Dolmar 411 läuft nicht

Diskutiere Dolmar 411 läuft nicht im Forum Ketten- + Motorsägen im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Hallo Zusammen! Nachdem ich die Dolmar 411, die ich zerlegt geschenkt bekommen habe, dank der Beiträge in diesem Forum wieder komplett montiert...
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banefred

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Hallo Zusammen!

Nachdem ich die Dolmar 411, die ich zerlegt geschenkt bekommen habe, dank der Beiträge in diesem Forum wieder komplett montiert bekommen habe, wollte ich sie voller Erwartung starten, doch sie will nicht. :(

Da ich noch eine 401 habe (gleicher Motor), habe ich mal an beiden Maschinen das Dekompressionsventil herausgeschraubt und den Kompressiondruck beider Maschinen verglichen (mit dem Daumen, ohne Messgerät). Ich musste feststellen, dass die ehemals zerlegte 411 eine deutlich schlechtere Kompression hat.

Ferner beobachtete ich bei demontiertem Auspuff eine leichte Bläschenbildung zwischen Kurbelgehäuse und Zylinder während der Startversuche.

Es gibt dort offensichtlich eine Undichtigkeit. Die Zylinderfußdichtung habe ich erneuert - daran liegt es folglich nicht.

Jetzt meine Fragen:

Kann es sein, dass ich aufgrund einer Undichtigkeit zwischen Kurbelgehäuse und Zylinder eine so schlechte Kompression habe, dass die Maschine nicht läuft?

Was soll ich tun, um die Undichtigkeit zu beseitigen? Das Kurbelgehäuse komplett zu zerlegen habe ich eigentlich nicht vor. Hat es vielleicht Sinn, die Zylinderfußdichtung mit CURIL oder einem anderen Dichtungsmittel einzusetzen?

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!
 
Hallo Bernd,

aslo Du muß schon einen tollen Daumen haben, der auch Kompression messen kann :)

Wenn im brennraum etwasundicht ist, dann kann die Säge keine Kompression aufbauen, nur wegen ein paaar kleiner Bläschen am Zylinderfuß müßte sie trotzdem laufen.
Bist Du sicher, daß nicht villeicht doch etwas unter der Dichtung noch gelegen hat? habe schon an die 10 Sägen der Baureihe (100/102/340/400)zerlegt und wieder zum laufen gebracht, das Gehäse war an keine Undicht.
Dichtungen klebe ich nie ein, das bringt ausser Ärger nicht viel, eine Dichtung muß auch so dicht halten und man hat keinen Streß den Schrott wieder abzuschaben.

Natürlcih ist es möglihc das Gehäuse notdürftig mit Dichtungsmasse abzudichten ab die Endlösung ist das auch nicht. Wenn ich mir ein Säge herrichte und eine Dichtung ist hinüber wird sie eben ersetzt.

Gruß

Thomas
 
Hast Du den Kolben richtig eingesetzt? Pfeil zum Auslass hin?
Ciao
 
Ja, auf die Einbaurichtung des Kolbens habe ich geachtet. Die ist korrekt.

Na gut, Thomas: Dann werde ich erstmal auf Dichtungsmittel verzichten und versuchen, der wahren Ursache auf die Spur zu kommen.

Auf der Explosionszeichung der Ersatzteilliste sieht es so aus, als wenn die beiden Hälften des Kurbelgehäuses mit Passstiften in Position gehalten werden. Habt Ihr es schon mal gehabt, dass die Gehäusehälften nicht richtig zusammensaßen, so dass sich ein Versatz in der Dichtfläche zum Zylinder ergibt?
 
Zündfunke vorhanden? Neue Zündkerze versucht? Etwas Sprühöl im Kerzenstecker verwendet? Zündunterbrecher in Ordnung ("Ausschalter")?
Sollte am Gehäuse was undicht sein, läßt sich der Vergaser schwer bis garnicht einstellen, vorallem im Standgas (zieht "Falschluft").
Macht sie denn überhaupt kein Muks? Ist sie Dir evtl. abgesoffen (geht manchmal sehr schnell!)? Bekommt der Motor überhaupt Sprit?(=Zündkerze feucht, riecht der Auspuff nach Benzin?) Ist der Sprit wirklich nicht älter als 2 Monate?

Daß die Gehäuseflächen im Bereich der Zylinderdichtung nicht plan sind, kannst Du nahezu ausschließen - dafür sind die Stehbolzen in den Hälften! -Oder ist Dir beim Zusammensetzen da eine unebenheit aufgefallen? Waren die Gehäusehälften überhaupt auseinander?
Wenn ja, wurde eine neue Dichtung und neue Wellendichtringe korrekt eingesetzt?
 
Heute nachmittag habe ich den Zylinder wieder abgenommen, um die Dichtung sowie die Planheit der beiden Kurbelgehäusehälften zu überprüfen. Was ich feststellte, hat mir einen mittleren Schrechen eingejagt: :o : Es ist tatsächlich ein leichter Versatz zwischen den beiden Hälten des Kurbelgehäuses! :shock: .

Damit aber nicht genug: Ich habe die Kurbelwelle noch einmal vorsichtig durchgedreht und bemerkt, dass sie sich an einem bestimmten Punkt wiederholt etwas schwerer drehen ließ. Die Ursache war nicht schwer festzustellen: Die Kurbelwange schleift an diesem Punkt am Kurbelgehäuse entlang :? :? :?

Was soll man dazu sagen :?: Offensichtlich hat der Vorbesitzer, den ich nicht persönlich kenne, der Säge rohe Gewalt angetan, so dass es nun für mich so aussieht, als hätte die Kurbelwelle so einen Schlag bekommen, dass sie nun krumm ist.

Was meint Ihr: Lohnen sich noch weitere Reparaturversuche, oder ist es besser, die Säge als Ersatzteilträger auszuschlachten :?:

Vielleicht noch ein Hinweis: Das Ganze soll geschehen sein beim Versuch, die Kupplungsglocke zu wechseln. Der Händler, bei dem der Vorbesitzer die neue Kupplungsglocke kaufte, hat ihm wohl gesagt, er müsse den Kolben blockieren und damit fing alles an, denn er wusste wohl nicht, wie er das machen sollte und wollte auch nicht fragen ...

Bin gespannt auf Eure Meinung.
 
Was möchtest du dich damit noch rumärgern, als Teileträger ok.
Ansonsten - ausser Spesen nix gewesen - :?
 
Hallo Banfred,

also das mti der krummen Kurbelwelle mag ich ja noch glauben, aber die Gewalt, daß jemand die Kurbelwellenhälften gegeneinander verschiebt, kann ich fast nicht glauben. Auf jeden Fall nicht, wenn er vorher die Schrauben seitlich nicht gelöst hat.

Dem würde ich mal auf den Grund gehen, Säge ist sowieso Schrott und lernen kann man dabei immer etwas.

Also zuerst Säge zerlegen, Polrad und Kupplung auch. danach die 6 Zylinderschrauben von der Kupplungsseite her lösen und das Gehäuse auseinandernehmen. Dann wirst Du zwei kleine Spannstift entdecken, die normal verhindern, daß die Gehäusehälften sich gegeneinander verschieben, diese müßten bei Dir ja jetzt krumm sein.

Gruß

Thomas
 
thd schrieb:
also das mit der krummen Kurbelwelle mag ich ja noch glauben, aber die Gewalt, daß jemand die Kurbelwellenhälften gegeneinander verschiebt, kann ich fast nicht glauben. Auf jeden Fall nicht, wenn er vorher die Schrauben seitlich nicht gelöst hat.

Du hattest recht, Thomas! Ich habe mir die Säge noch einmal in aller Ruhe vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Schwergängigkeit des Durchdrehens nicht von einer krummen Kurbelwelle herrührte, sondern nur von einer Verschmutzung zwischen Zündspule und Polrad. Zündspule ausgebaut, Bereich gereiningt, Abstand wieder auf 0,2 mm eingestellt und siehe da: Kein schwergängiger Punkt mehr beim durchdrehen. HURRA! :D

Die Zylinderfußdichtung habe ich dann auch noch mal mit CURIL T eingesetzt, um die die Undichtigkeit zu beseitigen und war voller Hoffnung, dass die Säge jetzt läuft.

Leider negativ :(

Das Ding will einfach nicht laufen. Nach wie vor bin ich der festen Überzeugung, dass sie keine Kompression hat, denn wenn ich im Vergleich meine (laufende) 401 durchziehe, geht das erhelbich schwerer.

Ich habe nun den Kolben im Verdacht: Er zeigt einige Riefen am Auslass, von denen auch einige über den (neuen) Kolbenring hinaus durchgängig sind. Leider habe ich keine von gemacht. Sonst könnte ich diese hier einmal einstellen.

Der Zylinder sieht noch recht gut aus. Nun meine Frage: Kann es sein, dass die Riefen auf dem Kolben dazu führen, dass die Säge noch nicht einmal anspringt, oder bin ich mal wieder auf der falschen Fährte
:?: :?: :?:
 
Hallo,

scheint wohl eine Alptraummaschine zu sein :)

Also jetzt mal ganz von vorne:

Wie groß war denn der Versatz zwischen den Kurbelgehäusehälften? nur 0,2mm oder hat auf einer Seite evtl. noch die Fußdichtung geklebt, die wurden eine Zeitlang verklebt.

Die Sache mit der krummen Kurbelwelle ist ja nun at acta gelegt.

Ist der Impulsschlauch noch i.O. bzw ist der überhaupt montiert?
Ist der Impulsschlauch und der Benzinschlauch am Vergaser verdreht? Impulsschlauch vorne am Vergaser mittig im Deckel. Benzinschlauch seitlich im Gehäuse. bitte nicht lachen kam alles schon vor.

Ist das Polrad noch in der richtigen Position? Hatte mal eine Säge (ps340)gekauft, da hieß die Beschreibung "Motorschaden durch Pleuelabriß" hat mich 30€ gekostet. Der Schaden war eine abgescherte Polradpaßfeder für 50Cent. Das Polrad hatte sich verdreht und blockiert. Durch die verdehte Position stimmte auch der Zündzeitpunkt nicht mehr.

Die Riefen am Kolben hättest Du auch vorher erwähnen können. Die Größe kenne ich nicht, aber wenn sie nicht zu stark sind, sollte die Säge trotzdem noch laufen. Bei starken Riefen geht natürlich nichts mehr. Nächstes Problem bei Riefen am Alukolben, wohin ist das Matrial gewandert? Meist sitzt es in der Zylinderwand fest. Das Alu wird weich und macht die Riefen im Zylinder zu, dann hat er keine spürbaren Riefen, dafür aber sichtbare hellgraue Stellen (das ist das Alu) und die etwas dunklere Beschichtung. Baust Du einen neune Kolben ein, hast Du immer die Gefahr, daß doch noch Alu im Zylinder hing und das hat die gleiche Festigkeit wie der neue Kolben. Über kurz oder lang kann es passieren, daß sich der neue Kolben genau an den gleichen Stellen wieder aufreibt und wieder nur noch Schrottwert hat.

Dann hatte ich schon einmal, daß das Aussschalterkabel unter eine der Zündmodulschrauben geklemmt war, die Folge war ein zu schwacher Zündfunke, wegen Fehlerstrom. Gefunkt hat es, aber scheinbar zu wenig.

Klemmt das Dekoventil vielleicht? Vielleicht mal ersetzen oder einfach eine passende Schraube suchen und für immer verschließen. Nicht das dabei die ganze Kompression verloren geht. wobei sich mir hier wieder die Frage stellt, was braucht ein solche Sägchen ein Dekoventil?

Mehr fällt mir gerade nicht ein.

Gruß

Thomas
 
Besten Dank, Thomas für die ausführlichen Hinweise und Erfahrungsberichte :D

Den Versatz der Kurbelhehäusehälften habe ich nicht gemessen, aber schätzungsweise war er eher kleiner als 0,2 mm.

Deinen anderen Hinweisen werde ich Stück für Stück nachgehen und hier wieder berichten. Ich will das Ding einfach wieder zum Laufen bringen ...

Habe schon daran gedacht, den Motor abzudrücken, um zu prüfen, ob irgendwo eine Undichtigkeit ist, die ich noch nicht bemerkt habe und über die mir die Kompression flöten geht. Hat jemand Erfahrung damit? Wie macht man das :?:

Ich stelle es mir so vor: : Kolben auf UT, Vergaserflansch mit Blech und Dichtung verschießen, für Auspuff-Flansch einen Druckluftanschluss mit Manometer bauen und dann abdrücken.

Geht das so oder so ähnlich? Mit welchem Druck müsste man abdrücken?
 
hallo bernd,

also abpressen beim zweitakter: das kann ich mir nicht vorstellen wegen der ladungswechselöffnungen im brennraum bei UT. beim viertaktmotor macht das schon sinn- im verbrennungs UT um die dichtheit der ventilsitze im zylinderkopf zu prüfen.
wegen deinem kompressionsproblem: entweder mit kompressionsmessgerät(wird in die kerzenbohrung gehalten) oder du läst einen motorenspezialisten mal am polrad drehen damit er schätzen kann ob das mit der kompression noch im rahmen ist.

viele grüsse,
florian
 
soloornothing schrieb:
hi
abdrücken geht schon aber mal wieder ein fehler aufgrund fehlender sachkenntnis-was ist mit dem vergaser?
Überlass das lieber dem fachhändler, der hat dafür ein gerät und die erfahrung

.....................und er weiss dass die Unterdruckprüfung wichtiger ist als die Überdruckprüfung.

MfG
 
So nun ist es endlich soweit: Das Baby läuft wieder! :D :D :D
Hatte versprochen, vom weiteren Verlauf der Reparatur zu berichten und das will ich jetzt kurz tun.

Nach einer längeren Zeit, in der ich einfach zu viel andere Dinge um die Ohren hatte, um mich um die Säge kümmern zu können, habe ich sie letzte Woche noch mal zerlegt und bin Thomas' Hinweisen nachgegangen, doch alles schien ok :x .

Unter anderem habe ich auch die Kompression gemessen: 4,5 bar anstatt 6,5 bar an meiner 7 Jahre alten 401, die gut läuft.

Dann nahm ich zum x-ten Mal den Kolben in die Hand, und es fiel mir wie Schuppen aus den Augen: zwischen Kolbenring und der seitlichen Abflachung des Kolbens war ein Stück herausgebrochen, und das hatte ich schlicht und einfach übersehen :oops: :oops:

Übrigens auch der Fachhändler, dem ich den Kolben gezeigt hatte. Die Blicke werden einfach von den Riefen angezogen und man übersieht das Wesentliche.

Also: 38 EUR in einen Kolben investiert, Maschine wieder zusammengebaut und sie läuft. Man - ist das ein tolles Gefühl. :D

Besten Dank nochmals an alle, die sich hier aktiv an der Fehlersuche beteiligt haben :wink:
 
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