Wann und welchen Gehörschutz verwendet Ihr?

Diskutiere Wann und welchen Gehörschutz verwendet Ihr? im Forum Arbeitschutz und Arbeitssicherheit im Bereich Anwendungsforen - Hallo, Welche Art von Gehörschutz nutzt Ihr und wann? Laut Wiki-Artikel zum Gehörschutz ist Gehörschutz ab 85dB(A) am Arbeitsplatz...
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  • #21
SchwarzeSonne schrieb:
Stimmt - hab ich mir auch mal sagen lassen. Verstanden hab ich das unter "Schädigungs-Aspekten" jedoch nicht.
Die "Stöpsel" dämpfen ausschl. den Teil des schädigenden Schalls, der über Luftschall -> Gehörgang -> Mittelohr -> Innenohr gelangt.
Der Teil des schädigenden Schalls, der auf den Knochen trifft und dann via Knochenleitung direkt und ohne Umweg ins Innenohr geleitet wird, können die "Stöpsel" logischerweise bauartbedingt nicht dämpfen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil an Gehörschäden wird eben leider mit durch die Knochenleitung verursacht.


Grüße

Iggy
 
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  • #22
Den besten Schutz bieten Otoplastiken + Kapselgehörschutz, da kann man sehr gut hören was mit Knochenleitung gemeint ist.

Iggy schrieb:
Aus Arbeitsschutzaspekten ist deshalb der Kapselgehörschutz i.d.R. klar zu bevorzugen.
Nach diesem Artikel bietet der Kapselgehörschutz nicht mehr Schutz. Was logisch erscheint, denn man müsste um die Knochenleitung zu reduzieren, den ganzen Schädel(knochen) abschirmen.

Iggy schrieb:
Ein nicht unbeträchtlicher Teil an Gehörschäden wird eben leider mit durch die Knochenleitung verursacht.
Gibt es da Quellen für?
 
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  • #23
Ich find´s absolut logisch. Die Ohrmuschel ist komplett von Knochen hinterlagert. Auch wenn der Schall in den kompletten Schädelknochen einkoppelt, so wird der Knochenbereich, der dem Ohr am nächsten liegt doch mit der Kapsel abgedeckt.

Als ich vor zwanzig Jahren meinen Jagdschein gemacht habe, wurde damals schon darauf hingewiesen, Kapselschützer zu verwenden um die (so wurde es damals genannt) "Neben-Gehörgänge" abzudecken.
 
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  • #24
Ich lass mich gerne umstimmen, wenn es denn eine belegte Tatsache ist und nicht bei anonymen Meinungen aus dem Internet von irgendwo bleibt.
Gerade bei Gesundheitsgefährdung muss das doch belegt/getestet worden sein.

Schiessen ist ein gutes Stichwort, da habe ich gestern folgendes gelesen:


Diese Arbeiten beweisen den Wert des Gehörschutzes, wobei es wenig Unterschied in der Wirkung von Kapsel-Gehörschutz und Schaumstoff-Stöpseln gibt. So fand eine britische Studie bei zwei Geschützmannschaften von L118/9 195 mm Howitzer (Hamel gun) Kanonen, die lediglich 7 Meter auseinanderstanden, nach jeweils 40 Schüssen an zwei Tagen keinerlei Einschränkung des Hörvermögens der EAR Schaumstoff-Stöpsel tragenden Mannschaften.


Quelle

Obwohl ich den Test nicht besonders aussagekräftig finde, ist es immerhin ein Anhaltspunkt, wogegen ich zu der Behauptung, das die Knochenleitung Gehörschäden verursacht/Kapseln besser schützen, nichts gefunden habe.

Hier wird nochmal das Prinzip der Knochenleitung erklärt:

Es gibt aber noch einen anderen Weg ins Ohr: über den Knochenschall. Trifft ein lautes Schallereignis auf den Kopf, so bringt es den Schädelknochen in Schwingungen. Der gesamte Kopf wirkt wie ein Mikrofon, welches durch eintreffenden Schall in Bewegung gebracht wird. Diese Schwingungen übertragen sich auf das Mittelohr, einen luftgefüllten Raum im Schädelknochen. Sie übertragen sich auch auf das Innenohr, einen schneckenförmigen Raum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist und in dem die Hörsinneszellen sitzen.

Quelle
 
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  • #25
VorsichtStufe schrieb:
Ich lass mich gerne umstimmen, wenn es denn eine belegte Tatsache ist und nicht bei anonymen Meinungen aus dem Internet von irgendwo bleibt.
Gerade bei Gesundheitsgefährdung muss das doch belegt/getestet worden sein.
...
Wenig befriedigend für Dich wird sein, daß das - unter anderem - Thema von (Selbst-)Versuchen im Physiologie-Praktikum des Medizinstudiums war (noch ist?), Stichwort "Rinne-Test" (läßt sich googeln); ebenfalls Thema in der HNO-Vorlesung - ich war überall dabei. :zunge: :bierchen:
Generell dürfte es aber logisch sein, daß wenn man einen Teil des den Schall als Knochenschall weiterleitenden Knochens abdeckt, der Schalleintrag geringer wird (das passiert mit dem Kapselgehörschutz durch Abdeckung des Knochens rund ums Ohr).
Der durch den Kapselgehörschutz weitgehend abgedeckte Warzenfortsatz ist dabei durch seine Lagebeziehung (enge Nachbarschaft) zu Mittel- und auch Innenohr von besonderer Bedeutung.
Nicht umsonst wird die Knochenleitung. u.a. beim oben angesprochenen "Rinne-Test", am Wartzenfortsatz gestestet - einfach weil an dieser Stelle die Kochenleitug aufgrund der anatomischen Gegebeheiten am allerbesten funktioniert.

Der Vollständiglkeit halber: In diversen Veröffentlichungen von Berufsgenossenschaften wird, bei vergleichbarer Dämpfungsleistung, kein Unterschied zwischen Kapsel~ und Stöpsel gemacht.


Grüße

Stefan
 
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  • #26
Die wichtigste Schlussfolgerung aus den letzten Beiträgen ist wohl, auch mlt Gehörschutz sich tunlichst nicht lange Zeit starken Geräuschen auszusetzen, natürlich einfacher gesagt als getan, beosnders für Leute die beruflich im Lärm arbeiten. Als Hobbyist sollte man sich aber regelmäßige Pausen ohne Lärm zur Pflicht machen. Hier mal ein Link zur Höchstdauer der Lärmbelastung.

Da ich bereits hörgeschädigt bin (nicht aufgrund von Lärm) und daher weiß, was es heißt, Hörgeräte tragen zu müssen, setze ich ständig einen Hörschutz auf, auch zum Rasenmähen oder Heckenschneiden, und in der Werkstatt sowieso, allerdings sehe ich hier, dass es wohl wesentlich besseres gibt und ich ihn wohl mal ersetzen sollte.

Erschreckend ist, dass kaum ein Arbeiter auf der Baustelle oder in der Werkstatt Gehörschutz trägt, auch wenn mit sehr lautem Gerät gearbeitet wird. Hinter unserem Garten wurde mal die Straße erneuert und ein Baggerführer (der natürlich bei geöffneter Tür auf seiner Maschine saß) lachte mich nachgerade aus, als ich mit dem Rasenmäher und Gehörschutz an ihm vorbeikam...
 
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  • #27
marmotte27 schrieb:
...
Erschreckend ist, dass kaum ein Arbeiter auf der Baustelle oder in der Werkstatt Gehörschutz trägt, auch wenn mit sehr lautem Gerät gearbeitet wird. Hinter unserem Garten wurde mal die Straße erneuert und ein Baggerführer (der natürlich bei geöffneter Tür auf seiner Maschine saß) lachte mich nachgerade aus, als ich mit dem Rasenmäher und Gehörschutz an ihm vorbeikam...
:bierchen:

War bei mir auf der Baustelle das Gleiche.
Drei Mann haben tagelang mit Hiltis die alte Abdichtung von meinen Kelleraußenwänden 'runtergemeißelt - EINER hat Gehörschutz getragen. :crazy:

Ich bohre mittlerweile kein einziges Loch in Mauerwerk oder Beton mehr ohne Gehörschutz, seit ich tinnitusbedingt (glücklicherweise ohne Gehörschaden) extrem lärmempfindlich bin.
Sägen mit Stich- oder Säbelsäge nur mit Gehörschutz, beim Rasenmähen das Gleiche - selbst bei Arbeiten mit Hammer und Meißel trage ich ihn (bzw. muß ich ihn tragen sonst tut es richtiggehend weh).


Grüße

Iggy
 
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  • #28
Bei mir ist es seit gut 3 Jahren so, dass mich Lärm im zunehmenden Maße nervt. Was mch früher nur am Rande oder bei extremer Belastung (ab 110 db) genervt hat, setzt mittlerweile wesentlich früher ein.

Gerade hohe, schrille Töne (Kreissäge, Flex etc.) machen mich ohne Gehörschutz wahnsinnig - die gedämpften Geräusche durch den Gehörschutz sind da eine regelechte Wohltat.

Keine Ahnung woran es liegt - aber ich hab den Peltor immer dabei.
 
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  • #29
SchwarzeSonne schrieb:
Keine Ahnung woran es liegt - aber ich hab den Peltor immer dabei.

Das liegt daran, dass sich mit zunehmender Schwerhörigkeit die Gesamdbandbreite des Hörvermögens reduziert. Also sowohl die Empfindlichkeit für die niedrigen Amplituden wie auch das zu laut Empfinden zusammengeschoben. Der positive Nebeneffekt ist, dass nuancen von Lautstärkeunterschieden noch besser unterschieden werden können.
Hörgeräteakustiker orientieren sich bei der Einstellung der maximalen Lautstärke von Hörgeräten an diesem oberen Wert.

PS
 
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  • #30
Ähhh....also bin ich auf dem Weg zur Schwerhörigkeit???

Na super :!:
 
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  • #31
powersupply schrieb:
Das liegt daran, dass sich mit zunehmender Schwerhörigkeit...
Da ist sicherlich was dran, ziehe den Fachmann allerdings der Ferndiagnose vom Elektriker(?) vor.

Weil:
Bei von der BG verordneten Untersuchungen beim Arzt, schneidet mein Hörvermögen sehr gut ab, obwohl es mir ebenso wie SchwarzeSonne geht, nur das ich ständig Ohrstöpsel benutze.

Das liegt auch daran das mir, im Gegensatz zu früher, stärker bewusst ist, das Lärm Stress(-hormone) auslöst.
 
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  • #32
Das mit der Schwerhörigkeit wurde vielleicht ein wenig falsch von mir dargestellt. Aber mit zunehmendem Alterr geht zunehmend ein wenig des gehörs verloren. beim einem mehr bei Anderen weniger.
Zuerst bei den ganz hohen Tönen. Die ÄÄlteren von uns erinnern sich sicherlich noch an das Pfeifen der Zeilentransfomatoren der konventionellen Fernsehgeräte mit knappp über 15kHz welches mit zunehmendem Alter nicht mehr störte oder gar nicht mehr hörbar war.
Das mit der Hörschwelle für zu laute Töne ist sicherlich auch ein wenig subjektive Einstellung ändert sich aber wirklich mit zunehmendem Hörverlust hin zu kleinerer Lautstärke. Das mag sicherlich auch mit einem zunehmenden Bewusstsein für das eigene Gehör einhergehen und musss natürlich nicht gleich ein Indiz für Schwerhörigkeit sein.

PS
 
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  • #33
Ich grab hier mal die goldene Schaufel aus, es wurden ja schon einige Modelle genannt die ich in der Auswahl habe/hatte.

Der Optime III scheint ja wirklich in Ordnung zu sein.
Ich tendiere aber mehr zum SportTac

http://www.amazon.de/Peltor-MT6H210...F8&qid=1445361036&sr=8-7&keywords=gehörschutz

Oder alternativ zum Howard Leight Modell.

http://www.amazon.de/Howard-Leight-...F8&qid=1445360963&sr=8-9&keywords=gehörschutz

Die beiden verlinkten Modelle scheinen ja top zu sein.
Kürzlich konnte ich einen SportTac auf einer zwischenmenschlichen Schießerei (Hochzeit) :mrgreen: kurz ausprobieren und war begeistert.
Da hört man ja die Vöglein zwitschern und trotzdem kommt der Schuß nur sehr angenehm gedämpft durch.

Aaaaaber: Der SportTac wird überall als Schießwaffenschutz beworben, sprich er filtert rasend schnell Schußgeräusche raus.
Wie ist das wenn ich den in der Werkstatt trage und die Maschinen das schädliche Geräuschniveau immer erst in einigen Sekunden erreichen?

Mir gehts vorrangig darum nicht immer den Schutz abnehmen zu müssen wenn ich mal schnell für 1-2 Minuten was anderes mache als an der TKS oder Fräse zu stehen.

Ob der Schutz jetzt 20,- 60,- oder 150,- kostet ist absolut zweitrangig, er sollte nur wirklich TOP sein für die Werkstatt.
Ein Tinitus im linken Ohr reicht mir. :roll:

Danke für Eure Erfahrungen!
 
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  • #34
Nimm den X4A...
 
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  • #35
moto4631 schrieb:
Mir gehts vorrangig darum nicht immer den Schutz abnehmen zu müssen wenn ich mal schnell für 1-2 Minuten was anderes mache als an der TKS oder Fräse zu stehen.
Ich lass den dann einfach auf :wink: (Peltor Optime III)
 
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  • #37
Kann man sich beim X4A normal unterhalten während man ihn trägt?
 
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  • #38
Wesentlich besser als mit dem Optime III
 
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  • #39
Ich will ja auch keine Memorien diktieren währenddessen aber wenn jemand den Raum betritt und mit mir redet wär ich schon froh wenn ich das mitkriegen würde. :mrgreen:
 
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