Fülldraht-Schweißgerät

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Wolfgang20

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Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich möchte mir für gelegentliche (ca. 1 x pro Monat) Schweißarbeiten im Heim- und Gartenbereich (Materialstärken 1,5 - 6 mm , vielleicht mal ein Rundeisen mit 8 - 10 mm Durchmesser, nicht fürs Auto) ein Fülldraht-Schweißgerät kaufen. Elektrodenschweißen erscheint mir für einen Ungeübten zu schwierig und ein MIG/MAG ist mir in der Anschaffung zu teuer. Ich habe mir sagen lassen, dass Fülldrahtschweißen für Ungeübte genauso „einfach“ ist, wie Schutzgasschweißen. Dass der Fülldraht erheblich teurer ist, als normaler Schweißdraht ist mir schon bewusst, aber für nur gelegentliches Schweißen geht das wohl in Ordnung.

Nun bin ich bei meinen Recherchen im Internet auf zwei Geräte gestoßen:
1. MINI MIG 125 NO GAS von FIMER
2. Easy Mig 125 von Güde

Hat jemand Erfahrung mit diesen Geräten und kann mir eine Empfehlung geben? Oder sollte ich mich doch mit MIG/MAG oder Elektrodenschweißen befassen?

Vielen Dank für die Antworten.
Wolfgang
 
Hi,

hier : klick hatte ich schon mal was dazu geschrieben (beachte den Preisvergleich (!) - d.h. was Du für 6kg Fülldraht bereits kaufen kannst).
Zudem entsteht bei Fülldraht Schlacke.
Zumindest das Gerät von Güde (wäre nett das andere mal zu verlinken, dann muß mann nicht immer mühsam suchen) ist mit 90A sowieso recht schlapp und mit lediglich zwei Schweißstufen auch nicht besonders praxisfreundlich.

Elektrode taugt bei Blech nichts (zudem fällt dort auch der Ärger mit der Schlacke an).

Gerade für den Ungeübten ist ein MIG/MAG-Gerät wirklich ideal.


Gruß, hs
 
Sind beide Geräte nicht identisch ? Sieht für mich auf den ersten Blick wie der gleiche Mist in rot aus.

Sorry, aber ich rate dir von beiden Geräten ab. Ich hatte mal vor Jahren den gleichen Schrott. Hieß nur Einhell Oxymig 100, hatte auch nur 90 A und nur 2 Schaltstufen, dafür aber einen Gasanschluß - Halt ein Schutzgasgerät (sollte es zumindest darstellen).

Problem dieser Geräte-Klassen:
1) der geringe Schweißstrom - nur 90 A
2) die Einschaltdauer von nur 20% bei 90 A
3) nur zwei Regelbereiche
4) der Trafo bzw.der Aufbau des Gerätes
5) Fülldraht

zu1) Für die meisten Aufgaben viel zu wenig ! Mindesten 150 A besser 200 A

zu2 und 3) Viel zu ungenau - bei kleinster Schalt-Stufe keine ordentliche Zündung und kein ordentlicher Lichtbogen - nur rumbrutzeln möglich. Also nur Max Stufe möglich - aber Dank der sehr geringen ED beendet der Temperatursensor alle paar Minuten deine Arbeit.

4) Aufbau des Gerätes - dank des billigen Konseptes ist der Trafo für den Schweißstrom und den Drahtvorschub verantwortlich. Beim Schweißen (Lichtbogen) bricht der Strom zusammen und der Drahtvorschub arbeitet dann richtig beschissen.

5) Teuer und dank der 0,4 kg Spulen sehr sehr teuer !!!
 
Hi,

ah ja - dort sieht man auch Einzelteile, welche wirklich nicht soo überzeugen.
D.h. es wird damit sicher funktionieren, aber die Qualität kann man schon in Frage stellen. Ich schreibe das, obwohl ich eigentlich derjenige hier im Forum bin, der am stärksten auf 'nach-Bedarf-kaufen' verweist - und daher auch kein Problem mit Billiggeräten habe. Bei manchen Dingen aber sollte man sich schon fragen ob die unterste Ausstattung wirklich Sinn macht. So z.B. bei Schweißgeräten.

Hier sieht man z.B. die Vorschubheinheit :
007.jpg


vermutlich auch damit das Gerät sehr leicht ist, wurde gespart.
Um den Draht zu transportieren klappt man ja das obere Bauteil (im Bild ~ 45° schräg, mit dem Lager) nach unten und hakt dann den Klemmbügel (das vordere Teil mit dem gummierten Handrad) nach oben in das obere Bauteil ein. Mit dem Handrad erzeugt man dann zwischen den Rollen etwas Druck, damit der dazwischen laufende Draht in das Schlauchpaket zum Brenner gefördert wird.
Normalerweise sitzt selbst bei den billigen MIG/MAG-Geräten ein recht großer und robuster Motor (sehen aus wie Scheibenwischermotoren) an der Vorschubeinheit - zudem ist auch dort die komplette Konstruktion aus Metall (bei hochwertigen Geräten werden sogar Vorschubeinheiten mit vier Rollen klick eingesetzt, aber für Hobby muß sowas nicht sein).

... zwar muß man auch nicht zwingend eine Manometer-Armatur besitzen, welche den Flaschendruck sowie die Entnahmemenge anzeigt, .... aber schöner ist es halt schon :wink:

Ansonsten wie bereits erwähnt : niedrige Leistung, zwei Schweißstufen, teurer (nicht so leicht zu beschaffender) Draht, ....

Ich würde für Basteleien immer ein MIG/MAG-Gerät empfehlen - und auch wenn es in der Anschaffung erstmal etwas teurer ist, unterm Strich hat sich das schnell rentiert. In den laufenden Kosten, sowie in der einfachen Handhabung.

Gruß, hs
 
Hallo,

wie hs schon gesagt hat: kauf´ Dir ein gescheites MIG/MAG oder lass es. Die von Dir angedachten Geräte sind importierter Kernschrott aus Fernost oder Südeuropa. Die werden von irgendeinem Hersteller produziert und jeder "Händler" pappt dann halt seinen Namen drauf. Wenn ich schon MIG/MAG-Geräte mit fest angeschlossenem Schlauchpaket sehe, wird mir ganz schlecht. Nein - die Dinger taugen nicht einem zum hobbymäßigen Schweißen. Und mit 125 A kommst Du auch nicht weit. Da kannst Du vielleicht gerade noch 2 mm Bleche vernünftig verschweißen. Schau´dir nach einer gebrauchten Anlage mit mindestens 200, besser 260 A um. Benutze auch ´mal die Suche ("Reiner") ich habe zu ähnlichen Fragen schon einiges geschrieben, ebenso hs.

Bin gerade dabei, einen Fachartikel zu schreiben, der hoffentlich nach meinem Urlaub fertig sein wir (also Mitte August :D ).

Gruß

Reiner
 
Hallo,

Reiner schrieb:
Schau´dir nach einer gebrauchten Anlage mit mindestens 200, besser 260 A um.

... soviel braucht man nun auch wieder nicht, denn ab ca. 180A müßte man bereits 1mm-Draht verwenden. Ansonsten muß die Drahtvorschubgeschw. sehr hoch sein - und auch das hat seine Grenzen (genauso wie man den Durchmesser einer dünnen Elektrode, z.B. durch schnelleres 'nachstopfen', bei einer zu hohen Stromstärke auch nicht ausgleichen kann).
Für die von Wolfgang genannten Materialstärken könnte man 0,8ter Draht verwenden und somit reicht auch ein 180A-Gerät aus (lediglich die Einschaltdauer eines 260A-Gerätes wird bei 180A deutlich größer sein, aber wenn man nicht ständig mit voller Leistung schweißen will, muß man kein so starkes Gerät besitzen)

Wenn ich schon MIG/MAG-Geräte mit fest angeschlossenem Schlauchpaket sehe, wird mir ganz schlecht

hat meines auch gehabt - Anschlüsse zum Nachrüsten sind nicht besonders teuer : klick
... wobei es natürlich schon schöner ist, wenn ein Euro-Anschluß gleich am Gerät vorhanden ist ... genau wie ein Schlauchpaket welches länger als 2m ist (daran wird bei den günstigen Maschinen auch oft gespart - und es ist sehr nervig, wenn man permanent das Gerät nah an sich heranziehen muß).
Auch sollte die Spulenhalterung gleich für die großen, handelsüblichen 15kg-Drahtrollen (Markenware im Fachhandel ca. € 30) geeignet sein - bei billigen Geräten passen die oft hinein, aber das dünne Blechgehäuse ist dann nicht selten für das Gewicht etwas schwach ausgelegt (aber mit etwas Winkelstahl kann man das im Zweifelsfall auch stabilisieren).

Gruß, hs
 
Hallo,

ich kenn das problem, mein Vater hatte (ich weiß nicht ob es nicht doch noch irgendwo rum gammelt) ein solches Fülldraht Schweißgerät von Einhell (man denkt Einhell ist ja gar nicht schlecht).

Auf jeden fall war ein Schweißen mit dem teil ein Grauß. Entwederns hat das Schlauchpaket geschoppt, der Vorschub nicht vorgeschoben oder es kam nicht genug Leistung dank zu kleinem Trafo.

Gerade wenn du mit dem Schweißen anfangen willst, besorg dir ein gutes Gerät (am besten ein Profigerät). Da ich mir eine altes Wohnmobil gekauft hab, hat auch ein ordentliches Schweißgerät hergemusst. Mit diesem Schweißgerät hab ich schweißen gelernt und das geb ich auch so schnell nicht mehr her (ich habs in der Werkstatt angekettet das es keiner benuzen kann:). Bei mir ist die Wahl auf ein Merkle gefallen. Die Anschaffungskosten haben mir zwar am anfang sehr im Magen gelegen da ich auch dachte so oft wie man das braucht lohnen sich die 1000 Euro nicht, aber inzwischen wird alles was geht einfach zusammen geschweißt da es mit einem guten Gerät einfach spaß macht zu arbeiten.

Gruß

Josef
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Es ist doch immer wieder gut, wenn man Praktiker und Profis um Rat fragt. Selbst in Werkzeugläden (geschweige denn im Baumarkt) wird man nicht so gut beraten, wie hier im Forum. Die Verkäufer scheinen alle selbst keine Erfahrung zu haben.

Ihr habt mich überzeugt, ich werde mir kein Billiggerät kaufen. Die Anschaffung eines vernünftigen Gerätes gibt mein Budget aber im Moment nicht her. Also warte ich noch und spare.
Hier im Forum bin ich oft über die Marken „Merkle“ und „Rehm“ gestolpert. Ich nehme an, dass das „M 165 K“ (ist wohl das kleinste MIGMAG von Merkle) was für meinen Anwendungsbereich ist.

Nochmals vielen Dank, dass Ihr mich vor einer Fehlinvestition bewahrt habt.

Schöne Grüße
Wolfgang
 
Hi,

Wolfgang20 schrieb:
Ihr habt mich überzeugt, ich werde mir kein Billiggerät kaufen. Die Anschaffung eines vernünftigen Gerätes gibt mein Budget aber im Moment nicht her. Also warte ich noch und spare.
Hier im Forum bin ich oft über die Marken „Merkle“ und „Rehm“ gestolpert. Ich nehme an, dass das „M 165 K“ (ist wohl das kleinste MIGMAG von Merkle) was für meinen Anwendungsbereich ist.

wenn Preis egal, dann würde ich möglicherweise auch ein Merkle wählen - die Geräte sind wirklich prima.

Auch ElektraBeckum baut keine schlechten Geräte - dieses hier : klick hat z.B. 'nur' sechs Schweißstufen (aber auch das reicht problemlos aus), dafür aber eine etwas höhere Leistung und man kann es bei Bedarf auch an 400V betreiben. Zudem bietet ElektraBeckum (da zu Metabo gehörend) drei Jahre Garantie.

Vielleicht ist auch ein solches Güde nicht schlecht klick - man müßte mal hineinschauen. O.K., die Dauerleistung ist nicht ganz so knackig wie bei den Markengeräten, dafür aber spart man eine ganze Menge Geld. Die Daten sind nämlich garnicht mal so übel : auch 400V möglich, 4m-Schlauchpaket, 8 Schaltstufen, Gesamtgewicht wie die anderen beiden, ...

Ich habe z.B. ein > 10 Jahre altes TIP-Billiggerät ... und ich will garnicht behaupten es wäre genausogut wie ein Merkle (habe auch schon mit einem Merkle und dem o.a. EB-Gerät geschweißt). Das Gehäuse war sehr labil, hatte ein 1,8m langes Schlauchpaket, besitzt lediglich 230V, max. 170A und magere vier Schweißstufen. Das Teil hat mal ~ DM 600,- gekostet.
Ich habe damit allerdings auch schon wirklich sehr viel geschweißt (div. Autos 'für den TÜV, eine Oldtimerkarosserie, Anhängerrahmen, Geländer, usw.) - inzwischen besitzt es ein neues Gehäuse was sehr stabil ist, sowie auch meinen Wünschen entspricht - dann noch auf einen Original-Binzel Brenner umgerüstet : und man kann damit gut arbeiten. Wenn ich mir dann so ansehe, was z.B. das günstige Güde von vornherein so bietet .... also ansehen würde ich mir es schon mal.


Gruß, hs
 
Hallo,

ich würde dir (genaus wie mein Fachhändler) empfehlen, leg noch mal 130 Euro drauf und kauf dir das M 205k.

Erstens:

Hier hast du einen Drehstrom anschluss. Dieser ist dann hilfreich wenn deine Leitungen nur mit 16 Ampere abgesichert sind da beim Einschalten (also anfang Schweißen) eine relativ hohe Impulslast entsteht. Da moderne Sicherungsautomaten sehr schnell reagieren kann es hier gut vorkommen das es die Sicherungen leicher lupft. Wenn du Schraubsicherungen / Schmelzsicherungen besitzt ist dies weniger ein problem. Auch bringt Drehstrom ordentlich dampf her.

Zweitens:

Bei dem mit 200 Ampere leistung hast du immer genügend reserve.


Was ich noch zu diesem Thema sagen sollte wäre, das man ein Schweißgerät nicht oder nur sehr gering auf einen Stromerzeuger schalten sollte auch wenn dieser die Leistung erbringt.

Das Problem ist dies, das der Stromerzeuger die Startspizen des Trafos nur schwer erbringen kann. Genauso ist die regelung (bei 95% aller Erzeuger) nicht für induktive Lasten ausgelegt. Diese verschleißt bei Induktivlasten sehr schnell!!!

Gruß

Josef
 
hi.Ich brauche mal Hilfe und Rat. Habe mir ein Decastar 130AC Füllschweißgerät gekauft. Leider hat er nur 130 A. Und beim Schweißen geht dabei viel Fülldraht drauf. Mach ich was verkehrt? hat jemand eine Anregung für mich? Bin nur Hobbyschweißer.
Ich versuche gerade mein Tor zu reparieren.


Vielen Dank für eure Tipps.
Frank








.
 
Warum erinnert mich der Name des Schweißgerätes nur an ein Desaster :lol:

Daß das Gerät nur 130A hat wußtest Du doch schon vorher - da machst Du jetzt nichts mehr verkehrt sondern damals beim Kauf.

Daß beim Fülldraht mehr Material verbraucht wird als beim normalen Schweißen könnte ich mir so erklären:

Dort wo das "Gas" drin ist fehlts an Material :?:
 
130A mit Fülldraht entspricht aufgrund des dabei tieferen Einbrands etwa gut 150A Mag, das ist nicht sooo wenig. Daß das Gerät aber anscheinend nur die zwei Stellungen 90A und 130A hat, und auch nicht alternativ normalen Draht mit Gas verarbeiten kann, schränkt die Verwendungsmöglichkeiten doch merklich ein. Da ist im Dünnblechbereich nichts mit anzufangen.
 
Thema: Fülldraht-Schweißgerät

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