Auch Opfer brauchen Hilfe...

Diskutiere Auch Opfer brauchen Hilfe... im Forum Billigwerkzeuge im Bereich Werkzeuge & Maschinen - Als ausgesprochener Hilti-Fan, stehe ich vor einer "kniffligen" Aufgabe. Ich soll meinem Bruder die Herstelleradresse von Parkside besorgen. Über...
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barbarossa

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Als ausgesprochener Hilti-Fan, stehe ich vor einer "kniffligen" Aufgabe. Ich soll meinem Bruder die Herstelleradresse von Parkside besorgen. Über die Lidl-Zentrale komme ich nicht weiter, denn die rücken ja nichts raus. Im www finde ich unter "Parkside" 11000 Beiträge. Vielleicht kann mir jemand helfen, damit ich das Leiden los habe. Ich wäre sehr erleichtert.
mfg barbarossa
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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Sag Google, er soll nur chinesische Seiten anzeigen. Dann sind es nicht mehr so viele Seiten. :wink:

Aber das hilf dir wohl auch nicht weiter. Parkside ist halt eine Handelsmarke, unter der die Schr...-Werkzeuge von verschiedenen Herstellern verkauft werden. Eine Firma Parkside, die die Sachen alle herstellt, gibt es wohl nicht, sondern vermutlich wie bei King Craft, Top Craft und anderen Billigmarken eine Vielzahl von Importeuren, die in diesem Fall wohl für Lidl das Zeugs ins Land schaffen.
 
H

hs

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Hi,

das ist ähnlich wie bei versch. Markenherstellern : einer baut und andere vertreiben es dann unter eigenem Namen - mit dem Unterschied das halt Parkside draufsteht und das Preisniveau niedriger ist.
Der Lidl-Support für diese Produkte geht über http://www.kompernass.de , welche das nach meiner Erfahrung (mit einem Winkelschleifer) zügig und für den User komplett kostenfrei erledigen.

Hersteller von Chinamaschinen findet man z.B. hier klick : es ist allerdings gut möglich, daß die dort aufgeführten Hersteller nach Vorgaben hiesiger Anbieter produzieren.
D.h. Lidl sagt zu Firma XY wir möchten eine Maschine in blau, mit diesen Feature und darf so-und-soviel kosten.

Gruß, hs
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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hs schrieb:
das ist ähnlich wie bei versch. Markenherstellern : einer baut und andere vertreiben es dann unter eigenem Namen - mit dem Unterschied das halt Parkside draufsteht und das Preisniveau niedriger ist.

Das gibt es wohl doch schon gewaltige Unterschiede. Oder kannst du dir vorstellen, dass ein Markenhersteller zum nächst besten Importeur geht und 50.000 Akkuschrauber bestellt, Hauptsache billig und blau muss er sein, damit er zum Marken CI passt und der Markenaufkleber kommt auch gleich drauf. Die Qualität spielt eigentlich keine Rolle. So ein paar GS-Prüfzeichen wären ja nicht schlecht, aber wenn die Maschinen billiger sind, müssen sie den Prüfzeichen nicht einmal entsprechen. Es sollte halt nicht auffallen, wenn doch ist der böse Chinese Schuld, der vielleicht gerade mal 3 Euro pro Maschine bekommt.

So hat der Discounter wieder was für die Werbung und der Kunde ist der ..... :x
 
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hs

Guest
Hi,

H.-A. Losch schrieb:
hs schrieb:
das ist ähnlich wie bei versch. Markenherstellern : einer baut und andere vertreiben es dann unter eigenem Namen - mit dem Unterschied das halt Parkside draufsteht und das Preisniveau niedriger ist.

Das gibt es wohl doch schon gewaltige Unterschiede. Oder kannst du dir vorstellen, dass ein Markenhersteller zum nächst besten Importeur geht und 50.000 Akkuschrauber bestellt, Hauptsache billig und blau muss er sein, damit er zum Marken CI passt und der Markenaufkleber kommt auch gleich drauf. Die Qualität spielt eigentlich keine Rolle.

tja, - und wie erklärst Du Dir z.B. das die Ratschenschlüssel einiger 'Marken'hersteller sooo ähnlich aussehen. Da werden im großen Stil auch irgendwo Produkte produziert und dann hier, je nach 'Aufdruck', mehr oder weniger günstig verkauft.
'Hauptsache billig und blau' ist auch sicher nicht ganz korrekt - natürlich wird da hart kalkuliert - aber das wird in den niedrigsten Preisklassen der Markenhersteller auch. Wenn ich mir als Bsp. so meinen Parksidewinkelschleifer ansehe - 'besser' sind die kleinen grünen Bosch auch nicht.
Alles in allem könnten deutsche Hersteller sicher die Ketten für ~ €10 mehr auch beliefern. Möglicherweise würden diese das sogar machen - aber 'man' hat ja einen Namen zu verlieren :wink:

Die Qualität spielt eigentlich keine Rolle.

und wie erklärst Du Dir, daß auch die Qualität der Billigmaschinen besser geworden ist ?
Scheinbar ist man doch daran interessiert - denn die stehen genauso in einem Wettbewerb.

So ein paar GS-Prüfzeichen wären ja nicht schlecht, aber wenn die Maschinen billiger sind, müssen sie den Prüfzeichen nicht einmal entsprechen. Es sollte halt nicht auffallen, wenn doch ist der böse Chinese Schuld, der vielleicht gerade mal 3 Euro pro Maschine bekommt.

nur weil Du hier seinerzeit Probleme bei den Aldi-Schraubendrehern gefunden hast, würde ich das nicht verallgemeinern.
Natürlich ist es gut und richtig sowas aufzudecken, sowie zu informieren - aber wie sieht es denn mit Markenwerkzeug tatsächlich aus ? Bei den großen Produktpaletten findet man sicher auch etwas - wenn man (unter)sucht.

Stiftung-Warentest findet nicht selten Geräte aus den Discountern, welche nicht besonders lange halten.
Aber ... es sind auch schon Markengeräte dort mit Schäden ausgefallen - und dann muß man noch beachten, daß die Markengeräte dort fast immer gleich Mittelklasseniveau der jew. Firmen darstellen. Interessant wäre mal zu sehen, wie sich deren Einsteigermodelle so schlagen.

Das einzige was man den Discountern vorwerfen kann ist - das es sie gibt.
Und diejenigen die den (billigen) Werkzeugverkauf kritisieren, sollten prüfen ob sie in jedem Fall zum Markenprodukt greifen - von der Tiefkühlpizza und den Pizzateller bis hin zur Computermaus, den Socken, der Trinkmilch, den Holzschrauben oder dem Klebeband.

Ich glaube auch nicht, daß die tatsächlichen Einbußen der renommierten Hersteller durch die Billigmaschinen kommen.
Der professionelle Markt dürfte ja kaum kleiner geworden sein - dazugekommen sind eher einige weitere Markenhersteller (DeWalt, Makita, Hitachi o.ä. waren Anfang der 80er doch kaum ein Thema). Zudem waren es doch eigentlich die renommierten Hersteller, welche das Selbermachen und somit den Bedarf an günstigen Maschinen erst ankurbelten (man denke z.B. an die div. Vorsatzgeräte für Bohrmaschinen von AEG o.ä.).
Das sich bei einem solchen Boom auch ein Markt für billige Varianten entwickelt, dürfte doch von vornherein klar gewesen sein - und genauso, daß einheimische Hersteller da nicht mithalten können.
Im Umkehrschluß kann (oder will) sich nicht jeder seinen Werkzeugpark mit Markenwerkzeug und teuren Produkten ausstatten.
Schlußendlich darf man auch nicht vergessen das selbst die 'schlechten' Billigwerkzeuge oft deutlich besser sind, als die noch vorhandenen (vom Opa geerbten) in div. Bastelkellern.

Gruß, hs
 
Alfred

Alfred

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Hallo,
es ist halt ein Markt der jeden Tag neu verteilt wird, so wildern Markenhersteller in Billigsegmenten und Discounter versuchen an Markenqualität ranzukommen. Nun wird halt der Anwender, der mehr macht als nur 1 mal im Jahr einen Nagel gegen die Wand zu drücken, eine gewisse Vorstellung von seinem Werkzeug haben und eben auch vom Geschäft. Da wird es halt schon schwierig wenn man seine Aktivitäten nach den Angeboten von Discountern richten muss. Dann braucht man meistens mehr als nur den Akkuschrauber oder den Ratschensatz und landet zumindest wieder im Baumarkt, Baustoffhändler oder Werkzeugladen.
Nach heutigen Zeitungsberichten wird ja China in 2 bis 5 Jahren den ersten Wagen im europäischen Markt bringen, das schafft ja dann wieder gehörige Arbeitsplätze bei uns, besonders im alfter sales Service, wie wir kürzlich hier erfahren durften. Ob das dann auch so läuft wie bei den Werkzeugen, Nummernschild runter und zong in den Container, das Garantiefahrzeug steht schon bereit.
China hat in den nächsten 20 Jahren einen Bedarf von ca. 2800 neuen Flugzeugen u.a. von Airbus. Ich warte schon darauf bis Verträge gefordert werden in dem steht dass die Flugzeuge vor Ort gefertigt werden müssen. Wenn dann noch geringfügige Veränderungen als Patent geschützt werden, dann dürfen wir ähnlich dem Transrapid für unsere eigenen Entwicklungen noch Lizenzgebühren bezahlen.
Ich glaube es hat nicht viel Wert durch Ersparnisse beim Fernostkauf bei uns um so höhere Gelder für Soziallasten, Infrastruktur und Standards zu bezahlen und gleichzeitig die nicht transportierbare Dienstleistung in den Arbeitmarkt der Ostbeitrittländer zu verschleudern. Wie sind ein sehr dicht besiedeltes Land und geben ca. 50% unseres Einkommens für Mietzahlungen aus, wollten wir mit Lohnkorrekturen nach unten gegen die (fern)östliche konkurrenz mithalten, können wir uns überlegen ob wir entweder verhungern oder auf der Straße schlafen. In Folge dessen müssen wir dann entweder unseren Markt abschotten (eigene Profukte zu höheren Preisen) oder die Bevölkerung reduzieren, d.h. Leute aus dem Ausland die bis jetzt bei uns gearbeitet haben müssen eben dann dem Trend entsprechend auch dort arbeiten wo für uns produziert wird. Dabei gibt es auch schon eine Zuwanderung von Deutschen in die Ostgebiete.
 
H.-A. Losch

H.-A. Losch

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hs schrieb:
tja, - und wie erklärst Du Dir z.B. das die Ratschenschlüssel einiger 'Marken'hersteller sooo ähnlich aussehen. Da werden im großen Stil auch irgendwo Produkte produziert und dann hier, je nach 'Aufdruck', mehr oder weniger günstig verkauft.
Das Thema hatten wir hier schon mal an anderer Stelle diskutiert. Vor allem müssen wir hier wohl zwischen Handwerkzeugen und Elektrowerkzeugen unterscheiden. Bleiben wir hier bei Elektrowerkzeugen. Da steckt selbst ein Markenhersteller, der in China produzieren lässt, wesentlich mehr in die Entwicklung des Produktes und eines Qualitätsstandard als die Einkäufer von Aldi oder Lidl & Co.

Wenn ich mir als Bsp. so meinen Parksidewinkelschleifer ansehe - 'besser' sind die kleinen grünen Bosch auch nicht.
Alles in allem könnten deutsche Hersteller sicher die Ketten für ~ €10 mehr auch beliefern. Möglicherweise würden diese das sogar machen - aber 'man' hat ja einen Namen zu verlieren :wink:
Ich kenne zwar deinen Parkside-Schleifer nicht, habe aber in der Vergangenheit mehrere Billig-Winkelschleifer aufgeschraubt. Die Konstruktion dieser Maschinen ist ja relativ simpel. Das Problem sind nicht nur minderwertiges Materialien, sondern oft auch die schlampige Verarbeitung in den Manufakturen. Selbst, wenn das Gerät halbwegs in Ordnung ist, ist die Chance, dass du als Kunde ein fehlerhaftes Gerät bekommst, relativ groß. Ich habe schon originalverpackte Maschinen gesehen, bei denen die Kunststoffkappe auf dem Schalter fehlte, Exzenterschleifer ohne Schleifteller etc. Wenn das alles durch die Endkontrolle geht, ist das ein Zeichen für ein sehr geringes Qualitätsbewusstsein des Herstellers. Der Kunde hat nachher den Ärger und muss ein zweites Mal zum Händler laufen, um das Gerät umzutauschen. Hinzu kommt noch der Sicherheitsaspekt. Zumindestens in der Vergangenheit erfüllten Billigwerkzeuge aus China oft nicht die bei uns bestehenden Sicherheitsvorschriften. Dies scheint aber mittlerweile wohl etwas besser geworden zu sein.

und wie erklärst Du Dir, daß auch die Qualität der Billigmaschinen besser geworden ist ?
Scheinbar ist man doch daran interessiert - denn die stehen genauso in einem Wettbewerb.
Hier läuft der Wettbewerb über den Preis. Wer billiger sein kann, verkauft. Die Qualität der Geräte muss gerade so gut sein, dass nicht zu viele Kunden reklamieren, dann rechnet es sich vielleicht doch nicht mehr, Anderseits hat man aber auch mit solchen Lockangeboten Kunden in den Laden gezogen.
Brancheninsider berichteten mir, dass man heute für jedes Produkt ein GS-Zeichen bekommen würde. Es sei nur eine Frage des Geldes. Teilweise würden extra Prüfmuster produziert, die nicht mit der Serienproduktion übereinstimmen. In Einzelfällen sollen wohl auch schon mit GS-Zeichen bedruckte Maschinen auf der Reise gewesen sein, bevor die GS-Prüfung überhaupt abgeschlossen war. Dies sei auch den deutschen Einkäufern bekannt. Sie würden sogar in Kauf nehmen, dass die gelieferten Geräte eben nicht den Vorschriften entsprechen, damit sie billiger sind.

nur weil Du hier seinerzeit Probleme bei den Aldi-Schraubendrehern gefunden hast, würde ich das nicht verallgemeinern.
Natürlich ist es gut und richtig sowas aufzudecken, sowie zu informieren - aber wie sieht es denn mit Markenwerkzeug tatsächlich aus ? Bei den großen Produktpaletten findet man sicher auch etwas - wenn man (unter)sucht.

Bei manchen Produkten fallen die Probleme halt sehr schnell auf. Eigentlich gibt es in Deutschland staatliche Institutionen, die so etwas überwachen sollen. Ich vermute, dass bei effektiver Überwachung ein Großteil der Billigwerkzeuge eigentlich aus dem Verkehr gezogen werden müsste. Sicher gibt es ab und zu auch einmal Probleme bei Markenprodukten. Im ersten Fall ist es eher die Regel, im zweiten Fall eher die Ausnahme.

Das einzige was man den Discountern vorwerfen kann ist - das es sie gibt.
Und diejenigen die den (billigen) Werkzeugverkauf kritisieren, sollten prüfen ob sie in jedem Fall zum Markenprodukt greifen - von der Tiefkühlpizza und den Pizzateller bis hin zur Computermaus, den Socken, der Trinkmilch, den Holzschrauben oder dem Klebeband.
Sicher bekommt man nur soviel für sein Geld, wie man ausgibt. Dennoch scheint mir im Werkzeugbereich verglichen mit anderen Branchen, z. B. Lebensmittel, der Qualitätsstandard der Billiganbieter besonders gering zu sein. Aber spätestens dann, wenn gesetzliche Mindeststandards nicht eingehalten werden, gehören die Geräte auch nicht auf den Markt.

Ich glaube auch nicht, daß die tatsächlichen Einbußen der renommierten Hersteller durch die Billigmaschinen kommen.
Der professionelle Markt dürfte ja kaum kleiner geworden sein
Doch! Allein in Baumärkten werden heute mehr Billigmaschinen verkauft, als Markengeräte. Hinzu kommen nach noch die Angebote der Discounter. Auch wenn der Gesamtmarkt nach Stückzahlen gewachsen ist, ist der Umsatz nicht gestiegen. Die Folge ist, dass auch Markenhersteller immer billigere Geräte auf den Markt werfen. Auch damit macht man Heimwerkern eigentlich keine Freude.
Mit dem Markt für Profigeräte hast du natürlich Recht, der ist nur am Rand von den Billigwerkzeugen betroffen.

Schlußendlich darf man auch nicht vergessen das selbst die 'schlechten' Billigwerkzeuge oft deutlich besser sind, als die noch vorhandenen (vom Opa geerbten) in div. Bastelkellern.
Die konnte man aber wenigstens noch vererben. :wink:
 
H

hs

Guest
Hi,

H.-A. Losch schrieb:
Bleiben wir hier bei Elektrowerkzeugen. Da steckt selbst ein Markenhersteller, der in China produzieren lässt, wesentlich mehr in die Entwicklung des Produktes und eines Qualitätsstandard als die Einkäufer von Aldi oder Lidl & Co.

glaubst Du wirklich, daß es großartige Entwicklungsarbeit erfordert, um z.B. einen neuen Winkelschleifer herauszubringen ?
Die neuen Geräte bauen ja in vielen Bereichen auf dem Vorgängermodell auf. Zudem sind diese Maschinen nicht besonders komplex. D.h. auf die reine Entwicklungsarbeit bezogen gibt es da kaum Unterschiede zwischen hochwertigem und billigem Gerät.
Man verwendet halt beim teuren Gerät von vornherein andere Komponenten - z.B. statt einem Gleitlager ein Wälzlager; kein NoName-Schalter - sondern einen von Marquardt; Kabel mit etwas größerem Querschnitt; elektronische Bauteile einer Steuerung mit größerer Reserve. Außerdem eine genauere Kontrolle der Gehäuseteile auf Passung, etc.

Aldi & Co sind natürlich keine Hersteller. Wenn überhaupt nur Einkäufer (vermutlich haben die Discounter auch noch Zwischenhändler, welche die Ware für sie heraussuchen).
Insofern kann man Entwicklungsarbeit eines Herstellers mit Aldi nicht vergleichen - eher mit Firmen wie Hoffmann, H&K, Würth, Wocken, etc. welche ähnliches machen wie Aldi & Co - nur auf höherem Niveau und mit industrieller Ausrichtung.

Ich kenne zwar deinen Parkside-Schleifer nicht,
http://www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic1290.html

habe aber in der Vergangenheit mehrere Billig-Winkelschleifer aufgeschraubt. Die Konstruktion dieser Maschinen ist ja relativ simpel. Das Problem sind nicht nur minderwertiges Materialien, sondern oft auch die schlampige Verarbeitung in den Manufakturen. Selbst, wenn das Gerät halbwegs in Ordnung ist, ist die Chance, dass du als Kunde ein fehlerhaftes Gerät bekommst, relativ groß. Ich habe schon originalverpackte Maschinen gesehen, bei denen die Kunststoffkappe auf dem Schalter fehlte, Exzenterschleifer ohne Schleifteller etc. Wenn das alles durch die Endkontrolle geht, ist das ein Zeichen für ein sehr geringes Qualitätsbewusstsein des Herstellers.

das stimmt

Der Kunde hat nachher den Ärger und muss ein zweites Mal zum Händler laufen, um das Gerät umzutauschen.

außer er packt das Gerät vor Ort aus und sieht nach :wink:

Hinzu kommt noch der Sicherheitsaspekt. Zumindestens in der Vergangenheit erfüllten Billigwerkzeuge aus China oft nicht die bei uns bestehenden Sicherheitsvorschriften. Dies scheint aber mittlerweile wohl etwas besser geworden zu sein.

so sehe ich das auch

und wie erklärst Du Dir, daß auch die Qualität der Billigmaschinen besser geworden ist ?
Scheinbar ist man doch daran interessiert - denn die stehen genauso in einem Wettbewerb.
Hier läuft der Wettbewerb über den Preis. Wer billiger sein kann, verkauft. Die Qualität der Geräte muss gerade so gut sein, dass nicht zu viele Kunden reklamieren, dann rechnet es sich vielleicht doch nicht mehr, Anderseits hat man aber auch mit solchen Lockangeboten Kunden in den Laden gezogen.

der Wettbewerb läuft m.M. eben nicht nur über den Preis, bzw. genauso viel oder wenig wie bei den Markenherstellern.
Warum besitzt die Lidl-Maschine z.B. sonst ein 4m langes Kabel oder bietet Anlaufelektronik ?
Genauso macht man sich dort ziemliche Mühe mit den beiliegenden Anwendungshinweisen - vergleich das mal mit den Beilagen der Markenhersteller.

Brancheninsider berichteten mir, dass man heute für jedes Produkt ein GS-Zeichen bekommen würde. Es sei nur eine Frage des Geldes. Teilweise würden extra Prüfmuster produziert, die nicht mit der Serienproduktion übereinstimmen. In Einzelfällen sollen wohl auch schon mit GS-Zeichen bedruckte Maschinen auf der Reise gewesen sein, bevor die GS-Prüfung überhaupt abgeschlossen war. Dies sei auch den deutschen Einkäufern bekannt. Sie würden sogar in Kauf nehmen, dass die gelieferten Geräte eben nicht den Vorschriften entsprechen, damit sie billiger sind.

das hört sich so an, als würden deutsche Hersteller nicht 'tricksen' - machen sie aber auch.
So wurden z.B. Endschalter am Fensterheber des Prüflings installiert, damit bestimmte Fahrzeugmodelle bei der Typen-Abgasprüfung durch den Test kamen - .... während der Prüfung saß nämlich immer ein Prüfer im Fahrzeug, der durch das offene Fenster das Bedienpult erreichen mußte. Der Endschalter änderte dann die Steuerelektronik : voilá Test bestanden :wink:
Ähnliches machte BMW beim ersten Motorrad mit Katalysator : das Teil war wegen der mageren Einstellung kaum fahrbar
Beides stand mal in einem Bericht in der 'Markt für klassische Automobile' - dort hat man mal verschiedene Fahrzeuge im tatsächlichen Fahrbetrieb getestet und stellte fest, daß zwei franz. Modelle die Regelung zeitweise komplett abstellten - und sowas ist dann steuerbefreit :wink:

Bei diesen ganzen Prüf'geschichten' geht es nicht selten um viel Geld - da sind z.B. Geräte bereits in der Fertigung und müssen raus ... da wird dann schonmal dieses oder jenes etwas 'gedehnt' :wink:

Bei manchen Produkten fallen die Probleme halt sehr schnell auf. Eigentlich gibt es in Deutschland staatliche Institutionen, die so etwas überwachen sollen. Ich vermute, dass bei effektiver Überwachung ein Großteil der Billigwerkzeuge eigentlich aus dem Verkehr gezogen werden müsste. Sicher gibt es ab und zu auch einmal Probleme bei Markenprodukten. Im ersten Fall ist es eher die Regel, im zweiten Fall eher die Ausnahme.

möglicherweise hast Du da nicht ganz unrecht.
Aber wie bereits erwähnt : es werden inzwischen viel mehr Billiggeräte getestet. Weder Einsteigergeräte noch hochwertige Werkzeuge der Markenhersteller finden sich oft in diesen Listen.
So ist B&D auch ein Hersteller der nicht immer mit bestem Material glänzt - aber lieber wird Aldi & Lidl von StiftungWarentest getestet. Sicher haben diese beiden Discounter als Bezugsquelle auch eine größere Bedeutung, aber ich unterstelle einfach mal, daß es auch werbewirksamer für StiftungWarentest ist, sowas zu testen, als z.B. Fein, Hilti, Dewalt oder Hitachi.

Sicher bekommt man nur soviel für sein Geld, wie man ausgibt. Dennoch scheint mir im Werkzeugbereich verglichen mit anderen Branchen, z. B. Lebensmittel, der Qualitätsstandard der Billiganbieter besonders gering zu sein. Aber spätestens dann, wenn gesetzliche Mindeststandards nicht eingehalten werden, gehören die Geräte auch nicht auf den Markt.

auch hier stimme ich Dir zu

Ich glaube auch nicht, daß die tatsächlichen Einbußen der renommierten Hersteller durch die Billigmaschinen kommen.
Der professionelle Markt dürfte ja kaum kleiner geworden sein
Doch! Allein in Baumärkten werden heute mehr Billigmaschinen verkauft, als Markengeräte.

ja - aber denk doch mal ca. 15 Jahre zurück. Die Maschinen sind doch nur dazugekommen, weil inzwischen eine größere Nachfrage an Maschinen besteht. Man sieht das doch auch gut an den riesigen Produktpaletten der Hersteller.
Die Heimwerkerwelle wurde doch auch stark von den Markenherstellern in Schwung gebracht - da kann man doch jetzt nich anfangen zu meckern, wenn andere eben auch auf diesen Zug mitaufspringen wollen.
Zudem : vor 10-15 Jahren habe ich z.B. keine Maschinen von Metabo in Baumärkten gesehen - inzwischen sind sie bei Bauhaus fester Bestandteil.
Div. Hersteller weigern sich auch über Baumärkte zu verkaufen - und was nicht da ist, kann auch nicht verkauft werden.

Hinzu kommen nach noch die Angebote der Discounter. Auch wenn der Gesamtmarkt nach Stückzahlen gewachsen ist, ist der Umsatz nicht gestiegen. Die Folge ist, dass auch Markenhersteller immer billigere Geräte auf den Markt werfen. Auch damit macht man Heimwerkern eigentlich keine Freude.
Mit dem Markt für Profigeräte hast du natürlich Recht, der ist nur am Rand von den Billigwerkzeugen betroffen.

und jetzt müßte man Zahlen haben, in welchen Bereichen die tatsächlichen Gewinne eingefahren werden.

Schlußendlich darf man auch nicht vergessen das selbst die 'schlechten' Billigwerkzeuge oft deutlich besser sind, als die noch vorhandenen (vom Opa geerbten) in div. Bastelkellern.
Die konnte man aber wenigstens noch vererben. :wink:


... genau wie die Faustkeile der Neandertaler überlebt haben - sind aber irgendwie etwas unhandlich :wink:

Gruß, hs
 
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