Billiges Zweitwerkzeug

Probleme und Erfahrungen mit Billigwerkzeugen von Aldi, Lidl und Co findet ihr hier

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MrDitschy
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von MrDitschy » Sonntag 13. September 2020, 18:18

Ja, manche kaufen sich ja auch extra ein Winterauto, warum also kein Bauauto ... vor allem meist mit AHK für den Hänger, da das Alltagsauto ggf. keine hatte.
Hatte zumindest lange einen VW-Bus, war echt top über die Bau-und Renovierungsphasen.
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Thariel
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Thariel » Sonntag 13. September 2020, 19:53

Über Verbrauchsmaterialien rede ich ja nicht, aber die Maschinen an sich. Ich kann auch mit einem Mirka Rigips schleifen, warum nicht? Wenn die Maschine das nicht abkann, ist der immense Preis nicht gerechtfertigt, immerhin ist das ein maschinengerechtes Schleifen. Ich kaufe auch billige Schleifscheiben für ich nenn es mal Billigprojekte, die kommen dann aber dennoch auf die gute Maschine.

Verleihen und Diebstahl wie von brandmeister geschildert, sind ja nochmal was anderes. Ich verleihe mein Werkzeug einfach nicht, wenn ich weiß, dass der Nutzer es nicht ordentlich behandelt. Da kommt einfach mal "Nein".

Brandmeister
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Brandmeister » Sonntag 13. September 2020, 20:50

Thariel hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 19:53
...
Ich kann auch mit einem Mirka Rigips schleifen, warum nicht? Wenn die Maschine das nicht abkann, ist der immense Preis nicht gerechtfertigt, immerhin ist das ein maschinengerechtes Schleifen.
...
Vermutlich kannst Du das. Ich weiß gerade nicht, ob es da signifikante Unterschiede in der Drehzahl oder Kapselung des Motors gibt, die einen Excenter grundsätzlich ungeeignet machen. Wäre beim Einsatz eines Excenterschleifers im Trockenbau aber auch eine Frage, wie gut sich das Gerät absaugen lässt. Oder ob es arbeitsergonomisch nicht doch eine bessere Lösung gibt. Prinzipiell kannst Du Trockendauwände auch mit dem Bandschleifer abschleifen, wäre ohne weiteres möglich. Ist aber scheiße, sobald Du über Kopf arbeitest.
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Senkblei » Sonntag 13. September 2020, 21:07

Obwohl ich eigentlich in erster Linie sehr gutes Werkzeug einsetze kann Schrottwerkzeug dennoch (IMO) sinnvoll sein, z.B.:

1) Universal-Taugenichsts-Alleskönner-Werkzeugkoffer als billigst Hobbymarkaktionsangebot:
Lasse ich einfach im Auto, Werkzeug ist schlimmer als miserabel, im Notfall dennoch besser als gar nichts. Echtes Werkzeug kann ich nicht im Fahrzeug lassen.

2) Kettensäge, zwar nicht Zweitwerkzeug, nur für indoor Abbrucharbeiten und ein paar kleine Äste im Garten (verstehe onehhin nix von Gartenarbeiten und kann mich dafür nicht am allergeringsten begeistern, ausser den Rasen erledige das allermeiste mit Motorsense und Kettensäge) lohnt sich eine teure Stihl oder Husqvarna nicht. Die billige MTD (viewtopic.php?f=4&t=12134&p=420542&hili ... ge#p420542) tut seinen Zweck.

3) Abbruchhammer: Irgendein Billigprodukt von Einhell im Ausverkauf (ca. 10 mal billiger als Profigerät), 2 Jahre Garantie waren mir wichtig, mal sehen was das Schlagwerk taugt. Die schweren blauen SDS-plus und SDS-max Bohrhämmer mit Rotationsstop sind mir zu schade, insbes. wenn sie von Drittpersoben bedient werden. Da es nur für gelegentlichen Gebrauch ist, lohnt sich für mich die Anschaffung eines Profi-Abbruchahhmers mit Sechskantaufnahme nicht.


Was ich oft einsetze (Montagewerkzeug, Schaltanlagenbauwerkzeug,...), wo Sicherheit kritisch sein kann (z.B. Winkelschleifer, PSA) oder Genauigkeit bedeutend ist (z.B. Distanzmesser, Nivelier-Laser,..) bevorziehe ich sehr gute Produkte ein.

Bei "destruktivem" Gebrauch kann sich Billigwerkzeug lohnen und wie irgendwo bereits erwähnt gehe ich davon aus. dass ich das Werkzeug innert der Garantiezeit (min 2 Jahre) abschreibe.

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the_black_tie_diyer
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von the_black_tie_diyer » Sonntag 13. September 2020, 21:11

Hi!


Bei mir ist es so wie bei vielen: Ich zerstöre nicht mutwillig (hochwertiges) Werkzeug durch Missbrauch wenn ich diesen auch nur annähernd vorhersehen kann. Für mich spielt es keine Rolle ob es dabei um eine Maschine, Handwerkzeug oder hochwertiges Verbrauchsmaterial geht.

Und ja, auch ich habe ein paar Werkzeuge extra für den Fall, das eine Aufgabe vorhersehbar zum vorzeitigen Ableben dieses oder jenes Werkzeug führt. Ich mache sowas nicht gern, aber manchmal geht es halt nicht anders. Besonders ärgerlich finde ich es nur immer dann, wenn man hinterher, eher beiläufig oder zufällig erfährt/sieht, das es ein "Spezialwerkzeug" gegeben hätte - und man kein reguläres hätte anpassen müssen.

Zu Gartenwerkzeug, abgesehen von den "Handwerkzeugen", habe ich überhaupt keine Affinität. Und da kaufe ich was mir sinnvoll erscheint. Da achte ich 0 auf Hersteller/Marke.

(Ja, wenn Weihnachten, Ostern und Pfingsten am selben Tag sind, und ich eine Jungfrau vor den Fängen eines bösen Drachen nur dadurch retten kann, meine TSC als Mauernutfräse einzusetzen, dann werde ich mich als Gentleman schweren Herzens für die Rettung der Jungfrau entscheiden ... Nur bevor es wieder mit diesen Survival-Endzeit-Apokalypsen-Geschichten losgeht, wo man die Welt nur durch mutwilligen Missbrauch von Werkzeugen retten kann/konnte ... )

Und jetzt mal zur Praxis:

Festool DTS 400 REQ. Ist mein Lieblingsschleifer, schleife ich sehr, sehr viel mit. Die Spitze des (Delta)-Schleifschuh hatte schon ordentlich gelitten - also habe ich den dann auch - genauso - zum abschleifen einer Stahltür verwendet. Den Schleifschuh weiter runter-gerockt und nach dem Kellertür Projekt, zusammen mit Interface-Pad (wg. Netzschleifmittel), entsorgt. Auch wenn man damit sicher noch hätte weiter schleifen könne. Warum? Für mich galten Schleifschuh und Pad danach als "Kontaminiert" und um eine Kreuzkontamination bei zukünftigen Projekten zu vermeiden, habe ich das Zeug dann entsorgt - und den Schleifer - noch viel gründlicher als üblich - gereinigt. Einen neuen Schleifschuh und Interface-Pads halte ich eh als Zubehör immer vor.

Wäre der Schleifschuh noch besser in Schuss gewesen, hätte ich ihn danach im beschrifteten ZipLoc eingelagert für das nächste Mal Metall/Stahl. Natürlich kein Edelstahl.

Übrigens habe ich damit auch schon kleine Schleifarbeiten im Bereich Trockenbau und/oder Putz gemacht. Muss man die Maschine halt pflegen

Kein Grund hier einen "billigen" Schleifer zu nehmen, und auf die Ergonomie, Absaugung und die ausschließlich positive Erfahrung mit dem Gerät zu verzichten.

3/8" (Whitworth-Gewinde) Schneidkluppe + Ratsche. Ich hatte es an anderer Stelle schonmal erwähnt, ich habe in Eigenregie, mittlerweile, schon einige Heizkörper ausgetauscht. Das war nicht ganz so geplant, ursprünglich ging es mal um einen Heizkörper. Dafür habe ich mir dann tatsächlich auf eBay eine "billige" Schneidkluppe gekauft, einzige Bedingung: Die Schneidbacken musste man versetzen/tauschen können, um am kurzen Ende der Kluppe das Gewinde schneiden zu können. Ging wunderbar, sowohl das schneiden des Gewinde, wie das umsetzen der Schneidbacken. Beim ersten Mal habe ich es sogar "nur" mit der Rohrzange gemacht, die Ratsche habe ich erst danach angeschafft, als ein weiterer Tausch anstand. Mittlerweile habe ich damit einige Gewinde beim Heizkörpertausch geschnitten, und auch die letzten 2 wird dieses "Billig-Werkzeug" noch problemlos erledigen. Ich hätte ein vielfaches für ein hochwertiges Schneideisen ausgeben können, oder noch mehr für eine Rems Akku Amigo - um den (meinen) Spleen für hochwertiges Werkzeug voll auszuleben.

Aber manchmal trifft man halt eine eher ökonomische Entscheidung die dann aufgeht, oder nicht. Und im Fall der "billig" Schneidkluppe + Ratsche ist sie aufgegangen, sogar mehr als das.

Aber wie das halt so ist, gerade mal bei eBay geschaut - was ich gekauft habe gibt es in der Angebotsform nicht mehr - und somit werden solche, vielleicht "Geheimtipp" tauglichen, billig-Produkte halt doch wieder zu Eintagsfliegen der Marke "Glück gehabt!".

Viele Grüße,
Oliver
Viele Grüße,
Oliver aka @the_black_tie_diyer

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MrDitschy
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von MrDitschy » Sonntag 13. September 2020, 21:32

Thariel hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 19:53
Über Verbrauchsmaterialien rede ich ja nicht, aber die Maschinen an sich. Ich kann auch mit einem Mirka Rigips schleifen, warum nicht? Wenn die Maschine das nicht abkann, ist der immense Preis nicht gerechtfertigt, immerhin ist das ein maschinengerechtes Schleifen. Ich kaufe auch billige Schleifscheiben für ich nenn es mal Billigprojekte, die kommen dann aber dennoch auf die gute Maschine.
Bei Verbrauchmaterial ist gutes aber schon besser und auch langlebiger. Hatte bsp zum testen mal billig Klettschleifscheiben für Exzenter, die hafteten auf dem Metabo oder Makita Exzenter kaum und flogen recht schnell sogar davon. Hingegen bekommst die Metabo Klettscheiben kaum runter gerissen, so stark haften die ... und das das Korn auch noch länger haltbar ist, brauche ich nicht erwähnen.

Und dennoch, wenn jemand zum rigips schleifen nicht den guten Mirka nehmen möchte, da er den eher immer zum Feinschliff für gewisse Lackierungen her nimmt, kann ich das schon verstehen ... also das musst eben wie erwähnt schon je nach Bedarf und Arbeitseinsatz abwägen.
Sprich deine guten teuren Arbeitsklamotten wirst sicher auch nicht zum Wände/Decke streichen hernehmen die danach z.B. total eingesaut sind .... ich nehme da alte oder eben auch extra billige Hose/Hemd/Schuhe, aber nie die guten Arbeitsklamotten. :wink:
Ditschy
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Dirk
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Dirk » Sonntag 13. September 2020, 21:45

MrDitschy hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 14:01
den besten Pinsel
Pinsel sind doch Verbrauchsmaterial!? :ducken:
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Mein Freund der Baum braucht CO2, drum setz' ich's aus dem Auspuff frei :D

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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Brandmeister » Sonntag 13. September 2020, 22:28

MrDitschy hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 21:32
...
Bei Verbrauchmaterial ist gutes aber schon besser und auch langlebiger.
...
Hmm, kommt auch drauf an, wie damit umgegangen wird. Manche Leute kriegen alles kaputt.
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powersupply
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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von powersupply » Sonntag 13. September 2020, 22:59

Dirk hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 21:45
MrDitschy hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 14:01
den besten Pinsel
Pinsel sind doch Verbrauchsmaterial!? :ducken:
Und auch da gibts Pinsel mit Borsten und welche mit ein paar Börstchen welche auf den ersten Blick aussehen als wenn es genau so viele Borsten wie beim Malerpinsel wären. Dabei ist in der Mitte fast nix. Letztere gibt es meist am Grabbeltisch im Baumarkt.
Hab ich alle rausgeschmissen.

PS

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Re: Billiges Zweitwerkzeug

Beitrag von Brandmeister » Sonntag 13. September 2020, 23:26

Und vor allem gibt es Pinsel mit chronischem Haarausfall. Hab ich einmal gehabt und seit dem mache ich lieber Storch-Ciret-Pinsel wieder ordentlich sauber... meistens jedenfalls...
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