prinzip der Unternehmen und deren Kurzsichtigkeit(Bilanzen! Aktionäre!!) ein Teufelkreis, aus dem nur Vernunft und Nachhaltigkeit entkommen hilft. Wie es damit bestellt ist?...
 
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Dietrich

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Hallo Dominik,

Werkzeug und Maschinenkauf hat etwas mit Bildung und informieren zu tun!

Wir sind in den letzten Jahren zum Land der Abiturienten geworden, die zu blöd sind Schreiner zu lernen, und behaupten sie wollten das gar nicht.

Diese "gebildeten" Leute kaufen Werkzeug im Baumarkt und Discounter, nehmen aber Leuten die einen anständigen Beruf gelernt haben, auf diese Weise die Arbeit weg!

Wenn Man denen dann sagt was gutes Werkzeug kostet, halten die einen für bekloppt:)

Die jetzige Oma und Opa Generation, wollte das es den Kindern und Enkeln mal besser geht, vor allem sollten sie nicht mehr schwer arbeiten müssen.

Ergebnis ist ein Verwaltungswasserkopf in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, der von der arbeitenden Bevölkerung mit sinkenden Realeinkommen bezahlt werden muß. Nach bald 27 Jahren im Betrieb, habe ich 3 Rationalisierungen erlebt/überlebt, unser Rathaus ist 3 mal vergrößert worden:(

Gruß Dietrich
 
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Dominik Liesenfeld

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Hallo!

Dietrich-in meinen Augen triffst du voll den Kern der Sache.

Das Ansehen des Handwerks ist eh stark gesunken, zum einen durch die angesprochenen gesellschaftlichen Entwicklungen, allerdings auch durch viele Schwarze Schafe, bei denen das Min-Max Prinzip auch schon auf der Stirn eintätowiert oder -gebrannt ist.
 
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Dietrich

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Hallo Dominik,

vielen Dank für den Zuspruch!

Möchte noch ergänzen, alles ist noch nicht verloren, wir, also die, die sich einbilden informiert zu sein (wenn ich an die Auseinandersetzungen der letzten Wochen denke, glaube ich es bald selbst nicht mehr), sollten wirklich konsequent langlebige Produkte kaufen, die sind im Momment teuer, über ihre Lebensdauer aber weitaus preiswerter.
Wir leisten uns unter jammern über 40 Millionen m3 Treibstoff für unsere Fortbewegung im Jahr, den m3 für 1100 €, Autos mit großen Motoren boomen, wir könnten mit der Hälfte auskommen. Wieviel könnte jeder Haushalt im Jahr, mehr in langlebige Produkte, unter anderem Werkzeug, ausgeben?
Im Schnitt wären es 1500-3000€
Und das jedes Jahr!

Gruß Dietrich
 
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