Hochwertig vs. Low Budget - Drehmomentschlüssel

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Matchless

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Hallo Foristi,

meine Leidenschaft sind so ein bisschen die Drehmomentschlüssel. Das hat dazu geführt, dass irgendwann ein Sensotork Kalibriergerät 7750 von Stahlwille samt mehrerer Messdosen den Weg zu mir gefunden hat.

Immer mal wieder kommt ja die Frage auf, ob es nun ein Stahlwille/Hazet/Gedore Drehmomentschlüssel sein muss, die Mittelklasse Proxxon der beste Kompromiss ist, oder ob chinesische Billigfabrikate (der berüchtigte 20€ Schlüssel von Amazon) auch hinreichend genau sind.
Besonders interessant finde ich, wie weit stärker gebrauchte, ältere bzw. Billigschlüssel abweichen.

Ich möchte mit diesem Beitrag ein bisschen Licht in das Dunkel bringen und würde gerne ein paar Schlüssel testen. Von neu aus der Box bis hin zu 20 Jahre alt, billig und noch nie überprüft, kann da alles dabei sein.
Und da kommt ihr ins Spiel. Ich würde euch anbieten, mir eure Schlüssel zuzusenden und gegen Erstattung von Hin- und Rückporto würde ich euch diese Schlüssel kostenlos kalibrieren und auch ein Kalibrierzertifikat ausstellen, was ich mit zurück sende.

Ich stelle es mir wie folgt vor: Ihr stellt eure Drehmomentschlüssel in diesem Beitrag vor. Welcher Hersteller, wann gekauft, etwa zu welchem Preis, wie oft genutzt, wie gelagert (gespannt/entspannt, feuchter Keller).
Ihr sendet mir die Schlüssel zu.
Ich würde anschließend eine Kalibrierung durchführen und das Messprotokoll hier hochladen.

Somit könnte sich am Ende jeder selbst ein Bild davon machen, inwiefern Hersteller, Alter, Lagerung eine Rolle spielen.

Zunächst einmal: was haltet ihr von der Idee?

Liebe Grüße

Julius
 
Hallo, ich halte nichts davon … ich weiß zumindest, dass wir unsere Prüfgeräte jährlich Prüfen und Kalibrieren lassen müssen um unsere Prüfmittel selbst zu prüfen/Kalibrieren.
Und lass mal etwas passieren und jemand zweifelt dein geprüftes Zertifikat an (den Schuh würde ich mir nicht anziehen wollen).
 
Hey und danke für deine Meinung! Das Kalibriergerät besitzt eine aktuelle und gültige Kalibrierung bis 2025. Es wird wie du auch sagst für die Eigenprüfung verwendet.
Aber natürlich betreibe ich die Prüfungen nicht als Gewerbe und würde demzufolge keine Haftung übernehmen. Das ganze hätte eher informativen Charakter für die Mitglieder. Man könnte also auch auf Zertifikate verzichten und einfach sagen: Das sind die Werte deines Schlüssels, für die ich aber keine Gewähr übernehme.

Liebe Grüße
 
Für Anwender die sonst keine Möglichkeit der Prüfung haben und darüber hinaus Interesse an der Thematik - eine schöne Idee und sicher am Ende eine interessante "Datenbank" wenn sich genug finden die mitmachen und dabei auch genug unterschiedliche Drehmomentschlüssel-Modelle zusammenkommen bzw. solche die eben auch tatsächlich von den (DIY-) Anwendern gekauft werden.

Ich kann auf Prüfung und Kalibrierung jederzeit zurückgreifen und angesichts der Porto und Versicherungskosten sowie dem Verlustrisiko durch den Versand und damit verbundener "Lauferei" bei entsprechend hochwertigen/high-end Drehmomentschlüsseln hält sich mein persönliches Interesse jedoch arg in Grenzen.

Wenn sich hier abzeichnet das es wirklich ein größeres Interesse (und Einsendungen) gibt, und ich meine Schlüssel über einen längeren Zeitraum nicht brauche, dann würde ich die evtl. nach und nach zur "Vollständigkeit" der "Datenbank" auch noch zur Verfügung stellen zu einem späteren Zeitpunkt.

Viel Erfolg bei der Aktion!

Viele Grüße,
ratchetingwrench
 
Ich finde die Idee gut.
Vorausgesetzt, mein Drehmomentschlüssel kommt wieder zurück.
Auch bin ich auf die Ergebnisse gespannt.
 
Und lass mal etwas passieren
Immer diese Bedenkenträgerei! Mit dieser hätten wir keine Akkuliste zusammenbekommen!

Es handelt sich um ein eindeutig privates Angebot aus Interesse weil Matchless ein solches Prüfgerät hat und es für seine Erfahrunssammlung nutzen und einsetzen möchte. Ob Du nun seinen "Messwerten" und dem Zertifikat glauben schenkst bleibt dir überlassen. Zum Zeitpunkt der Prüfung gehe ich davon aus, hatte er jedenfalls die Genannte Anzeige am Gerät und wenn er dann auch noch einen Ausdruck vom Gerät bekommt zählt noch nicht mal einen Fussel im Auge wegen dem er sich verguckt hat.
Prüfpflichtige Geräte musst Du eh immer zu einem zertifizerten Dienstleister schicken.

Matchless ist, denke ich, auch schon lange genug dabei um, was das wiedererlangen des Gerätes angeht, zuverlässig genug zu sein. Die Akkus die ich zugeschickt bekam gingen auch alle mehr oder weniger Malträtiert wieder zurück!

Ich werde ihm jedenfalls ein Gerät zur Verfügung stellen mit dem ich meine künftigen Klimaanlagenverschraubungen anizehen werde. Frei nach dem Motto lieber "ungefähr genau" als "Von Hand völlig daneben".

@Matchless : hatte ich dir nicht mal die Normengeschichte zugespielt?

PS
 
Ein ausgestelltes Zertifikat ist doch nicht mit der Akkuliste vergleichbar!
Zumal es sich zu Anfang als verwendbares Zertifikat angehört hat und daher mein Einwand. Doch nun ist es ja klar erwähnt/geregelt, dass das Zertifikat nicht als Prüfnachweis verwendet werden kann - somit ist das etwas völlig anderes und nun auch für alle vorab bekannt.

Aber natürlich betreibe ich die Prüfungen nicht als Gewerbe und würde demzufolge keine Haftung übernehmen. Das ganze hätte eher informativen Charakter für die Mitglieder. Man könnte also auch auf Zertifikate verzichten und einfach sagen: Das sind die Werte deines Schlüssels, für die ich aber keine Gewähr übernehme.
Genau das meinte ich, das sich in #1 aber nicht so angehört hatte ...
 
Damit gem. EN gültige Prüfzeugnisse erstellt werden können, sind gewisse Vorgaben einzuhalten. Stellt man rechtlich verbindliche Zertifikate aus, ist dies mit entsprechender formaler Verantwortung verbunden.

Hatte mir selbst mal überlegt zu prüfen, nur lohnt sich der Kalibrierungsaufwand nicht (mehrere Tausend EUR für sämtliche Bereiche und beide Drehrichtungen), dann noch die hohen Porto- und Verpackungskosten, schnell mal EUR 20.00 für Rücksendung und Verpackzungsrohr.

Auch der ganze Aufwand für die Archivierung der aufgezeichneten Drehmomentkurven und Zertifikatsdaten ist nicht zu unterschätzen.

Falls ein Prüfer vor Gericht die Gültigkeit eins Prüfzertifakts beweisen muss, ist es unabdingbar nachweisen zu können, dass man pflichtbewusst und formal vorgegangen ist, dabei ist es üblich, alle Aufzeichnungen der Drehmomentkurven für den betroffenen Fall wie auch stichprobenweise für andere Zertifikate vorlegen zu können.

Für nachträgliche Probleme mit einem Drehmomentschlüssel ist der Ersteller des Prüfzertifikats nicht verantwortlich sofern der Schlüssel in einwandfreiem Zustand dem Kunden zurückgesendet wurde.

Massgebend ist ebenso die lückenlose Rückführbarkeit und dazu muss zuerst mal der Drehmomentschlüssel eine eindeutige Kennung aufweisen, z.B. Serien-Nr. ab Herstellerwerk oder nachträglich angebrachte unverwischbare Kennung (Stempel, Arkograf, Nadelgerät, CNC Gravur/Lasergravur,...). Sämtliche seriöse nicht allzu alte Drehmomentschlüssel weisen eine Serien-Nr. ab Werk aus (alte Manoskope wurden damals noch nicht serialisiert, sind jedoch gebraucht auch heute noch besser als Billigware).

Kalibrierdienste könnten statistisch auswerten, nur werden die Daten nicht bekannt gegeben. Zu unterscheiden ist ebenfalls zwischen reiner Prüfung und Prüfung mit Einstellung. Gewisse prüfen nur ein OK/Not OK während andere auch bei einem OK noch was die Einstellung optimieren damit mehr Driftmarge besteht. In der Praxis kann man bei den Manoskop je nach Schlüsslen einiges genauer als erforderlich jüstieren, ist jedoch eine Frage der Zeit. Da würde ich einfach Vision einsetzen und vollautomatisch kalibrieren (mit automatischer Jüstierung und automatischer Drehmomentverstellung).

Damit Messergebnisse für Vergleiche ausreichend aussagekräftig sind, sollte man den Schlüssel nicht direkt von Hand betätigen, da die Art und Weise wie man den Drehmomentschlüssel handhabt eine ggf. nicht vernachlässigbalr Rolle spielen kann. Auch die Temperatur ist vorgegeben.
Bei Einsteckvierkanten werden solche ohne Kugel eingesetzt, um die Messungen nicht zu verfälschen.

Der Aufnahmeblock des Sensors muss ebenfalls sehr gut montiert bzw. eingespannt sein und dabei muss der Tisch ebenfalls sehr stabil sein.

Die Idee von Matchless ist gut, nur muss man mit den Zertifikaten vorsichtig sein, sinnvoll wäre z.B. eine einfache Mitteilung der Messergebnisse jedoch ohne formale Gewähr.
Messergebnisse sollten automatisch via USB Interface am PC aufgezeichnet werden, damit kann man dann auch die Messdatenliste als XLS Datei exportieren und ggf. eigene Formulare einsetzen ohne die Daten eintippen zu müssen. Würde es jedenfalls so machen.

Hier könnte ich die meisten nicht elektronischen Stahlwille Mansokop zwar reparieren, nur ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen und danach müsste man erneut kalibrieren.

Bin kein Experte, nur meine 2 Cents wie die Amis sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für eure Rückmeldungen und die rege Diskussion bisher!
Ich werde Mr. Ditschys Einwand berücksichtigen und auf den Prüfprotokollen klar machen, dass das Ganze keinen rechtlich bindenden Charakter hat. Wie, kann man ja noch zusammen überlegen.
Ich werde den Vermerk der Prüfung nach DIN EN ISO 6789: 2017 weglassen, wenngleich die Prüfung grundsätzlich jedoch nach diesen Maßgaben erfolgt (10, 60 und 100 %, Angabe des Fehlers,…).

Was die Zuverlässigkeit der ermittelten Werte angeht: Auf diese könnt ihr euch verlassen, ich werde aber keine Haftung übernehmen :wink:

Stellt es euch so vor, als hättet ihr eine Eigenprüfung für eure Dremos vorgenommen. Für diese seid dann auch ihr selbst verantwortlich.

Sofern ihr von Stahlwille Manoskope einsendet, kann ich euch diese bei Abweichungen außerhalb der Toleranz gerne kostenlos justieren, sodass die Schlüssel wieder innerhalb des zulässigen Bereichs liegen. Bei anderen Fabrikaten müsste man sehen, ob und wie eine Justierung möglich ist.

Ich werde im nächsten Beitrag gleich den Anfang machen und ein paar jüngst geprüfte Schlüssel vorstellen.
 
Ich mache hiermit den Anfang.
1. Rahsol (Gedore) 1/2". Die Besonderheit an dem Ding ist der Einstellbereich 20-200 Nm. Das habe ich sonst nirgends gesehen. Der Dremo ist gut 20 Jahre alt und wird eigentlich nur noch zum saisonalen Räderwechsel genutzt.
2. Eigenmarke von Louis. 1/4" 4-24 Nm. Sicherlich Billigware aus Fernost. 2016 für 20 Euro gekauft und eigentlich nie benutzt.
@Matchless, bitte PN mit Adresse schicken.
1000052093.jpg
1000052097.jpg1000052098.jpg
 
20-200Nm bekommst du heutzutage hinterhergeworfen.
 
... dann noch die hohen Porto- und Verpackungskosten, schnell mal EUR 20.00 für Rücksendung und Verpackzungsrohr.
Ein Rohr sollte man freilich nicht verwenden, das kann Zuschlag kosten, ansonsten sollten die Versandkosten 5 € nicht deutlich übersteigen.
 
Der Nachfolger von Gedore hat 40-200 Nm. Ebenso die üblichen von Hazet, Stahlwille, Wera, Proxxon, KS-tools, Stier...
Die Dremos, die einen hinterhergeworfen werden, haben meist 40 oder mehr als kleinste Einstellung.
Brilliant Tools und exotische Chinesen haben teilweise 20-200 Nm.
 
Hey Jürgi, zwei super Exemplare für den Start hast du da, bin schon gespannt!
Gerade der breite Einstellbereich des 20-200 ist tückisch, weshalb heutzutage die Qualitätshersteller bei rein mechanischen Schlüsseln ohne elektronische Anzeige einen eher engeren Bereich von typischerweise 40-200 Nm wählen. Zufälligerweise habe ich auf den Nachfolger deines Schlüssels (von Gedore Red als 40-200 Nm) hier in einem unserer Vereine, aber noch nie geprüft. Der ist ca. 5 Jahre alt und wurde so gut wie nie benutzt. Den werde ich gleich mit prüfen.
Adresse kommt per PN.
Schön wäre, wenn du noch was zur Lagerung sagen könntest, gespannt, entspannt?
 
Besonders interessant finde ich, wie weit stärker gebrauchte, ältere bzw. Billigschlüssel abweichen.
Geht leider nicht mehr. Einen zu dem Zeitpunkt ca. 15 Jahre alten Billigschlüssel, den mein Vater jahrelang für den Radwechsel verwendet hat, habe ich direkt aussortiert. Der hat bei eingestellten 120 Nm bei geschätzt weniger als 60 Nm ausgelöst.

Als ich den alten Schlüssel das erste Mal selbst verwendet habe, war mir schon vom Gefühl klar, dass der deutlich zu früh auslöst. Kalibrieren lohnt bei den Billigteilen nicht - also schnell einen neuen Carolus 40-200 Nm bestellt.

Ich habe dann testweise mal die Radschrauben mit dem alten Schlüssel (eingestellt auf 120 Nm) angezogen und dann mit dem neuen Schlüssel (ebenfalls auf 120 Nm eingestellt) kontrolliert - und die Schrauben noch ein gutes Stück weiter drehen können - nicht 5°, sondern deutlich mehr.

Also habe ich den neuen Schlüssel runter auf 40 Nm gedreht und das erneut getestet und immer höher gestellt, bis die Schraube sich weiter gedreht hat. Das war bereits bei eingestellten 60 Nm der Fall - natürlich langsam und gleichmäßig gezogen, nicht ruckartig.

Daraufhin habe ich den alten Schlüssel entsorgt - bzw. vorher noch mal kurz die Flex rangehalten, damit niemand das Teil wieder aus dem Schrott zieht. So ein Schlüssel ist lebensgefährlich.

Und im Auslieferzustand wird auch der Billigschlüssel halbwegs richtig ausgelöst haben. Der lag übrigens ca. 15 Jahre im entspannten Zustand in der Garage und da werden natürlich auch nasse Autos reingefahren. Den neuen Schlüssel lagere ich dann doch lieber in der trockenen Werkstatt.

Zum Vermessen anzubieten habe ich zwei Drehmomentschlüssel: Den oben genannten Carolus 5900.200, knapp 7 Jahre alt und immer trocken und entspannt gelagert und einen Proxxon MicroClick MC 60 (12-60 Nm), ca. 1,5 Jahre alt, ebenfalls trocken und entspannt gelagert. Der Carolus hat vielleicht etwas über 1000 Klicks hinter sich, der Proxxon eher nur 100 Auslösungen.
Dremo4.jpg
(Falls ihr euch über die Skala wundert: Ja, der Proxxon MicroClick ist ebenfalls entspannt. Die Skala läuft von rechts nach links...)
Der Carolus hat vor 7 Jahren knapp unter 100 € gekostet. Mittlerweile gibt es den unter dem neuen Namen Gedore Red und der Preis ist zwischenzeitlich auf etwa 120 € gestiegen. Für den Proxxon habe ich für 1,5 Jahren 60 € bezahlt.

Gerade aus der Erfahrung heraus, dass solche Schlüssel wirklich wegdriften können, finde ich dein Angebot klasse. Dabei ist mir auch egal, ob das jetzt nach DIN/EN/ISO auf nationale Normale rückführbar ist. Für 2x Porto lohnt sich das immer und ich habe beim Benutzen der Schlüssel ein besseres Gefühl.
Schick mir gerne deine Adresse via PN und eine kurze Info, ob du ein Paypal-Konto für das Rückporto hast. Ich komme aber frühestens nächste Woche dazu, dir die Schlüssel zu schicken - die Sommerreifen müssen noch drauf und ich weiß nicht, ob ich dieses Wochenende dazu komme.
Und du solltest noch ergänzen, welchen Drehmomentbereich du messen kannst. Ich habe den ein oder anderen Nutzer im Verdacht, dir sonst je einen 20 Ncm und einen 2000 Nm Schlüssel zuzuschicken. :)
 
Hey Dev, freut mich, das sind zwei super Testkandidaten. Genau den gleichen roten Schlüssel meinte ich vorhin in meinem Beitrag. Dann können die ja gleich gegeneinander antreten.
Adresse bekommst du per PN.
Guter Hinweis mit dem Messbereich.
Messbarer Drehmomentbereich liegt zw. 2-1100 Nm. Wobei ich kürzlich mit der kleinen Dose einen 1-5 Nm Schlüssel geprüft habe, ging einwandfrei! Natürlich nicht zwangsläufig mit der vom Hersteller angegebenen Messabweichung. Aber Stahlwille ist erfahrungsgemäß recht streng, demzufolge können insb. kleinere Bereiche oft noch gut gemessen werden.
Die Anzeigeabweichung beträgt:
Bei 2-10 Nm max. 1%
Bei 10-100 Nm max. 0,25 %
Bei 110-220 Nm max. 0,5 %
Bei 220-1100 Nm max 0,25%
 
Ein Rohr sollte man freilich nicht verwenden,
Das zum Einen.
Senkblei zahlt Porto aus der Schweiz. Und die langen dort auch im Inland ordentlich hin.
Dafür kann deren Postler auch von seinem Einkommen leben. (Bitte den Kommentar hier nicht weiterdiskutieren.)

PS
 
Wer seinen Drehmomentschlüssel vorab selbst überprüfen will, benötigt dafür einen stabil montierten Schraubstock, einen Speiskübel mit Tragegriff und eine geprüfte, zuverlässige (Hänge-)Waage mit hinreichend hoher Anzeigegenauigkeit. Der Schlüssel wird mit seinem Vierkant so in den Schraubstock eingespannt, dass er horizontal frei im Raum steht. Der Kübel wird mit seinem Tragebügel möglichst am äußersten Hebelende angehängt und dort mit Kabelbindern, Klebeband ö.ä. gegen Verrutschen gesichert. Der Abstand zwischen Mitte Vierkant und Mitte Tragebügelposition wird gemessen (Hebelarmlänge). Dann wird der Kübel zügig bis etwa 80 % der erwarteten Auslösegewichtskraft mittels Wasserschlauch befüllt, danach weiter nur noch sehr langsam bis zum Auslösen. Letztlich wird der Kübel abgenommen und auf/an der zuverlässigen Waage gewogen. Durch Berücksichtigung von Hebelarmlänge und auf Wunsch auch Fallbeschleunigung (Umrechnung der Masse in Gewichtskraft) erhält man die durch den Kübel wirkende Kraft, welche zum Auslösen geführt hat. :D
 
Durch Berücksichtigung von Hebelarmlänge und auf Wunsch auch Fallbeschleunigung (Umrechnung der Masse in Gewichtskraft) erhält man die durch den Kübel wirkende Kraft, welche zum Auslösen geführt hat. :D
Prinzipiell richtig, aber du vergisst das Eigengewicht des Schlüssels. Je nach Schlüssel und Messbereich kann das mehr oder weniger ins Gewicht fallen.

Beim Carolus 5900.200 sind das z.B. 1,14 kg mit einem Schwerpunkt etwa 17 cm vom Vierkant entfernt. Also ziemlich präzise 2 Nm, die der Schlüssel schon durch sein Eigengewicht aufbringt. Beim Endwert von 200 Nm vielleicht egal, aber wenn du ihn bei 40 Nm testen willst, sind das schon 5 % Fehler.

Beim Proxxon MC 60 sind es 1,0 kg und auch etwa 17 cm vom Vierkant, also 1,7 Nm. Damit hast du durch das Eigengewicht am unteren Einstellbereich schon einen Fehler von mehr als 14 %.

Und dann ist noch die Frage nach der Dynamik des Auslösevorgangs. Ich erinnere mich grob, man soll Drehmomentschlüssel eigentlich ein paar Mal trocken auslösen, bevor sie getestet werden. Und die Zuggeschwindigkeit beim Auslösen hat wohl ebenfalls einen Einfluss.
Ich vermute, Julius könnte dazu mehr sagen. :wink:
 
Das ganze ist so komplex, dass bei uns z.B. nur gewisse Mitarbeiter (MA) die Drehmomentschlüssel prüfen konnten, da andere Mitarbeiter viel zu grobmotorig waren (also beim einen MA war der Drehmo i.O. und beim anderen MA war der gleiche Drehmo immer n.i.O.) … und das Thema unterschiedliche Mitarbeiter spiegelst dann mal auf die tatsächliche genaue Anwendung eines Drehmomentschlüssels.
 
Thema: Hochwertig vs. Low Budget - Drehmomentschlüssel

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