Entscheidung für Metallbandsäge

Ob Kapp- und Gehrungssäge, Bandsäge, Formatkreissäge, Drehbank, Ständerbohrmaschine oder gar das Bearbeitungszentrum. Hier geht es um Fragen rund um alle stationären Maschinen.

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powersupply
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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von powersupply » 17. Aug 2019, 16:54

-DC-Antriebsmotor mit niedriger Drehzahl und Carbon-Bürsten für eine bis zu 10-fach höhere Lebensdauer
Das wäre für mich in dieser Riege ein Ausschlußkriterium.
Von wegen 10fach höhere Lebensdauer... 10fach höher als was?
Gut, wenn die das so schreiben ist die Drehzahl möglicherweise verstellbar. Habe ich an unserer großen Säge noch nie vermisst. Obwohl da ein Verstellgetriebe dran ist.

PS

Herter
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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von Herter » 17. Aug 2019, 18:10

Bei der Artec scheint ein IEC Normmotor eingebaut zu sein und auch falls es nicht so wäre, könnte man den Motor vermutlich relativ einfach gegen einen Standard-Drehstrommotor (oder auch ggf. in dem Leistungsbereich als 1-phasige Wechselstrom Version) ersetzen. Keilriemenscheiben sind meist Standardteile, die man problemlos ersetzen kann und A-Wellende sind dabei meist ebenfalls standard. Setzt man sowas wie Taperlock Spannbuchesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Taperlock-Spannbuchse) ein vereinfacht man sich sowohl die Montage wie auch eine etwaige spätere Demontage.

Keilriemen sind zwar nicht so praktisch, nur verstellt man da meist gar nicht so oft und, grosser Vorteil, es ist keine Elektronik vorhanden. Bei billigen Maschinen ist die Elektronik oft ein Schwachpunkt (z.B. bei den Dremel, die haben nicht einmal Prints mit Conformal Coating).

Auf angebliche Schnittgenauigkeiten würde ich bei Billigsägen nicht gross achten. Die Schnittgenauigkeit hängt auch stark von den Einstellungen ab. Interessant ist diese eigentlich erst sofern man genaue Angaben über das Teil, Werkstoff und Schnittdauer hat. Zudem beeinflusst dies ebenfalls die Standzeit des Sägeblatts.

Kenn allerdings Bandsägen zuwenig, habe mehr Erfahrung mit vollautomatischen Produktionskreissägen sowie hochgeschwindigkeits Trennsägen, jedoch eher seitens der Wartung sowie insbes. der Steuerungstechnik (servohydraulische Antriebe mit Prallplattenservoventil als Vorsteuerstufe, wurde damals werksintern bis inkl. SPS- und Achsregler-Programmierung ausgeführt).

Gleichstromantriebe würde ich lassen, in der modernen Industriewelt gehören die eigentlich zur Vergangenheit, sogar bei Kleinstmotoren (ein paar Watt) werden seit Jahren immer mehr Brushless Typen eingesetzt (siehe z.B. Maxon).
Bürsten, egal welcher Bauart, sind Verschleissteile. Aus Kostengründen findet man immer noch viel bürstenbehaftete Motoren im nicht-industrie Bereich (Haushaltgeräte, Handwerkzeuge,...).
Irgendwie merkwürdig, dass bürstenbehaftete Motoren mit dem Kollektor sowie dem gewickelten Rotore billiger sind als FU-gespiesene permanentmagneterregte [bürstenlose] Synchronmotoren. Zwar sind die Magnete nicht so billig, der Rotor ist jedoch einfacher herzustellen und es handelt sich ja nicht um hochdynamische Servomotoren sondern um (sehr) kleine Leistungsantriebe.

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von H. Gürth » 17. Aug 2019, 18:20

Motor vermutlich relativ einfach gegen einen Standard-Drehstrommotor (oder auch ggf. in dem Leistungsbereich als 1-phasige Wechselstrom Version)
Hm, wobei dann der angedachte Motor fast mehr kostet, als die gesamte Maschine bei Artec. :mrgreen:
Nichts wissen macht nichts.
..........und mich gar nicht erst fragen !

Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und verständlich formuliert wurde.

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powersupply
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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von powersupply » 17. Aug 2019, 18:21

Herter hat geschrieben:
17. Aug 2019, 18:10
Bei der Artec scheint ein IEC Normmotor eingebaut zu sein und auch falls es nicht so wäre, könnte man den Motor vermutlich relativ einfach gegen einen Standard-Drehstrommotor (oder auch ggf. in dem Leistungsbereich als 1-phasige Wechselstrom Version) ersetzen
Wenn Du dich da mal nicht täuschst.
Diese Billigdinger verwenden meist einen IEC-ähnlichen Motor.
Der meiner Interkrenn Bohrmaschine hatte einen, für 0,75kW Nennangabe viel zu großen Motor mit etwa 90mm Bauhöhe und lediglich 17mm Wellenabgang dran...
Für mich zum Glück, da ich dadurch an mein Servomotor die dreistufige original Riemenscheibe ohne Adapter weiterverwenden konnte. :glaskugel:

Bei den heutigen kleinen Tischbohrmaschinen in den Baumärkten sieht das mit den Motoren, soweit ich das beobachten kann, weiterhin so aus.

PS

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von Herter » 17. Aug 2019, 18:45

Also wie gesagt, bei diesen kleinen Maschinen kenn ich mich nicht so gut aus.

Ältere Bauarten hatten damals noch oft echte kleine IEC Normmotoren, heute wird ja überall gespart.
Habe mal eine Pattfield (Eigenmarke von Hornbach) Tisch-Säulenbohrmaschine angeschaut, himmeltraurige Fertigungsqualität (nicht einmal 8.8 Schrauben), die kann höchstens noch Lux (Hoflieferant z.B. bei Obi) unterbieten.
Gewisse andere Pattfield China-Ramschmaschinen sind vermutlich etwas besser gebaut.
Für den tiefen Preis erwarte ich zwar nicht sowas flottes wie eine Flott :) , aber irgendwie hat auch Ramschigkeit eine Untergrenze. :)

Je nach Aufbau einer Maschine kann man u.U. ohne zu grossen Anpassaufwand den Ramsch-Motor (nach dessen Ausfall) durch einen IEC Normmotor ersetzen.
Je weniger unnötige Elektronik vorhanden ist, umso besser. Riemenantriebe gibt seit immer im Werkzeugmaschinenbereich. Sicher nicht wirklich praktisch, ist mir jedoch immer noch lieber als herstellerspezifische Leistungselektronik für die Drehzalverstellung.

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von ellhel » 17. Aug 2019, 20:51

Hallo,

danke für die Teilnahme an meiner "schweren" Entscheidungsfindung. Das mit der elektronischen Drehzahlregelung reizt zwar, muss aber nicht sein. Was aber glaube ich, doch ganz praktisch wäre, die Mobilität der kleinen Sägen.
Warum ich "heimlich" für die Marke Metallkraft bin, deren Maschinen sind im gewerblichen Bereich angesiedelt,. Ist denke ich wie mit Epple. Die sehen alle ähnlich aus, aber es gibt doch qualitative Unterschiede. Meine Kaltkreissäge von denen ist wirklich richtig massiv verarbeitet. Und die kleine wäre sozusagen nur für Schnitte in Edelstahl. Da mache ich am meisten mit zuhause. Überwiegend im Geländerbau. Also Rohre bis 60mm, mal Flachstahl 80x10. 60° Schnittwinkel sind mir wichtig.

Bei den stationären tendiere ich zu Optimum oder halt Artec. Muß alles noch ein wenig wirken lassen.

Liebe Grüße
Helmut

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von powersupply » 17. Aug 2019, 21:03

Die Metallkraft hat eine nicht justierbare Spannführung des mitlaufenden Rades.
Bei den anderen Maschinen sind an der stalle wo sich Metallkraft auf die Dauerhaftigkeit des Alugehäuses verlässt überall Flachstahlelemente zur Verstärkung eingesetzt.
Die Drehzahlregelung des DC-Motorslässt erwarten, dass die Drehzahl unter Last zurückgehr, denn ich glaube nicht, dass da ein Drehzahlsteller mit Konstantregelung zum Einsatz kommt.

PS

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ellhel
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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von ellhel » 17. Aug 2019, 21:09

Hallo,

interssant. Also sind die anderen durchaus stabiler, obwohl sogar günstiger?

LG
Helmut

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von HAL242 » 18. Aug 2019, 09:37

H.Gürth hat geschrieben:Hört sich etwas abwertend an.
Nein, war in keinster Weise wertend gemeint, lediglich eine Aussage, daß gerade eben die kleinen Sägen, egal welcher Marke (Hobby oder Profi, wie bspw. Berg&Schmid), in China gefertigt werden. :allesgut: Ich glaube, da gibt es ganz andere Leute mit Vorbehalten der China-Produktion gegenüber (obwohl auch diese garantiert ein Smartphone etc.pp. nutzen). Schau hier mal in andere Threads, da kannst du ganz klare (Ab-)Wertungen herauslesen.
Ich habe es nur angemerkt, falls es für den Te eine Rolle spielen sollte, weiss man ja nicht und mancher (ich beschreibe es mal als) Fertigungsauftraggeber kommuniziert oder vermarktet das etwas missverständlich bzw. nicht eindeutig. Hab ja selber doch einige Geräte aus chinesischer Fertigung, hätte ich Vorbehalte, müsste ich konsequenterweise darauf verzichten.
Das mit Porter-Cable kannte ich, ich finde eben genau die Kombi praktisch, diese mit Tisch oder auch als Handbandsäge nutzen zu können.
Aber gut, nun geht ja der Plan in eine andere Richtung, als ursprungs angedacht.

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Re: Entscheidung für Metallbandsäge

Beitrag von Herter » 18. Aug 2019, 09:55

Würde versuchen, mal zu sehen was Handwerker im täglichen Einsatz benutzen, aufgrund von Spezifikationen sowie Fotos kann man sich IMO keine genügende Idee machen. Letztendes vielleicht doch eher etwas mehr ausgeben für etwas, das sich dann bewährt als sich täglich aufregen und dann früher oder später doch das bessere Gerät kaufen.
Ersatzteilverfügbarkeit spielt auch eine Rolle. Lange Garantielaufzeiten nützen nichts wenn der Verkäufer nicht mehr da ist, oder falls man sich nach dem 2. Jahr direkt an den Hersteller in China wenden muss.

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