H I L F E Kolbenkompressor - Welle fest

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Andi2015

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Hallo Forengemeine,

ich habe ein kleinen mobilen Kolbenkompressor von Schneider, Typ: Compakt 342.

Technische Daten:
Ansaugleistung: 340 l/min.
Füllleistung: 265 l/min.
Druck: max. 10 Bar
Spannung: 230 Volt
Motorleistung: 2,2 kW
Motordrehzahl: 1465 U/min
Behältervolumen: 20 l

Der Kompressor ist von Baujahr 1998 und hat folgendes Problem:

Der E-Motor brummt (N U R Kurzbetätigung) bei Spannung.

Die Motorwelle (ist gleichzeitig Kurbelwelle) sitzt fest bzw. lässt sich nicht von Hand (weder über losliegenden Kolben oder über Lüfterrad) drehen.

Die Welle (Zapfenseitig) ist im Kurbelgehäuse (zur Motorseite) einseitig (fliegend) (Kugellager 6207 35/72/17) gelagert und gegenseitig (Kugellager 6205-ZZ 25/52/15) am Kurbelgehäuse zum Lüfterrad.

Nachkühler mit Zylinderkopf und Zylinder sind bereits demontiert.

Der Kolben (Aluminium) und die Ringe, sowie die Innenfläche des Zylinders sind optisch wie neu, also keine sichtbaren Schäden ersichtlich. Auch das Ventilblättchen (Membran) sieht noch ganz gut aus, liegt dicht auf, keine Verformungen.

Der Kurbelgehäusedeckel ist noch nicht demontiert, Oel (Schmiermittel) ist noch nicht abgelassen.

1. Frage: Kann die Welle in dieser Situation mittels Hebel.- Drehkräfte oder sonst wie zum laufen gebracht werden?

2. Frage: Wenn nicht, wie soll ich weiter verfahren bzw. was könnte ich vor einer weiteren Demontage noch probieren?


Bin über jeden Rat sehr dankbar.

Gruß
Andreas
 
Die Motorwelle (ist gleichzeitig Kurbelwelle) sitzt fest bzw.
Das glaube ich aber nicht. Die Motorwelle ist zunächst mal ein Wellenstumpf, auf den dann der eigentliche Kurbeltrieb aufgesteckt ist. Seitlich mit einer Klemmschraube auf der Welle festgespannt.
Kurbelgehäusedeckel abnehmen und nachsehen.
Könnte aber auch sein, dass der E-Motor durchgebrannt ist und der Rotor deshalb klemmt.
Zerlegen, nachsehen :lichtauf:
 
Hallo “H. Gürth“,
danke für die schnelle Antwort.

Da ich kein Fachmann bin, kann ich das mit der Welle nicht genau beantworten.
Daher lade ich noch die Explosionszeichnung nachträglich hoch, bestimmt erkennt man dann mehr.

Gruß
Andreas
 

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Ach du Sch..........
Das ist ja eine absolute Sparkonstruktion.
Öl ablassen, ist max. Kaffeetasse voll. Deckel 260 abmontieren.
Zylinder 140 kpl. abnehmen und prüfen ob Pleuel 220 auf dem Kurbelzapfen frei beweglich ist. Wenn der klemmt, prüfen ob gangbar gemacht werden kann.
Wenn frei beweglich püfen ob sich der Motor durchdrehen lässt.
Sonst weiter zerlegen.
 
Hallo Herr Gürth,

also ich finde das technisch nicht als “Sparkonstruktion“. Im Gegenteil, der Kompressor ist bewusst als mobiler Baustellenkompressor entwickelt worden, aber wenn das Gerät dann (vermutlich) ewig lange steht und (vermutlich) das kontrollieren und nachfüllen von Oel schon zu umständliche ist, dann nimmt jedes Aggregat einen solchen Schaden.

Drei neue Nachrichten.

Die erste: Ich habe den Fehler gefunden! Wie Sie empfohlen haben, habe ich alles soweit demontiert (siehe Fotos). Das Bild vom Oel sagt alles!!!

Die 2. schlechte Nachricht: Es hat den Anschein, dass der Pleuel (Nr.0220) auf der Kurbelwelle (Nr.0290) festgefressen ist.

Die 3. gute: Der E-Motor ist (anscheinend) nicht durchgebrannt sodass der Rotor deshalb klemmt.

Nun meine weiteren Fragen:

1. Frage: Kann ich das/der Pleuel mit einem Abzieher so heruntergezogen werden?

2. Frage: Soll ich die Verbindung vorher mit W40 oder etwas gleichem einsprühen?

3. Frage: Ist nun die Welle auch hinüber?

Gruß
Andreas
 

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Egal ob Sparkonstruktion oder nicht benötigst Du offensichtlich Pleuel und Kurbelzapfen als Ersatzteil :glaskugel:
Vorher muss der Zapfen gar nicht mehr runter. Es sei denn Du hast jemanden an der Hand der dir ein Nadellager in das Pleuel einpasst und den Zapfen nacharbeitet.
Erzähle doch mal noch ein wenig zum Rest des Kompressors. Leistung, Motorbaugröße und ähnliches.
Ich könnte da ehe Du das Gerät verschrottest evtl Teile brauchen.

Edit: Ich sehe gerade anhand der Zeichnung dass sich das mit den Teilen erledigt hat.

PS
 
Den Pleuel, kann man ein Lager (Gleitlagerbuchse oder ähnlich) erkennen ?
Kolben vom Pleuel entfernen. Pleuel mit Lötlampe, Gasbrenner etc. vorsichtig gut anwärmen und schauen ob sich das Pleuel bewegen lässt, bezw. Abziehen.
Der Kurbelzapfen ist gleichzeitig die Motorwelle. Wenn beschädigt muss der ganze Motor zerlegt werden, sofern das Teil überhaupt (noch) lieferbar ist.
 
H. Gürth schrieb:
Der Kurbelzapfen ist gleichzeitig die Motorwelle. Wenn beschädigt muss der ganze Motor zerlegt werden, sofern das Teil überhaupt (noch) lieferbar ist.
Kurbelzapfen=Motorwelle :shock:
Das wäre in der Tat eine Schrottkonstruktion! Ich war irgendwie selbstverständlich davon ausgegangen, dass man den Kurbelzapfen von der Motorwelle trennen kann so wie es an dem kleinen Schneider mit kaputtem Motordeckel der Fall ist den ich mal bekommen habe.

PS
 
Ich habe im Leben so einige Kleinkompressoren gesehen oder auf der Werkbank gehabt. Das aber noch nicht.
Daher der Ausruf : Ach du Sch.......... :mrgreen:
 
Hallo,

und nochmals Danke für die hilfreichen Tipps!!!!!

Ich habe zwischenzeitlich mit v i e l Geduld das Pleuel vom Zapfen bekommen.

Es funktionierte mit viel W40 und immer wieder leichtes hin- und her schlagen mit einem leichten Gummihammer. Anfangs nur 5mm und dann immer leicht mehr Bewegung. Dabei “spülten" sich kleinste Aluminiumplättchen aus der Fuge heraus und es ging immer leichter. Schließlich konnte ich das Pleuel nach vorne “herunterschaukeln“.

Eines ist nun auch ganz sicher!

Da hat vorher ein ganz intelligenter “Schrauber“ viel falsch gemacht bzw. wie ein Volltrottel mit roher Gewalt hantiert.

1. Das Pleuel hat im Bereich der Zapfenbohrung gut sichtbare Kerben, als hätte jemand mit einem Schlitzschraubenzieher oder ähnliches darauf eingeschlagen. (siehe Fotos)

2. An dem Pleuel ist eindeutig eine der beiden Spitzen abgebrochen, diese lag beim öffnen des Kurbelgehäusedeckel nicht im Gehäuse oder im Oel.

Also hat jemand eine vorherige Reparatur wohl voll versemmelt und mir den Kompressor verkauft mit dem Hinweis: Der Motor brummt nur und mehr weis man nicht…….. bla bla bla ………..

Egal, jetzt hoffe ich, dass es wieder aufwärts geht.

Unsicher bin ich bei der Oberfläche des Kurbelzapfens, diese hat sichtbare leichte Riefen, aber mit dem Fingernagel sind diese kaum spürbar.

Der Zapfen ist (glaube ich) aus Guss und nicht wie das Pleuel aus Aluminium.

1. Frage: Kann es Sein, dass das Alu-Pleuel nur durch den Kolben (Kolbenführung) auf dem Zapfen gehalten und geführt wird?

2. Ist es nun mit dem Austausch eines neuen Pleuels getan oder muss der Zapfen auch noch bearbeitet werden (ich hoffen nicht)?

Gruß
Andreas
 

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Hallo Alfred,

das neue Pleuel soll 44,66 € (inkl. MwSt. und zzgl. Versand) kosten.

Wenn es damit getan wäre, dann sehe ich bei einem Anschaffungspreis von 50,00 € noch keinen wirtschaftlichen Totalschaden.

Das Teil (Kompressor CPM 342-10-20 W) kostet momentan neu um die 1.137,00 €, ist dann aber auch nicht Baujahr 1998.

Aber der Motor.- Lüfter.- und Kompressorteil ist unverändert geblieben, nur ein neuer Druckkessel und anders angeordnete Baugruppen.

Kannst du mir die beiden Fragen im vorherigen Beitrag beantworten?


Gruß
Andreas
 
Wie lange das neue Pleuel mit den Riefen funktioniert kann dir keiner sagen. Du solltest das Pleuel aber auf jeden Fall mit feinstem Schleifpapier abziehen bis nichts mehr spürbar ist sonst ist ruckzuck wieder Schicht im Schacht.

PS
 
Hallo powersupply,

das neue Pleuel abschleifen? Du meinst bestimmt den alten Kurbelzapfen oder?

Gruß
Andreas
 
Den Pleuelzapfen mit feinem Schleifleinen/Polierleinen (schmale Streifen entsprechend der Breite) und etwas Öl abziehen, bis der Aluabrieb entfernt ist. Kurbelzapfen immer etwas weiter drehen und wieder blockieren
Körnung ab 400 bis gegen 1000.
Neuer Pleuel und gut isses.
 
Hallo Herr Gürth,

wie empfohlen, habe ich gerade Micro-Mesh Schleifleinen bestellt in der Körnung 400, 600, 800 und 1200 MX (Körnung 1000 gab es dort nicht).

Sobald das Schleifleinen angekommen ist, bearbeite ich den Kurbelzapfen.

Gruß
Andreas
 
Andi2015 schrieb:
Kannst du mir die beiden Fragen im vorherigen Beitrag beantworten?
nein, wie ist den die Lagerung des Pleuels, da ist doch sicher ein Gleitlager das ersetzt werden muss? Hat das Gleitlager im Pleuel rotiert?
Die Lager der Kurbelwelle, Späne im Umlauf?
Das "Festfressen" des Pleuels ist doch sicher im Betrieb entstanden und nicht beim Stillstand?
 
Hallo Alfred,

das Pleuel sitzt (siehe Bilder der vorherigen Beiträge) ohne jegliches Lager auf dem Kurbelzapfen auf.
Ob im Lager der Kurbelwelle Späne sind, kann ich nicht hundertprozentig verneinen, aber beim Handbetrieb läuft der Rotor völlig leicht und geräuschlos. Vermutlich sind die Spänne immer direkt nach unten ins Oel gefallen und dort auf dem Grund liegen geblieben. Das “Festfressen“ am Zapfen ist sicherlich im Betrieb entstanden, dass sehe ich auch so.

Ich vermute, dass viel zu wenig Oel vorhanden war oder der Kompressor sehr lange unbenutzt gestanden hat. Ich werde es wohl nie so ganz herausbekommen, da ich das Teil in diesem Zustand erworben habe und der Vorbesitzer (angeblich) keine Vermutung für den Defekt hatte.

Gruß
Andreas
 
Hallo,

eine Ölpumpe gibt es nicht, dass Pleuelende bzw. die beiden Spitzen taucht wohl ins Ölbad ein.
Wenn das Teil sehr lange steht, dauert es vermutlich wohl ein wenig bis neues Öl die Zapfenverbindung erreicht und der Ölfilm wieder richtig aufgebaut wird. War wahrscheinlich hier zu spät. Das neue Pleuel habe ich anhand der Explosionskizze bereits bestellt.

Gruß
Andreas
 
Thema: H I L F E Kolbenkompressor - Welle fest
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