Muß ein Akku wirklich 132,- Euro kosten?

Diskutiere Muß ein Akku wirklich 132,- Euro kosten? im Forum Akkuwerkzeuge im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Ich schon wieder :oops: Ich besitze seit ca. 1 1/2 Jahren einen Bosch Akkuschrauber PSR (oder GSR?) 14,4V PR2 oder so, jedenfalls ein blaues...
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moto4631

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Ich schon wieder :oops:

Ich besitze seit ca. 1 1/2 Jahren einen Bosch Akkuschrauber PSR (oder GSR?) 14,4V PR2 oder so, jedenfalls ein blaues Gerät mit dem ich eigentlich ausgesprochen zufrieden bin.

Toller Schrauber, tolles Handling und ordentlich Kraft.

Soweit das Positive.


Jetzt das andere :roll:

Ich behandle meine Akkus mehr als pfleglich und versuche auch die neue Generation Akkus immer so weit wie möglich zu entladen bevor ich sie wieder in die Ladestation stecke.
Nun, nach eben 1 1/2 Jahren fängt einer der Akkus zu schwächeln an.
Das würd ich jetzt nichtmal als Problem erachten, der Schrauber wird massiv benutzt und ich kann damit leben wenn ein Akku mal den Geist aufgibt.

Also auf Bosch gegoogelt und den Akku rausgesucht.

Nettopreis: 132,- Euro !!!!

Spinnen die? Das ganze Gerät mit 2 (!) Akkus hat damals (ich weiß nicht mehr genau) 179,- oder 199,- gekostet.

Und nun kostet ein Akku beinahe soviel wie das ganze Set?

Gibt es für Bosch-Akkus auch eine günstigere Bezugsquelle oder kann man die evtl. öffnen und richten?
 
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moto4631

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Vielen Dank, das sind ja schonmal einige interessante Angebote.

Sagt mal kann es sein daß die Shops irgendwie alle gleich aussehen? Kommt mir halt so vor.

Und beim Stöbern ergeben sich für mich zwei Fragen:

1. Kann ich theoretisch in meinen Akkuschrauber auch einen 2,0er Ampere-Akku stecken oder knallt mir dann das Bohrfutter runter?

2. Ich bin handwerklich begabt (hör ich zumindest dauernd wenn was zu richten ist :roll: ) das kann doch nicht so schwer sein seinen Akku selber wieder hinzubiegen.
Ich hab nachgesehen, die Akkus haben 3 Schrauben und eine verschweißte Schraube, wohl aus Garantiegründen.
Akku aufmachen, Zellen tauschen, zuschrauben oder?

Wie erfahre ich welcher Akkupack dann in meinen Akku paßt?

Vielen Dank schonmal bis hierher! :F5
 
H. Gürth

H. Gürth

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PSR (oder GSR?) 14,4V PR2 oder so, jedenfalls ein blaues Gerät mit ........

Etwas genauer wäre sicherlich hilfreich. Auf dem Akku steht eine 10-stellige Bestellnummer drauf.

Aber bei einem Gesamtpreis von ca. 160,-- xxxxx Euro für Maschine mit 2 Akuus, kann es eigentlich nur die Sparversion der Blauen gewesen sein. Die haben Akkus mit 1,5 Ah in Ni-Cad. Technik

Der Preis hierfür ist 55,99

Die Akkus der Heavy-Duty Modelle, also die richtig kräftigen, haben im Katalog 2005 Akkus in Ni.- Mh mit 2,6 Ah.
Dieser kostet zur Zeit 124,--
Immer Endpreise incl. Mwst. Deutsche Preisliste.
Möglicherweise in A auf Grund anderer Mwst. etwas teurer.
Allerdings, wenn Preisvergleiche angestellt werden, gleiche Kapazität (Ah) und Bauweise (Ni-Cad oder Ni-Mh) wählen.
 
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moto4631

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@ H. Gürth

Ich hab den Thread im Büro gestartet und auf die Entfernung von 14km konnte ich es nicht so genau ablesen, da die Tür zur Werkstatt zu war. :wink:

Es ist ein GSR 14,4 VE-2 mit 1,4 Ah.
Und ich hab nachgesehen, es war ein Weihnachts-Set und kostete 249,- Euro, also doch ein bissl mehr als angenommen.

Werd mich mal erkundigen (sofern es hier keiner weiß, was ich gar nicht glauben kann :D ) wie das aussieht mit Akkutausch.
Das trau ich mir auf der Stelle zu.

Und wenn die Maschine das aushält vielleicht gleich ein Upgrade auf 2 Ah.
 
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Boschi

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moto4631 schrieb:
Und beim Stöbern ergeben sich für mich zwei Fragen:

1. Kann ich theoretisch in meinen Akkuschrauber auch einen 2,0er Ampere-Akku stecken oder knallt mir dann das Bohrfutter runter?

Hi

Du meinst sicher nen 2 Ah Akku, nicht einen 2 Ampere Akku.

Klar geht das hat nichts mit der Spannung zu tun sondern mit dem Strom.
Bei 2Ah hält der Akku halt nur länger als 1,2Ah oä.

Kommt aber auf die Bauart an,ob es passt.

Gruss
 
K

Kalle-Ralle

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RE
Die Angabe Ah gibt die Kapazität des Akkus an, d. h. je größer die Zahl, destso länger schraubt er (vereinfacht).

Innerhalb einer Voltklasse sollte das für den Schrauber eigentlich kein Problem geben.
 
B

Boschi

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moto4631 schrieb:
2. Ich bin handwerklich begabt (hör ich zumindest dauernd wenn was zu richten ist :roll: ) das kann doch nicht so schwer sein seinen Akku selber wieder hinzubiegen.
Ich hab nachgesehen, die Akkus haben 3 Schrauben und eine verschweißte Schraube, wohl aus Garantiegründen.
Akku aufmachen, Zellen tauschen, zuschrauben oder?

hmm Zellen tauschen ist nicht so einfach wie man denkt, da die Zellen mit einem Punktschweissgerät verschweisst sind.
Löten würde den Akku zerstören bzw. beschädigen.

Es gibt aber Firmen die sich auf Akkureparatur spezialisiert haben.
 
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moto4631

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Kriegt man die Blöcke nicht schon so fertig verschweißt wie auf den Abbildungen?
 
B

Boschi

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moto4631 schrieb:
Kriegt man die Blöcke nicht schon so fertig verschweißt wie auf den Abbildungen?

:oops:
oh du keine Ahnung, bei uns in der nähe hats aber so eine Akkubude die die Zellen selbst verschweisst.

Ich dachte das einige das selber machen wollten
 
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Thomas.B

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@ moto4631:
Nein ein Schrauberakku muß bei weitem nicht so viel kosten. Genau genommen ist es eine Frechheit, die man nicht unterstützen sollte. Also daraus lernen und nie wieder Bosch kaufen.

Ich würde folgendes machen:
Akku öffnen. Erst einmal schauen, ob das überhaupt problemlos geht. Bosch verschweißt seine Akkus gern, um dem fröhlichen Akkuregenerieren einen Riegel vorzuschieben. Ein weiterer Grund, diese Geräte auf keinen Fall zu kaufen.
Dann die Akkus begutachten - sind es normale Sub-C-Zellen oder z.B. 4/5 Sub-C-Zellen? Wenn letzteres der Fall ist - bei Bosch leider oft, wird die Beschaffung von Ersatzakku teurer. Außerdem eignen sich diese Zellen für die Hochstrombelastung im Akkuschrauber nicht so gut und erreichen eine entsprechend geringere Lebensdauer. Wieder ein Killerargument gegen einen solchen Boschschrauber.
Nehmen wir an, es sind Sub-C-Zellen und NiCd:
Billigschrauber kaufen, am besten mit etwas höherer Zellenzahl. Sub-C-NiCd-Zellen haben heute meisten 1,7Ah. Zellen umbauen. Selbstverständlich kann man die auch löten. Dazu braucht man einen relativ starken Lötkolben bzw. eine Lötstation mit ausreichend Bums (50...60W sind ausreichend). Als Flußmittel muß man etwas aggressives verwenden. Ich nehme Lötwasser, wie man es zum löten von Heizungsrohren (Cu) und Dachrinnen (Zink) verwendet. Die Reste sollte man dann aber gut abwaschen, weil sie korrosiv sein können. Am besten damit nur verzinnen, waschen und danach mit Kolophonium löten. Manche Zellen haben an der Pluspolkappe die Entlüftungen für die Überdruckventile. Die darf man natürlich nicht zulöten.

Oder besseren Billigschrauber kaufen (30...40 Euro, 18V, 2-Gang, Schnellstop, 1h-Ladegerät) und den erst einmal probefahren. Möglicherweise willst Du dann den Bosch gar nicht mehr reparieren...
So ging es mir schon vor Jahren. Am besten kauft man 2 baugleiche. So kommt man billig zu einem Wechselakku und einem Ersatzgerät bzw. braucht beim abwechselnden Bohren und Schrauben nicht umspannen.

Bei Kurzzellen (4/5-Sub-C, 2/3-Sub-C): Einen passenden no name-ET-Spender wird man schwer finden. Die Chinesen verbauen solchen Murks allenfalls in Knickschraubern. Man kann aber die Zellen über verschiedene Kanäle kaufen. Zur Orientierung schau mal auf reichelt.de. Es gibt aber noch günstigere Anbieter. Trotzdem sind diese Zellen i.d.R. teurer als "richtige" Sub-C.

Gruß
Thomas
 
M

moto4631

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Das nenn ich mal geballte Information!

Wobei ich eigentlich keine Akkus zusammenbruzzeln wollte, dafür fehlt mir als Feinmechaniker erstens der Schweibrennerlötkolben :oops: und schon sowieso die ganze Chemie die Du da aufzählst.
Wenn ich das alles erst besorge kann ich gleich einen neuen Originalakku kaufen :?

War halt der Meinung daß es die Pack's fertig zusammengeschweißt schon gibt (Conrad, Reichelt?).

Werd heute mal ins Geschäft fahren wo der Schrauber "geboren" wurde vielleicht kommen mir die entgegen, ist ja noch keine 2 Jahre alt.
 
S

Schwaenzi

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Beim großen Versteigerer gibt es jemanden, der vorkonfektionierte Sätze verkauft. Die sind zwar schon punktverschweißt, aber Du musst dann immer noch die Kontakte anbringen. Vielleicht mal suchen, habe ich jetzt auf die Schnelle nicht wiedergefunden.

Der dritte Link, den ich Dir zu Anfang geschickt habe, ist da doch viel praktischer. Einfach Akku einschicken und die Zellen tauschen lassen. Bei dem Preis lohnt es sich kaum, das selbst zu machen. Dafür bekommst Du bei Reichelt oder Conrad nicht einmal die Zellen solo:

Sanyo 4/5 Sub-C 1700 mAh NiCd für 5,45 ab 6 St.
Panasonic 4/5 Sub-C 2000 mAh NiMH für 5,45 ab 6 St.
GP 4/5 Sub-C 2200 mAh NiMH für 5,95 ab 6 St.

In den Bosch O-Packs sind m.W. ausschließlich 4/5 Sub-C verbaut. Für einen 14,4 V Akku-Pack benötigst Du 12 Zellen, das macht also im günstigsten Fall 65,40 EUR.

Grüße - Chris
 
M

moto4631

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Hallo Schwaenzi!

Einschicken ist so eine Sache wenn man aus Österreich kommt.

Da kostet mich der Versand hin und retour schon fast den Preis der Reparatur *reimtsich*

:roll:
 
S

Schwaenzi

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Hi,

nach der Email-Adresse des eBay-Anbieters aus meinem 1. Beitrag zu schließen, ist das ein Franchise-Nehmer von Akkufit. Auf deren Internet-Seite kann man nach Stützpunkten suchen (da ist der in Sinzing ebenfalls gelistet), auch in Österreich. Der einzige, der bei euch zulande auch eine Internet-Adresse hat, scheint dieser zu sein.

Gruß - Chris

P.S.: Die Conrad-Links scheinen nicht zu funktionieren, sorry. Externes Verlinken wird einem immer lästiger gemacht.
 
T

Thomas.B

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@ moto4631:
> keine Akkus zusammenbruzzeln wollte

Gut, dann mußt Du eben zahlen. Solche Kunden muß es auch geben. Bosch oder die alternativen Anbieter wird es freuen.

> mir als Feinmechaniker

Du bist mir ja ein schöner Feinmechaniker, wenn Du an so etwas schon scheiterst.

> Schweibrennerlötkolben

Vermutlich meinst Du Schweißbrennerlötkolben - was auch immer das sein soll. Im übrigen ist es natürlich Quatsch. Die angegebene Leistungsklasse ist weder groß, noch teuer, noch schwer zu beschaffen. Du brauchst einfach eine etwas größere Lötspitze, als bei einem 20W-Elektroniklötkolben. Viel heißer darf sie aber auch nicht werden - es geht um eine ausreichende Wärmekapazität, damit man akkuschonend schnell löten kann. Keine vernickelten Dauerlötspitzen - schade drum, bei dem Lötwasser.

> die ganze Chemie die Du da aufzählst

Häh...? Ich glaube, Dir ist nicht zu helfen.

> die Pack's fertig zusammengeschweißt schon gibt

Meinst Du den eingebauten Akkupack - also ohne Gehäuse? Vergiß es. In nahezu jedem Pack sind die Akkus irgendwie etwas anders eingefaltet. Das paßt lt. Murphy nie und mit einer Lötallergie schon mal gar nicht. Beim C kauft man nur im Notfall - ganz schlimme Apotheke. Bei Reichelt gibt es zwar schon vorkonfektionierte Sub-C-Packs - das sind aber i.d.R. Stangen oder Doppelstangen für den Modellbau. Das hilft Dir hier nicht und ist auch preislich nicht so attraktiv. Aus einem geschlachteten Akkuschrauberpack ist man da besser bedient. Viele der Laschen kann man fast immer beibehalten. Der Rest muß eben zerschnitten und neu verlötet werden. Für Leute mit der Lizenz zum löten überhaupt kein Thema. Ich dachte immer, Feinmechaniker würde da zum Club gehören...

Gruß
Thomas
 
B

Boschi

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Thomas.B schrieb:
Selbstverständlich kann man die auch löten. Dazu braucht man einen relativ starken Lötkolben bzw. eine Lötstation mit ausreichend Bums (50...60W sind ausreichend).


Hi Thomas

Man du bist echt kein freund von Bosch, macht auch nix, denn ich bin kein Boschmitarbeiter. 8)

Aber was du oben schreibst zeigt das du von der Materie nicht ich sag mal sehr viel Ahnung hast, denn man lötet definitiv keine Akkus!!!

Und wenn der Lötkolben auch noch ausreichend Bums hat so verschlimmerst du die Sache dadurch.

Denn die Akkus werden deshalb punktgeschweisst weil keine Wärme in das innere des Akkus dringen soll. Bei deiner Methode "kochst" du die Zellen regelrecht aus.
Auch wen der Akku danach noch funktionieren sollte so tut er es im verhältnis zu einem Punktgeschweissten nicht mehr lange bzw mit abstrichen.

Bei dem Punktschweissverfahren werden in weniger als einer Sekunde die Zellen miteinader verbunden OHNE innere hitzeentwicklung.

Bevor jetzt Einwände kommen, sicher kann man die Akkus an den zuvor punktgeschweisten lötfahnen zusammen löten das ist keine Frage.
Aber an den Kontaktflächen des Akkus hat ein Lötkolben nix verloren weder kurz noch lang

mach dich mal bei google schlau

Gruss
Boschi
 
H

hs

Guest
Hi,

... habe gerade vor kurzem einen Bosch-Akku mit neuen Zellen versehen.
Bestellt bei diesem eBay-Händler : klick
Geliefert wurde ziemlich schnell (eine akkutypbezogene Anleitung (DIN A4) bzgl. Zerlegen und Austauschen, sowie einigen Tipps lag bei)

Das Öffnen ist bei den Boschteilen nicht so einfach, da verschweißt ... aber soo dramatisch ist das auch nicht.
Man kann nach dem Umbau der Zellen das Gehäuse mit dem Lötkolben auch wieder prima verschweißen - gut, sieht vielleicht nicht so supertoll aus : klick ... aber ging dafür aber ratzfatz und hält einwandfrei.

Gruß, hs
 
T

Thomas.B

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@ Boschi:
> Man du bist echt kein freund von Bosch

Wieso? Ich sehe es nicht gern, wenn sich ein deutsches Unternehmen durch kurzsichtige und durch Gier geprägte betriebswirtschaftliche Entscheidungen langfristig ruiniert und dabei auch noch die Kundschaft übervorteilt. Frag mich etwas zur deutschen Autoindustrie etc. - und Du wirst ähnlich gelagerte Aussagen bekommen. Mit "Freundschaft" oder "Feindschaft" hat das nichts zu tun. Ich habe nichts grundsätzliches gegen Bosch oder welche Fa. auch immer. Nur sehe ich ganz nüchtern die betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen; und die sind nicht so erfreulich.

> Aber was du oben schreibst zeigt das du von der Materie nicht ich sag mal sehr viel Ahnung hast, denn man lötet definitiv keine Akkus!!!

Na, wenn Du meinst. Hast Du es probiert? Welche Erfahrungen bzw. Qualifikationen hast Du bzgl. Akkus? Daß die meisten Hersteller das löten an den Polen verbieten ist klar. Das ist eine Haftungsfrage und eine betriebswirtschaftliche. Immerhin möchte man die deutlich teureren Modelle mit Lötösen auch verkaufen.
Sicher ist Punktschweißen in der Serienproduktion das zu bevorzugende Verfahren: schneller, billiger, umweltschonender und wohl auch schonender für die Akkus. Wenn man als Amateur diese Technik nicht hat, bedeutet das noch lange nicht, daß es nicht auch anderes - eben mit Löten - geht.

Ich löte seit ewigen Zeiten an den Sub-C-Sinterzellen herum. Angefangen hat es damit, Billigschrauber für den Modellbau auszuweiden. Da werden die Akkus richtig rangenommen. Einige Laschen kann man meistens beibehalten, so daß man einen Vergleich zwischen gelöteten und ungelöteten Zellen innerhalb eines Packs hat. Das Laden und zuweilen auch das Entladen erfolgt unter genauer Kontrolle - z.B. mit hochwertigen oder selbstgebauten Ladegeräten mit Mikrocontrollern, die jede mAh abzählen. Sollte es eine signifikante Schädigung der Zellen durch den Lötvorgang geben, wäre mir das lange aufgefallen - oder eben tausenden anderen Modellbauern. Außerdem wird die Zelle - wenn man es richtig macht - in keiner Weise durchgewärmt.
Manche Modellbauer gehen auf der Jagd nach dem letzten Gramm sogar noch weiter. Schau z.B. mal hier:
http://www.elektromodellflug.de/Inlineloeten1.htm

Ein ganz normaler Akku erreicht schon bei einer zulässigen Hochstromentladung sehr hohe Temperaturen. Da kann man sich prima die Finger dran verbrennen. Mignon-Akkus (also deutlich weniger stromergiebig) erreichen bei einem Zellenkurzschluß Temperaturen jenseits der 150°C - durchgewärmt und nicht etwa partiell. Das ist natürlich nicht die wahre Pflege. Regelrecht kaputt gehen sie aber deshalb auch nicht unbedingt - sie verlieren eben etwas Kapazität durch das Abblasen über die Überdruckventile. Manche Typen vertragen das besser als andere bzw. öffnen die Ventile erst sehr viel später oder praktisch nur beim harten Überladen mit hohen Strömen und praktisch niemals beim Entladen. Der Entadevorgang ist beim NiCd-Akku exotherm und der Ladevorgang endotherm. Erst die Gasrekombination nach Ladeschluß ist wieder exotherm. Deshalb funktioniert ja auch Delta-T und Delta-U.

BTW: Zur Erwärmung von kurzgeschlossenen Zellen haben ich schon aus beruflichen Gründen ausführliche Experimente angestellt. Für manche Anwendungen ist das sicherheitsrelevant und muß genau nachgewiesen werden. Aber ich sollte darüber besser nicht soviel schreiben, denn schließlich habe ich davon nicht "sehr viel Ahnung". Das ist vollkommen richtig, denn Akkus sind wirklich eine sehr komplizierte Sache - viel mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Aber für den Hausgebrauch bzw. dem, was ich als Entwickler so brauche, reicht es schon und ist bei Bedarf ausbaufähig. Die Hersteller lassen sich sowieso nicht in die Karten schauen und man muß mit dem leben, was sie veröffentlichen und es mit einigen Erfahrungen komplettieren - wie so oft.

Noch mal zu Bosch und dem Schrauber des TS:
Das mit den 4/5-Sub-C-Zellen ist m.E. in dieser Anwendung grundsätzlich Murks. Die neuen Zellen werden wieder nicht besonders lange halten und können auch nichts dafür. Eigentlich ist es Etikettenschwindel. Wenn sie leichte Schrauber bauen wollen, dann sollen sie einfach ein paar Zellen weniger nehmen. So suggeriert man die in der fraglichen Spannungsklasse übliche Leistung, die aber nur durch ständige Überlastung der Akkus verfügbar ist und zu einem erhöhten Verschleiß derselben führt. Gleichzeitig bewirbt man die vergleichsweise geringere Gerätemasse, die eigentlich kaum der Rede wert ist. Zumindest bei einem angeblichen Profigerät ist das unseriös. Bosch erhofft sich wohl ein einträgliches Zusatzgeschäft mit den Ersatzakkus. Außerdem kaufen sie die verkürzten Zellen in Massen sicher einen Tick günstiger ein. Dem Kunden bringt es nur Nachteile.

@ hs:
Natürlich kriegt man die verschweißten Akkus irgendwie auf und auch wieder zu. Nur sehen sie danach aus, als hätte der Hund damit gespielt. Warum soll man sich das antun, wenn es Alternativen gibt? Wenn viele so denken würden, gibt es auch bald wieder Schrauben und Sub-C-Akkus. Nur wird es bis dahin die über-übernächste China-Generation geben - wahrscheinlich mit elektronisch kommutierten Motoren und trotzdem kaum teurer, mit daraus resultierenden sehr langen Akkulaufzeiten und kaum noch relevantem Verschleiß der Maschine. Dann können Bosch Co. diesen Geschäftszweig endgültig aufgeben oder verlegen sich komplett aufs umlabeln von Chinaware.

Gruß
Thomas
 
Thema: Muß ein Akku wirklich 132,- Euro kosten?

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