Black & Decker kauft die Werkzeugsparte des Pentair Konz

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ChristianA

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Wie aus folgendem Artikel hervorgeht, hat Black und Decker die Werkzeugsparte des Pentair Konzerns, die unter anderem die Marken Porter-Cable, Delta, DeVilbiss Air Power, Oldham Saw und FLEX umfasst, erworben.
Außerdem wird gemunkelt, dass Black & Decker an Milwaukee Interesse bekundet hat.

Herzliche Grüße

Christian
 
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Werkzeug-Django

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Kompliment für Deine Recherche!

Na ja - da steht ja zu befürchten, dass in Zukunft die FLEX-Produkte in schwarz-gelb mit DeWalt-Aufkleber auf den Markt kommen! Hoffentlich paßt sich nur die Gehäusefarbe und nicht auch die Qualität den Amerikanern an!
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Christian Aufreiter schrieb:
Außerdem wird gemunkelt, dass Black & Decker an Milwaukee Interesse bekundet hat.

Da müsste jetzt eigentlich Bosch einsteigen, wenn die noch halbwegs an der Spitze mithalten wollen. Vielleicht hat Bosch ja nach 400 Millionen Euro in der Kasse.
Ansonsten besteht ja auch noch die Gefahr, dass ein großer Chinese einsteigt und Bosch auf den dritten Platz am Weltmarkt degradiert.
Die Marke Milwaukee ist immer noch gut für den amerikanischen Markt und AEG hat trotz der miserablen Markenpolitik von Atlas Copco immer noch einen guten Ruf in Deutschland und Europa. Für einen chinesischen Hersteller könnten die Markenrechte viel mehr wert sein, als die paar Fertigungstätten in Deutschland und USA.
 
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Dietrich

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Hallo Werkzeugfreunde,

das klingt ja furchtbar, aber ich habe es schon oft gesagt, bitte nicht noch diesen Übermulti Namens B&D/DeWalt unterstützen, jetzt haben wir den Salat, wird wohl wieder Produktionsarbeitsplätz in Deutschland kosten.

In Schweden sind die DeWalt Amis schon weiter, ich habe Werkzeugmärkte gesehen, die haben 70m2 DeWalt Ausstellungsfläche, und sonst nichts im Angebot!!!
Da wollen die hin, auch bei uns, kan n aber nicht im Interesse des Kunden sein, oder wie seht Ihr das?
 
Alfred

Alfred

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Hallo,
mich trifft das alles nicht, ich habe weder DeWalt, Bosch, B&D, Flex. Vielleicht geht der Schrott unter amerikanischer Hand doch mal baden?
Gruß
Alfred
 
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Dirk

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Hi Dietrich,

Dietrich schrieb:
[...]wird wohl wieder Produktionsarbeitsplätz in Deutschland kosten.

Ehrlich gesagt halte ich diese Aussage fuer voelligen Unfug. Mach´ doch mal die Augen auf und schau´ Dich hier in diesem Deinem (und meinem) Land mal um:
Es ist voellig egal, ob Du Gewinn erwirtschaftest, ob Du wettbewerbsfahig bist, ob Du bei einem "deutschen" oder einem auslaendischen Unternehmen arbeitest, ob Du unbezahlte Ueberstunden leistest oder wasweissich. Die gierigen Fuehrungsmannschaften und die selbigen mindestens ebenbuertigen Politiker betreiben Meinungsmache mit voellig bloedsinnigen Aussagen, die keiner ernsthaften Ueberpruefung standhalten, um Arbeitnehmer noch mehr zu gaengeln und noch mehr zu unterdruecken. Dieses Land macht sich selbst kaputt, in dem es das zulaesst und die massenhaft unter´s Volk gestreuten Aussagen, wie sie von Menschen wie Rogowski ("wir brauchen die 50-Stunden (!) Woche!!") u.ae. betrieben werden, auch noch hochhaelt, um noch mehr Arbeitsplaetze zu kuerzen. Vaillant, Daimler-Chrysler, Opel. Das sind nur ein paar Namen, aber die betreiben auch Arbeitsplatzabbau nur fuer den "Shareholder-Value", Gewinnmaximierung und Erhoehung der Manager-Bezuege. Das hat allerhoechstens sehr entfernt etwas mit Amerika und dort ansaessigen Firmen zu tun (vielleicht kann man als Begruendung noch anfuehren, dass die Amis uns mit der Befreiung von Adolf den "Segen" Marktwirtschaft und Kapitalismus gebracht haben. Jetzt spueren wir die ersten *richtigen* Auswirkungen!).

Also bitte, hoer´ auf mit diesem ewigen "die boesen Amis" Gerede. So lange hierzulande die Dummheit herrscht, halte ich es fuer ziemlich gewagt, in diesem Glashaus mit Steinen zu werfen.

Just my2cent.

Dirk
 
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hs

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Hi,

Dirk schrieb:
Also bitte, hoer´ auf mit diesem ewigen "die boesen Amis" Gerede. So lange hierzulande die Dummheit herrscht, halte ich es fuer ziemlich gewagt, in diesem Glashaus mit Steinen zu werfen.

exakt !

Die Sache ist doch recht simpel : siehe Continental ->
Läßt im neuen EU-Ausland billig produzieren (und entwickeln), sagt aber im gleichen Zug, daß der dortige Markt uninteressant ist. Also billig produzieren und hier teuer verkaufen.
Und warum ?
Weil AG - ... und die Aktionäre verlangen permanente Gewinnsteigerungen, weil sie sich sonst eine andere Firma suchen.
Das ist der Grund : die Verpflichtungen gegenüber einigen wenigen (die eigentlich kein wirkliches Interesse an der entsprechenden Firma haben, sondern nur an einer lohnenden Investition - selbst wenn nur für begrenzte Zeit) wiegt stärker als an einem sinnvollen Handeln.
Wenn ich also mein Geld zusammenkratze und mir teure Original-Conti-Reifen, also einem deutschen Hersteller, kaufe, dann bringt das allerhöchstens etwas lääääägerfristig .... und nur mit viel Glück. Nämlich das der Ost-Arbeiter durch höhere Produktion mehr verdient und dadurch mehr konsumieren kann ... um auch andere Produkte von uns zu kaufen. Aber für diese Theorie muß man schon sehr optimistisch sein ...

Sicher werden auch die Billigprodukte aus China o.ä. ihren Beitrag zur schlechten Situation leisten - aber ganz sicher weniger als immer behauptet wird. Ein großer Teil der Probleme sind hausgemacht.

Gruß, hs
 
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Dietrich

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Hallo,

Tatsache ist, wir hier in den mittleren Jahren sind aufgewachsen in einem System, welches sich soziale Marktwirtschaft nannte, es gab verantwortungsbewusste Unternehmer (oft Eigentümer), leistungsbereite Arbeitnehmer und vor allem Sicherheit!!!
Allein in Südhessen gab es jede Menge Firmen, die gut zahlten und bei denen man beruhigt der Rente entgegen sehen konnte, um es einmal vereinfacht auszudrücken.
Dies alles wird jetzt, während der Annäherung unseres Systems an amerikanische Gepflogenheiten, in Frage gestellt!
Auch schon in den 70igern waren deutsche Löhne im Vergleich sehr hoch, daran kann es nicht liegen.
Ein Problem stellt die Tatsache dar, das man international operierenden, zum teil ausländischen Unternehmen Sonderrechte einräumt, die eigentlich gegen unsere Gesetze verstoßen, Beispiele Arbeitnehmerschutz, Gewerkschaftszugehörigkeit, Lohndumping.

Da unsere Regierung nicht in der Lage ist solch Misstände abzustellen, muß der mündige Bürger und Kunde, zumindest versuchen, mit seinen Ausgaben bzw. Investitionen, solche Zustände nicht noch zu fördern.

Ein Zeichen wäre auch die sog. Stars, mit deutschem Pass, die sich Ihrem Land gegenüber asozial verhalten, in die Steuerverantwortung zu nehmen.
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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@zurück zum Flex-Verkauf.

Flex ist in der Elektrowerkzeuggruppe von Pentair nur ein kleines Licht. Der Deal wurde sicher vom amerikanischen Markt bestimmt, denn dort bewegt sich in der Branche im Gegensatz zum unsatzschwachen Deutschland etwas.

Dies wird übrigens auch für den Verkauf von Milwaukee und AEG gelten. Da ist Milwaukee eindeutig das interessantere Unternehmen für einen potentiellen Käufer. Insofern ist die Gefahr groß, dass es die alte AEG-Elektrowerkzeugfabrik im schwäbischen Winnenden auch nicht mehr lange geben wird.

Angeblich soll der Verkauf von Milwaukee/AEG-Elektrowerkzeuge auch schon weitgehend abgeschlossenen sein. Man rechnet mit der Veröffentlichung in den 4 bis 6 Wochen. Noch ist der Käufer jedoch unbekannt. Angeblich soll es drei ernsthafte Interessenten gegeben haben, auch das Winnender Werk bereits besichtigt haben.
 
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Dirk

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Hi,

Dietrich schrieb:
[...] Auch schon in den 70igern waren deutsche Löhne im Vergleich sehr hoch, daran kann es nicht liegen.
Ack.

Ein Problem stellt die Tatsache dar, das man international operierenden, zum teil ausländischen Unternehmen Sonderrechte einräumt, die eigentlich gegen unsere Gesetze verstoßen, Beispiele Arbeitnehmerschutz, Gewerkschaftszugehörigkeit, Lohndumping.
Ja, mag sein.

Da unsere Regierung nicht in der Lage ist solch Misstände abzustellen, muß der mündige Bürger und Kunde, zumindest versuchen, mit seinen Ausgaben bzw. Investitionen, solche Zustände nicht noch zu fördern.
Das widerum halte ich fuer Unfug. Ich kann sowieso kaum Ausgaben in interessanten Hoehen machen, weil ich mir das momentan schlicht nicht leisten kann (Stichwort neues Auto z.B.). Das hat auch wenig mit dem recht populistischen Wort "Kaeuferstreik" zu tun. Binnennachfrage kann man nur schaffen, wenn auch Geld zum Ausgeben da ist (und das erreicht man weder mit der 40-Std.-Woche noch mit dem "freiwilligen" Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld wie bei Siemens geschehen oder mit einer Steuerlast von ueber 40%). Da mittlerweile aber das meiste schon fuer den Grunderhalt (Sprit, Miete, STEUERN, uswusf.) direkt wieder aus meiner Tasche geholt wird (stand Ende letzter Woche erst in der Zeitung: bis dahin haben wir nur fuer den Staat gearbeitet, ab jetzt auch mal fuer uns!), bleibt fuer Neuanschaffungen nicht mehr viel uebrig. Welch Wunder bei den Preisen:
- Markenturnschuhe, ehemals 169,- DM, jetzt 149,- EUR
- 1 Pils inner Kneipe jetzt 1,80 EUR!!!
- 1 Tasse Kaffee 2,20 EUR
- 1 Pommes ohne was drauf ehemals 1,70 DM, jetzt 1,80 EUR.

Wo soll ich da "nicht foerdern"? Pilze vom Handtuch nagen? In Jesuslatschen zur Arbeit gehen? Da haben die Amis recht wenig Teilhabe dran, alles selbst herbeigerufen. Ebenso wie die Zustaende bei den Konzernen und in den Manager-Etagen: selbst die Kohlebarone aus dem spaeten 19. Jhdt. hatten mehr soziales Engagement als die Geier heutzutage. Was dieser ganze populistische Mumpitz naemlich verschweigt: wir bzw. die Firmenleiter uebernehmen vom amerikanischen System ja gar nicht alles. Es wird nur das eingefuehrt, was gerade mal passt. In Amiland kannste so ziemlich jeden Manager fragen, was er denn *exakt* verdient. Versuch' das mal hier. Der Vorstoss von DC "Einsparungen bei den Managergehaeltern" ist so betrachtet auch nur ein - sehr duennes - Feigenblatt, um ein wenig das Gesicht zu wahren. Oder die Meldung zu Bosch hier: Investitionen in den Standort Deutschland: 9Mio. Einsparungen bei den Arbeitnehmern: 7Mio. Na Klasse! Jetzt sorgen die Arbeitnehmer schon selbst fuer die Innovationen, damit die Aktionaere und die Manager den Gewinn abschoepfen koennen.
Und das hat alles nichts mit Amerika zu tun, das sind die Kinder Deiner Generation, die in der sozialen Marktwirtschaft von Dir so behuetet aufgewachsen sind!!! BTW: Das System war vom Gedanken gut. Es ist waehrend der Kohl-Diktatur nur vergessen/ausgesessen worden, das System an die Bevoelkerungsstruktur anzupassen.
Und es sind zu viel Idioten zu schnell hochgekommen.

Ach ja, meine Meinung: sollen sie doch *alle* in's Ausland gehen. Dann machen wir alle hier auf arbeitslos/Sozialhilfe, niemand hierzulande kauft mehr auch nur irgendein "Made in Germany". Klappt bestimmt prima. Dann laesst's sich wieder richtig gut leben hier...;-(

Dirk
 
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Dietrich

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Hallo Dirk,

teilweise sehe ich das auch so, na ja, Kohl-Diktatur ist ein wenig übertrieben, er hätte halt nach der Wiedervereinigung abgelöst werden müssen:)
Wie Du so schön schreibst, bleibt nach der Grundversorgung nicht mehr viel übrig, das stimmt sicher bei vielen Arbeitnehmern.
Aber es fängt nicht erst bei der Anschaffung von Werkzeug, oder gar eines Autos an, schau doch nur mal ins Regal vom Supermarkt, wenn man die Produkte von Nestle, Kraft-Foods und Unilever-Master-Foods rausnimmt, bleibt nichts mehr übrig!!!
Es sind also 3 Firmen, die die Kohle der Normalbürger in D abgreifen, findest Du das i.O.?
Ich brauche Dir nicht sagen wo 2 dieser Multis herkommen.

Ganz zu schweigen von den 5 oder 6000 Mann, die unser Land nach Wissen und Informationen, wie man hört auch die Unis, durchkämmen, bezahlt von Onkel Sam.

Die sind also alles andere als hormlos, die Yankees!
 
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hs

Guest
Hi,

Dietrich schrieb:
schau doch nur mal ins Regal vom Supermarkt, wenn man die Produkte von Nestle, Kraft-Foods und Unilever-Master-Foods rausnimmt, bleibt nichts mehr übrig!!!
Es sind also 3 Firmen, die die Kohle der Normalbürger in D abgreifen, findest Du das i.O.?
Ich brauche Dir nicht sagen wo 2 dieser Multis herkommen.

Zwei ?

Nestlé = Schweiz
Unilever = England/Niederlande
Kraft = USA
... aber die Firmen sind doch schon viele Jahre hier mit (Herstellungs-)Standorten etabliert, man kann das doch auf den Hersteller-Websites nachlesen : Kraft z.B. seit ~ 1927 und Nestlé ~ 1905

Die sind also alles andere als hormlos, die Yankees!

wo die Konzernmutter liegt, ist grundsätzlich erstmal uninteressant. Wenn z.B. eine Firma in China herstellen will, dann muß sie sich an chin. Richtlinien halten. Das ist hier das Problem : es werden einerseits Sonderrechte ausgegeben - andererseits (eigentlich noch viel schlimmer) wandern deutsche Firmen ins osteuropäische Ausland ab. Kam doch heute gerade wieder in den Nachrichten : Lohn in den Opel-Werken : West 2500 Ost 2300 Polen 530
Also wird in Polen billig produziert, um hier teuer zu verkaufen ...... um zu erkennen, daß sowas nicht funktionieren kann, muß man doch wirklich keine große Leuchte sein.
Wobei wir wieder beim Grund dafür wären : Aktionäre/Börse
Dort wird z.T. Geld einfach vernichtet - Geld aber stellt eigentlich nur ein Tauschobjekt für Waren und Dienstleistungen dar - und ist nicht selbst eine Ware ... eigentlich.
Wie war das denn z.B. mit der Telekom-Aktie ? Man hätte seinerzeit Scheine auch genausogut schreddern können.

Gruß, hs
 
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ChristianA

Threadstarter
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Hallo, zusammen,

im Grunde möchte ich mich Dirks Aussage anschließen.
Regelmäßig die "bösen Amis" zu verdammen und sie für die wirtschaftliche Situation in unseren Gegenden verantwortlich zu machen ist für meine Begriffe weder sachlich korrekt noch ganz seriös.
Ich möchte keineswegs behaupten, dass aus den USA stets nur das Gelbe vom Ei zu uns kommt. Zweifellos ist die ideologische Grundlage des auch in Europa um sich greifenden Neoliberalismus das kapitalistische System der freien Marktwirtschaft aus den USA. Doch bevor man diese Erkenntnis dazu benutzt, die USA als die Schuldigen für die Tatsache, dass man sich hierzulande (bzw. auch in vielen anderen EU-Ländern) mehr und mehr von der sozialen Marktwirtschaft entfernt, hinstellt, sollte man bedenken, dass uns diese Wirtschaftsordnung niemand aufgezwungen hat.
Es ist doch so, dass sie von "heimischen" (in der Zeit der multinationalen Konzerne fast eine absurde Bezeichnung) Firmen und Politikern freiwillig übernommen wurde.
Das Streben nach finanziellem und gesellschaftlichem Aufstieg liegt, schlummert in jedem von uns. Ich hätte auch gerne sechs oder sieben Akkuschrauber und fünf Oberfräsen. Und sichtlich haben einige Leute die Gunst der Stunde genutzt, sich auf ihrer Leiter ein beträchtliches Stück nach oben zu arbeiten. Das dies auf Kosten breiter Gesellschaftsschichten passiert(e), wird uns - hoffentlich - langsam bewusst.
Und wenn heute dieser oder jener deutsche Konzern Arbeitsplätze abbaut oder seinen Produktionsstandort in Länder, in denen die Lohnkosten deutlich niedriger sind als hier, verlegt, dann ist dafür mit Sicherheit nicht Amerika verantwortlich.
Nicht zuletzt wird diese Entwicklung von den Konsumenten - bewusst oder unbewusst - unterstützt. Schließlich wird die unter den für die Mehrheit der Bevölkerung langfristig negativen Umständen produzierte Ware auch verkauft.

Übrigens habe ich gestern in einem anderen Zusammenhang über das Verhältnis USA/Europa mit einem Amerikaner gesprochen.
Hier ein kurzer Auszug seines Kommentars:

America doesn't always export the most positive influences overseas. I see no benefit to having a MacDonald's on every other corner in Europe, or Asia or elsewhere. Very commercial, too commercial. But no one forces Europeans to watch our movies or our stupid TV shows or our very overpaid athletes. Apparently there is a market for this garbage.

Mit freundlichen Grüßen

Christian
 
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Dietrich

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Hallo Christian,

ich denke, die Bezeichnung unseriös bezog sich auf meine Argumentation!?

Deshalb versuche ich dies zu erläutern:

Seit Jahren findet ein in seinem Umfang ungeahnter Technologietransfair vom alten Europa in die neue Welt statt, dies ist kein Zufall.
Dies wird von gemeinsam agierenden Organisationen und Firmen aus der neuen Welt gezielt betrieben.
So werden bei uns in D. ganze Firmen reihenweise übernommen, von US-Konzernen, Beispiele hierfür, sind: die gesammte Batterie und Akkusparte in Deutschland außer Varta, Firmen wie Braun, Teile der ehemaligen Hoechst AG, die Firma die früher (heute noch?) die Peddighaus-Schraubstöcke herstellte, um nur einige zu nennen.
Viel brisanter sind die Übernahmeversuche von deutschen Rüstungsschmieden, die im Falle von H&K offensichtlich schon geglückt sind.
Auch stellte sich etwa 2 Jahre nach der Übernahmeschlacht des Mannesmann-Konzerns mit seiner D2 Handysparte, heraus, das es findige US-Rüstungskonzerne auf die Beteiligungen von Mannesmann, an Rüstungsunternehmen wie Kraus-Maffai, MTU und HDW abgesehen hatten.
Dies sind Schlüsselunternehmen der Leopard 2 Produktion, sowie der überragenden neuen Wasserstoffgetriebenen U-Boot Technologie.

So frage ich, können solche Vorgänge, von einem "Freund" einfach toleriert werden.

Nicht zuletzt wurde von der jetzigen US-Regierung das Kriegführen wieder salonfähig gemacht, verbunden mit massiven Menschenrechtsverletzungen!
 
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Dirk

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Hi Dietrich,

aeh - Moment:
"Firmen werden uebernommen"? Wohl kaum. Was kann ich dafuer, das Varta, Sonnenschein, Mannesmann und werweissnochalles sich haben *kaufen lassen*!? Schliesslich ist niemand gezwungen, zu verkaufen. Klaro, wenn jemand kaeme und mir fuer meinen geliebten alten Vectra den Preis eines Maybach zahlen wuerde, wuerde ich sicherlich nicht nein sagen. Aber das ist bei diesen Firmen wohl kaum passiert.
Und die Uebernahme von Ruestungssparten haben wir uns auch selbst auf die Fahnen zu schreiben: dafuer bzw. dagegen sollte eigentlich Ueberwachung von staatlicher Seite stattfinden, ebenso wie bei Waffenhandel und Handel mit Waffentechnologie. Wenn das nicht stattfindet, so zeigt das nur einmal mehr, das die Unfaehigkeit auf unserer Seite liegt.

Es tut mir leid, aber alle Deine Argumente sprechen nur gegen uns selbst. Niemand kann jemand anderen dafuer veruteilen, dass er fuer etwas, was er gerne haben moechte, Geld, viel Geld, bietet. Da muss man sich wohl an die eigene Nase fassen, wenn man aus Kurzsichtigkeit, Geldgier oder wasauchimmer darauf eingeht.
Ein gutes Beispiel ist die Stahlindustrie:
jahrelang wurde sie totgeredet, in Dortmund hat man alles fuer'n Appel und 'n Ei an die Chinesen verkauft, und jetzt ist der Stahlpreis um 100% gestiegen, weil die Chinesen alles wegkaufen und der heimische Markt nicht mehr in der Lage ist, nachzuproduzieren. Selbstgemachte Dummheit.

Dirk
P.S.: und weil ich gerade den Hinweis im TV gesehen habe: ich koennte wetten, dass Esser und die anderen Gierhaelse morgen freigesprochen werden oder zumindest ein harmloses Urteil erfahren.
 
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Dietrich

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Hallo Dirk,

das ist das Problem der AGs, wer Geld hat, kann sich halt Aktien kaufen!

Die Frage ist nur, müssen wir Leute die so vorgehen noch als Freunde bezeichnen, oder sollte man sich nicht langsam vor ihnen schützen?

Zumindest können diese Leute damit rechnen, das sie bei informierten mündigen Bürgern, keine Kunden mehr finden!
 
Alfred

Alfred

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Hallo,
nachdem wir über 100 Jahre in aller Welt exportiert haben, hat sich der Lebensnerv des Kapitalismus, nähmlich ständiger Zuwachs in Umsatz und eine Mindestrendite von 5 % bei uns gut gerechnet. Nun werden wir aber selbst von den Produktionen der ehemaligen Exportnehmer erschlagen. Jeder braucht Zuwachs, hier gehen einem förmlich die Leute auf dem Erdball aus. Somit zeichnet sich alleine kaufmännisch und technisch gesehen das Ende der kapitalistischen Marktstrukturen ab. Ich meine das nicht politisch und will hier keine politische Unterhaltung starten. Am Ende werden nur noch Transportkosten über einen Produktionstandort entscheiden sofern die Arbeit transportabel ist.
Die USA kann man als Großhändler sehen, denn wer keine einzige Banane im Land wachsen hat, sein Öl nicht fördert, kein Kupfervorkommen hat und noch so viele Dinge als größter Welthändler handelt, der lebt eigentlich nur davon, dass er von einem zweiten etwas an einem Dritten verscherbelt. Machen sie die bisherigen Länder dieser Handelsgüter sich den Handel zu eigen, dann ist den USA die Luft abgeschnürt. Dann soll mir mal einer erklären von was die USA leben, mit was sie sich ihren Lebenstandard bezahlen wo man 25 % der Weltenergie verbraucht aber nur 4 % der Weltbevölkerung hat. Ein Anfang für diese Entwicklung ist sicher im nahen Osten zu sehen, den der Hussein war nicht der Hauptgrund, sondern sein Öl. Wennes den Arabern gelingt ihr Öl selber zu vermarkten (Werkzeug Terror), dann wird einer ganz schwach auf der Brust, den die jetzigen Kriege sind eigentlich Verteilungskämpfe (siehe Tschetschenien, Georgien etc. Zugang zum schwarzen Meer und somit zum Öl).
Gruß
Alfred
 
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ChristianA

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Hallo, Dietrich,

ich wollte dich mit meinen Worten keineswegs persönlich beleidigen.
Meine Absicht war es, zum Ausdruck zu bringen, dass man es sich nicht so leicht machen sollte, an den lokalen Miseren den Amerikanern die Schuld zu geben.

Die Frage ist nur, müssen wir Leute die so vorgehen noch als Freunde bezeichnen, oder sollte man sich nicht langsam vor ihnen schützen?

Wie man sich vor diesen Leuten schützen soll, würde ich gerne wissen. Denn besagte Menschen leben mit und unter uns. Jene, die unsere Unternehmen "verscherbeln" um kurzfristig die Budgetzahlen zu schönen, sind nicht selten unsere Landsleute, tlw. handelt es sich sogar um unsere gewählten Volksvertreter.
Zuerst wird ein erfolgreiches Unternehmen an einen oft ausländischen Konzern verkauft, um vorübergehend Geld in die Kasse zu bekommen. Der neue Eigentümer wiederum einen Weg, maximalen Gewinn aus dem Unternehmen zu schlagen. Das bedeutet leider nicht selten, dass Arbeitsplätze abgebaut und Standorte geschlossen werden. Letztlich können wir dann die Produkte, die wir früher selbst produziert haben, vom Ausland teuer, denn Preiserhöhung bleiben meist nicht aus, zurückkaufen und sind zudem mit höherer Arbeitslosigkeit konfrontiert.
Und daran ist, wenn man die Entwicklung von der Wurzel an überblickt, nicht der Käufer, sondern der Verkäufer schuld. So sehe das zumindest ich.

Es tut mir leid, aber alle Deine Argumente sprechen nur gegen uns selbst. Niemand kann jemand anderen dafuer veruteilen, dass er fuer etwas, was er gerne haben moechte, Geld, viel Geld, bietet. Da muss man sich wohl an die eigene Nase fassen, wenn man aus Kurzsichtigkeit, Geldgier oder wasauchimmer darauf eingeht.
Ein gutes Beispiel ist die Stahlindustrie:
jahrelang wurde sie totgeredet, in Dortmund hat man alles fuer'n Appel und 'n Ei an die Chinesen verkauft, und jetzt ist der Stahlpreis um 100% gestiegen, weil die Chinesen alles wegkaufen und der heimische Markt nicht mehr in der Lage ist, nachzuproduzieren. Selbstgemachte Dummheit.

Deckt sich voll und ganz mit meinen Ansichten.

Herzliche Grüße

Christian
 
Thema: Black & Decker kauft die Werkzeugsparte des Pentair Konz

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