Bohrfutter einhülsig/zweihülsig ?

Diskutiere Bohrfutter einhülsig/zweihülsig ? im Forum Akkuwerkzeuge im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Hallo zusammen, ich habe hier schon einige Diskussionen zum Thema Akkuschrauber gelesen. Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, worin der...
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supermario333

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Hallo zusammen,

ich habe hier schon einige Diskussionen zum Thema Akkuschrauber gelesen. Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, worin der Unterschied zwischen den Bohrfuttern liegt.
Einige von Euch finden ein einhülsiges Modell (z.B. Festool) besser, andere ein zweihülsiges (z.B. Makita).
Es wäre nett, wenn mir jemand den Unterschied erklären und auf eventuelle Einschränkungen hinweisen könnte.

Vielen Dank !
Mario
 
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Dirk

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supermario333 schrieb:
Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, worin der Unterschied zwischen den Bohrfuttern liegt.
Einige von Euch finden ein einhülsiges Modell (z.B. Festool) besser, andere ein zweihülsiges (z.B. Makita).
Nein, ich glaube nicht, daß hier die Leute wirklich ein zweihülsiges SSBF bevorzugen würden, weil es absolut keine Vorteile bietet. Es kann aber nicht an jede Maschine ein einhülsiges Futter angebaut werden:

Bei einem zweihülsigen Schnellspannbohrfutter kann man vorne zwei Ringe erkennen, einmal den großen, mit dem man das Bohrfutter auf- und zudreht, und einmal den hinteren, schmaleren, an welchem man zum festen Zuspannen oder zum Lösen mit der anderen Hand gegenhalten muß. Das ist eher anstrengend und nicht wirklich effektiv, weil man eben zum Gegenhalten weniger Griff-Fläche zur Verfügung hat.

Im Gegensatz dazu steht das einhülsige Schnellspannbohrfutter, bei welchem man vorne halt nur eine große Drehhülse hat, an welcher man das Bohrfutter fest zu- oder aufdrehen kann. Dafür hat die Maschine dann eine Spindelarretierung, manuell oder automatisch, damit sich das Bohrfutter (der Innenteil bzw. die Spindel) nicht mitdrehen kann. Man hat dann also einerseits die Bohrfutterhülse zum greifen mit der einen Hand und die komplette Maschine für den Gegenhalt.

Gruß

Dirk
 
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Mosterich

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Nur zur Info: Die Festool-Akkuschrauber haben weder eine Spindelarretierung, noch ein einhülsiges Bohrfutter. Die Fast-Fix Bohrfutter machen den Eindruck, als seien sie einhülsig, das dachte ich lange Zeit und wunderte mich darüber, dass Festool sich diesen Voteil nicht auf die Fahnen schreibt. Dann war ich auf einer Messe und konnte ein Gerät testen und habe die Gelegenheit gleich genutzt, mich auch mit einem Mitarbeiter von Festool zu unterhalten. Laut diesem Mitarbeiter ist auch keine Spindelarretierung geplant, was ich nicht nachvollziehen kann.

Ich habe mehrere bohrende Werkzeuge mit verschiedenen Bohrfuttern: Zahnkranzbohrfutter, Schnellspannbohrfutter und einhülsiges Schnellspannbohrfutter. Das einhülsige Schnellspannbohrfutter ist mein absoluter Favorit.

Mein Tip: Gehe in einen Baumarkt und betätige die Bohrfutter von mehreren Akkuschraubern. Die meißten Akkuschrauber von Bosch und Metabo haben einhülsige SSBF.

Gruß, Mosterich
 
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ChristianA

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Mosterich schrieb:
Nur zur Info: Die Festool-Akkuschrauber haben weder eine Spindelarretierung, noch ein einhülsiges Bohrfutter. Die Fast-Fix Bohrfutter machen den Eindruck, als seien sie einhülsig, das dachte ich lange Zeit und wunderte mich darüber, dass Festool sich diesen Voteil nicht auf die Fahnen schreibt. Dann war ich auf einer Messe und konnte ein Gerät testen und habe die Gelegenheit gleich genutzt, mich auch mit einem Mitarbeiter von Festool zu unterhalten. Laut diesem Mitarbeiter ist auch keine Spindelarretierung geplant, was ich nicht nachvollziehen kann.

:?: :?: :?:
Vielleicht habe ich das Futter meines Festool Akkuschraubers (ok, eigentlich gehört er meinem Vater) bis jetzt immer falsch benutzt, aber deinen Ausführungen kann ich leider nicht folgen. Wo befindet sich an den FastFix Futtern der ominöse Ring, mit dem man an zweihülsigen Bohrfuttern quasi die Spindel festhält?

Christian
 
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Mosterich

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Hallo Christian,

wenn ich mich richtig erinnere, spannst Du Deine Bits und Bohrer, indem Du das Bohrfutter festhälst und dann den Schrauber startest. In diesem Fall ist es natürlich volkommen unabhängig, ob das Futter einhülsig oder zweihülsig ist.

Der zweite Ring beim Fast-Fix Bohrfutter ist die Fast-Fix Kupplung, deswegen ist es bei Festool auch nicht so offensichtlich.

Vielleicht kannst Du das nochmal an Deinem Akkuschrauber ausprobieren und mich hier korrigieren, falls ich das falsch interpretiert habe.

Viele Grüße, Mosterich
 
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ChristianA

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Hallo, Mosterich,

richtig, meist drehe ich das Futter mit dem Schrauber zu. Aber wie du selbst geschrieben hast, ist der vermeintliche Ring am Fast Fix Futter die Kupplung mit der das Bohrfutter auf der Spindel einrastet. Es gibt am Fast Fix Futter nämlich keinen zweiten Ring, der zum Gegenhalten dienen könnte, da der Festool Schrauber, den ich nutze, sichtlich eine Spindelarretierung hat. Soweit ich informiert bin, haben alle Festool Akkuschrauber mit Fast Fix eine automatische Spindelarretierung.
In der Bedienungsanleitung ist unter der Überschrift Werkzeug wechseln Folgendes zu lesen:
- Drehen Sie die Spannhülse gegen den Uhrzeigersinn, um die Spannbacken zu öffnen (Hinweis: Bei ausgeschalteter Maschine ist die Spindel automatisch arretiert).
- Setzen Sie das Werkzeug in das Bohrfutter ein.
- Spannen Sie das Werkzeug fest, in dem Sie die Spannhülse im Uhrzeigersinn drehen. Achten Sie immer darauf, dass das Werkzeug zentrisch im Bohrfutter gespannt ist.


Möglicherweise hat dich der Festool Mitarbeiter falsch informiert und/oder du hast einen alten Festool Akkuschrauber probiert.

Herzliche Grüße

Christian
 
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Mosterich

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Vielen Dank für die schnelle Aufklärung, Christian.

Tja, da hat der Miarbeiter von Festool nicht gerade geglänzt, und was noch viel schlimmer ist, ich habe es nicht einmal aufklären können. Das ägert mich! Tut mir leid, dass ich hier Fehlinformationen zum Besten gegeben habe.

Für mich bleibt die Frage, warum Festool das im Katalog mit keiner Silbe erwähnt?

Das Ganze hat aber auch sein Gutes: Wenn ich mal wieder einen Akkuschrauber kaufen sollte, oder aufgrund eines Lottogewinnes einfach im Geld ersticke :wink: dann kaufe ich mir einen Akkuschrauber von Festool. Der einzige Wehrmutstropfen war für mich immer, das die Spindel nicht automatisch arretiert wird. Jetzt sind alle Zweifel ausgeöscht. Ach ja, den besonderen Vorteil der Festool-Geräte sehe ich im Zubehör mit Excenter- und Winkelaufsatz. Sowas vermisse ich ständig. Wieso bringt das keiner (außer Kress) auf den Markt?

Gruß, Mosterich
 
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Dirk

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Hi,

diesen Vorteil hat auch Black&Decker erkannt, aber leider saudämlich umgesetzt:
Es gibt auch bei denen ein solches Schnellwechsel-Bohrfutter, aber mWn kein anderes Anflanschzubehör als eben dieses normale Bohrfutter. Dort wird das nur benutzt, um an die Bit-Direkt-Aufnahme zu gelangen. Außerdem wurde dieses feature nur an den meiner Meinung nach äußerst glücklosen Akkuschraubern mit dem Slide-In-Akkukonzept verbaut. Diese haben sich aber glücklicherweise nicht durchgesetzt. Dieser neue Slide-In Akkuflansch (so ähnlich wie bei AEG, nur billiger im Aufbau) bietet nämlich absolut keinen ersichtlichen Vorteil außer dem, daß man wieder mal alles neu kaufen darf (außerdem gab es nur einige wenige Akkuschrauber damit).
Also, wem Festool zu teuer ist, für den sollte dann immer noch Kress nächste Wahl sein, die haben das genauso gut umgesetzt!

Gruß

Dirk
 
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supermario333

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Vielen Dank für die Antworten !

Eigentlich geht es nur darum, weil ich mir einen Makita 6337 zulegen möchte. Und der einzigste Kritikpunkt scheint derzeit das zweihülsige Bohrfutter zu sein. Wenn ich Dirk richtig verstanden habe, so dürfte sich dies jedoch nur im Handling bemerkbar machen. Oder drehen Bohrer im zweihülsigen grundsätzlich schneller durch (würde mir zwar nicht einleuchten) ?

Vielen Dank nochmals @all.

Mario
 
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Dirk

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Hallo,

supermario333 schrieb:
Wenn ich Dirk richtig verstanden habe, so dürfte sich dies jedoch nur im Handling bemerkbar machen.
Nein.

Oder drehen Bohrer im zweihülsigen grundsätzlich schneller durch (würde mir zwar nicht einleuchten) ?
Ja. Warum leuchtet Dir das nicht ein? Du hast beim zweihülsigen Futter eine kleinere Angriffsfläche und kannst somit weniger Kraft aufwenden, um das Futter anzuziehen. Und das Anziehen mit der Motorkraft der Maschine, wie es einige praktizieren, ist keine Alternative, da Du damit auch nicht so fest kommst. Du läßt dann einfach zu früh los, außerdem ist das unhandlicher, weil schlechter berechenbar.

Ich würde mir heute keine Maschine ohne automatische Spindelarretierung und einhülsiges SSBF mehr kaufen! Wozu, wenn es genügend Alternativen mit diesen Merkmalen gibt!?!

Gruß

Dirk
 
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supermario333

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Hi Dirk,

hmm..., sorry aber läuft bei mir doch wieder aufs Handling hinaus. Egal ob ich die Spindel von Hand halte (nichts anderes scheint ja die zweite Hülse zu sein) oder Sie autom. arretiert wird - von Hand fest anziehen bleibt. Wer hier keine Muckis hat verliert *ggg* und für einen Festool reicht's halt finanziell nicht.

thx
Mario
 
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Dirk

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N'Abend,

supermario333 schrieb:
hmm..., sorry aber läuft bei mir doch wieder aufs Handling hinaus. Egal ob ich die Spindel von Hand halte (nichts anderes scheint ja die zweite Hülse zu sein) oder Sie autom. arretiert wird - von Hand fest anziehen bleibt. Wer hier keine Muckis hat verliert *ggg* und für einen Festool reicht's halt finanziell nicht.
Schreiben wir hier alle so undeutlich? Bei einem zweihülsigen SSBF kannst Du *erheblich* weniger Kraft aufbringen als bei einem einhülsigen mit arretierter Spindel, denn der hintere Greifbereich reicht gerade mal, um ihn mit Daumen und Zeigefinger zu umgreifen.

Mit "Muckis" hat das überhaupt nix zu tun, es könnte in diesem Fall eher nachteilig sein, wenn man Wurstfinger hat...

Dirk
 
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Mosterich

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Hallo,

meiner Meinung nach bietet ein einhülsiges SSBF zwei Vorteile:

1. Genau das, was Dirk sagt, man spannt den Bohrer fester ein.

2. Man ist schneller, ich nehme meistens nicht mal den Figer vom "Gas" :)

Der zweite Punkt berifft das Handling, macht wahrscheinlich echt nicht viel aus. Den ersten Punkt finde ich sehr entscheidend, allerdings bin ich auch gebranntes Kind, denn auf meinem 9,6V Akkuschrauber von AEG sitzt ein 10 mm Jacobs SSBF, mit dem es fast unmöglich ist, einen Bohrer genügend fest zu spannen. Natürlich gibt es sehr verschiedene Bohrfutter, so habe ich bei der Arbeit einen HolzHer Akkuschrauber mit einem 13 mm SSBF (zweihülsig), mit dem komme ich gut zurecht.

Mein Tip: Teste das Bohrfutter des 6337 und teste dagegen ein ähnliches Modell mit einhülsigem SSBF. Vielleicht reicht Dir das Bohrfutter des 6337, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Letztlich muss ich mich Dirk wieder anschließen: Es gibt eine Vielzahl von Akkuschraubern mit einhülsigem SSBF, warum sollte man dann ein zweihülsiges kaufen?? Außerdem gibt es wesentlich günstigere Modelle als die von Festool.

Viele Grüße, Mosterich
 
Thema: Bohrfutter einhülsig/zweihülsig ?

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