Erfahrungsberichte über selbst furnieren mit Vakuumpresse?

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alexander20
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Erfahrungsberichte über selbst furnieren mit Vakuumpresse?

Beitrag von alexander20 » Freitag 19. November 2004, 20:34

Hallo zusammen!
Ich möchte euch fragen, ob jemand Erfahrungswerte über die im Netz angebotenen Vakuumsäcke zum Furnieren hat. Ich furniere eigentlich nur selten und meist Platten bis zur Türblattgröße, wenn es ein besonderes Furniermuster sein soll. Rundungen bzw. geschweifte Werkstücke habe ich noch nie furniert.
Ich verwende zum Furnieren ca. 100 Jahre alte Furnierböcke, die jeweils 4 Spindeln haben. Diese Böcke sind sehr schwer und daher ist das alles relativ unpraktisch und nimmt viel Platz weg, man benötigt viele Zulageplatten etc...
Wenn so ein Vakuumsack, wie er angeboten wird (nicht gerade billig - von 700-1700 Euro) wirklich gut funktionieren würde, wäre das die Anschaffung (gemeinsam mit anderen Holzwerkern) meines Erachtens wert.
Aber wie gesagt ich hätte gerne einen Erfahrungsbericht. Beispielsweise wüßte ich gerne:
- ob Falten entstehen,
- wie lange der Leim eigentlich im Vakuum zum Trocknen braucht,
- ob auch Platten bis zur Türblattgröße damit furniert werden können, der Sack ist ja ca. 260x120 etc..
Kann mir da jemand helfen? oder wißt ihr wo ich Infos herbekomme:?:
Schöne Grüße
Alexander

Hobbyhobel
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Membran-Furnierpresse

Beitrag von Hobbyhobel » Sonntag 5. Dezember 2004, 19:34

Hallo alexander20,

schade, daß noch niemand auf deine Anfrage geantwortet hat. Vielleicht sind wir auch nicht gerade die richtigen dafür, denn wir stellen solche Membran-Furnierpressen selbst her.
Konzipiert wurde die Vacuumpresse für semiprofessionelle Anwender und Hobbytischler. Verkauft wird sie aber hauptsächlich an Profis - und das bereits auf Empfehlung.
Die Technik kann also nicht so ganz falsch sein. In einer Pressmembran wird ein Unterdruck erzeugt, der die zu pressenden Teile zusammenfügt; und das mit einem Druck von ca. 8,5 to pro Quadratmeter. Soviel Pressdruck erreichen Handspindelpressen nicht. Verleimt wird grundsätzlich kalt. D.h. es wird in der Regel Weißleim verendet. Die Presszeit ist abhängig von der Presszeit des Leims. Das sind 15 bis 30 Minuten. Nach der Pressung muß das Pressgut noch ablüften.
Gepeßt werden können alle Formate die in die Pressmembran passen. Also auch Türen. Weil die Membran-Furnierpresse keine Abrichte hat, können auch gewölbte Stücke furniert werden. Bei geraden Stücken muß die fehlende Abrichte durch einen ausgerichteten Arbeitstisch oder eine Einlage ersetzt werden. Diese Einlage kann eine entsprechende Tischlerplatte sein. Beim vakuumieren muß darauf geachtet werden, daß sich auf dem Pressgut keine Falten bilden. Entsprechent wichtig ist die eingesetzte Vacuumpumpe. Sie sollte die Luft nicht zu schnell absaugen, damit der Pressprozess noch überwacht werden kann. Falten, die sich außerhalb des Pressgutes bilden sind normal und stöhren den Furniervorgang nicht.
Solche Membran-Furnierpressen sind nicht geeignet für Massenproduktionen. Dafür ist das Handling und die Presszeit (Kaltleim: ca. 20 Min) zu lang. Aber beim Einsatz ist die Membran-Furnierpresse eine echt Alternative oder Ergänzung zu den oft teuren Hand- oder Hydraulikpressen.

runge
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Beitrag von runge » Samstag 8. Januar 2005, 21:14

Wenn Du mir kundtust, wo diese Vakuum Furnierpressen hergestellt werden. Ich habe gerade ein Vido aus Amerika gesehen. Es sieht gut aus!
K.

softkisray
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Beitrag von softkisray » Freitag 18. März 2005, 08:28

Hallo,
Ich weiss nicht ob ich mit meinen Erfahrungen zu spät bin,
aber ich kann dir vielleicht ein Menge nützliche Tips geben.
Ich habe Ende 2004 meine zweite Pumpe fertig, die erste war eine Fehlkonstruktion.
Nachdem ich mir auch die Videos aus USA angekuckt hatte ging es zur Sache.... Einen Haufen Sachen in Ebay gekauft und los...
ging nicht... Dann überlegt und zweiter Versuch..
Resultat sehr gut.
Ein Paar Dinge solltest du beachten. Die Pumpe sollte eine gescheite Drehschieberpumpe sein als Druck behälter habe ich
2 leere Feuerlöscher verwendet, gibt es gratis bei jedem Feuerlöschervertrieb, und das Pulver gibt prima Rasendünger
die Ventile von Parker `Festo -Filter aus altem Kompressor. (ich habe einen Filter in die Ansaugleitung gebaut, denn in einer Holzwerkstatt gibt es immer Staub und den will ich nicht unbedingt in der Pumpe haben ,) Riesenmanometer aus Ebay ist von VDO.
So das wars zur Einkaufsliste (ach ja ein bisschen Blech und winkeleisen für das Gehäuse ' ist nähmlich alles aus Metall geschweisst ,Du kanns aber auch Holz nehmen)

Ein Paar Dinge sollst du beachten
1 Pumpe sollte bis -0.85 bar ziehen nicht weniger als 0.6
2 Wenn du Druckbehälter nimmst wird deine Pumpe bedeutend weniger oft einspringen.
3 Pass auf dass viele Ventile im Ebay luftgesteuert sind (Hilfsluft) und dass Sie fär Druckluft ausgelegt sind diese kanns t Du für Vacuum komplett vergessen,besorge dir einfache Elektroventile auf/zu von Festo oder Parker.
4 Sehr wichtig ist die absolute Dichtheit deiner ganyen Konstruktion .Benutze an allen Verschraubungen Loctite oder anderes Dichtzeug Paste sonst wirst Du enttäuscht sein wenn das Ding nachher nicht richtig zieht ..
5 Die Pumpe ist eigentlich nicht so schwer zu bauen,aber die Säcke haben mir viel mehr Kopfzerbrechen gemacht.
Mittlerweile habe ich aber ganz brauchbare gemacht.
Rezept Pe folie gekauft 40 my plastikfolieschweissgerät aus Ebay
schneiden schweissen (mann kann damit Säcke in belibigen Grösse machen) Achtung PE lässt sich nicht kleben nur schweissen PVC kann ich der Dicke nicht hier bekommen.
Der verschluss der Säcke sind einfach 2 Aluprofile von ALFER aus dem Baumarkt Sack auf untere Schiene 2te Schien draufquetschen=dicht.

Das womit ich mit am meisten beschäftigt habe ist der Anschluss der Säcke Verbindung Sack zum Schlauch.
Das beste ist bis jetzt Folgendes. Mit einem cutter eines kleines Loch in den Sack schneiden. Dann einen Sauger aus Aquarienzubörladen hinten durchbohren Schlauch anschliessen,und das ganze von aussen auf den geschlossenen Sack auf die Stelle wo das kleine Loch geschnitten wurde.
Das Vacuum anstellen und ein wenig festhalten ,
diese Läsung kostet nur ein paar cent und klappt super.
Die Schläuche (Verbingun Pumpe zum Sack )aus dem Aquarienhandel sind sehr fein für Vacuum sehr biegsam und kosten nur einen Bruchteil der Standard Druckschläuche.
PS2 Ach so das Ganze hat ca 250 euros gekostet.gerne sende ich dir Bilder zu.
Zum Kleber noch ein Wort .. Ich benutze fast immer Otto PU kleber Sehr gut schnell )ca 40 minuten und besser als Weissleim wie Ponal Binduin etc Wenns wasserdicht sein soll danndarf es auch mal Epoxy sein. Ach wieder zum Sack da PE Folie sich nicht kleben laesst, hast du den Vorteil dass der KLeber inne am Sack nicht kleben bleibt, bei pvc Säcken klebt alles zusammen und reisst den Sack kaputt.
Noch zum Pressen gesagt als Fliess für die Luftverteileung benutze ich einen normale Bodenlappen in Streifen geschnitten
Gruss
Ray

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rswiss
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Re: Erfahrungsberichte über selbst furnieren mit Vakuumpresse?

Beitrag von rswiss » Montag 23. August 2021, 01:14

Hallo

habe mir den Vakuumsack aus 1 mm PVC Fensterfolie ( wie beim Zelt oder Boot verwendet wird hergestelt und aus 5m Folie habe ich mir ein 2.5m Tasche geformt, ( es gibt Folien mit 1m Breite und 1.5m ) die auf einer Langen Seite und auf den zusammengelegten Enden wurde mit Speziellen PVC Fensterfolien Leim geklebt, damit alles gut hält mit Zwingen ( waren mal Aktion bei Lid** ) und 2 Abziehlatten die Klebestellen damit pressen ( Länge 2.5m, wird später als Verschluss verwendet ) , für die kurzen Enden hatte ich noch 2 Wasserwagen und habe den Leim damit auch verpresst. Vorher habe ich die Leimstelle mit Malerkrebband abgedeckt, sodass nur 5 bis 6 cm Leimstreifen auf der Folie am Rand ist, und der Leim mit Pinsel aufgetragen. Achtung innerhalb von 5 Min muss gepresst werden, es braucht 2 oder 3 Personen und zu zweit Leimaufpinseln.

Zum Guten Glück war mein Wohnzimmer mehr als 8m lang, und alles gut mit alten Zeitungen abdecken am Boden wo geleimt wird.

Für das Ventil Google nach dem

"Aufblasstutzen mit Schlauch inkl. Stöpsel und 40ml PVC Kleber"

mache es in eine hintere Ecke am Rand und schneide zwei Brettchen mit der Grösse 10x10cm und bei einem Brettchen ( in der Mitte)ein Loch für den Schlauch. Leimstelle aussen abkleben auf die Grösse des Ventilstutzen, das eine ganze Brettchen in den Sack und von Aussen das Ventil mit Brettchen mit Loch auf die Leimstelle legen und mit 4 Lidl*** Zwingen 30 Min pressen, damit das Ventil, der Leim und der Sack nacher zu einer Einheit werden. Das Loch kann nach dem verleimen geschnitten werden. Und die Brettchen sind nur zum Pressen der Leimstelle.

So fertig ist der VakuumSack. :F2

Zum Verschliesen nehme ich die 2 Abziehlatten und 4 Zwingen und lege immer eine PE- Fugenfüllprofil 15mm Schnurr um das Objekt

und kauft den richtigen Leim für PVC Planen, PVC Fensterfolien. Mein Tip "Sabacontact 70 T" und vorher Leimstelle mit passendem Reiniger sauber machen.

Es gibt noch einen PVC Leim der hat ein grosses U, der ist für Hart PVC Rohre und der geht nicht.

Gruss
rswiss

Brandmeister
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Re: Erfahrungsberichte über selbst furnieren mit Vakuumpresse?

Beitrag von Brandmeister » Montag 23. August 2021, 17:12

@rsswiss:
Eine Antwort auf eine 17 Jahr alte Frage (wow, die wird bald volljährig... :lol: ). Einerseits, wahrscheinlich ist das Problem längst gelöst oder die Herangehensweise wurde verworfen, andererseits aber richtig cool, vielleicht hilft es, detailiert wie es ist, ja früher oder später einem anderen Hilfesuchenden... :top:
rswiss hat geschrieben:
Montag 23. August 2021, 01:14
waren mal Aktion bei Lid**
Du kannst Lidl(?) ruhig ausschreiben. Eigentlich kannst Du den Namen jedes Handelsunternehmens ausschreiben. Diese Pseudozensierung ist schon seuchig.
rswiss hat geschrieben:
Montag 23. August 2021, 01:14
[...]Für das Ventil Google nach dem

"Aufblasstutzen mit Schlauch inkl. Stöpsel und 40ml PVC Kleber"[...]
Meinst Du diesen? Du kannst derartige Produkte nebst Bezugsquelle gerne direkt verlinken, so lange der Link nicht zu einer Affiliateseite geht oder Du nur mehr oder weniger offen Eigenwerbung machen willst (unterstelle ich gerade ausdrücklich nicht).

So bevor ich es vergesse, herzlich willkommen im Forum, Frieden und Liebe und so.
Die Physik gewinnt immer!
Life's a bitch and then you die!

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rswiss
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Re: Erfahrungsberichte über selbst furnieren mit Vakuumpresse?

Beitrag von rswiss » Samstag 28. August 2021, 01:31

Wollte nur meine Erfahrung teilen, da ich als "Alter 51 jähriger Unprofi vom Büro" gerade jetzt im August 2021 einem 40 jährigen Einbau-Schrank ein neues Leben mit 0.9mm Ast-Eichen Furnier einhauche.

Darauf gekommen bin ich, weil ich auf Spass für 1 Franken auf eine 4, 1 m Furnierfräse geboten habe und diese in meiner Doppel Garage quer zu den Autos Platz gefunden hat.

Neuer 240V Motor von JS Technik und das dazu ersteigerte neue Fräsblatt machen die SAC Fräse zu einem privaten Schneidmonster mit Druckluftpresse, und zum Pressen nehme ich den selbstgemachten Vakuumsack mit einer China Vakuumpumpe.
Für die Astlöcher kaufte ich 2 Pinke Rapid Heissleimpistolen von Amazon die Gerade 160/170 Grad erreichen, und als Füllstoff Stubai Wood Repair Schwarz und Eiche. Als Kühleisen nehm ich einen Fäustel der im Lidl für 4.99 war und mit dem Stechbeitel wird das übrige abgestossen.

Für das Furnierklebeband nehme ich ein Küchenschwamm, und der ist in einem Hundenapf, da dieser einen guten Stand hat und unser Hund diesen als Welpen hatte und jetzt zu klein ist.

In der Zeit als ich dies Schrieb, habe ich gerade eine Kastentür im Vakuumsack.

Gruss

rswiss

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