Küchenfronten ersetzen

Diskutiere Küchenfronten ersetzen im Forum Holzbearbeitung im Bereich Anwendungsforen - Guten Morgen zusammen, ich spiele mit dem Gedanken, unsere Küche in den nächsten Monaten "aufzufrischen". Da der Schrank-Korpus komplett aus weiß...
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Schwaenzi

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Guten Morgen zusammen,

ich spiele mit dem Gedanken, unsere Küche in den nächsten Monaten "aufzufrischen". Da der Schrank-Korpus komplett aus weiß beschichteten Platten besteht (Melamin) und damit doch sehr universell weiterbenutzbar ist, war meine Idee, mit neuer Arbeitsplatte, neuem Fliesenspiegel und vor allen Dingen mit neuen Fronten für ein frisches Bild zu sorgen.

Für die Fronten dachte ich an Birke Multiplex, was haltet ihr davon? Und wie soll ich es für die Küche am besten behandeln, vielleicht mit klarem Acryllack? Bin auch für alle anderen Vorschläge sehr offen, noch ist es schließlich ein reines Gedankenspiel...

Schonmal vielen Dank für eure Unterstützung! Grüße - Chris
 
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RRS

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Birke Multiplex ist generell nicht schlecht, aber auch nicht billig. Im Holzhandel (nicht Baumarkt!) nachfragen, mit welchen Beschichtungen das Material lieferbar ist.

Gruss

Rolf
 
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cades

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Hallo,

Birkemultiplex ist eine feine Sache, insbesondere weil Du mit der Fräse die Schichtungen noch ziemlich pfiffig hervorheben kannst.

Und so gerne ich das Zeug sonst einwachse: Im Küchenbereich nehme ich Treppenlack!

Schönen Tag noch...

Gregor Reucher
 
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Schwaenzi

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Hallo, schonmal vielen Dank für eure Beiträge!

@Rolf:
Bei meinem Holzhandel liege ich je nach Stärke bei ungefähr 25,-/m². Das finde ich noch absolut i.O. Dass es die Platten auch beschichtet gibt, wusste ich nicht. Werde mal nachfragen.

@Gregor:
Mir gefallen die Kanten mit den vielen Schichten auch besonders gut, deshalb fiel meine erste Wahl auch gleich auf MPX. Buche ist mir wohl ein wenig zu dunkel, daher eher Birke.
Ist Treppenlack nicht auf Wasserbasis? Sind die Fronten dann dennoch abwischbar? Was empfiehlst Du für eine Vorgehensweise bei der Lackierung mit Treppenlack?

Viele Grüße - Chris
 
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cades

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Hallo,

mit der Wasserbasis bin ich mir nicht ganz sicher.
Allerdings als ich das letzte Mal Treppenlack aussuchte, habe ich bei den angebotenen Arten bei 20 aufgehört mitzuzählen.
Da war in jeder Geschmacksrichtung etwas dabei...

Ich habe dann etwas relativ biodynamisches gekauft und damit unsere Treppe gestrichen. Kann sein, dass das auf Wasserbasis war. Es wurden aber auch Mittelchen angeboten, die mir nach Durchlesen der Zutaten eher ein Fall für den Kampfmittelräumdienst zu sein schienen.

Die Lackierung hat übrigens letzthin unfreiwillig den großen Crashtest bestanden: Kurz vor der Abfahrt in den Urlaub hat meine kleine Süße die volle Plastikwasserflasche, die ich sonst zum Auffüllen der Waschanlage im Auto rumfliegen habe auf die Treppe gestellt.
Die Flasche ist leider ein bisschen undicht und als wir nach zwei Wochen zurück kamen, stand sie in einer Wasserpfütze!
Trocken wischen, Thema erledigt. Keine Spuren, nichts...

Bei der Behandlung selbst gehe ich wie folgt vor: Mit 400er Schleifpapier aus dem Holz einen Kinderpopo machen. Einmal lackieren und nach dem Aushärten mit 1200er Papier die Fasern wieder glattziehen. Nochmal lackieren und fertig.

Dann ein vielleicht allgemein bekannter Tip, den ich aber damals noch nicht kannte:Treppenstufen, Blenden und Schranktüren haben bestimmte Stellen, an denen später sowieso Schrauben reinkommen.
Dort Stahlstifte reinkloppen und das ganze zum Lackieren auf diese Stifte stellen. Das Prinzip ist dem "Hölzchen drunterlegen" oder "Seiten nacheinander" deutlich überlegen!

Schönen Tag noch...

Gregor Reucher
 
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Dietrich

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Hallo,

MPX Birke oder Buche ist eher das Material für den Korpus einer Küche....., die Fronten würde ich in 3-Lagenholz machen!

Und noch was, eine Küche muss m.M. nach geölt und gewachst werden, unsere selbstgebaute Massivholzküche steht jetzt im 8.Jahr, es gibt keinen einzigen Fleck und auch keine Verfärbungen, und auch der Fettdunst legt sich nicht aufs gewachste Holz, eher auf das Edelstahlblech der Abzugshaube oder das Linoleum der Arbeitsplatte.

Es ist ein Irrglauben das geölte und gewachste Holzoberflächen pflegeintensiv sind, Kunststoffbeschichtungen dagegen nehmen Fett gerne auf und verfärben sich dauerhaft!
 
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Schwaenzi

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Guten Abend Dietrich,

vielen Dank für Deinen Beitrag! Würdest Du mir verraten, wie Du Deine Massivholz-Fronten im Detail behandelt hast?

Was ist in Deinen Augen der Vorteil von 3-Schichtplatten gegenüber Multiplex, was die Fronten angeht?

Viele Grüße - Chris
 
Alfred

Alfred

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es gibt auch Austauschfronten für Küchen, der Korpus ist ja immer Normmaß. Einfach mal im Küchenstudio nachfragen.
 
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Schwaenzi

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Hallo Alfred,

danke für die Info, das ist mir schon bewusst. Aber sind wir nicht hier zum Werkeln zusammengetroffen? :D

Gruß - Chris
 
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Dietrich

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Hallo Chris,

eine normale Küche hat 15 bis 25 Klappen, Türen und Schubladenfronten, deren Kanten man sieht, das gibt ein ziemliches Durcheinander an hervortretenden Plattenkanten.

Beim Korpus stören die Kanten weniger, denn bei geschlossenen Fronten sieht man sie nicht, oder nur wenn man die lade öffnet.
Auch bei der Arbeitsplatte sieht eine 50mm MPX Kante, wenn sie fein geschliffen ist, sehr gut aus, ein Blickfang.

Bei Fronten hätte ich arge Bedenken, wegen "zuviel des Guten".

3 Lagenholz ist ebenso verzugsfrei wie MPX, es fällt aber viel weniger auf, das es aus Lagen besteht.

Ich habe die Küchenfronten aus Erleleimholz wie auch den Korpus gefertigt, und habe eigentlich auch kein Verzugsproblem.

Der Oberflächenschutz:
3mal geölt, immer 5 Tage aushärten lassen zwischen den Aufträgen, als Öl dient eine Mischung aus 50% Leinöl und 50% natürliches Terpentinöl (kein Terpentinersatz). Nach der Trocknung und Aushärtung des letzten Auftags kommt Wachs drauf, das etwa 1 Stunde nach dem Einreiben mit Lappen auspoliert werden muss. Es entsteht ein seidiger Glanz.

Vorteil, die so behandelte Oberfläche ist jederzeit ohne Aufwand ausbesserbar.
 
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Hallo,

mit dem unruhigen bild gebei Dietrich vollkommen recht. Mir persönlcih würde das auch nicht gefallen. Aber es soll Menschen geben, denen genau sowas sehr gut gefällt. Ist halt eine Sache des persönlichen Geschmacks.

Dreischichtplatten sind halt im Verhältnis zu Multiplex noch teurer.

Auch bei Multiplex gibt es zwei Qualitätsstufen. Es gibt das normale, da sind schinmal Flckstelen drin (Nur auf einer Seite, die kann man nach innen nehmen), es gibt aber auch Multiplex, das furniert wurde. Mein Händler hat z.B. Birke Multiplex, mit einer Deckschicht aus feinstem, fehlerfreien Ahornfurnier, da kommt der m² dann schon auf 35 Euro.

Multiplex hat meist eine ruhigere Oberfläche, da es aus Schälfurnier hergestellt wird. Dreischichtplatten, zumindest die, die ich bisher verarbeitet haben bestehen dagegen aus "streifen" von ca. 20-30cm Breite.

Eine weitere Alternative wären Multiplexplatten oder furnierte Spanplatten mit Anleimern. Dabei werden die Kanten der Platten mit Massivholzleisten belegt, an die man ein Profil fräsen kann. Optimal ist es, wenn die Anleimer die Breite des späteren Profiles haben. Ich habe das des öfteren schon gemacht, wenn man sauber arbeitet, sieht es sehr schön und edel aus.

Gruß

Heiko
 
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Schwaenzi

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Hallo,

vielen Dank für die rege Beteiligung. Die Beiträge werfen bei mir gleich weitere interessierte Fragen auf:

@Dietrich:
1. Hast Du das Erle-Leimholz selbst hergestellt oder ist das in Deinem Holzhandel zu kaufen gewesen?
2. Mit was für einer Art Wachs wurden die Schränke abschließend von Dir behandelt? Kannst Du Markenempfehlungen für Produkte geben, die Deine Qualitätsansprüche befriedigt haben?

@Heiko:
Schöne Idee mit den Anleimern, daran habe ich bislang noch gar nicht gedacht. Werde mich dazu mal ein wenig schlau machen. Wird zwar dann nochmal eine Menge mehr Arbeit, aber der Winter wird lang... :D Ich habe keine stationäre Fräse, lassen sich die von Dir genannten Arbeiten auch mit der Oberfräse machen?

Viele Grüße - Chris
 
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Hallo,

Schwaenzi schrieb:
@Heiko:
Schöne Idee mit den Anleimern, daran habe ich bislang noch gar nicht gedacht. Werde mich dazu mal ein wenig schlau machen. Wird zwar dann nochmal eine Menge mehr Arbeit, aber der Winter wird lang... :D Ich habe keine stationäre Fräse, lassen sich die von Dir genannten Arbeiten auch mit der Oberfräse machen?

Ich habe auch "nur" ein Oberfräse, damit geht das Fräsen der Anleimer sehr gut. Ich gehe immer wie folgt vor:

Anleimer zuschneiden und auf Dicke hobeln. Die breite spielt eine untergeordnete Rolle, wird ja bündig gefräst.

Die Anleimer kann man in den Ecken stumf stoßen, dann macht man jeweils zwei Kanten, schneidet bündig und macht die nächsten beiden Kanten, oder man macht die Anleimer auf Gehrung, was viel genaer sein muss und beim Verleimen muss man sehr gut aufpassen, dass nichts verrutscht etc.

Nachdem de Anleimer drauf sind werden diese bündig gefräst. Ich nehme hierzu einen Fräser mit Wendeplatten und passendem Kugellager. Nach dem Bündigfräsen die letzten kleine Überstände verschleifen, die Fläche grob vorschleifen, dann die Kanten profilieren.

Die besten Optk bekommt man, wenn die Anleimer nur so breit sind, wie das spätere Profil.

Gruß

Heiko
 
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Dietrich

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Hallo Chris,

als ich die Küche gebaut habe, 96/97 hatte ich noch keine Tischfräse, habe damals Leimholz der Firma OSMO vom Holzhändler bezogen.
Waren 30 Leimholzplatten 250x60x1,8cm!

Nach 2-maligem Ölen wurde OSMO-Klarwachs aufgetragen, das innerhalb 1 Stunde auspoliert werden muss, damit eine glatte wasserabweisende Oberfläche entsteht.

Unterhaltspflege mit Bienenwachs-Holzbalsam, welches meine Frau selbst herstellt.
 
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