Fahrbarer Garderobenschrank für einen Kindergarten

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Schlorg

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Im Kindergarten meines Sohnes bestand der Wunsch nach einem Garderobenschrank für Kostüme und Zubehör, da sich die Zwergerl gerne verkleiden. Der Elternbeirat, dem meine Freundin, angehört wollte in deswegen etwas unternehmen und da von den letzten Weihnachtsmärkten und Veranstaltungen etwas Geld in der Kasse übrig war, wurde der Wunsch geäußert solch eine fahrbare Garderobe zu beschaffen... :top:

Sowohl das Kindergartenteam, als auch der Elternbeirat war bei seiner Recherche auf dieses Teil aus dem Hause HABA gestoßen... genau so einen wollte man haben... finde jetzt leider nur einen englischsprachichen Shop:

https://gresscoltd.com/birch-wardrobe-by-haba-128017.html

Nachdem man dann über einen Händler den Verkaufspreis in Erfahrung bekommen hatte, war klar dass dieser Schrank den Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sprengt... also war die Idee geboren, doch einfach selbst einen zu bauen... bloß wer mach des und wie und wann und wo.... Meine Freundin hat auf jeden Fall eingeworfen, dass ich das ja bestimmt schnell machen könne... kann ja nicht weiter wild sein, so ein bisschen ein Schrank... :crazy:

Nachdem das ganze also beschlossene Sache war, wurde ich auch über den Plan informiert... :D

Um überhaupt mal einen Überblick zu erhalten, mit was für Kosten bei einem Eigenbau zu rechnen sein, skizzierte ich einen ersten Entwurf um den Materialbedarf zu ermitteln und rechnete das ganze anschließend zusammen... Blöderweiße kam ich zum Schluss dann auf knapp über 5m² + Verschnitt, geht halt gerade nicht aus einer Platte mit 3x1.5m raus...


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Hatte zuerst mit 15mm Material gerechnet, entschied mich dann jedoch für 18mm Multiplex Birke als Werkstoff... Hinzu kamen dann noch die Kosten für einen Spiegel mit den Maßen 60x40cm aus 5mm VSG Sicherheitsglas sowie die 4 benötigten Möbelrollen von Wagner.

So kam ich auf einen ersten Schätzpreis, der für den Elternbeirat noch im machbaren Bereich lag... meine Freundin und ich einigten uns, alle weiteren Kosten für Leim, Flachdübel, Schrauben, Holzsiegel und weitere Kleinteile selbst zu übernehmen... und so konnte es ans bestellen gehen...

Erste Anlaufstelle war unser Holzhandel der im Ort sitzt... da geh ich echt gern hin, langjähriger Familienbetrieb, immer alle freundlich und bemüht und wegen den Preisen lässt sich eigentlich immer reden..

Hab natürlich auch mein Leid mit den gerade rund 5m² benötigen Materials geklagt und dass ich keine direkte Verwendung für die restlichen 4m² 18mm Multiplex habe... So konnten wir uns drauf einigen, dass er mir 2 Platten 18mm MPX Birke BB bestellt und ich eine komplette Platte mit 4.5m² nehmen und noch einen Abschnitt mit 1 Meter von der anderen Platte bekomme, den Rest würde er ins Lager legen. :top:

Nächster Halt... der Glasbauer in der Nachbarschaft... Spiegel aus VSG Glas geordert, erfreulicherweiße nur 40€ dafür zahlen müssen und zufrieden nach Hause geganen.

2 Tage später dann mitm Anhänger zum Holzhändler gefahren und des Holz abgeholt... Die große Platte hab ich dann noch auf dem Hänger liegend mit der Festool TS55 in handliche Stücke aufgeteilt um Sie dann in der Werkstatt aufs endgültige Maß zu bringen.


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So hatte ich am Ende des Tages alle Bretter im richtigen Maß bereitstehen... Aus den Reststücken vom Verschnitt habe ich dann noch die Teile für das Ablagebrett und 4 quadratische Teile für die Rollen herausgesägt. Des weiteren wurden noch 4 Zierleisten mit 45° Fase hergeschnitten und mit einem 6mm Falz versehen um den Spiegel einfassen zu können.

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Anschließend wurden an allen Brettern die Außenkanten abgerundet... ich bin mir jetzt im Nachhinein gar nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, die Regalbretter mit einem Abrundfräser R6, die restlichen Teile mit einem R10....


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Anschließend wurden an den beiden Außenteilen die Ecken allesamt im gleichen Radius mit der Stichsäge abgerundet...


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Schlorg

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Als nächstes wurden nun auch die beiden Außenteile komplett rundherum abgerundet...

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Am nächsten Abend ging es weiter mit dem ausmessen und anzeichnen der Positionen für die Flachdübel... Da war glaube ich fast der ganze Abend hin, bis alle Teile vermessen, angezeichnet und der Anriß dann auch auf das Gegenteil übertragen war... Aber bei sowas hat sichs für mich schon immer bewährt alles 3 mal im Kopf zu durchdenken und nicht zu hudeln, weil sonst kommt immer irgendwo ein teurer oder zumindest ärgerlicher Blödsinn raus... :allesgut:


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Anschließend gings dann ans Fräsen... Für die Regalbretter hatte ich mir geschwind eine Halterung aufgespannt wo ich die Bretter nur Stück für Stück einlegen musste und dann in einem Rutsch die 4 Fräsungen pro Seite vornehmen konnte...


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Als nächstes waren dann die Fräsungen in der Fläche dran... eigentlich ne ganz greislige Arbeit, wenn man so gar keinen Anschlag hat... aber man hat nur dann keinen Anschlag, wenn man sich zuvor keinen baut...

Also hergegangen und ein gerade abgeschnittenes Reststück MPX mit einer aussparung versehen in welcher gerade die Flachdübefräse stramm reinpasst.. das ganze auch noch gerade so tief, dass die Mitte des Nutfräsers genau auf einer Linie mit der Kante meiner Vorrichtung liegt.


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So brauchte ich nur meine Fräshilfe genau auf dem Anriß ansetzenund darunter ein weiteres gerade abgeschnittenes Brett als Parallelanschlag feststpannen. So konnte ich meine Fräßhilfe am Anschlag entlang verschieben, mittig ausrichten, mit einer Schnellspannzwinge fixieren und dann die Fräse einsetzen und meine Fräsung punktgenau platzieren. Danach Zwinge auf, Fräshilfe ein Stück weiter schieben usw.


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So waren die rund 80 Fräsungen in der Fläche überraschend schnell erledigt... :top:


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029.jpg Im nächsten Level habe ich dann des kleine Ablagefach angefertigt... hier kamen ausnahmsweiße 4 Runddübel zum Einsatz um die Seitenteile mit dem Brett zu verbinden... das ganze wird natürlich mit weiteren Flachdübeln an der Außenseite des Schranks montiert.


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Danach stand ein kompletter Nachmittag schleifen auf dem Programm... Alle Teile... angefangen mit K80 zu K120 bis K180... die großen Teile mit dem 3M Exzenter, die kleineren mit dem Makita Schwingschleifer, die Kanten mit Schleifklotz und Schleifschwämmen...

Zum absaugen, Festool Sauger... Double Trouble... :mrgreen:

Mit dem CTL Midi hab ich den Exzenter abgesaugt, den CTL Sys hatte ich mit dem breiten Bürstenaufsatz bestückt um damit die Oberfläche der soeben geschliffenen Teile nochmal absaugen zu können...

Wie immer... des ewige Schleifen ist nicht so meins, aber hilft ja nix, gehört ja irgendwie auch mit dazu, wenn des Ergebniss zum Schluss passen soll... :zunge:


Anhang anzeigen 5

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Am selben Abend wurden dann auch Testweise einmal alle Teile ohne Leim zusammengefügt um zu verifizieren, dass ich mich auch nirgends vermessen habe... und tatsächlich, wider erwarten gab es überhaupt keinen Grund für Beanstandungen! :crazy: :top:


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Am nächsten Tag dann alle geschliffenen Teile nochmal gereinigt und mit einer ersten Schicht Bondex Holzsiegel auf Leinölbasis überzogen.

https://www.bondex.de/produkte/innen/holzsiegel

Hab des Zeug schon paar mal verwendet und komme damit ganz gut zurecht... ergibt eine schöne ziemlich toughe Oberfläche, schaut bisschen so aus, wie die Schulmöbel von früher, wenn ihr wisst was ich meine.

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Am besten geht das ganze mit ner Lasurrolle aufzutragen, nach einer Viertelstunde dann mit ner trockenen Rolle die Überstände nochmal verteilen und die Teile zum trocknen aufstellen. Hab alle Teile in ner Ecke aufgestellt und drüber einen einfachen Ventilator gehängt... den habe ich dann mittels Fritz!DECT Steckdose die nächsten 36 Stunden immer im Wechsel ne Viertelstunde laufen lassen und dann wieder 30 min Pause gemacht.

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Nach 2 oder 3 Tagen Trocknungszeit habe ich dann alle Teile nochmal auf K220 hochgeschliffen... und anschließend eine 2te Schicht aufgebracht... diesmal habe ich den Holzsiegel jedoch nach ca. 10 min mit dem Exzenterschleifer und den grünen Festool Pads einpoliert und danach die Teile mit einem sauberen Baumwolltuch abgewischt... des ergibt ein sehr schönes, spiegelglattes Ergebniss.

Um die optimale Haftung des Leims zu gewährleisten hatte ich übrigens die Stellen wo die Bretter hinkommen mittels 15mm Malerkrepp abgeklebt.

Danach wieder 2 Tage in der Ecke trocknen lassen...


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Jetzt wurde es ernst... es ging ans verleimen der Einzelteile...

Zuunterst lag eine der Außenwände... darauf wurden dann zuerst die 5 Regalbretter verleimt und das Mittelteil eingesetzt... Danach wurde dann mal alles was in der Werkstatt an Stahl >15mm zu finden war drauf gestapelt um die Sache etwas einzuschweren...


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Danach wurden Boden und Deckel eingesetzt und es kam noch das andere Außenteil oben drauf... Für die 120cm Breite hatte ich noch 6 Schraubzwingen, die gerade so gereicht haben... aber für die 145cm in der Höhe hats dann ausgebissen... also was macht man dann, wenn man des Teil nicht in sich Spannen kann, dass der Stoß zugeht? Ja, dann muss man halt die Kraft von der einen Werkstattwand zur anderen ableiten.. des ganze ließ sich mit 2 so Rigipsstützen bewerkstelligen, die jedoch von der Belastung her am Ende waren... hätte es nicht gereicht hätte ich auch noch 2 richtige Baustützen aus dem Lager geholt... :crazy:

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Wieder 2 Tage später konnte ich den jetzt immerhin schon 63Kg schweren Korpus vom Tisch heben und auf die Seite legen um die Rollen montieren zu können... Denn so konnte ich das Teil dann schonmal ohne weiteres in der Werkstatt umeinand schieben... Hab ich eigentlich schonmal erwähnt, wie praktisch ne kleine Kranbahn im Keller ist? :mrgreen:

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Blöderweiße ist mir beim montieren der Rollen dann einmal sauber der Akkuschrauber ausgekommen und ich hab ihn beim Versuch des einfangens dann natürlich zu allem Überfluss noch gut eine mitgegeben und er ist mit dem Bithalter mitten auf des eine Außenteil geknallt... war natürlich an exponierter Stelle ne fette Delle mitten ins Holz gedrückt... Kreitzkrutzefix! :evil: :wife:

Aber dann dran erinnert dass ich da mal was gesehen oder gelesen hatte... Irgenwas mit nem Bügeleisen oder so...

Pling! -->

Gesagt getan... hab ich des erste mal ausprobiert... und des hat super geklappt... zum glück waren die Fasern nur eingedrückt aber nicht durchtrennt oder geknickt... mit der Bügeleisenmethode konnte ich die Delle so fast gänzlich aus dem Holz ziehen... wenn mans jetzt nicht weiß wo die Stelle ist, findet man es kaum mehr, so gut ist des geworden! Noch mal Glück gehabt! :top:


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powersupply

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Klasse gemacht :top:
Jetzt hast Du ja auch wieder genügend Argumentationshilfe für Neuanschaffungen. :mrgreen:

PS
 
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Vectradamos

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Lage
Sieht gut aus.

Ich hab mir nicht alles durchgelesen.

Aber hast du eine entsprechende Qualifikation um solche " Anlagen " für Kindergärten errichten zu können ?

Bei uns in der Gegend wurden etliche Eltern Projekte aus dem Verkehr gezogen weil dies nicht der Fall war.

Wäre schade drum.
 
AndreB

AndreB

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Hi Schlorg,

wieder mal ne super Arbeit von dir, da gibt's nix zu meckern! :top: :top: :top:

Gruß!

Andre
 
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Dirk

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Vectradamos schrieb:
Aber hast du eine entsprechende Qualifikation um solche " Anlagen " für Kindergärten errichten zu können ?

Bei uns in der Gegend wurden etliche Eltern Projekte aus dem Verkehr gezogen weil dies nicht der Fall war.
Falsche Wohngegend.

Schlorg, das ist super! Ich habe gestern schon immer auf den jeweils nächsten Beitrag gewartet! :top:
 
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Dominik Liesenfeld

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Sehr schön gemacht! Die Spreizenlösung ist schlorgenial.

Hoffentlich wirklich bürokratiebefreit
 
michaelhild

michaelhild

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Gut gemacht, bin auf das Endergebnis gespannt.

Gewundert hat mich das einschleifen von dem Holzsiegel. Hatte den als einen Lack in Erinnerung und Bondex bezeichnet ihn ja auch so. Aber nach den Inhaltsstoffen ist das ja ein Öl mit Harzanteilen.
Dann gehts natürlich.
Wobei die Beschreibung bei Bondex auch sonst sehr widersprüchlich ist. Im Text steht "auf Wasserbasis", bei den Stichpunkten "Lösungsmittelhaltig" und im technischen Merkblatt, wird kein Wort mehr von Wasser erwähnt.

Zum Einfräsen der Flachdübel, les Dir das da mal durch:
http://michael-hild.blogspot.de/2016/11/tipp-verbinder-in-mittelwande-und-boden.html
Die Methode ist sehr einfach und geht schnell.
 
M

MSG

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@Schlorg: :respekt: Ist wirklich schön geworden.

@michael.hild Dank auch für deinen Link. Deine Methode finde ich wirklich einfach und genial :)
 
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Schlorg

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Dankeschön@all! :top:

@ Vectradamos: Bin sogar überqualifiziert.... :crazy:

@Michael Hild: Vielen Dank für den Link, auch eine klasse Methode... Auch wenn ich jetzt meinen Anschlag habe, werde ich es bei Gelegenheit mal so ausprobieren! :)


Wegen dem Bondex:

Die Wiedersprüchlichen Angaben sind mir auch schon aufgefallen... Und nachdem mein Keller und der Hausgang jedes mal, wenn ich des Zeug in größeren Mengen verarbeite, eine ganze Woche lang wie ne tschechische Methamphetaminküche riecht kann man wohl mutmaßen, dass da nix auf Wasserbasis ist... :mrgreen: :mrgreen:

Ich habe jetzt schon paar mal was damit gemacht und des mit dem einpolieren im zweiten Durchgang, anstelle des verteilens mittels trockenem Pinsel/Rolle habe ich irgendwann einfach mal ausprobiert, da des Zeug ja auf Leinölbasis ist. War mit dem Ergebnis dann sehr zufrieden, deswegen hab ichs dann beibehalten, muss man aber auch nicht zwingend, kann auch so schöne Ergebnisse erzielen.




Ein paar Tage später wurde dann das Bord angebracht... auch hier wurde die aufzubringende Presskraft wieder kurzerhand von einer Wand der Werkstatt durch den Schrank bis zur anderen Wand geleitet.

Gleich im Anschluß wurde der Spiegel mit einer Schicht Sista Montagekleber bestrichen und das ganze mittels feiner Zahnspachtel verteilt. So konnte auch der an seinem vorgesehenen Platz angebracht und über die Fläche verspannt werden.


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Auf der anderen Außenseite des Schranks wollte ich eine ausziehbare Kleiderstange anbringen. Hierzu hatte ich mir 2 Stück 25mm Rundstäbe aus Buche geholt und bei Ebay eine 60mm Holzkugel, ebenfalls aus Buche, geordert.

Um die Kugel mittig anzubohren spannte ich einen 25mm Forstnerbohrer in die gute Fein ein und bohrte in ein Reststück Dachlatte eine kleine Vertiefung, um die Kugel dort sicher einlegen zu können.

Danach habe ich die Kugel zum festhalten in einer Schraubzwinge fixiert und samt der Dachlatte so im Bohrständer ausgerichtet, dass die Zentrierspitze des Forstnerbohrers ziemlich exakt den höchsten Punkt der Kugel berührt hat.

Der Rundstab hatte leichtes Übermaß, was mir aber jetzt eigenlich entgegen kam. Hab etwas Leim in dem gebohrten Loch verteilt und dann die Kugel mit 2-3 Schlägen mit dem Schonhammer draufgeklopft... Bin ziemlich sicher, dass die beiden Teile für alle Zeiten untrennbar miteinand verbunden sind... :wink:



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D_Mon

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Schlorg schrieb:
... jedes mal, wenn ich des Zeug in größeren Mengen verarbeite, eine ganze Woche lang wie ne tschechische Methamphetaminküche riecht kann man wohl mutmaßen, dass da nix auf Wasserbasis ist...
...
Sag das nicht. Viele Wasserlacke riechen auch intensiver und vor allem deutlich länger als lösemittelhaltige.

Dein Projekt gefällt mir übrigens auch sehr gut.

Gruß
D.Mon
 
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Schlorg

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@D_Mon: Vielen Dank! :daumen

Als nächstes ging es an die Vorbereitung für die Montage der Kleiderstangen.

Hierzu wurden wieder 2 Quadrate mit etwa 12cm Außenmaß mit einer umlaufenden 45° Gehrung versehen und mittig mit einer 25mm Bohrung versehen.


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Der Spiegel hielt mittlerweile fest an seinem Platz. Hierfür wurden dann gleich die 4 vorbereiteten Leisten mit dem 5mm Falz auf das passende Maß gekürzt und mit einer Gehrung versehen, so dass diese als umlaufender Rahmen verwendet werden können.


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Als nächstes wurde aus einem Reststück 18mm Multiplex die Abdeckung für die Ausziehbare Kleiderstange gefertigt. Das Innenmaß betrug etwa 26x35mm.

Nach dem verleimen wurden auch hier die Kanten wieder abgerundet.


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Schlorg

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Für die Montage der fixen Kleiderstange hab ich mir dann eine Schablone aus 12er MDF gebastelt... ebenfalls mittig mit einer 25er Bohrung sowie auf den beiden Diagonalen je 2 8er Bohrungen für die Runddübel.


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So ließen sich die Bohrlöcher für die Dübellöcher in den Halterungen auch ganz fesch markieren und anschließend ca. 12mm tief bohren.


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Anschließend wurden die Dübel eingeleimt und mit der bekannten Schablone aufs gleiche Maß gekürzt.

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Im Anschluß wurden die Teile auch gleich noch geschliffen.


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Danach ging es ans anzeichnen der Positionen für die beiden Kleiderstangen...

Nachdem das eine Loch für die ausziehbare Kleiderstange markiert war, wurde es auch gleich gebohrt... Um etwas mehr Spiel zu haben und das ausziehen der Stange zu erleichtern habe ich mir einen 26mm Fisch Wave-Cutter Forstner Bohrer gekauft... Bis jetzt hatte ich tatsächlich nur die Famag Bohrer und natürlich ist das eine Loch jetzt keine besonders aussagekräftige Referenz, aber der Fisch Bohrer steht den Famag Bohrern gefühlt in nichts nach und hat wirklich sehr sauber und geschmeidig gebohrt.


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Als nächstes wurde die Abdeckung der Kleiderstange mit 4 Bohrungen für 4x70er Schrauben versehen und entsprechend angesenkt.

Die Abdeckung ist neben den Rollen das einzig geschraubte Teil am Schrank... dacht mir, des erlaube ich mir mit Schrauben auszuführen, weiß ja nicht ob man nicht doch nochmal hin muss, wenn die Stange mal klemmen sollte oder so.

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Für die feste Kleiderstange habe ich mir auf beiden Seiten den Mittelpunkt auf gleicher Höhe herausgemessen und mittels Forstnerbohrer nur leicht angebohrt.

So konnte ich meine Schablone wieder ansetzen, mit einem Winkel ausrichten und die 4 Dübellöcher markieren und im Anschluß mit Tiefenbegrenzer etwa 14mm tief bohren.


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Während die Halter sowie die Abdeckung für die Kleiderstangen wieder mit dem schon genannten Bondex Holzsiegel behandelt wurden, habe ich die Kleiderstangen selbst nur nochmal fein geschliffen und mit Leinölfirniss eingerieben.


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Am nächsten Tag ging es weiter... der ausziehbaren Kleiderstange wurde etwa 10cm vor ihrem Ende eine Spax mitten ins Holz gedreht. Das ist der Auszugstopp. Ans Ende habe ich ein kleines Plättchen Multiplex geschraubt, welches verhindern soll, dass sich die Stange dreht.


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Damit war eigentlich alles soweit abgeschlossen, dass die ausziehbare Kleiderstange montiert werden konnte.


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Ausziehen klappt prima... die Kleiderstange stützt sich am oberen Regalbrett ab und selbst voll ausgezogen kann man noch gut 15 kg am äußersten Punkt hinhängen, ohne dass es irgendwie auffällig aussehen würde....


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Am nächsten Abend habe ich dann als erstes die feste Kleiderstange montiert. Hierzu habe ich die beiden Halter sowie mittig die Schablone auf die Stange geschoben... Danach des ganze ein bisschen mit Leim bepinselt und vorsichtig in den Schrank eingesetzt... Nachdem die Dübel leicht in die Bohrungen eingedrückt waren, konnte ich die MDF Schablone als Schlagholz verwenden und die beiden Teile mittels Schonhammer so festklopfen.

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Anschließend wurde die Schablone mittels Handsäge von 2 Seiten leicht angesägt und ließ sich dann ohne weiteres auseinanderbrechen... Damit hatte des Teil final ausgedient..

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Zum Schluß mussten noch die Zierleisten um den Spiegel herum angebracht werden. Nur kleben gefiel mir nicht... Hab das ganze dann mal an einem Musterstück mittels Druckluftnagler und auch mit normalen Nägeln versucht... gab alles nicht das geswünschte Ergebnis.

Schlussendlich habe ich dann alle Teile von der Rückseite her durchbohrt und von der Gegenseite dann mit einem M3 Flachsenker her gesenkt, so dass sich die Teile mit 3x20 Edelstahlschrauben mit Linsensenkkopf verschrauben ließen... bin froh das so gemacht zu haben, jetzt sieht man zwar die Schrauben, aber es schaut trotzdem ordentlich aus und hält vernünftig.


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Somit war der Schrank endlich bereit zur auslieferung... noch einmal abgewischt und danach Versand bereit gemacht... Achso... halt mal... des Ding muss ja noch aus dem Keller raus...


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Unsere Kellertreppe hat so ihre bekannten Tücken... ab nem gewissen Maß kanns auf der Treppe haarig werden... aber mittlerweile sind wir schlauer geworden und drehenin solchen Fällen einfach 4 der 6 Schrauben aus, welche des Gitter an Ort und Stelle halten... dann klappts auch mit dem hochtragen ohne überall anzuecken... :top:


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Oben angekommen wurde der Schrank für den Transport nochmal in Stretchfolie gewickelt und dann auf den kleinen Anhänger gehoben...

Jetzt konnte es los gehen!


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jesse

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Hallo Schlorg,

Ich bin sprachlos. Zum einen über den genialen Schrank. Das ist echt eine andere Liga als so manche gutgemeinte Elternbastelei, die man einfach nicht stehen lassen kann, da die Kids gefährdet wären. Dafür Note 1.
Zum anderen vielen Dank für den extrem detaillierten Bildbericht. Da steckt ja fast so viel Arbeit drin wie im Schrank. Dankeschön dafür.


Jesse
 
michaelhild

michaelhild

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Wirklich sehr schön geworden und mit einigen interessanten Details versehen.
Weit entfernt von einfachem Gebastel.

Die Kids werden sich freuen und hoffentlich wissen auch die anderen Eltern Deinen Einsatz zu schätzen.
 
Thema: Fahrbarer Garderobenschrank für einen Kindergarten

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