Dachrinne undicht

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cades

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Hallo zusammen,

obwohl ich lieber im Holz bohre, muß ich mich jetzt mit Dachrinnen zanken.
Die Dachrinne über unserer Terasse ist zwischen zwei Stücken undicht geworden. Der Vorbesitzer hat da schon mal was mit irgendeinem Klebeband gemacht, es tropft aber nach wie vor gemein durch.
Sichtbare Undichtkeiten gibt es nicht!
Löten und Schweißen ist etwas für Erwachsene, einen Brenner hätte ich zwar, den schweren Lötkolben aber nicht.

Nun dachte ich, im Zweifelsfall immer mit der Heißklebepistole.
Die Optik ist mir ziemlich egal, von oben ist das Rinnenstück nicht zu sehen, nur von unten tropft es.

Da habe ich dann einige Stifte draufgepappt, es sah auch ziemlich dicht aus. (Obwohl ich es verdächtig fand, dass der Heißkleber hier nicht hielt "wie Gift") wie man es sonst so kennt, sondern immer ein bißchen "naja" wirkte.

Es tropft immer noch...

Nun habe ich belehren lassen, dass an Zink nahezu nichts hält und wenn überhaupt, das Leben mit Zinkprimer beginnt.

Nun muß ich dazu sagen, dass ich Chemie gerade mal buchstabieren kann, also keine Chance sehe, das zu verstehen.

Hat da mal jemand einen heissen Tip?

Schönen Tag noch...

Gregor Reucher
 
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hinack

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Moin Gregor,

wenn Dachrinne aus Zink einmal verbaut war und die Lötungen gerissen sind, dann kann man die für gewöhnlich nicht wieder löten, weil sich in und um die Lötung zuviel Oxid gebildet hat. Das kriegt dann auch keine Chemie mehr weg. Da würde nur ausbauen und mechanisch entfernen was helfen. Deshalb empfehle ich Dir einen alten Trick. Nimm Teer oder Kaltanstrich und mach die undichte Stelle mit der Lampe warm. Nicht so warm, daß der Rest der Lötung aufgeht und die Umgebung abfackelt, sondern nur so warm, daß der in die Rinne gelegte Teer oder dort aufgetragene Kaltanstrich dünnflüsig wird und die Rinne in der Dichtung ganz trocken, also auch der letzte Feuchterest verdampft ist. Die schwarze Brühe läuft dann wie Wasser genau dort lang, wo das Wasser auch lang läuft. Dann hörst Du auf mit der Lampe und gibst solange Teer nach bis der in der Dichtung fest geworden ist und nicht mehr wegläuft. Mit etwas Gefühl ist das nichtmal die Sauerei für die es sich anhört. Und dicht ist und bleibt das sehr sehr lange. Es muß nur schön fließen. Reindrücken oder als Paste aufrtragen geht nicht gut, weil es da wieder reißt.

Es gibt aber auch Dichtmassen auf Teer-Faser-Basis. Die kann man auch in die Rinne schmieren, nur hab ich bessere Erfahrungen gemacht, wenn' s wirklich dort dichtet, wo's undicht ist und nicht als große Fläche darüber.
 
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Carsten2

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hinack schrieb:
wenn Dachrinne aus Zink einmal verbaut war und die Lötungen gerissen sind, dann kann man die für gewöhnlich nicht wieder löten, weil sich in und um die Lötung zuviel Oxid gebildet hat. Das kriegt dann auch keine Chemie mehr weg. Da würde nur ausbauen und mechanisch entfernen was helfen.

sorry hinack, das ist aber nicht richtig. Alte Zinkrinnen kann man normalerweise problemlos Löten. Die von dir angesprochene Oxidschicht entsteht recht schnell und muß in der Regel auch bei neuen Rinnen erst entfernt werden. Dazu verwendet man "Lötwasser" = verdünnte Salzsäure. Damit behandelt man direkt vor dem Löten die entsprechende Stelle, dann klappts auch mit dem Löten, auch bei alten Rinnen (ausgenommen ausgedünnte Zinkrinnen, welche nur noch so dünn wie Papier sind).

Die normalen Bitumenprodukte sind nichts langfristiges bei direkter Sonnenbestrahlung. Durch die Temperaturschwankungen im Sommer (schwarz gut 70°C in der Sonne und 20°C in der Nacht) wird das Material rissig. Deswegen kommt normalerweise auch Kies auf Bitumenflachdächern (Temperatur und Feuchtigkeitregulierent), damit das Dach nicht alle 6-8 Jahre neu abgedichtet werden muß.

Also am besten die Zinkrinne löten lassen. Das sollte bei einem ordentlichen Dachdecker für kleines Geld zu erledigen sein.
Andere Basteleien sind nur sehr kurzfristig befriedigent.

MfG
Carsten
 
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hinack

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Moin Carsten2,

hast Du jemals eine undichte Lötnaht in einer Zinkrinne durch Löten repariert? Was hast Du ohne die Rinne auszubauen mit dem alten Lot gemacht? Was ist verrecktes Lot?

Teer, so wie beschrieben in die Fuge gebracht, hält ewig und wird auch nicht in der Sonne warm.
 
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Carsten2

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hast Du jemals eine undichte Lötnaht in einer Zinkrinne durch Löten repariert? Was hast Du ohne die Rinne auszubauen mit dem alten Lot gemacht? Was ist verrecktes Lot?

Nein, nicht nur eine, etliche Dachrinnen !!!

Bisher nie Probleme gehabt, nur bei uralen ausgenünnten (Materialabtrag) Dachrinnen.

Altes (oxidiertes Lot) im flüssigen Zustand rauskratzen bzw. mit entlötlitze "aufsaugen". Dann richtig mit Lötwasser reinigen und verlöten ggf Flussmittel. Fertig.

MfG
Carsten
 
Alfred

Alfred

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zur Klärung müsste man feststellen welche Materialien wie verbunden , handelt es sich um verzinkte Stahlblechrinnen weichgelötet, hartgelötet, titan-zink Rinnen weichgelötet?
Mit Silikon abdichten müsste auch funktionieren z.B. Elchsiegel
 
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cades

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Hallo zusammen und erst einmal Danke für Eure Mühe!

Ich ziemlich fit in Löten und Schweißen und zwar genauso fit, dass ich weiß, dass beim Löten von dünnem Blech die Spanne zwischen "richtiger Temperatur" und "Loch im Blech" verdammt eng ist und ich garantiert zu blöd bin, diese zu treffen.
Mit dem Elektrobrathammer dürfte das zwar einfacher sein, den habe ich aber nicht...

Daher ist mir Hinnerks Lösung schon sehr sympatisch: Lieber alle zwei Jahre mit der Fackel auf die Leiter, als einmal die Rinne durchbrennen!

Nur wo bekommt man so ein Gesöff in christlichen Gebinden?
In Baumärkten habe ich soetwas noch nie gesehen und in Baustoffhandlungen gibt es doch immer gleich die Ausstattung, Neuschwanstein komplett abzudichten.

Schönen Tag noch...

Gregor Reucher
 
Alfred

Alfred

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ich denke mal dass beim Löten nicht gleich ein Loch durchbrennt, genaugenommen könnte man das mit einem großen elektrischen Hammerlötkolben oder einem Heißluftgerät erledigen. Die neuen Alu Rinnen bei mir sind genietet und mit Silikon gedichtet.
 
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hinack

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Moin Carsten2,
Carsten2 schrieb:
Altes (oxidiertes Lot) im flüssigen Zustand rauskratzen bzw. mit entlötlitze "aufsaugen". Dann richtig mit Lötwasser reinigen und verlöten ggf Flussmittel. Fertig.

Altes Lot fließt nicht mehr, altes Lot wird Gries. Außerdem haste in der Rinne pro Naht bestimmt 50g Lot. Wieviel Meter Entlötlitze braucht man da denn so? Und wie kratzt man denn aus einer Naht mit 2, 3 cm Überlage das Lot raus? Das ist doch Käse und ein Heidenaufwand. Entweder richtig ausbauen, trennen, reinigen bis auf's Zink und neu verlöten oder es wird wieder nur Murks. Altes Lot und neues zusammen in der selben Naht gibt wieder Gries und Krümel

Warm machen, Teer reinziehen lassen, kalt wird's von alleine ...

Das ist der schnelle Weg und das Bißchen Teer liegt in Krümeln dort im Baumarkt rum, wo sie den Heißkleber im Stück verkaufen. Ein paar Splitter reichen ja, wenn's nur eine undichte Naht ist.
 
Alfred

Alfred

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hinack schrieb:
Altes Lot fließt nicht mehr, altes Lot wird Gries
Das mag sein, darum schmilzt man alte Lötstellen mit frischen Zinn auf. Ich würde hier mit dem flußmittelgefüllten Elektrozinn arbeiten.
 
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Kawa

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Ich komme leider nicht auf den Firmennamen, fängt glaube ich mit "M" an.
Aber egal.
Es gibt in Baumärkten ein Produkt, ich meine auch von "Remmers", welches auch bei nassen Regenrinnen auf die zu reparierende Stelle gepinselt werden kann.
Ist so ein zähes weißes, ich denke mal bitumenartiges Zeugs.
Wirkt erstklassig.

Desweiteren gibt es auch Dosen mit einer Masse zu kaufen, mit der man Leckstellen in Bereichen von Dachpappe einpinselt. Das ist ebensoein ziehiges Zeugs mit irgendwelchen Fasern drin.
Habe ich auch schon benutzt, hilft genauso. Auch im gut sortierten Baumarkt erhältlich. Bei uns z.b. bei Hagebau oder Marktkauf.
 
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Neptun

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Also bei uns auf den Baustellen wird des öfteren auch silikon zur abdichtung der Stöße genommen. Ist einfach und dauerelastisch dicht.

MFG Neptun
 
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Tigger

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Teer ist nicht besonders gut am besten Sikaflex nehmen wenn man sich das Löten sparen will, das ist eine Art Silicon der zum abdichten und kleben verwendet wird und ist UV stabiel und Klebt besser als normales Silicon,ich hab damit Schornstein, Regenrinne und Lüftungsauslässe im Eternitdach abgedichtet und das haut wunderbar hin!
Ich hatte auch ein Dachdicht auf Bitumenbasis ausprobiert was allerdings wie alle Teerprodukte nach gewisser zeit das reissen anfängt.
 
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cades

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Hallo Tigger,

ich glaube, da habe ich wohl ein bischen ins Klo gegriffen: Da ich noch zwei Pullen Sikaflex vom Dachausbau hatte und letzte Woche die Sonne unsere Dachrinne über der Terasse noch mal richtig trocken gemacht hat, habe ich mich ans Werk begeben.
Dazu war ich noch recht großzügig: Erste Lage über die Naht und einspachteln, anschließend noch mal zwei Würste längs der Naht.

Jetzt am Wochenende kam der große Regen, es tropft immer noch durch die Naht und von oben geschaut sieht es aus, als hätte ich Zahnpasta benutzt: Es wird langsam weggespült...

Nachlesen auf der Pulle ergibt ja, dass SikaFlex mit "Luftdicht" und nirgendwo mit "Wasserdicht" wirbt. Oder gibt es da evt. Unterschiede bei SikaFlex?
Zucker, geschmolzen ist ja auch absolut luftdicht, hat aber schon ein Problem mit Wasser...

(Ich erinnere mich dunkel daran, vom Schrauber meines Vertrauens vor Jahren mal eine Pulle SikaFlex gehabt zu haben, welche explizit zur Abdichtung unseres Wohnwagens gedacht war: Hat super funktioniert!)

Mit ratlosem Gruß...

Gregor Reucher
 
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l_andy

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hi cades...

du hast recht, sikaflex gibt es in der tat in zig verschiedenen ausfuehrungen.
generell sehe ich es auch am besten geeignet um dir deine dachrinne dauerhaft dicht zu machen (ohne zu loeten)... vielleicht war deine kartusche ueberlagert und hat frost bekommen ?

sikaflex bei gooooogle 52000+ ergebnisse allein in deutsch

ein beispiel: http://www.alrotec.de/eshop/index.php?lng=de&qstring=sikafl
 
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Roofer

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Hi ich bin neu hier und wollte nu auch was schreiben zu deiner Rinne

Die ganze sache ich doch easy. Die Rinne ist durch Wärme und Kälteeinwirkung ( ausdehnungseffekt,) in Verbindung mit der damals benutzen Salzsäure zum löten, welche das Material schwächt, gerissen, bzw. die Naht ist durch den o.g. effekt aufgegangen, wenn diese nicht mit der richtigen Temperatur oder nicht mit der dazugehörigen Sorgfalt gelötet worden ist.

Nun zum beheben des Schadens; um das Arbeiten des Materials an dieser Naht zu verhindern, einfach mit ein paar Poppnieten inerhalb der Nahtüberdeckung (fünf Stück sollten reichen) vernieten und dann im Bauhaus oder im Fachhandel eine Rolle Batu Band besorgen. das ist ein Elastomerbitumenband mit einer Aluminium Oberfläche und gibt es in den unterschiedlichsten Breiten. Ich würde eine Breite von 10 cm nehmen. Die Rinne gut mit nem Lappen reinigen und trocknen.
Vorhandene andere Reparaturreste grob rauskratzen (damit nicht soviel Wasser drin stehn bleibt). Das Batuband durch die Rinne legen und auf länge abschneiden. Mit einer Lötlampe (oder Heissluftföhn)die Rinne warm ( nicht heiss) machen. das papier auf der Rückseite des Bandes zur hälfte anziehen und warmmachen bist der Bitumen anfängt zu glänzen. das band über die naht legen und fest andrücken ( nimm nen Lappen oder ähnliches dazu sonst gibt es heisse Finger). Nun das selbe mit der anderen Hälfte und fertig ist.
 
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