Beratung für HD-Reiniger beim Händler - viele offene Fragen

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Mr_T_

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Hallo Leute,
gestern war ich zwecks einer Beratung beim örtlichen Kärcher-Händler. Ich möchte mir gern einen gescheiten HD-Reiniger Kaufen und wollte dazu gern grundsätzliche Dinge Klären.

Zu den Eckdaten:
Ich möchte damit Autos, Fassaden, Flachdächer und Betonpflaster reinigen (ca. 250 Quadratmeter)

Das Gerät sollte transportabel sein. Es wird auf mindestens vier Grundstücken eingesetzt werden - wenn ich es nicht ständig verborgen muss 8). Aber keine Sorge: Ich bin noch jung und kräftig, das Auto ist ein Van und ein Anhänger wäre notfalls ebenfalls vorhanden aber ich möchte den Transport allein bewältigen können.

Stromtechnisch bin ich soweit variabel - neben den klassischen 230V-Steckdosen wären auch 16A und 32A CEE-Steckdosen vorhanden.

Selbstansaugung wäre auf zwei Grundstücken eine Option.

Nun zu meinem Problem:
Ich habe mich heute hier im Forum angemeldet, da die Beratung gestern mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet hat. Über die Grundlagen der Reinigungswirkung und der Verarbeitungsqualität habe ich mich hier bereits schon informiert. Ich entscheide mich deshalb nach vier defekten Geräten der Preisklasse bis 250 Euro deshalb bewusst für etwas Besseres - hoffentlich. Die Produktlinie für den Heimgebrauch haben wir deshalb gestern direkt übersprungen und uns den grauen Geräten zugewandt. Der Händler hatte zwei dieser Geräte vorrätig und hat mir recht schnell und ohne große Beratung den HD 6/13 CX Plus FR empfohlen. Das Ganze zu einem Preis von 699 Euro. Danach habe ich begonnen, den guten Mann mit Fragen zu löchern und er traf eine Hand voll Aussagen, die er mir nicht direkt erklären konnte und die ich auch nicht nachvoillziehen kann.

1. Er legte den Unterschied zwischen Schnell- und Langsamläufermodellen wie folgt dar: "Leistungstechnisch besteht kein Unterschied; in der Haltbarkeit schon. Die Langsamläufer haben einen anderen E-Motor und aufgrund der niederigeren Pumpendrehzahl vergrößerte Kolben und Ventile, um den gleichen Wasserdurchfluss realisieren zu können. Hinsichtlich der Selbstansaugung gibt es keine Unterschiede. Bei Beiden Varianten seien 2,5 bis drei Meter Ansaughöhe problemlos möglich. Eine Absicherung von 10A - träge reiche für dieses Gerät aus."

Mit diesen Aussagen stimme ich insoweit überein, dass Langsamläufer verschleißtechnisch günstiger sind.
Ansonsten denke ich, dass Leistungstechnisch serwohl ein Unterschied besteht: Stichwort Kurzschlussstrom beim Starten des Gerätes. Das Gerät hat eine Anschlussleistung von 2,9kW. Da komme ich bei 230V rechnerisch auf eine Stromaufnahme von rund 12,6A. Das machen träge 10A Sicherungen doch niemals lange mit, oder. Bei der Ansaugleistung bin ich ebenfalls anderer Meinung. Durch das bessere Oberflächen-Volumen-Verhältnis des Wassers in der Pumpe und durch die Längeren Ventilöffnungsphasen sollte ein Langsamläufer doch deutlich besser ansaugen, als ein Schnellläufer. Das ist zumindest beim Auto so.

2. Stichwort Systemtrennung: Einen Wasserkasten gibt es bei den meisten Kärcher-Geräten nicht. Der Serviceberater meinte, dass fünf Meter Anschlussschlauch genügen, um zu vermeiden, dass Reinigungmittel o.Ä. über das Entlastungsventil zurück in meine Trinkwasseranlage drücken. Ein Rückschlagventil am Anschlussstutzen des HD-Reinigers sei nicht empfehlenswert. Aud meine Frage, was passiert, wenn das Gerät mehr Wasser fördert, als meine Zapfstelle liefern kann, meinte der Freundliche, dass das Gerät dann Luft zieht und ich dies auch hören würde.

Aber wo zum Teufel kommt die Luft her? Meine Trinkwasserleitungen sind voll mit Wasser und auch dicht. Der Zulaufschlauch ebenfalls. Nachdem der HD-Reiniger selbst saugfähig ist, kann mMn. auch kein Ventil am Gerät verbaut sein, dass bei Unterdruck im Zulaufsystem öffnet. Kurz: Diese Frage blieb unbeantwortet.

3. Im Gespräch kamen wir dann auch auf noch Leistungsfähigere Geräte zu sprechen, bei denen Arbeitsdruck und Wassermenge einstellbar waren. Das Ganze gipfelte einige Katalogseiten weiter mit einem Gerät mit 1300 Litern Wasser pro Stunde. Das warf dann bei mir plötzlich die Frage auf, ob eine klassische Halbzoll-Zapfstelle diese Wassermengen überhaupt bereitstellen kann. Auch 600 Liter pro Stunde erscheinen mir hierbei nicht wenig. Der gute mann versicherte mir anschließend, dass ein Halbzoll-Gartenschlauch bei einem Fließdruck von 3bar einen Volumenstrom von 3800 Litern pro Stunde liefern könnte. Zwar spiele dabei auch die Schlauchlänge eine Rolle, doch könne man die bei der hohen Differenz von theoretischer Liefermenge und tatsächlichem Verbrauch getrost vernachlässigen. Nun erschienen mir die 3800 Liter von Anfang an monströs. Da habe ich mich gestern Abend nochmal an meine Schulzeit erinnert und komme bei dem angegebenen Volumentrom in einem 13mm-Gartenschlauch auf eine Fließgeschgwindigkeit von fast 8 Metern in der Sekunde. Als Empfohlene Fließgeschwindigkeit in TW-Anlagen habe ich im Netz etwas von maximal 2 Metern in der Sekunde gelesen - wegen Fließgerauschen und Druckschlägen. Das würde die maximale Liefermenge des Schlauches quasi vierteln.

4. Ist für das Gerät eine maximale Zulauftemperatur von 60 Grad Celsius angegeben. Der Verkäufer meinte allerdings, dass bei derartigen Temperaturen die Dichtungen leiden. Deshalb sei es besser, den Reiniger mit reinem Kaltwasser zu betreiben. Warum gibt der Hersteller den Wert aber an?

5. Sagte man mir, dass ein gerät mit unbeschichteten Edelstahlkolben einem mit keramisch beschichteten Kolben vorzuziehen sei, weil die Keramik zwar dem Grundsatz nach gut sei, jedoch schnell ausplatzt und somit Undichtigkeiten entstünden.

Schlussendlich bin ich im Moment komplett verunsichert und hoffe, dass ich hier geholfen werde :wink:. Bitte entschuldigt das lange Posting.

Meine Grundlegenden Fragen nochmals zusammengefasst:

Ist das vom Verkäufer empfohlene Gerät für meine Ansprüche geeignet?
Gibt es bessere Alternativen?
Inwieweit stimmen die Aussagen des Verkäufers?
Ist die Möglichkeit der Wassermengen- und Druckverstellung für mich sinnnvoll?
Muss ich doch an irgendeiner Stelle ein Rückschlagventil einbauen, um eine bessere Systemtrennung zu erreichen?
Kennt jemand einen guten, fachkundigen Händler im Raum 09599?

Für weitere Hinweise bin ich aufgeschlossen und dankbar. Ich wünsche euch allen noch ein schönes Restwochenende.

Thomas
 
powersupply

powersupply

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Hallo

Du scheinst dich bereits gut informiert zu haben und stellst die Aussagen deines Fachhändlers zu Recht infrage. :top:

Solltest Du in der Tat nur mit 10A abgesicherte 230V Steckdosen zur Verfügung haben wird es sehr sehr eng. Ein Handelsüblicher B - und C- Automat löst thermisch bei dem 1,43fachen Nennstrom innerhalb einer Stunde aus. Das kann aber auch mal etwas eher sein.
Daher würde ich hier eher zu einem 400V Gerät tendieren. Insbesondere auch weil da die Ströme insgesamt geringer sind. Und so wie Du schilderst kommt das Gerät auch mal ein wenig "abseits" womöglich gar mit einer Verlängerungsleitung, zum EInsatz.
Wieso hast Du nur eine 10A Absicherung zur Verfügung? Aluminiumleiter?

1. Mit der Begründung zum Langsamläufer hinsichtlich der Selbstansaugung stimme ich dir auch voll und ganz zu. Das selbstansaugen empfiehlt sich bei Schnellläufern nicht unbedingt.
Allerdings empfiehlt sich für Brunnenwasser einen Filtervorzuschalten.

2. Laut den Vorschriften ist eine Systemtrennung/Rohrtrenner Pflicht. Ohne wenn und aber.
Die Aussage zum zuviel geförderten Wasser ist Absolute Unwissenheit, gepaart mit einem Starverkäufer. Die Luft von der er sprach sind Dampf- bzw. Gasblasen welche durch den verringerten Wasserdruck/Unterdruck entstehen. Wasser enthält immer eine gwisse Menge an Gasen die unter Druck im Wasser gebunden sind und bleiben. Beim Entspannen werden diese zumindest Teilweise wieder frei(Sprudelflasche öffnen) und gelangen gasförmig in den HDR. Dort fallen diese durch den erneut aufgebauten Druck wieder in sich zusammen und sind nicht mehr sichtbar. Das zum eigentlichen Vorgang. Leider nennt man diesen Vorgang auch Kavitation(thorsmen hat davon in seinem Howto geschrieben) welche in kurzer Zeit extreme Schäden am HDR anrichtet. Zuerst nur an den Dichtungen, längterfristig auch am Metall

3. Die 600l/h werden eigentlich von jedem Wasseranschluß, auch an einem langen 13mm Schlauch erbracht. Zu den weiteren Angaben weist Du offensichtlich deutlich mehr als ich. :top:

4. Ja die Dichtungen/das Gummi wird weicher. Auch die Gefahr Kavitation zu erleiden wird größer, da nicht in allen Wasserführungen im Gerät die selbe Fließgeschwindigkeit herrscht und der Druck daher stellenweise abfallen kann. Kränzle ist dem Problem mit den weicherwerdenden Dichtungen/Manschetten dadurch begegnet, dass sie Gewebevertstärkte Manschetten einsetzen welche deutlich steifer sind undb bleiben als welche auf reiner Gummibasis.

5. Keramisch beschichtete Kolben sind sowohl Edelstahl als auch Vollkeramikkolben vorzuziehen. Gegenüber Edelstahl spricht die um ein vielfaches höhere Verschleißfestigkeit(Mein Kränzle HD12/130 ist nunmehr über 25 Jahre alt ohne Abplatzungen) sowie die, meiner Meinung nach auch höhere Beständigkeit gegenüber Reinigungsmitteln und Kavitation. Bei Vollkeramikkolben hört man dann und wann von der Gefahr dass diese bei starken Temperaturschwankungen brechen was beim Keramikbeschichteten durch den Stahlkörper praktisch ausgeschlossen ist.

Einen Händler kann ich dir leider nicht empfehlen da ich rein privat hier unterwegs und mit keiner Marke verbandelt bin. Aus meiner Erfahrung, auch hinsichtlich der genannten Anwendungsgebiete würde ich zu einem Drehstromgerät mit Langsamläufer empfehlen wie sie z.B die Fa. Kränzle herstellt. Zu Geräten dieser Marke bekommst Du, wenn sie nicht vom Markt verschwindet auch nach über 25 Jahren noch Ersatzteile weswegen ich mein Gerät heute auch wieder kaufen würde.

PS
 
T

Thorsmen

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Hallo Thomas,

ich wünschte, jeder würde sich so eingehend informieren bevor er sich einen Hochdruckreiniger zulegt. :top:

Was Deine Fragen betrifft, so hat Powersupply ja schon ganze Arbeit geleistet und mir bleibt kaum noch etwas hinzuzufügen. Deshalb fasse ich mich kurz:

1. Es besteht nur dann ein Leistungsunterschied zwischen Schnell- und Langsamläufern, wenn wir Geräte an der Leistungsgrenze des 230V-Netzes betrachten. Schnellläufer haben höhere Anlaufströme und erreichen somit eher die Grenze dessen, was auf 230 V noch machbar (anschließbar) ist. Würden wir (bei Kränzle) z.Bsp. einen PROFI 160 TST als Schnellläufer bauen, so würde nahezu jede Sicherung auslösen. :shock: Auf jeden Fall benötigst Du 16 A träge Absicherungen. Sonst wirst Du nicht glücklich.

Verschleißtechnisch und auch vom Lärmempfinden würde ich immer einen Langsamläufer bevorzugen.

Auch die Ansaugleistung ist natürlich bei einem Langsamläufer erheblich besser als bei einem Schnellläufer.

Das Lösen der in Wasser gebundenen Gase (Sauerstoff) hat PS ja schon sehr schön beschrieben und auch das erklärende Video dazu verlinkt. :top:

2. Es ist zwar bei Hochdruckreinigern mit 10 l/min Wasserverbrauch unwahrscheinlich, aber es besteht dennoch die Möglichkeit, dass die HD-Pumpe ein Vakuum in die Trinkwasserleitung "saugt". Aus diesem Grund, schreibt der Gesetzgeber einen Systemtrenner vor, um zu verhindern, dass Reinigungsmittel oder Schmutzwasser in das Trinkwasser gelangt.

3. Ich habe zwar jetzt keine theoretischen Berechnungen angestellt, aber die tägliche Erfahrung lehrt mich, dass man bei einer Pumpe mit 1300 l/h immer einen 3/4" Schlauch verwenden sollte. Alles andere wäre fahrlässig. :evil:

4. Der Verkäufer hat leider recht. :oops: Tja, warum geben (wir) Hersteller solch hohe Werte an??? Ehrliche Antwort: Weil wir uns mit solchen Prospektangaben wohl gegenseitig hochgeschaukelt haben. :oops: :oops: :oops: Persönlich empfehle ich keine höheren Temperaturen als 40°C. Und auch das nur mit einem entsprechenden Wasserleitungsvordruck. Im Saugbetrieb empfehle ich nur "kaltes" Wasser. Ein kurzzeitiger Betrieb bis zu 60 °C ist mal okay. Aber, wirklich nur sehr, sehr kurzzeitig.

5. Dazu kann ich nur eins sagen: "Ausgemachter Blödsinn!" Bei Kränzle beschichten wir nun seit über 40 Jahren sämtliche Kolben aller Geräte. Und wir gelten sicherlich nicht als der qualitativ schlechteste Hersteller... :wink: Die Keramikbeschichtung bringt Dir eine vielfach höhere Standzeit der Manschetten und Abplatzungen sind äußerst selten. Jedenfalls, viel seltener als verschlissene Manschetten durch nicht beschichtete Kolben. :lol:


Der Kärcher HD 6/13 CX Plus FR entspricht ungefähr unserem Kränzle 1152 TST und den hätte ich Dir für Deine Anwendungszwecke und Ansprüche ganz sicher nicht empfohlen. Ich würde Dir auch dringend zu einem Drehstromgerät raten, wenn die Anschlüsse schon verfügbar sind.

Soll es also ein Kärcher werden, so hätte ich Dir wenigstens zum HD 7/18 CX Plus geraten. Wenn es auch ein Kränzle sein darf, dann hätte ich Dir den Kränzle Quadro 799 TST (weil Du jung und stark bist :wink: ) oder den PROFI 175 TST empfohlen.

Eine Wassermengenregulierung IST gleichzeitig die Druckregulierung. Ob das sinnvoll ist, hängt immer auch davon ab, welche Reinigungsaufgaben man bewältigen möchte, welche Untergründe gereinigt werden sollen und aus welcher Entfernung man arbeitet. I.A. wird man nur sehr, sehr selten den Arbeitsdruck verringern, sondern i.A. geht man einfach einen Schritt zurück, um die Aufprallkraft zu verringern und den Untergrund nicht zu zerstören.

Ein guter, fachkundiger Händler für verschiedene Fabrikate, den ich persönlich kenne, wäre:

Matthias Schuricht Pumpen-Motorgeräte
Dreiwerdener Weg 65
09648 Mitteida
Tel: 03727 / 3804
Fax: 03727 / 999233
Email: **********
Web: www.meisterwerkstatt.net

Sicherlich gibt es auch noch weitere fähige Händler in Deinem Umkreis, aber die kann ich nicht persönlich beurteilen.


Gruß

Thorsten
 
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Mr_T_

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Hallo powersupply, hallo thorsmen,
herzlichen Dank für eure raschen und fachkundigen Antworten. So oder so ähnlich hatte ich das vermutet. Bei diesem Händler werde ich eher nichts kaufen. Es geht ja vielleicht irgendwann auch einmal um eine Wartung oder Reparatur. Wer weiß, was dabei dann rauskommt.

@powersupply
Nein, ich habe meine Steckdosen standardmäßig mit 16A abgesichert. Die 10A stammen aus der Aussage des Verkäufers. Wahrscheinlich wollte er mir suggerieren, dass sich an eine mit 16A abgesicherte Steckdose noch deutlich leistungsstärkere Geräte anschließen lassen.

@thorsmen
jetzt habe ich in diesem Moment mitbekommen, dass du für die Firma Kränzle arbeitest. Das heißt ja absolut geballte Kompetenz - und das zum Nulltarif. Mann, musst du deinen Job lieben. Herzlichen Dank an dieser Stelle :thx: (einen klatschenden Smiley gibt's hier leider nicht).

Nein, es muss natürlich kein Kärcher sein. War nur eben DER "Fachhändler" im Ort und daher für mich der erste Weg. Es dürfte auch ein Kränzle sein. Eigentlich wäre es fast dumm, keinen zu nehmen, wenn man Kontakt zu einem echten Inider haben kann. Wenn ich mich recht erinnere hatte ich einmal einen 160T ausgeliehen - für teuer Geld - hat sich aber gelohnt :) .
Der von dir empfohlene HD 7/18-4 CX Plus ist mit 29kg ja ein Fliegengewicht gegenüber eurem 799 TST. Das lässt mich hinsichtlich des verwendeten Materialmix zweifeln ... . Am Ende ist der Kränzle vielleicht sogar die bessere Wahl
Ich habe auf eurer Homepage gesehen, dass demnächst mit der Agra in Leipzig und dem Demopark in Eisenach zwei Messen anstehen. Dort könnte man doch bestimmt einige Geräte testen. Das ist immer noch die beste Möglichkeit zur Kaufentscheidung. Leipzig ist ja nur eine Stunde von Freiberg entfernt und auch Eisenach wäre nicht zu weit weg von meiner alten Heimat.

Jetzt hab ich aber auch noch ein paar Fachfragen:

1. Wenn ich das Ganze richtig verstehe, erfüllt der bei den Kränzle-Geräten verbaute Wasserkasten die Vorgaben für eine Systemtrennung. Jetzt haben die Geräte ja keinen eigenen Reinigungsmittelbehälter. Wie funktioniert die Reinigungsmittelzufuhr mittels Wasserkasten genau?

2. Beiim 175TST heißt es: Für den Saugbetrieb Wasserkasten abnehmen. Ist dies beim Quadro ebenfalls so möglich?

3. Welchen Wartungsaufwand habe ich bei einem gescheiten Hochdruckreiniger? Habe ich dann gestern vergessen zu fragen :oops: .

4. Für den 175TST finden sich im Netz verschiedene Liefermengen. Es scheint Gerate mit 660 und welche mit 720 Litern Wasser in der Minute zu geben. Welcher Wert stimmt hier?

5. Ist der 799TST den Mehrpreis zum kompakteren PROFI wert?

6. Wie genau funktioniert das Ts-System? Ist es dem Entlastungsventi des Kärcher gleichzusetzen? Das soll ja laut dem Händler einen Teil des Druckes in meinen Gartenschlauch und somit ins Hausnetz entspannen - was mich ebenfalls besorgt.

7. Laut dem Freundlichen gestern, soll es Möglichkeiten geben, dass Druckverstellung eben nicht gleich Wassermengenversellung ist.
Funktioniert die Regulierung bei Kränzle auch direkt am Griffstück der HD-Pistole?

So, das waren aber reichlich Fragen. Beim Schreiben wurden es immer mehr :wink: . Bis Freitag werde ich jetzt nicht mehr die Möglichkeit haben, so reichlich zu formulieren, da ich beruflich unterwegs bin und nur das Smartphone zur Verfügung habe. Ich denke, für das eine oder andere kurze Posting wird's aber reichen.

Gut's Nächtle

Thomas
 
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Thorsmen

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Hallo Thomas,

ich weise immer gerne gleich darauf hin, "aus welchem Stall" ich komme. :wink: So kann jeder auch Abstriche machen, bei dem, was ich hier so von mir gebe, obwohl ich mich möglichst um Neutralität bemühe.

Und was die Kompetenz betrifft, so ist Powersupply, obwohl nicht in der Branche tätig, auch bereits ein echter Hochdruck-Spezialist. :top:

Was die Messen betrifft, so wirst Du anläßlich des Demoparks sicherlich Maschinen ausprobieren können. Inwieweit das auf der Agra der Fall sein wird, kann ich im Moment nicht sagen, da ich in erster Linie im Export tätig bin.

Zu Deinen Fragen:

1. Die Reinigungsmittelansaugung erfolgt über einen kleinen, transparenten Reinigungsmittelsaugschlauch mit Filter, den Du in den Behälter mit dem Reinigungsmittel steckst. Dann drehst Du das Reinigungsmittelventil auf und die Pumpe mischt das Reinigungsmittel automatisch dem Hochdruckstrahl bei. Und zwar im Hochdruckbereich.

http://www.kraenzle.com/index.php?id=146&no_cache=1&tx_drblob_pi1[downloadUid]=775

Siehe auch Seite 5 und 14 der Bedienungsanleitung.

2. Beim 799 TST ist der Wasserkasten nicht abnehmbar. Dennoch ist eine externe Außenansaugung auch mit dem 799 TST möglich. Wenn auch etwas umständlicher als beim 175 TST. An der Unterseite der Maschine verläuft der Verbindungsschlauch zwischen Wasserkasten und HD-Pumpe. Dieser Schlauch muss abgeschraubt werden. Dann verbindest Du mittels eines Übergangsstückes (Art.-Nr. 46004) die HD-Pumpe mit dem Ansaugschlauch für externe Ansaugung (Art.-Nr. 150383).

Siehe auch Bedienungsanleitung Seite 13

3. Grundsätzlich besteht der Wartungsaufwand aus Ölkontrolle und Ölwechsel. Der erste Ölwechsel sollte nach ca. 50 Betriebsstunden erfolgen. Ansonsten empfehlen wir einen jährlichen Ölwechsel, bzw, nach ca. 1000 Betriebsstunden.
Siehe Bedienungsanleitung Seite 44

Desweiteren sollte der HDR im Winter natürlich frostsicher gelagert werden.

Darüber hinaus genügt es, wenn Du darauf achtest, dass beim Schließen der HD-Oistole das Manometer auf 0 bar zurückschnellt. Das zeigt, dass das Unloaderventil einwandfrei arbeitet, das in allen Kränzle-Geräten zusätzlich zur Druckabschaltung verbaut ist.

Wenn Du weißt, dass Du das Gerät über einen sehr langen Zeitraum nicht verwendest, kannst Du auch den Wasserkasten und die Pumpe entleeren, um ein Eintrocknen des Wassers zu vermeiden. Das verringert die Kalk- und Mineralienablagerungen in der Pumpe.

4. Es gibt nur eine Ausführung des PROFI 175 TST und die hat 720 l/h.

Siehe Bedienungsanleitung Seite 5:

http://www.kraenzle.com/index.php?id=121


5. Ja, er ist definitiv den Mehrpreis wert. Er hat nicht nur 1 kW mehr ABGABEleistung, sondern auch der Motor ist nochmal robuster (Baugröße 100 anstatt Baugröße 90 - bessere Wäremableitung, mehr Wicklungen, etc.)

Darüber hinaus hat der 799 TST einen 5 Meter längeren HD-Schlauch (20 Meter) auf einer größeren Trommel, die größere Pumpe, den robusteren Antrieb (stammt von den größeren Serien, die mit 7,5 kW belastet werden können), einen verzögerten Total-Stop, der ein ständiges Starten und Stoppen des Motors verhindert - Stichwort: Anlaufstrom -und eine Sicherheitsabschaltung, die dafür sorgt, dass sich die Maschine selbst stromlos macht, wenn die Pistole mal 20 Minuten nicht geöffnet wird.

Es ist nicht nur ein Leistungssprung vom 175 TST zum 799 TST, sondern auch nochmal ein Sprung, was die technische Ausstattung betrifft.

Nur die externe Außenansaugung ist ein wenig umständlicher und er ist für den mobilen Einsatz schwieriger zu handeln. Aber, technisch ist er den Mehrpreis allemal wert.

6. Ich weiß nicht, was Dein Händler damit meint, dass ein Druckentlastungsventil (Unloaderventil) das Hauswassernetz entlasten soll... :kp:

Wie bereits erwähnt, verfügen sowohl der 175 TST, als auch der 799 TST über ein Unloaderventil UND eine Druckabschaltung. Das Unloaderventil schaltet die Pumpe in einen drucklosen Umlaufbetrieb, sobald die Pistole geschlossen wird. Dabei wird ein Bypass gefüllt. Der gefüllte Bypass betätigt einen Steuerkolben, der auf einen Mikroschalter drückt, der widerum einen elektrischen Impuls an eine Steuerplatine schickt. Die Platine zählt dann 20 Sekunden runter und schaltet den Motor aus, wenn die Pistole nicht innerhalb der 20 Sekunden wieder geöffnet wird. So werden ständige, hohe Anlaufströme vermieden.

Das Unloaderventil hat noch eine weitere Schutzfunktion. Ist z.Bsp. die Hochdruckdüse verstopft, so nimmt der Bypass das wasser auf, das nun nicht oder nicht vollständig durch die Düse gedrückt werden kann. Ohne diesen Bypass würde die Stromaufnahme des Motors bei einer verstopften Düse enorm ansteigen und der Motor könnte durchbrennen. Mit dem Bypass steigt die Stromaufnahme nur geringfügig an, was den Motor schont und schützt.

Siehe auch FAQ: http://www.kraenzle.com/index.php?id=121

7. Ach ja, Dein Händler hat nicht ganz unrecht... Da gibt es ja noch die Druckverstellung an der Pistole.... Wir haben uns vor ca. 10 Jahren von diesem System verabschiedet, da es die Motoren belastet. Diese Druckverstellung an der Pistole ist lediglich eine Querschnittsverengung. Man lässt damit weniger Wasser zur Düse durch. Allerdings, muss der Motor dadurch schwerer arbeiten und es kann zu einer Überlastung kommen. Zudem strömt die überschüssige Wassermenge zurück zur Pumpe und erzeugt dort kleine Strudel, die wiederum zu einer leichten Bläschenbildung führen. Diese Bläschen implodieren bei dem hohen Druck in der Pumpe und verringern damit die Lebensdauer der Manschetten.
Mit einer druckverstellbaren Pistole, die zweifellos komfortabel, aber der Lebensdauer nicht förderlich ist, können wir daher leider nicht dienen.

Alternativ biten wir jedoch eine Doppellanze an. Über die kann man den Druck stufenlos verstellen und dennoch fließt die gesamte Wassermenge durch die Düsen. Ist nicht ganz so komfortabel, aber besser für die Lebensdauer der Pumpe.


Gruß


Thorsten
 
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Hallo Jungs und Mädels,

Leider habe ich die Agra in Leipzig krankheitsbedingt sausen lassen müssen. Die Entscheidung zum Hochdruckreiniger steht also immer noch aus. Manch Einer wird schmunzeln aber ich mache mir solche Entscheidungen eben nicht immer so leicht ... :kp: In den nächsten zwei oder drei Wochen muss sich das aber definitiv klären. Bin diese Woche auf Urlaub in der alten Heimat und habe beim ortsansässigen Werkzeugverleih einen Vertikutierer ausgeliehen (Offtopic - ich weiß) und dabei gleich nochmal mit den HD-Reiniger angefragt (Ontopic - Glück gehabt). Der Typ will für den alten 160 TST mittlerweile 35 Euro, den Tag und der Dreckfräser kommt nochmal mit 10 Euro dazu. Da hats mich ja fast umgehauen.

Zwischenzeitlich habe ich hier im Forum etwas kreuz und quer gelesen und bin auf dieses Thema gestoßen: http://www.werkzeug-news.de/forum/viewtopic.php?f=9&t=22955&start=10

Der Opi war ja ganz schön - sagen wir mal - geblendet worden. Aber nach Strich und Faden ... . Aber dank der kompetenten Community ist das ja alles kein Problem. Jedenfalls hat Thorsten in diesem Thema irgendetwas verlinkt, das "Faktoren der Reinigungswirkung" heißt. Leider ist der Link nicht mehr existent.
Jetzt die Frage an dich, Thorsten: Weißt du noch, was das ist, oder war? Gibt es das vielleicht noch irgendwo in der Cloud :roll:

Meine Güte, ist das alles interessant hier. Ich lese mittlerweile auch in anderen Sparten des Forums. Echt super.

Gut's Nächtle und ein schönes verlängertes WE

Thomas
 
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Thorsmen

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Hallo Thomas,

die "Faktoren der Reinigungswirkung" waren eine Powerpoint-Präsentation, die ich mal als Schulungsunterlage erstellt hatte. Da ging es um die Auswirkungen von Arbeitsdruck, Fördermenge, Strahlwinkel und Spritzabstand auf die Aufprallkraft des Strahls, bzw. um den Einfluss von Reinigungsmitteln und Temperatur auf das Reinigungsergebnis. Die Folien waren allerdings nicht selbsterklärend, sondern lediglich eine bildliche Unterstützung für Schulungsvorträge. Deshalb ist das auch nicht wirklich für die öffentliche Publikation geeignet.


Einen schönen Feiertag

Thorsten
 
Thema: Beratung für HD-Reiniger beim Händler - viele offene Fragen

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