Mini-Bohrmaschine / Elektro-Geradschleifer: Proxxon, Dremel oder was

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traut

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Hallo,

oft gefragt und vermutlich noch immer nicht abschließend beantwortet?

Welche Minibohrmaschine könnt ihr empfehlen?

Ich besitze schon ein älteres 18-V-Gerät. Mit dem Original-Netzteil reicht die Leistung von 120 W leider nicht, da fliegt permanent nach ein paar Minuten die Kleinsicherung raus. Gepimpt mit modernerem Schaltnetzteil - da wird die Gleitlagerung relativ schnell warm. Die Lagerung ist relativ lang, Alu, nicht mehr besonders präzise, sprich laut. Das Schnellspannfutter ist oft praktisch. Aber gerade mit Stiftschleifern und Fräsern lockert es sich sehr schnell. Da müssen Spannzangen ran.

Ich verwende aber Stifte mit unterschiedlichem Schaftdurchmesser. Spannzangenwechsel ist also lästig.

Der klassische Traum ist der Proxxon IBS. Erfahrungsgemäß ist der recht leise und laufruhig - aber als 230-V-Teil doch recht groß und klobig. Die 100 W und 22000 Umin sind auch am untersten Ende meiner Leistungswünsche. Für die Qualität finde ich den Preis von 70 € erstaunlich günstig.

Aber ist die Welle wirklich nur einfach kugelgelagert?
https://cdn03.plentymarkets.com/rzc.../full/prox-28472-07-kugellager-fbs240-e-0.jpg

Der MicroMot 230/E ist eher die gewünschte filigrane Ausführung - aber mit 80 W nochmals schwächer.

Ansonsten ist Dremel wohl das sprichwörtlich namengebende Gerät für diesen Zweck. Das sind aber alles Plastikbomber - ich bin wohl Fan klassischer Alugehäuse für die Bohrwelle.
Der Dremel 4300 ist wohl viel eher ein typisches 230-V-Gerät, mit beidseitig soliden Kugellagern, aber die Lagerung recht weit weg vom Werkzeug. Wie schlägt sich der bei Laufruhe und Rundlauf tatsächlich?
https://ersatzteil-shop24.de/bilder/zeichnungen/bosch/bo-dr-310053-01.jpg

Bleibt zum Vergleich der Makita GD0603 - der ist stark und robust. Aber mit knapp 1 kg zu schwer, mit der 6 mm Spannzange zu unflexibel. Doku dazu finde ich auf Anhieb kaum.

Gibt es andere Hersteller, die in Frage kommen? Druckluft scheidet bei mir aus. Akku wäre natürlich oftmals praktischer - aber ich brauche ein Gerät, das ich auch mal 'ne halbe Stunde durchgehend quälen kann. Akku macht das Gerät auch wieder schwerer. Bohrwelle ist zu unflexibel und hinten raus zu lang und sperrig.

Tut sich auf dem Markt irgendwas? Sind dort irgendwelche "Revolutionen" zu erwarten - so wie z.B. bei den "Digitalmotoren"? Brushless mit echter konstanter Drehzahl wäre beispielsweise interessant - aus dem Drohnenbereich sieht man, dass die auch kleiner und leichter gebaut werden können.
 
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traut

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Nebenbei: mein altes Gerät ist ein Maxicraft 50100, der aus einem 24-Watt-Netzteil (Microcraf 50600) 100 Watt Leistung herauszaubern will. Die 120 W aus meiner Erinnerung waren falsch, ein Typenschild steht auf der Maschine nicht mehr drauf. Mir fehlen also womöglich Erfahrungswerte zu echten 100 Watt.

https://i.ebayimg.com/images/g/G2gAAOSwXbhesrdz/s-l1600.jpg
 
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FastDriver

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Badeco hab ich da noch im Hinterkopf... war mit Netzteil und micromotor oder so ähnlich und von Leistung und Qualität her top, aber leider gibt es wie immer einen Haken die teile Kosten etwas mehr....
 
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traut

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Senkblei

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Meine 230 V Dremel (Made in Mexico) stieg kurz nach Ablauf der Garantiezeit aus, hatte sie nicht einmal intensiv eingesetzt. Die Proxxon war mir nach Datenbatt zu schwach, schien mir jedoch etwas weniger schlecht gebaut.

Eigentlich suchte ich ein etwas stärkeres (hier in Watts gemeint) dennoch kompaktes Handgerät, habe jedoch nichts gefunden.

Weiss jemand, ob man sehr kompakte Druckluftgeräte findet (jedoch nicht turbinenbasiert wie gewisse Zahnartzgeräte (die anderen sind mit Elektromotoren ausgestattet, siehe Maxon, Faulhaber, usw.)?

Hydraulisch wäre möglich, jedoch ziemlich teuer, kenne nur sehr wenige Miniatur-Hydraulikmotorhersteller (Industriehydraulik, nicht Modellbau). Zudem liegt die Drehzahl bei so max. ca. 5000 U/mn (Beispiel mit Motor mit ca. 32 mm Aussendurchmesser).
Einfacher wäre ein flüssigkeitsgekühlter Brushless Motor, da kann man recht hohe Leistungsdichten erreichen und der Aufbau ist einfacher als mikorhydraulisch und auch preisgünstiger. Motor mit Drive kostet jedoch ein paar Hundert EUR.

Die Dremel stufe ich allesamt höchstens in der Bastlerkategorie ein. Leider sind Bosch Blau (siehe Post oben), usw. AFAIK allesamt wesentlich grösser.

Flexible Wellen finde ich im untersten Leistungsbereich (sprich Dremel et al.) unpraktisch. Suhner, usw. sind dann wiederum viel grösser.

Minibohrmaschine nur falls ohne Ständer, mit einer sehr guten kleinen Tischbohrmaschine kann man m.E. recht feine Arbeiten erledigen, muss jedoch entsprechend gut sein. Also kaum Chinaschrott mir fragwürdigem Rundlauf.
Auch das Bohrfutter bzw. die Spannzange ist wichtig.
 
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traut

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In einem der anderen Threads gab es Beschwerden, dass die Proxxon statt eines Gummikabels ein PVC-Kabel hat. Um wieviel sperriger mag eine Hydrauliklösung sein?

Ganz so professionell ist mein Wunsch dann doch nicht...
 
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Senkblei

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Sehr kleine Hydraulikmotoren sind selten. Kenne konkreter nur derjenige von Hydro Rene Leduc (Datenblatt googlen).
Es sind zwar noch diverse Mikrohydraulikpumpen in Verkaufsprogramm, inkl. verstellbare (!), vermute jedoch, dass deren Aufbau keinen Motorbetrieb erlaubt, habe es mir jedoch nicht näher angeschaut.

Ob es evtl. passende Druckluftmotoren (nicht Turbinen) gibt, weiss ich nicht.

Mit Brushlessmotor wäre es einfacher als hydraulisch, für eine hohe Leistungsdichte sollte man dann entweder eine flüssigkeitsgekühlte Ausführung einsetzen oder bei einer oberflächengekühlten Ausführung einen Kühlmantel selbst herstellen, was nicht sehr komplex ist. Bin nicht sicher, ob druckluftgekühlt (anstelle deionisiertem Wasser oder Wasserglykollösung) mit Kühlmantel ausreicht.

Die erreichbate Leistungsdichte ist dann viel höher als die einer Dremel (usw.), und Gerät wäre auch für Dauerlauf geeignet (inkl. CNC Router). Grösse schätze ich so wie eine Dremel ein und ebenso schwer oder gar etwas darüber, jedoch wesentlich stärker und robuster.

Bei den Motorherstellerdaten auf die Drehmomentkurven achten, nicht nur auf die Leistung an der Welle (nicht aufgenommene Leistung wie bei Handwerkzeugen üblich), da diese oft einer viel zu hohen Drehzahl entspricht (als Handwerkzeug ohne Planetenetriebe).

Chirurgiewerkzeuge gibt es sicher auch, die sind dann jedoch extrem teuer, dafür sterilisierbar (BTW z.B. gewisse Maxon Motoren sind sterilisierbar, jedoch nur garantiert für eine beschränkte Anzahl Zyklen).

Habe nichts mit Maxon zu tun, deren Support war jedoch stets sehr gut und deren Swiss made Produkte einwandfrei (deren Billiglinie aus Asien kenne ich nicht direkt).
 
Alfred

Alfred

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ich habe auch den IB/E allerdings wenig im Einsatz, dessen Vorgänger ist auch schon mal abgeraucht als ein Freund einen Tag lang an seinem Auto Roststellen geschliffen hat. Neben bei habe ich auch noch 5 Proxxon Geräte, auch wenig im Einsatz aber manchmal sind sie unverzichtbar.
Proxxon soll mit Gleichstrommotoren arbeiten und damit laufruhiger sein als Dremel.
Von so kleinen Bauarten kann man halt auch nicht mehr Leistung verlangen; was ist jetzt der Anwendungsbereich bei diesem Thread?
 
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Senkblei

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Danke an H. Gürth für deine Hinweise, kannte das erwähnte Druckluft Biax sowie das elektrische Suhner Gerät gar nicht.

Habe damals aus Zeitgründen nach dem plötzlichen Ausfall der Dremel dann halt doch wieder eine Dremel (in Aktion :) ) gekauft. Was teureres lohnte sich nicht, da ich ansonsten meist gröbere Arbeiten erledigen muss, für die andere Werkzeuge mehr oder weniger gut angemessen sind und was anderes war onehin nirgends in Griffweite auf Lager.

Flexible Wellen bei kleinem Werkzeug sind nicht so mein Ding, finde diese zu umständlich. Die von der Dremel habe ich nur einmal eingesetzt, fand sie wirklich sehr unprakrisch. Vermutlich eine Geschmacksfrage.

Zugegeberweise ist bei der Dremel eher der Werkzeugverschleiss ein Problem als die Leistungs des Motors. Für zahlreiche Arbeiten findet man besser geeignetes Werkzeug.

Wie es Alfred bereits aufführte muss man halt dann (bei mir meist aus Platzgründen (Zugänglichkeit)) doch gelegentlich auf sowas wie eine Dremel zurückgreifen.
 
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Ein_Gast

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Senkblei schrieb:
Bei den Motorherstellerdaten auf die Drehmomentkurven achten, nicht nur auf die Leistung an der Welle (nicht aufgenommene Leistung wie bei Handwerkzeugen üblich), da diese oft einer viel zu hohen Drehzahl entspricht (als Handwerkzeug ohne Planetenetriebe).
Wie ist das genau gemeint? Die meisten dieser Dinger wie Proxxon, Dremel etc. drehen viel zu langsam und sind damit eher auf "grobschlächtige" Arbeiten wie mit der 13er Schleiftrommel ausgelegt. Für Fräser und Schleifstifte mit 3 und weniger Millimeter dürften die gerne doppelt so schnell und mehr drehen. Siehe den verlinkten Suhner.
 
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Senkblei

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Bezog mich lediglich auf die Motordaten von Maxon (sind vermutlich ähnlich bei Mitbewerbern, da physikalisch bedingt). Oft sind relativ kleine Motoren mit hoher Leistunfgsdichte in W/cm3 aufgelistet, nur entspricht die Nennleistung dabei oft einer Drehzahl die bei Direktantrieb zu hoch ist, z.B. im Handlingsbereich.

Du hast natürlich (wie üblich) recht, dass bei kleinen Fräsern die optimale Drehzahl recht hoch ist, siehe auch zahndmedizinische Werkzeuge, die werden AFAIK meist etweder mit Druckluft (Turbine) oder Elektromotor angetrieben. Granz früher gab's noch so Gelenkständer mit Riemen oder was ähnliches, habe es nur auf Fotos gesehen. Gibt's übrigens auch für Schleifarbeiten auf Schäublin 102 od. ähnliche. Bitte weder Finger noch Haare reinstecken (war glaub so eine art endlose Elastomerrundschnur, wie eine riesiger O-Ring mit kleinem Querschnitt). :)

Die Dremel brauchte ich u.a. um dünnes Blech an unzugänglichen Stellen herauszuschneiden. Werkzeuge hatten eine miserable Standzeit (auch bei sachgeechter Bedienung), sind wirklich nur für Bastelspielereien gedacht. Zudem sind sie recht teuer, insbes. da man sie am Laufmeter verbraucht.
 
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