Baumarkt-Nepp

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H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Die ARD-Sendung plusminus hat Baumärkte getestet und die Mär von den billigen Baumarkt-Preisen entlarvt. Außerhalb der Rabattwochen waren Markenprodukte bei Praktiker mit Abstand am teuersten. Hagebau schnitt bei den Markenprodukten mit am günstigsten ab, hatte aber die höchsten Preise beim Billigeinkauf. Weil die oft zweifelhaften No-Name-Produkte erst gar nicht im Programm waren.

Katastrophal war die Beratung in den meisten Baumärkten. Manche Baumarktverkäufte boten dem Testkunden gar lebensgefährliche Lösungen an.

Hier gibt es den vollständigen Bericht in der Webversion: plus minus
 
Hi,

was wohl dieser vollkommen unnütze Bericht durch die Öffentlich-Rechtliche Raubritter wieder gekostet hat ... :roll:

Einerseits unterschiedliche Produkte zu vergleichen und dann daraus zu schlußfolgern wie teuer ein Baumarkt ist, macht eh' keinen Sinn.
----

'Im zweiten Teil des Tests ging es um die Beratung.'

... schon klar, man geht in fünf Baumärkte und schlußfolgert dann irgendwie, daß die Beratung schlecht sein würde.
Habe mal geschaut :

Hornbach : 83x
Hagebaumarkt : 300x (zzgl. 570 Baustoff-Fachhandlungen)
Bauhaus : 120x
Obi : werden wohl ~ 300 sein
Praktiker : 256x

D.h. man schließt von 5 'Probanden' auf über 1000 Baumärkte. Alles klar ... lächerlich ! (wobei in einem dieser Mini-Mini-Auswahl die Beratung 'dummerweise' sogar noch gut war).

Ach ja - zum Schluß wurde noch kritisiert, daß man soo lange auf eine Hilfe im Markt warten müsse.

---
nun, anstatt dann irgend so einen Sachverständigen aufzuführen, hätten sie auch mal im 'Fachladen' testen sollen.
Nicht selten stehen beim Elektrofachgeschäft auch nur die Ehefrau oder eine Verkäuferin am Tresen, die keine Ahnung haben - dann hört man nur : '...z.Zt. ist keiner in der Werkstatt können Sie heute Abend nochmal wiederkommen ...'
... und ob die Beratung überall optimal ausgefallen wäre, bezweifle ich auch ganz stark.

Das die Preise in den Baumärkten oft (deutlich) höher als im Fachgeschäft sind, sollte auch kein Geheimnis sein.
Aber - und das sind zwei ganz wichtige Punkte :
- hat man eine Einkaufsliste mit verschiedenen Produkten (Farbe, Holzzuschnitt, Dünger, Motoröl), dann gurkt man bei Fachgeschäften ziemlich in der Gegend herum ... und verfährt Zeit und Sprit.
- Fachgeschäfte haben z.T. sehr 'kundenfreundliche' Öffnungszeiten : ab 17:00 oder Mittwoch-Nachmittag geschlossen ... oder Samstag-Vormittag nur ein einziger (überlasteter) Verkäufer im Laden

--------
Wenn Privatsender solche 'Tests' veröffentlichen, lasse ich mir das ja noch gefallen - ist ja ganz amüsant anzusehen.
Aber eine Sendeanstalt welche über eine Quasi-Steuer finanziert wird, sollte doch höheren Anspruchen gerecht werden und nicht nur Sendezeit mit überflüssigen Müll auffüllen.

Gruß, hs
 
Moin hs,

aber ganz so von der Hand zu weisen ist es doch auch nicht, daß man in allen Baumärkten den Verkäufertyp findet, der auf die Frage nach Edelstahl Kreuzschlitz Linsenkopfschrauben M8 wie immer mit der Frage kontert "Was woll'n sen damit machen?" und dann ganz genauso vor'm Eisenteileregal steht :shock: , wie man selbst auch. Vor diesem Verkäufertyp und vor allem der Gläubigkeit an sein Fachwissen muß einfach immer wieder gewarnt werden. Es gibt wirklich nur wenige (beim Hornbach aus eigener Erfahrung mehr als woanders) die erstens ein Problem verstehen und zweitens auch erkennen wann eine Kunden-Idee gefährlich oder einfach nur zu teuer wird und die das drittens auch noch deutlich sagen.

Aus meinem Bauch raus kann ich nur sagen, daß der Test durchaus widerspiegelt, was ich so über Baumärkte im Allgemeinen und über Hornbach und den Praktiker im Speziellen denke. Nicht beachtet wurde allerdings, daß Hornbach auch bei der Sonderpreisaktion vom Praktiker identische Artikel zurücknimmt und 10% unterdem Preis der Konkurenz wieder verkauft. Gerade bei Markengeräten, deren Gleichheit einfach nachzuweisen ist, ist es für Sparfüchse also ein Leichtes auf die 20 Praktiker-% nochmal 10 Hornbach-% draufzupacken. Yipee-jaja ..

Auch ist die Qualität des Billig-Zeugs beim Hornbach oft deutlich besser als bei den Konkurenten. Auch wenn man es nicht kauft, kann man das erkennen. Schon die ellenlangen Ramsch-Theken und -Regale mit Schraubzwingen und Zangen, die schon beim bloßen Betrachten Blutblasen erzeugen, sagen schon einiges über die Qualität und die inneren Unternehmensziele einer Baumarktkette aus. Mein Hornbach hat davon vielleicht 20m insgesamt. Der Praktiker und der Obi haben davon 20m an jeder einzelnen Kasse.
 
Hi,

hinack schrieb:
aber ganz so von der Hand zu weisen ist es doch auch nicht, daß man in allen Baumärkten den Verkäufertyp findet, der auf die Frage nach Edelstahl Kreuzschlitz Linsenkopfschrauben M8 wie immer mit der Frage kontert "Was woll'n sen damit machen?" und dann ganz genauso vor'm Eisenteileregal steht :shock: , wie man selbst auch. Vor diesem Verkäufertyp und vor allem der Gläubigkeit an sein Fachwissen muß einfach immer wieder gewarnt werden. Es gibt wirklich nur wenige (beim Hornbach aus eigener Erfahrung mehr als woanders) die erstens ein Problem verstehen und zweitens auch erkennen wann eine Kunden-Idee gefährlich oder einfach nur zu teuer wird und die das drittens auch noch deutlich sagen.

kleine Anekdote meinerseits dazu :

ich (schon etwas länger her) zum Auto/Motorradhändler an den Ersatzteiltresen : '... Hallo, - haben Sie Schrauben M10x1 ... ?'
Antwort : '... tut mir leid, wir haben nur metrische Schrauben ...'
Da bist Du erstmal still und überlegst, ob Du darauf noch antworten ... oder besser gleich wortlos gehen solltest.

Meiner Erfahrung nach steht die Wahrscheinlichkeit auch in einem Fachgeschäft an jemanden der Ahnung hat zu geraten, bestenfalls 50:50.
Und wenn man was spezielles sucht, dann fangen die 'Fach'leute auch erstmal das Suchen vor dem Regal an.

... andere Situation : ich zum E-Werkzeugfachgeschäft (mit angeschlossener Ankerwicklerei) :
'... tach', - ich hätte gerne eine Netzleitung, - aber 'vernünftige' Qualität ... da gibt es doch so schöne orange Kabel ...' (hatte es zugegebenermaßen absichtlich etwas laienhaft formuliert)
Ohne weiter zu fragen verschwand der Mensch hinter dem Tresen und brachte und ein oranges Kabel .... zweiadrig, schätzungsweise 0,75er Querschnitt).
'... ehrm, - also einen Schutzleiter hätte ich schon gerne mit dabei'
'... ach so, - ja, haben wir auch'
'... auch größeren Querschnitt ? - soll für ein Schweißgerät sein'
'... uhh - dann muß das ja viel dicker sein'
'... nein, .. - ich baue keine Tanker - ist lediglich ein kleines Gerät, aber so 1,5er Querschnitt hätte ich schon gerne. Außerdem sind mir 3m zu kurz - hätte gerne 5m ...'
'... nee - also wir tauschen sowas nur noch mit den fertig konfektionierten Kabeln - und 5m haben wir auch nicht. Ich könnte allerhöchstens eine ganze Trommel bestellen'

Soviel zum Thema Fachgeschäft - im Baumarkt habe ich dann auf einer Rolle sogar hochwertiges Kabel zum selber Abschneiden gesehen (letztendlich habe ich aber Beziehungen spielen lassen und mir was mitbringen lassen - zwar nicht orange, aber dennoch hochwertig).


Meiner Erfahrung nach kommen 'Fach'geschäfte genauso schnell ins Schleudern und beraten bestenfalls mäßig, wenn es sich nicht um 08/15-Sachen handelt. Und genau deshalb geht man ja eigentlich ins Fachgeschäft, weil man ein spezielles Problem hat.


Gruß, hs
 
Ich weiß ja nicht in was für Fachläden Ihr geht.

wenn ich zum Fachhändler meines Vertrauens gehe läuft das folgendermasen ab:

>Servus<

>Servus, du ich bräucht mal einfach einen einfachen Druckluftacker<

>Meischt du jetzt einen reinen Tacker oder nen kombinierten mit Nagler?<

>ja, hmmm, nen kombinierten<

>Gut so, den anderen hätt ich eh bestellen müssen da der so wenig gefragt wird<

mein Verkäufer/Firmenleiter/Universalgenie verschwindet in seinem Lager und kommt nach kurzer Wartezeit wieder.

>Dau guck, ich han der jetzt mal 3 Mitbracht, Hobby Semiprofi und Dachdecker<

> Ahha, was muss ich da Preislich investieren?<

>weils du bisch, 90 - 130 - 280 <

>was meinsch welcher wär für mich passend, ich will nur ein paar Holzdecken nauf machen<

> nimmsch den Semiprofi, der hät des aus und beim Preis mach mer 120 dan passt des OK?<

>OK<

( Die Geschichte ist am Freitag passiert!)

ich hab die Erfahrung gemacht, das wenn ich bei meinem Spezialhändler kauf die Sachen manchmal nicht gerade die Billigsten sind aber ich dafür bei Problemen hin gehen kann und sagen kann "du mach mal" und bekomm ohne großen Heckmeck ein neues Teil.

Gruß

josef
 
Hi,

@Josef
nun, mich überzeugt Dein kleiner Bericht in keinster Weise. Du wolltest lediglich ein 08/15-Gerät für eine scheinbar recht einfache Arbeit (leider hast Du ja nicht das Gerät erwähnt, was Du gekauft hast).
Was wäre denn gewesen, wenn Du einen Kombi-Gerät hättest haben wollen ? Dann hätte er (oder ihr beide) das Teil auch nur lt. Prospektangaben bestellt - in einem ländlichen Gebiet gehen für zweimal zum Händler fahren somit schnell mal 60km Strecke (Benzinkosten entsprechen also bereits ~ Versandkosten) und insgesamt > 1h Zeit drauf.
Und was wäre gewesen, wenn das Gerät Dir dann doch nicht gefallen hätte ? Bei Dir als guten Kunden hätte er einen Ladenhüter möglicherweise zurückgenommen - aber wie sieht es bei einem Neukunden aus ?

ich dafür bei Problemen hin gehen kann und sagen kann "du mach mal" und bekomm ohne großen Heckmeck ein neues Teil.

klappt wenn doch auch nur bei günstigen Sachen ... und bei Lidl & Co wird Dir das Teil in der Garantiezeit auch komplett getauscht - genauso bieten die Markenhersteller inzwischen schnelle Garantieabwicklungen.
Wenn Du beim Händler was extra bestellt hast oder was größeres gekauft hast, klappt das dann sowieso nicht mehr - als Kunde bemühst Du nur wiederum mit dem Gang zum Händler einen Zwischenschritt (und verlierst u.U. Zeit und Geld (Fahrtkosten : hinbringen, abholen = Strecke s.o.)).


@Alfred
... oder Schrottcontainer und 'offiziell' !

Gruß, hs
 
Was denkt ihr eigentlich alle über Baumärkte.
So wie's im Moment aussieht müssen alle wie die Irren Personal sparen weil's einfach 'in' ist. Dann stellt man fest, dass es doch nicht funktioniert und stellt neue Leute ein, aber natürlich nicht die, die man freigesetzt hat weil das ein Eingeständnis für einen Fehler wäre... Die Leute muss man neu anlernen und somit sind erstmal, wenn überhaupt, welche da, die keinen Plan haben.
Ich habe bis letztes Jahr für gute fünf Jahre als Aushilfe in einem (nicht näher zu benennenden, er ist aber nicht im Test aufgetaucht) Baumarkt gearbeitet und zwar nur als Kleineisen (Werkzeug) Aushilfe. Das Ergebnis war, dass ich nachher 'nen stw. besseren Plan hatte als die diversen richtigen Fachberater. Wenn ich heute dahin gehe finde ich z.b. die o.g. genannte M8 Linsenkopf Edelstahlschraube mit verbundenen Augen im Schlaf (wobei die Bezeichnung Edelstahl oder V2a, Va, V4a und wie die das alles nennen ja schon verboten gehört). Und die im Test genannten Fehler wären mir zu 99% auch nicht unterlaufen - Marktleiterin war E-Meister und hat uns alle auf sowas getrimmt.

Und noch was zum Schluss: Am Monatsende wurden für sämtliche Fillialen eine Statistik aufgestellt aus der ersichtlich war wieviel Umsatz pro Verkäufer im Durchschnitt gemacht wurde. Nach dieser Statistik haben dann die Bezirksleiter Prämien bekommen. Da kommt man als Bz-Leiter schonmal auf die Idee ein paar Leute zu entlassen um das Ergebnis zu verschönern... Und ich kann mir vorstellen, dass das nicht nur bei mir so war...

Jan
 
Hi,

trinityjck schrieb:
(wobei die Bezeichnung Edelstahl oder V2a, Va, V4a und wie die das alles nennen ja schon verboten gehört).

warum ? ... das sind eigentlich offizielle Bezeichnungen - 'Edelstahl-Rostfrei' ist der Oberbegriff.
Natürlich kann man das durch Werkstoffnummern exakt definieren - aber A2 oder A4 sagt bzgl. Schrauben genug für die 'normale' Anwendung aus : diese Bezeichnungen stehen neben den Festigkeiten auch auf den Schrauben/Muttern (zumindest bei den Elementen, bei denen man das benötigt).
Alle anderen Sonderwünsche müßten sowieso beim Schraubenhersteller speziell angefertigt werden.

Gruß, hs
 
Ja klar ist Edelstahl der Oberbegriff, aber wenn du's wirklich drauf anlegst sind die meisten eh überfordert.
Wenn mich nicht alles täuscht sind die V** ja Bezeichnungen für die einzelnen Versuchsschmelzen von Krupp. Und ich glaube nicht, dass nur irgendwer, der im Baumarkt explizit V4a Schrauben verlangt die genauen Unterschiede zu z.B. V2a kennt. Dafür müsste ich jetzt auch mein schlaues Buch heranziehen. Ich find den Begriff Edelstahl sowieso witzlos, da mir die richtige Bezeichnung lieber wäre z.B. NiCr18/8 für V2a. V4a enthält glaube ich noch 2% Molybdän. Worin aber jetzt der genau Vorteil liegt ist mir gerade entfallen (bessere Säurebeständigkeit ?). Zumal diese Schrauben (V2a) eh sehr spröde sind und ohne Vorbohren nicht zum Verschrauben von Weichholz geeignet sind (beachten die meisten nicht). Das sind halt alles so Sachen, die dir mit der Zeit irgendwie aufstoßen (dieses gefährliche Halbwissen stammt noch aus meiner Abi-Prüfung, kann also stw. falsch sein). Achso, ich habe noch nie auf einer einfach Holzschraube eine Festigkeitsangabe gelesen. Und Linsenkopfschrauben sind *meistens* Zierschrauben, die nix aushalten müssen. Es sei denn für Türbeschläge, aber das ist dann separat angegeben.
Da gibts dann auch spezielle Erlebnisse wie z.B. der Kunde der auf einen Schraube halt das 8.8 gelesen hat und fragt wo er einen 8,8mm Schlüssel herbekommt... und es gibt auch die so genannten Fachberater die dann mitsuchen...

Jan
 
Hi,

trinityjck schrieb:
Ja klar ist Edelstahl der Oberbegriff, aber wenn du's wirklich drauf anlegst sind die meisten eh überfordert.

man muß nicht alles ganz genau wissen, um es verwenden zu können. Für den normalen Zweck reicht es, zu wissen wann man dieses oder jenes einsetzen kann/sollte/muß.

Wenn mich nicht alles täuscht sind die V** ja Bezeichnungen für die einzelnen Versuchsschmelzen von Krupp. Und ich glaube nicht, dass nur irgendwer, der im Baumarkt explizit V4a Schrauben verlangt die genauen Unterschiede zu z.B. V2a kennt.

muß man auch nicht - nur wissen, daß es die korrosionsfestere Variante ist.

Dafür müsste ich jetzt auch mein schlaues Buch heranziehen. Ich find den Begriff Edelstahl sowieso witzlos, da mir die richtige Bezeichnung lieber wäre z.B. NiCr18/8 für V2a.

die 'richtige' Bezeichnung ist auch das nicht.
Richtig wäre der Kurzname 'X 5 CrNi 18 10' bzw. die Werkstoffnummer : 1.4301 (wobei ich auch nicht ganz sicher bin, möglicherweise kann als A2 auch noch anderes Material in Frage kommt, lt. Schraubenlieferant bei A2 zus. auch 1.4303 (und evtl. 1.4541))
Hmm, damit können die wenigsten etwas anfangen - und es ist auch schwer zu merken (Du schreibst ja selber, Du müßtest erst ein Buch heranziehen). Wie ich bereits bemerkte : A2 und A4 steht auch auf den Schrauben.

Genauso wird immer noch 'St37' als Bezeichnung für einen Baustahl verwendet .... oder wer sagt schon 'S235JR', bzw. nennt die Werkstoffnummer : 1.0037
(wobei es bei 'St37' auch noch Untergruppen gibt, die jew. neue Bezeichnungen erhielten - wer damit nicht ständig umgeht (Mitarbeiter Stahlwerk), der kennt sich damit auch nicht aus, egal ob Prof., Ing., oder Schlosser)

V4a enthält glaube ich noch 2% Molybdän. Worin aber jetzt der genau Vorteil liegt ist mir gerade entfallen - bessere Säurebeständigkeit ?.

korrekt

Zumal diese Schrauben (V2a) eh sehr spröde sind

... diese Edelstähle sind eher zäh, nicht spröde (z.B. Guß).

und ohne Vorbohren nicht zum Verschrauben von Weichholz geeignet sind (beachten die meisten nicht). Das sind halt alles so Sachen, die dir mit der Zeit irgendwie aufstoßen (dieses gefährliche Halbwissen stammt noch aus meiner Abi-Prüfung, kann also stw. falsch sein). Achso, ich habe noch nie auf einer einfach Holzschraube eine Festigkeitsangabe gelesen. Und Linsenkopfschrauben sind *meistens* Zierschrauben, die nix aushalten müssen.

... weswegen ich geschrieben habe '.... zumindest bei den Elementen, bei denen man das benötigt'

Da gibts dann auch spezielle Erlebnisse wie z.B. der Kunde der auf einen Schraube halt das 8.8 gelesen hat und fragt wo er einen 8,8mm Schlüssel herbekommt... und es gibt auch die so genannten Fachberater die dann mitsuchen...

es wird immer so sein, daß sich mit etwas Pech zwei finden.

Geh' mal in ein Fachgeschäft und laß Dir mal die Bedeutung von 8.8 erklären ... weißt Du sie ?
Wenn Du eine amerik. Zollschraube anschauen würdest, so würdest Du vermutlich verwundert feststellen, daß dort keine Zahlen aufgedruckt sind, sonder nur Striche (welche die Festigkeit angeben).
Aber bleiben wir ruhig bei 'normalen' Verbindungselementen : Du gibst als 'spezielles' Erlebnis '8.8' an. Auf Muttern finden sich ja auch Festigkeitsklassen - z.B. '8'. Das war einfach :wink:
Nun gibt es aber recht oft (bei flachen Muttern) auch Bezeichnungen wie '05' oder '17H' ... tja - und was bedeuten diese jetzt schon wieder ? :wink:
Bei Edelstahl steht als Festigkeitsbezeichnung z.B. '70' auf den Schrauben - 'lustigerweise' wird diese Festigkeit ab M20 aber nicht mehr gewährt, sondern entspricht eher '50' ....

Das Feld bzgl. Material und Verbindungselemente ist riesig groß - man kann einfach nicht alles wissen. Deswegen reicht es für den normalen Anwender aus, wenn er mit VA oder A2 oder Edelstahl kommt.

Gruß, hs
 
Also 8.8 ist klar. Streckgrenze von 800N/mm2 und Dehngrenze=640N/mm2. Wie man darauf kommt ist auch klar: erste Zahl mit 100 multipliziert ergibt die Streckgrenze und das mit der zweiten mutlipliziert wird dann die Dehngrenze.
Mit den anderen Festigkeitsangaben bin ich gerade aber tatsächlich überfordert (mein schlaues Buch ist gerade abwesend).
Das die eher spörde sind war dumm ausgedrückt (war gestern Abend schon spät). Tatsache ist aber, das diese Schrauben i.d.R. eher aufgeben weil z.b. der Kopf abreißt. Dann sollte ich das eher so schreiben, dass die Festigkeit nicht so hoch wie bei anderen, z.B. verzinkten Schrauben liegt, deren Material mir unbekannt ist.

Mir ging es eigentlich nicht um so eine Diskussion wie sie jetzt entstanden ist, da ich da noch nicht mithalten kann. Wir können das ganze ja in zwei Jahren fortsetzen, wenn ich im Studium weiter bin. Ich wollte damit nur sagen, dass der Beriff Edelstahl korrekt ist, aber alles was darüber liegt ist zumindest in einem Baumarkt lächerlich weil die meisten Verkäufer nicht wissen was genau sie da verkaufen und die Kunden auch keinen Plan haben und denken V4a enthält einfach eine höhere Zahl als V2a und ist deswegen besser. Und genau darüber wollte ich mich eigentlich auslassen.

Jan, der jetzt zu seinen Verwandten Kaffeetrinken geht.
 
Hi,

trinityjck schrieb:
Also 8.8 ist klar. Streckgrenze von 800N/mm2 und Dehngrenze=640N/mm2

nicht die Streckgrenze, sondern die Mindestzugfestigkeit beträgt 800N/mm²

Und Dehngrenze müßte, wenn man pingelig wäre, 0,2%-Dehngrenze heißen (also bei bleibender Dehnung von 0,2%).
Wobei das dann aber auch wieder nur für Festigkeiten ab 8.8 gilt - weil diese Materialien keine 'richtige' Streckgrenze besitzen.
Bei einer 5.8er Schraube z.B. besitzt das Material eine Streckgrenze - und diese beträgt 400N/mm² (ein Nennwert ... als mind.-Wert wird lt. DIN ISO 420N/mm² angegeben | bei einer 10.9er Schraube unterscheiden sich Nenn.- und Mind.-Wert um 40N/mm²).
Verwirrend ? Ganz sicher ... und ich habe auch erst für diese Werte nachschlagen müssen .... - wie bereits erwähnt : je weiter man ins Detail geht, desto 'schlimmer' wird es. Deswegen ist das eigentlich nicht so schlimm, wenn jemand mit '.... ich brauche VA-Schrauben' ankommt :wink:


weil die meisten Verkäufer nicht wissen was genau sie da verkaufen und die Kunden auch keinen Plan haben und denken V4a enthält einfach eine höhere Zahl als V2a und ist deswegen besser. .

... sie sind ja auch 'besser' :wink: - d.h. korrosionsbeständiger - nur eben nicht fester.
Ist ähnlich wie bei der Wahl verzinkt oder 'schwarz' : die Festigkeit bleibt davon unberührt (außer es handelt sich um hochfeste Schrauben, weswegen es diese nur äußerst selten als verzinkte Variante gibt .... tja, in diesem Bereich ist die Ausnahme wirklich die Regel :wink: )

Gruß, hs
 
Hallo,

ich bin durch googeln auf diese Seite und diesem Thread gelangt. Eine sehr interessante Diskussion, ich bin selbst Angestellter einer der genannten Baumarkt-Ketten (möchte ich aber nicht nennen) und habe auch durch leitende Aufgaben einen guten Einblick in die Branche und über den Tellerrand hinaus.

Auch wenn ich in der Branche arbeite, schaue ich als Kunde dennoch auf meinen Geldbeutel und kauf nicht blind nur bei meinem Unternehmen, sondern vergleiche genauso Preise, Beratung und Angebot. Finde da zum Beispiel Praktiker nicht gerade gut, sind auch (ausserhalb ihrer Rabattwochen) recht teuer.

Zum Thema Fachgeschäft vs. Baumarkt: Ich persönlich bin kein großer Freund von Fachgeschäften mehr und das seit langem. Sei es die geringe (bewusst gewählte) Sortimentsbreite, die Preispolitik oder die Beratung.

Zum Preis: Große Unternehmen haben eine ganz andere Marktmacht als ein kleiner Händler. Lieferanten können um einiges stärker unter Druck gesetzt werden, für viele Produkte gibt es verschiedenste Lieferanten die qualitativ auf selber Augenhöhe stehen und wenn jemand bei Preis und Sortiment nicht mitspielt, kann auch ein Tausch gegen einen anderen Lieferanten erfolgen, alle genannten Unternehmen können auch Preise diktieren, was auch dem Kunden zugute kommt. Dies kann ein Fachgeschäft nicht, es muss weitgehend die gegebenen Preise akzeptieren.

Zur Beratung: Bis heute auch ein Problem der Baumärkte, aber auch der Fachgeschäfte, genau der Punkt, dass oft eine einfach Bürodame oder Verkäuferin dort ist, ist bei Fachgeschäften ein Problem. Und in manchen Fachgeschäften fand ich auch Arroganz vor, nach dem Motto was sucht der Laie hier. Baumärkte schnitten in einem Test der Stiftung Warentest vor drei Jahren (etwa) auch mehr schlecht als recht ab, versuchen aber vermehrt dieses Manko zu beseitigen. In immer mehr Baumärkten werden Leute vom Fach eingestellt, es finden sich auch genug Meister. Der Grund: Sicheres Einkommen in schlechten Zeiten für freie Handwerker. Ich denke es kommt aber weniger auf die Vorbildung an, sondern auf die Person selbst, inwieweit sie sich für ihr Gebiet interessiert, an Fortbildung interessiert ist und was man aus seiner Arbeit macht. Gibt viele gute Quereinsteiger, wie auch schlechte Leute vom Fach.

Zum Angebot: Ich kaufe gerne dort, wo ich viele verschiedene Produkte zum Vergleichen habe und ich verschiedene Qualitäten finde. Wenn ich einen Billig-Bohrer will, weil ich den nicht so groß brauche, suche ich den dort. Das Argument der Billig-Heimer stimmt auch nicht mehr, das kommt noch aus Zeiten, wo Discount-Ware wirklich oft nichts getaugt hat, wie früher bei Aldi & Co., die sich nun alle gemausert haben und deren Produkte mit Marken mithalten können. Wenn ein Produkt nichts taugt, dann wird versucht das abzustellen. Nebenbei erwähnt: Oft ist es ein Hersteller und das Gerät steht unter verschiedenen Namen in verschiedenen Geschäften. Beispielsweise gab es im Juni etwa eine Rückrufaktion für eine Kettensäge, die selbe Säge wurde unter dem Namen Einhell (Hornbach), Alpha Tools (Bauhaus) und King Craft (Aldi) verkauft, da gibts nicht mal so viele Unterschiede mehr.

Kurz noch was zum Thema Rabatte: Auf Sätze wie "weil du's bist mach ich dir einen besseren Preis" gebe ich nicht viel, das ist alles schon reinkalkuliert, wer Rabatte gewährt, hat das eingerechnet und gut kalkuliert, wer das nicht ordentlich macht, existiert nicht lange auf dem Markt.

Vielleicht hat jemand "Baumarktgeschichten" beim WDR gesehen? Der WDR hat dort Baumärkte in sechs Sendungen verschiedenen Tests unterzogen und sich sehr viel Mühe gemacht. Hierbei schnitt in der Gesamtwertung Hornbach am besten, Praktiker am schlechtesten ab.

Ausführlich gibts das ganze auch unter: http://www.wdr.de/tv/markt/service/berichte/baumarktgeschichten.phtml
 
Hallo,
wie hoch ist denn dein Fachwissen über Werkzeug? Wer Werkzeug verkauft kann ja vielleicht auch nur ein guter Kaufmann sein. Das mit dem Aldi stimmt so nicht, irgenwo muss der Preis ja herkommen.
 
Hallo,

wir können froh sein das es noch ein öffentlich rechtliches Fernsehen in Deutschland gibt, ja das sind auch nur Menschen, hier und da kommt auch Mist raus, aber schaut mal ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Dort gibt es nur noch "Brot und Spiele", Informationen werden auf das Minimum reduziert.

Wenn also ein TV-Team Baumärkte testet und die Ergebnisse sind eher niederschmetternd, so ist das nicht völlig falsch, sondern die Regel.

Apropos Fachhandel: Mein Stamm-Maschinen/Werkzeughändler, hat das Programm von Fein, Duss, Prabena, Scheppach, E-B, Metabo, Lurem, Mafell, Festo, Protool, Bosch (blau), DeWalt, Ryobi, Panhans, Altendorf, Flott, ECE, Lamello, Optimum, Makita, früher auch Ulmia-Stationärmaschinen, größtenteils am Lager.
Auch einige Vergleichtests sind kein Problem, besonders ausgiebig an der Hausmesse.
Außerdem gibts ein mehrere hundert m2 großes Beschläge-Lager.
Dort sucht man sehr selten vergebens, egal was auf der Liste steht, Holz kauft man natürlich im Holzhandel!

Eh ich es vergesse, am 24.9. ist dort Hausmesse, wir, einige ambitionierte Selbermacher gehen dort hin, bei Interesse einfach PN schreiben.
 
Hi,

Dietrich schrieb:
Hallo,
wir können froh sein das es noch ein öffentlich rechtliches Fernsehen in Deutschland gibt, ja das sind auch nur Menschen, hier und da kommt auch Mist raus,

da kommt eine ganze Menge an 'Mist' raus ... - teuer von der Allgemeinheit finanziert.
Sie bräuchten sich eigentlich nur an die BBC zu halten : klick

aber schaut mal ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Dort gibt es nur noch "Brot und Spiele", Informationen werden auf das Minimum reduziert.

man muß sich ja nicht immer das schlechteste Beispiel als Referenz nehmen.

Wenn also ein TV-Team Baumärkte testet und die Ergebnisse sind eher niederschmetternd, so ist das nicht völlig falsch, sondern die Regel.

um mich zu wiederholen :
D.h. man schließt von 5 'Probanden' auf über 1000 Baumärkte. Alles klar ... lächerlich
... und man sollte bei solchen Tests fairerweise auch immer 'Fach'geschäfte mittesten - ansonsten ist die Sache nämlich sowieso witzlos.

Aber eigentlich kann man das auch sein lassen : zu oft wurden ja Autowerkstätten getestet - und obwohl man meinen sollte das dort ausschließlich 1a-Fachpersonal arbeitet, kennt man ja die zweifelhaften Ergebnisse : eine Auswahl (leider kosten die Artikel Geld - aber die Überschriften sagen ja schon genug aus).


Holz kauft man natürlich im Holzhandel!

Du hattest mal geschrieben, daß man im Baumarkt nie (oder selten) 'erste Wahl' bekäme (erinnere mich nicht mehr so genau an den Wortlaut).
Na ja - nun habe ich vor nicht allzulanger Zeit ein (langes) Kantholz im 'Holz-Fachmarkt' gekauft : hätte ich nicht aufgepasst, hätte ich auch ein bereits verdrehtes Teil bekommen.
Bei der Lieferung (Rauhspund) eines anderen Fachmarktes, waren eine ganze Reihe von Brettern ziemlich zerschunden (Nut, bzw. Feder 'abgespaddelt') - o.k. der Preis war etwas unter Baumarkt-Niveau, aber es zeigt, daß die Qualität nicht mit dem Laden, sondern eher mit dem Preis zusammenhängt.


Gruß, hs
 
hs schrieb:
Hi,

Dietrich schrieb:
Hallo,
wir können froh sein das es noch ein öffentlich rechtliches Fernsehen in Deutschland gibt, ja das sind auch nur Menschen, hier und da kommt auch Mist raus,

da kommt eine ganze Menge an 'Mist' raus ... - teuer von der Allgemeinheit finanziert.
Sie bräuchten sich eigentlich nur an die BBC zu halten : klick (längerer Text - aber interessant)

aber schaut mal ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Dort gibt es nur noch "Brot und Spiele", Informationen werden auf das Minimum reduziert.

man muß sich ja nicht immer das schlechteste Beispiel als Referenz nehmen.

Wenn also ein TV-Team Baumärkte testet und die Ergebnisse sind eher niederschmetternd, so ist das nicht völlig falsch, sondern die Regel.

um mich zu wiederholen :
D.h. man schließt von 5 'Probanden' auf über 1000 Baumärkte. Alles klar ... lächerlich
... und man sollte bei solchen Tests fairerweise auch immer 'Fach'geschäfte mittesten - ansonsten ist die Sache nämlich sowieso witzlos.

Aber eigentlich kann man das auch sein lassen : zu oft wurden ja Autowerkstätten getestet - und obwohl man meinen sollte das dort ausschließlich 1a-Fachpersonal arbeitet, kennt man ja die zweifelhaften Ergebnisse : eine Auswahl (leider kosten die Artikel Geld - aber die Überschriften sagen ja schon genug aus).


Holz kauft man natürlich im Holzhandel!

Du hattest mal geschrieben, daß man im Baumarkt nie (oder selten) 'erste Wahl' bekäme (erinnere mich nicht mehr so genau an den Wortlaut).
Na ja - nun habe ich vor nicht allzulanger Zeit ein (langes) Kantholz im 'Holz-Fachmarkt' gekauft : hätte ich nicht aufgepasst, hätte ich auch ein bereits verdrehtes Teil bekommen.
Bei der Lieferung (Rauhspund) eines anderen Fachmarktes, waren eine ganze Reihe von Brettern ziemlich zerschunden (Nut, bzw. Feder 'abgespaddelt') - o.k. der Preis war etwas unter Baumarkt-Niveau, aber es zeigt, daß die Qualität nicht mit dem Laden, sondern eher mit dem Preis zusammenhängt.


Gruß, hs
 
Hi,

..... MIST, wieder auf Zitat geklickt :x

Hoffentlich schaut H.-A. Losch demnächst mal in sein Postfach und richtet auch hier eine Änderungsfunktion ein ....

Gruß, hs
 
Hallo Hs,

so sind Statistiken eben, vor der Wahl werden 5000Leute befragt, wen sie am kommenden Sonntag wählen werden, daraus wird auf 50Mio Bürger geschlossen.

Mit Holzhandel meinte ich keinen Holz-Fachmarkt, der hauptsächlich Boden und Deckenhölzer so wie die allgemein bekannten, aus Holzabfällen bestehenden Par....-Systeme anbietet, sondern einen Laden mit überdachtem Freiluftlager, wo man sich die unbesäumten Bohlen für sein Projekt raus suchen kann. Wo man auf Bestellung auch erstklassige Parkett und Massivholzdecken-Riemen bekommt. Wo der Staplerfahrer jeden Diel kennt. Dort wo man per Handschlag sein Holz abholen kann, solange man die Rechnung immer begleicht.
 
Thema: Baumarkt-Nepp

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