"Universal"-Elektrode

Diskutiere "Universal"-Elektrode im Forum Schweißtechnik im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Hallo, ich wollte - da ich mich damit nicht derart gut auskenne und im Internet wenig Material gefunden habe - informieren welche Elektroden zum...
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schoki

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Hallo,

ich wollte - da ich mich damit nicht derart gut auskenne und im Internet wenig Material gefunden habe - informieren welche Elektroden zum Schweißen für mich am besten geeignet wären.

Das es die UniversalElektrode nicht geben wird, ahne ich schon :lol:

Nur suche ich eine Elektrode, die sich auch für Anfänger leicht verschweißen lässt.
Bei z.B. Westfalia werden E angepriesen, die super auf Rost, ... halten, "Im Kontakt verschweißt werden können", usw.

Was ist davon zu halten???`

Mir geht es primär darum, dass wenn ich in den Werkzeugladen gehe und Elektroden will, ich nicht total unbedarft reingehe.
Die Grundunterscheidungen in bezug auf die Kennzahlen habe ich mir schon mal ausgedruckt, ich brauche nur Tipps in Bezug auf welche Rutil-Elektrode für den Anfang am besten ist, und welche Stärke die universellste darstellt.

Gruß und schon mal danke
Steffen
 
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Reiner

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Hallo schoki,

also Elektroden sind im Grunde genommen eine Wissenschaft für sich, aber keine Angst, für den "normalen" Anwender ist alles doch ganz einfach: Denn da kommen bei der Verarbeitung von "schwarzem" Stahl eigentlich nur zwei Elektrodentypen zur Anwendung:

* RR (dick rutilumhüllt) und
* RC (rutil-celluloseumhüllt)

Die RR zündet sehr gut, ergibt ein schönes Schweißnahtaussehen und die schlacke lässt sich leicht entfernen. Nachteil: man kann mit ihr keine Steig-/Fallnähte schweißen. Der wohl typischste Vertreter dieses Typs ist die Elektrode E 420 RR 12 (wird z.B. von Oerlikon als "Fincord" angeboten)-

Für Arbeiten, die mit der RR nicht zu machen sind (z.B. Steig-/Fallnähte), verwendet man dann die RC. Da mit der RC auch alle Arbeiten erledigt werden können, die mit der RR machbar sind (mit geringen Abstrichen eben beim Nahtaussehen und der Schlackenentfernbarkeit) ist die RC somit DIE Universalelektrode. In Handweksbetrieben wird mit dieser Elektrode oftmal alles erledigt. Typischster Vertreter ist die E 380 RC 11(Oerlikon: Overcord).

Falls Du Anfänger bist, empfehle ich Dir von beiden ein Päckchen zu kaufen und zuerst einmal mit der RR zu beginnen - Du wirst bald verstehen, warum ...

Der Durchmesser hängt natürlich von der Materialstärke der zu verbindenen Teile ab. Im Heimwerkerbereich würde ich Dir zu 2,5 mm raten. Da bist Du recht flexibel.

Alles gesagte gilt nur für Schwarzstahl. Für Edelstah gibt es wieder spezielle Typen, und es werden auch "richtige" Universalelektroden angeboten - Universal bezieht sich dabei auf den zu verbindenen Werkstoff. Wenn man den nicht genau kennt, kann man zu solchen Universalelektroden greifen. Aber: die sind im Vergleich z.B. zu RR oder RC um mindestens das doppelte teurer und man solte schon schweißen können, um damit ein brauchbares Ergebnis erzielen zu können.

Guck auch ´mal hier:

http://www.oerlikon.de/deutsch/frameset_nav02_01.html

-> Schweißzusatzwerkstoffe


Auch hier wird Dir geholfen:

http://www.ewm.de

-> Service -> Einfach mehr wissen -> Fiblen -> E-Hand -> ansehen


Gruß

Reiner


Ah ja, noch ein Tip: Lorch bietet Elektroden in relativ kleinen Verpackungseinheiten an. Wenn Du wenig schweißt, ist es sinnvoll, evtl. nich gleich die normal großen Packungen von Oelikon etc. zu kaufen und dann viel Geld in Form von Elektroden im Keller herumliegen zu haben....
http://www.lorch-direct.de/
 
S

schoki

Threadstarter
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Hallo Reiner,

danke für die Tipps, das war DIE Klärung meiner Fragen bezüglich Elektroden!

Nur eine Frage noch: was ist von den Baumarkt-Elektroden zu halten? (hab gestern nachgesehen, sind 10er-Packs mit Rutil-Zellulose-Elektroden).

Schönes WE

Steffen
 
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Reiner

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Hallo schoki,

also wenn du micht frägst: Baumarkt und Schweißen - das geht nicht gut ! (Meine Einstellung gegenüber Baumärkten - insbesondere wenn es um das Thema schweißen geht - ist vielleicht etwas extrem, aber dafür habe ich auch meine Gründe ...)

Mir geht es primär darum, dass wenn ich in den Werkzeugladen gehe und Elektroden will, ich nicht total unbedarft reingehe.
Also den Baumarkt als Werkzeugladen zu bezeichen ??? Je nach dem was das für ein Baumarkt ist, wird den Mitarbeitern dort RR oder RC schon nichts sagen. Allerdings muss ich fairerweise auch dazusagen, dass Dir das in einem "normalen" Werkzeugfachgeschäft auch passieren kann - schweißen ist wirklich ein Kapitel für sich. Wenn Du wirklich gute Beratung haben möchtest, dann sollte der entsprechende Verkäufer wenigstens selbst schweißen können damit er weiß von was er redet. Ich fahre ganz gut mit dem Kontakt zu zwei Vertretern Schweißgerateherstellern. Von denen beziehe ich Elektroden, Schweißdraht, etc. Und die können beide vernünftig(st) schweißen - sieht ja dumm aus wenn man einem potentiellen Kunden seine tolle Anlage vorführen will und nur rumbrutzelt ... Entsprechend erstklassig ist auch die Beratung.

Zum Thema Preis: Keine Ahnung was der 10er Pack Elektroden im Baumarkt kostet, aber ich könnte fast meinen XXXXX darauf wetten, dass Du die Elektroden beim Fachhändler / Vertreter zu einem gleichen oder besseren Preis bekommst.

Falls Du doch in den Baumarkt gehst, und wissen willst, was von den Elektroden zu halten ist: Entweder sie entsprechen der DIN und sind entsprechend gekennzeichnet (siehe meine vorheriges Posting) dann können die Elektroden das, was ich Dir geschrieben habe. Oder sie sind nicht so gekennzeichnet, dann würde ich sie da liegen lassen, wo sie sind, nähmilich im Regal des Baumarktes.

Noch ein kleiner Tipp: Der Hersteller mit den orangenen Geräten aus Uhingen (fängt mit R an und hört mit ehm auf) hat in ganz Deutschland Aussendienstler. Du findest den für Dich zuständigen bei denen auf der Homepage

www.rehm-online.de

Ruf´ den doch ´mal an.


Gruß und schönes Wochenende

Reiner


Ach ja, kannst auch ´mal hier gucken:

http://www.weldorado.de/

Die Preise sind zum Teil aber nicht so dolle (hängt vom Artikel ab, die Masseleitungen z.B. sind z.B. recht günstig, die Elektroden finde ich recht teuer). Aber dann kannst Du ´mal mit den Baumarktrpreisen vergleichen.
 
Alfred

Alfred

Moderator
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Bei Oerlikon bekommst du auch immer ein Paar Musterelektroden, ich habe mir die immer selber geholt weil der Standort München-Planegg nur ein paar Km weg ist, es dürfte aber auch per Anfrage und Post funktionieren. Ich habe die Fincord M und S, bei beiden ist "alle Positionen außer Fallnaht" angegeben, ich halte die Eigenschaft aber für etwas übertrieben. Von der Overcord habe ich auch noch Muster liegen, ebenso von der Supranox(Edelstahl), aber noch nicht probiert.
 
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Nino

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Hallo,

Für anfänger sind am besten die Böhm-Elektroden OHV, FOX KE und ET50 geeignet
 
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hs

Guest
Hi,

schoki schrieb:
Bei z.B. Westfalia werden E angepriesen, die super auf Rost, ... halten,

... auf Rost hält nichts (vernünftig). Jeder der z.B. mal ein Auto 'durch den TÜV geschweißt' hat, weiß zwar, daß man z.B. mit einem Schutzgasschweißgerät auch neues Material auf rostiges Blech 'schweißen' kann, .... aber weiß auch, daß es eher ein kleben und pfuschen - statt schweißen ist.
Mit den von Alfred genannten Oerlikon Fincord habe ich schweißen gelernt : sie laufen sehr gut, erzeugen optisch schöne, feinschuppige Nähte (mit Schlacke die sich gut selber löst) und lassen sich sehr universell einsetzen (als Grundnaht bei mehrlagigen Kehlnähten haben wir die Oerlikon Citorex verwendet - deren Naht ist rauher, dafür brennt sie besser ein).
Falls Du die Möglichkeit hast Oerlikon-Elektroden kaufen zu können (z.B. im Fachhandel oder über einen Bekannten der im Metallbereich tätig ist), dann würde ich auch zu den Fincord raten.

Gruß, hs
 
H

hainbuche

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hallo
beim blechschweissen lautet die faustformel elektrodenstärke
gleich blechstärke und schweisstrom = elektrodenstärke X 40.
im zweifel empfehlung auf der packung folgen.
du kannst mit duennen elektroden auch dickere materialien
verschweissen indem du mehrere naehte uebereinander
schweisst. nach jeder naht schlacke entfernen nicht
vergessen. :wink:
mit dicken elektrode duenne bleche verschweissen: ich hab
noch niemand kennengelernt der halbe naehte schweissen
kann. :wink:

neben oerlikon gib es auch noch andere hersteller:
vergleichbar mit den oerlikon overcord ist z.b. die phoenix blau
und mit den oerlikon fincord die phoenix gruen.
je nach händler nehm ich meist die oerlikon oder die phoenix, weil die meist am lager sind. ich hab aber auch schon mit elektroden anderer hersteller gute ergebnisse erzielt.

mfg hainbuche
 
Alfred

Alfred

Moderator
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bei meinem Umstieg vom normalen Schweißtrafo auf ein Inverterschweißgerät habe ich anfänglich die Leistung unterschätzt. Ich würde bei der genannten Formel für die Blechdicke hier eher noch 30% abziehen. Ebenso in der DIN für die Schutzgläser eins hochgehen.
 
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