Universalbohrer - Erfahrungen und Empfehlungen?

Diskutiere Universalbohrer - Erfahrungen und Empfehlungen? im Forum Elektrowerkzeuge im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Hallo zusammen, hat schon einmal jemand Erfahrungen mit diversen "Universalbohrern" gesammelt? Insbesondere würde mich interessieren, ob Produkte...
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t$e

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Hallo zusammen,

hat schon einmal jemand Erfahrungen mit diversen "Universalbohrern" gesammelt? Insbesondere würde mich interessieren, ob Produkte wie

http://www.hse24.de/is-bin/INTERSHO...playProductInformation-Start?ProductID=728000
oder
http://www.rictools.de/ricshop.htm??universalbohrer

halten, was sie scheinbar versprechen, oder ob man sich doch lieber auf bekannte Hersteller verläßt wie z.B. Bosch/Hawera (Multi Construction). Hat schon jemand Erfahrungen mit dem einen oder anderen gemacht?

Besten Dank und

gruß,
marc
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Ich würde nicht allen Werbesprüchen glauben. Einen wirklichen Universalbohrer gibt es wohl nicht, aber Bohrer, die speziell für eine bestimmte Anwendung desiignt sind und solche, die einen etwas breiteren Anwendungsbereich haben, aber sich nicht überall die optimale Leistung bringen.
Der Multikonstruktion-Bohrer von Bosch ist ein Bohrer für den Baubereich, mit dem in einem Arbeitsgang ganz unterschiedliche Materialien gebohrt werden können, zum Beispiel Metallbeschlag, Holzleiste und Wand. Das spart gerade dem professionellen Anwender Zeit und damit Geld.
Soll jedoch nur in Metall, Holz oder Beton gebohrt werden, gibt es sicher leistungsfähigere Bohrer.
 
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t$e

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Hallo,

da stimme ich Dir voll und ganz zu. Der Hintergrund ist folgender: Ich war nun schon mehrfach und werde in Zukunft noch öfter in der Situation sein, in einer Betonwand oder -decke auf eine Eisenarmierung zu treffen und für diesen Anwendungsfall scheint mir einer dieser "Universalbohrer" schlichtweg am effektivsten: Mit dem "normalen" Hammerbohrer läßt sich das Eisen verständlicherweise nicht mit vertretbarem Materialeinsatz durchbohren und der Wechsel auf einen Metallbohrer führt wiederum dazu, daß dieser vom Beton (mit dem man zwangsläufig in Kontakt kommt) übermäßig schnell dahingerafft wird. Von daher erschien es mir sinnvoll, bei eben solchen Armierungstreffern den Hammerbohrer gegen einen solchen Universalbohrer zu tauschen und damit das Eisen zu durchbohren; Da diese Bohrer angeblich auch für Stein/Beton geeignet sind, sollte es nicht viel schaden, wenn man nach der Armierung wieder kurzfristig auf Beton trifft um dann mit dem Hammerbohrer weiterzumachen.

gruß,
marc
 
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MarkusS

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Wenn man den Text auf der Rictools-Seite durchliest könnte man wirklich den Eindruck bekommen dass diese Bohrer die Lösung aller Probleme sind.

Stellen sich allerdings einige Fragen:

- Im professionellen Bereich sind durchweg Maschinen mit SDSplus-Aufnahme üblich (bei kleineren Bohrerdimensionen), warum gibt es diese Bohrer nur mit zylindrischem Schaft (bzw. ab einer bestimmten Grösse mit Sechskant) - damit fallen so ziemlich alle (gewerblichen) Anwender pneumatischer Bohrhämmer aus der Gruppe potentieller Nutzer raus.

- Wenn diese Bohrer so toll sind müssten sie sich doch schon lange am Markt durchgesetzt haben bzw. an jeder Ecke angeboten werden?

- Der Verfasser des Textes bei Rictools ist in seinen Kenntnissen der Bohrertechnik ca. 10-15 Jahre hintendran. Es gibt durchaus "konventionelle" Bohrer die auch geeignet sind, durch Armierung zu bohren - u.a darüber haben wir erst gestern hier diskutiert http://www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic1775.html

- Armierungstreffer sind eher die Ausnahme denn die Norm, selbst in meiner stahlverseuchten Hütte schaffe ich es relativ selten, mal ein Eisen zu treffen. I.d.R. merkt man es relativ deutlich wenn man auf Eisen trifft, wenn man dann ganz einfach gegensteuert indem man nebendran bohrt oder den Winkel ändert passiert auch einem einfachen Bohrer i.d.R. nix, wenn man allerdings wie ein Elch auf die Maschine drückt braucht man sich nicht zu wundern wenns den Bohrer vorne kürzt. Last but not least sollte man es sich sowieso nicht zu Gewohnheit machen, in Armierungseisen zu bohren, die sind aus anderen Gründen im Beton.

- Diese Superbohrer gehen wahrscheinlich spätestens beim Nachschleifen über die Wupper. Bohrer schleifen ist nicht wirklich trivial, da gehört ein gewisses KnowHow und ein ruhiges Händchen dazu, speziell dann wenn man eine ganz bestimmte Geometrie hinschleifen muss um diese Bohreigenschaften zu erhalten, da hilft dann auch eine Sichtschleifscheibe nix mehr.

- Irgendeine Garantie- / Gewährleistungszusage finde ich bei Rictools auf der Bohrerseite nicht, das nimmt dann bei solchen Wunderbohreren echt Wunder :D

Gruss
Markus
 
H

hs

Guest
Hi,

für wirkliche Metallbearbeitung würde ich die Dinger nicht verwenden. Die schreiben da zwar was von Da der KING Universalbohrer wie ein Fräser arbeitet, benötigt er eine hohe Drehzahl zwischen 2.000 und 3.000 UPM - aber das ist eher ein durch'formen' was die in den Veranstaltungen vorführen.
Auch mit können Sie mit etwas Öl oder auch Wasser kühlen. wäre ich umsichtig : Hartmetalle sollte man entweder nur voll kühlen oder garnicht. Bei späterer Hinzugabe kann es nämlich passieren, daß das Material springt.
Im Profibereich werden hierfür meist sehr teure Bohrer aus massivem Hartmetall verwendet, deren Einsatz aufgrund ihrer Bruchempfindlichkeit jedoch hochwertige stationäre Bohrmaschinen erfordert. ... man bekommt natürlich auch hartmetallbestückte Bohrer. Allerdings muß man eh' die Frage stellen, wie maßhaltig die Bohrungen mit diesen 'Wunder'bohrern übehaupt werden. Vergleicht man mal bereits die Optik von 'richtigen' Metallbohrern und den 'tollen' Bohrern, braucht man eigentlich keine weiteren Fragen zu stellen.
Das sind Werkzeuge um 'Löcher zu machen' .... aber nicht um Bohrungen anzufertigen. Ein Vollhartmetallbohrer kostet etwas über das doppelte dieser 'King'-Bohrer ... allerdings sind diese dann nicht nur präzise geschliffen, sondern man weiß auch welches Hartmetall dort verwendet wurde.
Auch die Bemerkungen bzgl. NE-Metalle und Edelstahl weist ganz klar auf eine eher schabende Schneide hin - Hartmetallbohrer gibt es nämlich sehrwohl für Edelstahl oder Alu - allerdings sind die dann 'vernünftig' geschliffen :wink:


----
Wo es sicher ganz praktisch sein kann, ist der erwähnte Einsatzfall bei Beton/Armierung. Weil der Bohrer schärfer sein wird, als ein Steinbohrer mit negativer Schneide. Allerdings könnte man sich, eine geeignete Schleifscheibe und Können vorausgesetzt, solche Bohrer aus normalen Steinbohrern auch selber fertigen.

Gruß, hs
P.S. @MarkusS SDS gibt es auch : Speziell für Bohrhämmer mit SDSplus-Aufnahme gibt es die KING Hammerbohrer bis 1000 mm Länge in ähnlicher Ausführung, näheres auf Anfrage!
 
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Neptun

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also mit nem guten sds Bohrer sind armierungstreffer in der Regel kein problem. .....das die Armierung nicht ohne Grund drinnen ist steht ausser Frage. Aber bei uns in Österreich ist in der Regel die 3fache sicherheit armiert. Da machen a paar eiserl nix aus wennst du sie abbohrst.
 
B

Black-Gripen

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Hi,

ich habe die Hawera Multi Construction Bohrer zu meinem Akkuschrauber bekommen. Diese Bohrer sind auch mehr für den Akkuschrauber-EInsatz gedacht, nicht für Hämmer.

Es gibt auch professionelle Anwender die mit Akkuschraubern arbeiten.

Von den Bohrern habe ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet, sind aber okay.
Um einfache Löcher zu machen sind die okay. Für Metalle aber ungeeigenet vielleicht für ST-37, das wars.

Fazit:
Wer keinen passenden Bohrer zur Hand hat, oder es anstatt rund auch etwas oval sein darf (man muß aber auch beachten das handgeführtes bohren nicht den Genauigkeiten einer CNC-Maschine entspricht), okay, ansonsten für jeden Werkstoff den richtigen Bohrer mit der richtigen Schneidgeometrie.
 
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kurzse

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habe die hawera multiconstruktion bohrer im einsatz und bis wirklich begeistert (habe jedoch mit metall keine erfahrungen gesammelt) zum fliesen bohren und beton/ziegel etc. sind die wirklich gut, sowohl im akkuschrauber als auch im bohrhammer...
kann ich nur empfehlen. von format soll es steinbohrer mit speziellen HM spitzen geben die gerade für armierten beton geeignet sein sollen...
 
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flat

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Das Problem bei Armierungstreffern ist meist weniger die Schwierigkeit, mit einem Steinbohrer durchzukommen, sondern das Verhaken des Bohrers in der einseitig getroffenen Armierung. Dabei bricht dann auch mal ein Bohrer ab. Und selbst wenn die Rutschkupplung des Bohrhammers trennt, kann man dieses Loch dann vergessen, weil der Hammer den Beton drum herum schon gelöst hat und die Bewehrung recht frei liegt und geradezu zum Verhaken einlädt. Das läßt sich dann kaum noch bohren.
 
H

hs

Guest
Hi,

ich habe im Hoffmann-Katalog auch solche (oder so ähnliche) Bohrer gefunden. Es gibt einmal welche 'Auch zum Drehbohren in Hart- und Weichholz, Kunststoffen, Acryl und Keramik. Durch Schneidenkorrektur auch zum Bohren von gehärteten Stahl geeignet' und dann noch 'Hartmetall-Mehrzweckbohrer' in 4, 5, 6, 8, 10 und 12mm in nurmaler Länge, in lang (10mm 250mm lang) und mit SDS-plus (260mm lang).

Die erste Version kostet in 10mm €2,70, die Mehrzweckversion in 10mm €4,21 (lang €6,50 | SDS €8,76)

Gruß, hs
 
Thema: Universalbohrer - Erfahrungen und Empfehlungen?

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