Feuchte Wand. Was nun?

Diskutiere Feuchte Wand. Was nun? im Forum Innenausbau im Bereich Anwendungsforen - Hallo, wir sind Mieter in einem alten Haus (Um 1900) mit mehreren Anbauten. Im Wohnzimmer ist eine Wand feucht. Ich habe das schon immer so...
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Elke

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Hallo,
wir sind Mieter in einem alten Haus (Um 1900) mit mehreren Anbauten.
Im Wohnzimmer ist eine Wand feucht. Ich habe das schon immer so empfunden (unser Vermieter hat das aber abgetan) aber seit dem Sommer gibt es nun auch eine schimmelige Stelle unten in der Ecke.

Auf der Wand ist eine Raufasertapete angebracht die auch schon x-mal gestrichen wurde. Ich habe das schimmelige Stück Tapete nun schon entfernt und gesehen, das auf genau diesem Stück keine Alufolie unter der Tapete war. Ansonsten scheint die Wand damit komplett beklebt worden zu sein. Da ist sie nur klamm, schimmelt aber nicht.

Es ist keine Außenwand sondern eine Betonwand die früher wohl mal Außenwand war. Irgendwann ist aber mal ein zusätzlicher Raum angebaut worden (im Prinzip ein Gartenhäuschen). Auf der anderen Seite der feuchten Wand ist das Badezimmer. Die Ecke bündet aber an die Außenwand des weiteren Gebäudes (Backstein, nicht isoliert).

Die Wohnzimmerwand steht frei (also kein Sofa oder Schrank davor). Wir benutzen den Raum wenig. Heizung ist jetzt etwas an, steht aber in der am weitesten entfernten Ecke.

Möchte selber etwas in Sofortmaßnahme machen. Unser Vermieter kommt nie in die Pötte. Seiner Meinung nach muß ein Raum immer 25° Raumtemperatur haben sonst ist der Mieter schuld. Vor 2,5 Jahren hatten wir an anderer Stelle schonmal ein Schimmel Problem. Alles in allen hat es über 1 Jahr gedauert bis das geregelt war.

Was also am besten tun? Tapete komplett ab und dann? Von innen isolieren? Styroporplatten und dann Gipsplatten?

Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Elke
 
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Dirk

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Elke schrieb:
Möchte selber etwas in Sofortmaßnahme machen. Unser Vermieter kommt nie in die Pötte. Seiner Meinung nach muß ein Raum immer 25° Raumtemperatur haben sonst ist der Mieter schuld.
[...]
Was also am besten tun?

Gar nichts. Zumindest nichts handwerkliches, damit stellst Du Dich in der Situation nur schlechter, weil hinterher kein Nachweis der ursächlichen Problematik mehr möglich ist und das dann u.U. tatsächlich Dein Nachteil wird, weil man dann wirklich von Mieterfehlern ausgeht. Ab zum Mieterschutzbund oder zum Rechtsanwalt und den einschalten. Oder vorher noch "die sanfte Tour" mit selbstaufgesetzten Briefen mit Fristsetzung zur Reparatur versuchen. Schimmel ist gesundheitsgefährdend.

BTW: Vermieter kriegt man fast immer zu fassen. Einfach über das Druckmittel Mietminderung.
 
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henniee

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Es gibt ein gesundes Mittelmaß zwischen "Heizung ist jetzt an" und "Raum muss 25 Grad haben".

Was Du da machen kannst? Ohne die (schriftliche) Genehmigung Deines Mieters - NICHTS! Das ist nicht Dein Eigentum - und da jetzt was mit GK und Polystyrolschaum zu "verschlimmbessern" - da würde ich Dich nicht nur rausklagen, sondern auch noch als Vermieter für die Folgeschäden haftbar machen.

Über eine Entfernung der "Alutapete" sollte unbedingt nachgedacht werden!....

Ich würde den Raum auf min. 20 Grad C konstant halten, und min. 3x täglich für 10min Stoßlüften (d.h. ALLE Fenster GANZ auf). Im Zweifelsfall ein Heizgerät direkt vor die Wand, zum Abtrockenen.

Du kannst mit einem Fungizid die Fläche abwaschen. Aber bitte wieder ordentlich trocknen. Da bietet sich allerlei an - gerne gibts mehr Infos.

OT:
Oft erlebt: Die Leute ziehen sich z.T. lieber ein Cognacchen an, als die Heizung mal anzustellen - wundern sich dann aber über entsprechenden Tauwasserausfall :D
:roll:
 
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raymund

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Wenn die Wand feucht wird, weil sie kalt ist (Kondensbildung), hilft auch eine höher gedrehte Heizung nichts.

Mein Neffe hatte lertztes Jahr ein ähnliches Problem: Im schnell sanierten Bad des Spekulationsobjektes waren die Silikonfugen im Duschbereich undicht geworden => nasse Wand, Schimmelbildung. Vom Vermieter keine Reaktion.

Er hat über den Mieterschutzbund einen Gutachter bekommen, der ihm den Mangel bestätigt hat.
Anschließend hat er nach ein Schreiben aufgesetzt, in dem er nach Ablauf einer Frist mit Mietminderung gedroht hat.

Gruß
Raymund
 
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henniee

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raymund schrieb:
Wenn die Wand feucht wird, weil sie kalt ist (Kondensbildung), hilft auch eine höher gedrehte Heizung nichts.

so so...
Also - nehmen wir mal...
Raum nicht geheizt. Es strömt warme Luft (20°C) mit einer rel. Luftfeuchtigkeit von 60% in den Raum (von den anderen Räumen). Hat die Außenwand eine Temperatur von 11°C fällt was an? Tauwasser.
Es gilt das Bauteil nicht auf 11°C abkühlen zu lassen. Wie machen wir das? Rööööchtig .... indem wir heizen.
Das kannst Du ganz einfach mit Deiner (vorh?) Software berechnen... :D

Das sich das Tauwasser im Bereich OK Bodenniveau als erstes bildet sollte klar sein.
Wer auch immer diese "Alutapete" dort aufgebracht hat, hat jedenfalls keine Ahnung gehabt, das sollte die Situation gar noch verschlimmbessern.

Ich glaube nicht, dass es wirklich eine durchfeuchtete Wand vom Bad ist - aber das ist Spekulation - eine Skizze sollte da Aufschluss geben (bitte nachreichen).
Ich würde die Feuchtigkeit der Wand mal messen lassen!
Und auch mal die Luftfeuchtigkeit im Raum.
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Vor allen Reparaturversuchen, solltest du zuerst einmal feststellen, woher die Feuchtigkeit kommt. Bei Außenwänden können zum Beispiel auch undichte Regenfallrohre Wasser in die Wand leiten. Da in deinem Fall auf der Rückseite ein Bad ist, könnte es auch eine undichte Abwasserleitung sein, die die Wand anfeuchtet. Kannst du von außen in die Wand eindringendes Wasser ausschließen, ist die hier schon diskutierte Kondensation von Wasserdampf aus der Raumluft am wahrscheinlichsten. Je höher der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft ist und je niedriger die Wandtemperatur ist, desto eher kondensiert die Luftfeuchtig an den kalten Stellen. Um das Problem zu lösen, musst du entweder die Wandtemperatur, zum Beispiel durch eine fachgerechte Wärmedämmung, erhöhen oder die Luftfeuchtigkeit durch intensives und richtiges Lüften verringern.
Was du als Mieter machen kannst, ist intensives Lüften, so wie Henniee es oben beschrieben hast. Die Wärmedämmung zu verbessern und auch mögliche Wärmebrücken und Baufehler zu beseitigen ist eigentlich Sache des Vermieters. Bevor du die beschädigte Alufolie ausbesserst oder ganz rausreißt, sollte sich ein Fachmann mal die gesamte Wandkonstruktion anschauen und den Sinne der Folie beurteilen.
 
Alfred

Alfred

Moderator
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Hallo,
man könnte die fehlende Alu Schicht auch wieder ergänzen, dann kann zumindest kein Raumkondenswasser mehr eindringen. Dann weiter abklären was woher kommt und wer was macht.
 
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Elke

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Hallo,
danke für die vielen Antworten.
Von der Konstruktion her ist unser Wohnzimmer etwas abenteuerlich. Die Eltern unserer Vermieter haben alles damals selbst gebaut und jahrelang sämtliche Reparaturen selbst erledigt oder irgendeinen Bekannten damit beauftragt. Fachleute waren in den seltesten Fällen dran.
Das eigentliche Haus ist normal viereckig, wie Häuser nun mal sind. Und an dieses Haus ist irgendwann in den 70ern eine Art Gartenhäuschen angebaut worden. Vor und hinter dem Anbau geht das Haupthaus weiter und besteht aus Backstein. Ist also wie ein eckiger 'Pickel' am Haupthaus. Ich weiß leider nicht wie man Skizzen hier einstellt.

Die Außenwand des eigentlichen Hauses eine Wand des Wohnzimmers. Diese Wand ist Beton. Tapeziert mit Alufolie (ich vermute die hat nicht ganz gereicht und deshalb fehlen halt 30cm am Boden) und auf der Folie Raufaser. Die Tapete auf dieser Seite habe ich schon immer als klamm empfunden. Vor 2 Jahren ist die Feuchtigkeit mal gemessen worden. Die war etwas erhöht. Damals ist die Silikonfuge im Bad an der Badewanne auf der anderen Seite der Wand neu gemacht worden.

Der Anbau ansich ist eine einfache Holzkonstruktion (Gartenhaus halt) von außen mit Schiefer verkleidet unten Holzlamellen. Die Holzlamellen sind teilweise morsch und die Kanthölzer in der Ecke auch. Meint Ihr die Feuchtigkeit kann von Außen über Eck in die Wand rein ziehen?

Bisher war eigentlich nie ein Schimmelproblem da. Und das ist auch im Sommer aufgetreten also ausserhalb der Heizperiode. Allerdings ist tatsächlich im Sommer das Regenrohr abgegangen und mehrere Tage ist von aussen viel Regen gegen die anliegende Ecke geströmt. Vielleicht kommt es auch daher.

Ich weiß halt nicht was jetzt am besten ist. Noch ein Stück Alutapete drauf und drüber tapezieren und gut ist oder die ganze Tapete entfernen (ich habe mal was von Streichen mit Kalkfarbe gehört) und mit der klammen Wand leben. Haben wir ja die letzten 6 Jahre auch. Das hat auch nie modrig gerochen. Das kam erst diesen Sommer mit dem Schimmel.

Unser Vermieter ist jetzt seit 9 Monaten damit beschäftigt einen simplen morschen Überbau reparieren zu lassen. Wenn ich den das Wohnzimmer überlassen können wir das frühesten nächsten Sommer wieder benutzen. Dann mache ich lieber direkt was selber.
Gruß

Elke
 
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henniee

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Bist Du Dir sicher, dass die Wand aus Beton ist?
Das ist bei "normalen Häusern" eher unüblich...
 
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Elke

Threadstarter
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Tja, wenn Di so fragst. Ich bin immer davon ausgegangen. Aber wenn ich so nachdenke. Sonst ist das Haus ja aus Backstein. Vielleicht ist die Wand auch nur verputzer Backstein. Aber ich sehe ja jetzt das Stück ohne Tapete und das ist hellgrau und richtig hart und kalt. Viel kälter als die anderen Wände im Haus.
Gruß...
 
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henniee

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Das es kälter ist war (mir) klar.. :D
Du kannst es einfach testen. Nimm einen Bohrer und bohre an einer sicheren Stelle (Wasserleitung, Steckdosen etc) in die Wand.
Min 5-8cm tief. Ist das Bohrmehl rot=Backstein. Wenn Du pech hast, triffst Du allerdings (Murphey) die Mörtelfuge und es bleibt grau. Das merkst Du aber am Widerstand.

Fange das Bohrmehl auf und prüfe ob es staubtrocken, oder aber auch feucht ist. Ist es spürbar feucht, Alarmglocke an - denn dann ist die Wand so massiv durchfeuchtet, dass es von einer anderen Quelle kommen müsste.

Dann berichte.

Wenn Du willst, sende mir eine email mit der Skizze - ich lade sie hoch, oder aber Du schaust mal in Schweißtechnik in dem Esab Thema, da ist ein Link von Janik zu einem kostenlosen Bilderhoster.

Das Problem an der Alu Tapete sehe ich darin: Es wirkt wie eine Sperrschicht. Angenommen die Wand ist eben nicht aus Beton, ist die Feuchtigkeitsregulierung einer verputzten Wand schon OK und schimmelbefall unwahrscheinlich. Schimmel wächst nur auf organischen Materialien, zu denen u.a. Tapete zählt aber auch z.B. Gipsputz kann schimmeln. In Anbetracht des BJ tippe ich allerdings auf einen Kalk(zement)putz. Mit Sperrschicht kann die Wand weder Feuchtigkeit an den Raum abgeben noch vom Raum aufnehmen.
Einen isolierenden Effekt erzielt man mit einer solchen Aluschicht jedenfalls nicht.

Wie schon gesagt, diese Taupunktgeschichte ist eindeutig ein Fall für den Fachmann. Gerade mit Innenwanddämmung holen sich die meisten Leute erst richtig den Schimmel in die Bude.

Bespreche das sachlich mit Deinem Vermieter ansonsten gehe die von Dirk beschriebenen Wege.
 
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joggi

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Hallo,

wie schon gesagt wurde bringt einen Innendämmung hier nicht wirklich viel.

Als Sofortmaßnahme kannst Du allerings zwei Dinge ändern. Nämlich die Raumtemperatur auf eine 'normale' Zimmertemperatur erhöhren. Damit meine ich ca. 20°, es darf auch etwas mehr sein, 25° wäre mir persänlich allerdings zu warm...
Zudem ändere mal das Lüftungsverhalten. Stoßlüften, mehrmals täglich, usw. Im Netz findest du dazu zahlreiche Hinweise. Erfahrungsgemäß ( und auch laut irgendeiner Studie die ich mal gelesen habe ) sind die beiden Punkte die häufigste Ursache für Schimmelbildung im Innenraum.

Bei Dir kommt noch erschwerend hinzu dass die Wand sozusagen abgedichtet ist, durch die x-fach überstrichene Tapete und die Alu-untertapete ist die Wasserdampfdifussionsfähigkeit nicht mehr gegeben. Von daher würde ich raten neu zu tapezieren und bei der Produktauswahl auf die Diffussionsfähigkeit achten. Die Rauhfaser kannst Du natürlich einfach entfernen, wegen der Alutapete würde ich vorsorglich mal mit deinem Vermieter reden.

Das alles fällt unter die Taupunktproblematik wie ja schon gesagt wurde.

Ich kenne einen ähnlich gelagerten Fall. Die Wohnung sollte nach dem Auszug der Vormieter wegen der 'Feuchtigkeit' nicht mehr vermietet werden. Erst nachdem ein Interessent zeimlich gequengelt hat dass er die Wohnung unbedingt möchte und er mit Schimmel garantiert keine Probleme hat wurde wieder vermietet. In der Tat hatte er keinerlei Feuchtigkeit oder Schimmel im Wohnzimmer. Auf Nachfrage hat er berichtet genau das gemacht zu haben was ich oben beschrieben habe - bis heute ist die Wohnung übrigens absolut in Ordnung.

Grüße, Joggi
 
Thema: Feuchte Wand. Was nun?

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