Geradschleifer

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Ein_Gast
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Geradschleifer

Beitrag von Ein_Gast » Mittwoch 13. November 2019, 20:39

Hallo!

Es wird mal wieder Zeit, aufzurüsten :mrgreen:

Ich suche eine "Unterstützung" für den Winkelschleifer, da dieser teilweise nur schwer in engere Bereiche kommt. Weil meine Bohrmaschine mit knapp 2000 Upm deutlich zu langsam ist und man einen Dremel in diesem Fall nicht wirklich als Alternative ansehen kann, ist der Plan, einen akkubetriebenen Geradschleifer mit "Hals" anzuschaffen.

Die Einsatzgebiete sind Reinigen (Negerkeks, Drahtbürsten) und Schleifen (Fächerschleifer und Schleifhülsen). Als Material kommt alles in Frage, was so anfällt: Metall, Holz, Kunststoff, teilweise lackiert. Ein Schleifstein oder Frässtift wird dagegen eher die Ausnahme sein. Polieren oder Satinieren ist ebenfalls nicht geplant. Der Durchmesser der eingesetzten Werkzeuge wird sich auch in Grenzen halten (max. 5 cm?) - wenn Platz für mehr wäre, könnte ich wieder die Flex nehmen.

Die elektrischen Geradschleifer scheint es grob zusammengefasst in zwei Geschwindigkeitsbereichen zu geben, einmal zwischen knapp 2500-10000 Upm und einmal zwischen 10000-30000 Upm. Liege ich richtig, wenn ich trotz des kleinen Durchmessers für meinen Einsatzzweck den langsameren Drehzahlbereich favorisiere?

Und falls es doch mal sein muss: Ist mit diesen Drehzahlen der Einsatz von Schleifstein/Frässtift noch sinnvoll möglich? Dass es keinen Geschwindigkeitsrekord gibt, ist klar, es geht mir da mehr um die erreichbare Qualität.

Da sowohl Makita, als auch Metabo nur feste Drehzahlen bei Akkugeräten bieten, ist mein bisheriger Favorit ein Fein AGSZ 18-90 LBL. Diesen würde ich mit einem 18 V/6AH Akku betreiben. Gibt es dazu irgendwelche kritischen Stimmen?

Ich würde euch für eine Einschätzung danken.

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m_karl
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Re: Geradschleifer

Beitrag von m_karl » Donnerstag 14. November 2019, 00:32

Also mit HM-Frässtiften würde ich weniger als 10000 rpm schon als niedrig ansehen. Der läuft ruhiger je schneller die Drehzahl ist. Mir fällt auch jetzt kein Einsatz ein wo ich Drehzahlen unter 10000 rpm genutzt habe, die Werkzeuge sind ja doch recht klein, funktionieren also mit höherer Drehzahl besser. Mein Geradschleifer (DCG 426) hat so einen Gasgebeschalter.

flat12
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Re: Geradschleifer

Beitrag von flat12 » Donnerstag 14. November 2019, 02:39

Dann würde ich zum schnelleren AGSZ greifen. Die Drehzahl lässt sich soweit herunterregeln, dass es für deine Einsatzzwecke passen sollte.

Ich überleg mir noch ob Akku oder Netzstecker.

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powersupply
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Re: Geradschleifer

Beitrag von powersupply » Donnerstag 14. November 2019, 06:15

Moin
Ein_Gast hat geschrieben:
Mittwoch 13. November 2019, 20:39
Diesen würde ich mit einem 18 V/6AH Akku betreiben. Gibt es dazu irgendwelche kritischen Stimmen?
Ja!
Wenn Du vor hast Schleifarbeiten mit der Schleifwalze zu machen, nimm einen 5Ah Akku. Die sind leistungsfähiger.
Wir hatte bei einem Meeting mal mit einem präparierten Akku bis zu 100A Stromaufnahme gemessen! :flex:
Gut, da hatten wir auch extra gedrückt. Aber 70 - 80A sollten drin sein. Und der brushless Motor von Fein genehmigt sich die auch!

PS

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Dirk
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Re: Geradschleifer

Beitrag von Dirk » Donnerstag 14. November 2019, 10:30

flat12 hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 02:39
Dann würde ich zum schnelleren AGSZ greifen. Die Drehzahl lässt sich soweit herunterregeln, dass es für deine Einsatzzwecke passen sollte.
Man muss dann aber auf ausreichende Arbeitspausen achten. Mit heruntergeregelter Drehzahl laufen die Geräte nicht mehr im optimalen Bereich, und durch die geringe Drehzahl werden sie auch schneller heiß.
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Re: Geradschleifer

Beitrag von villus » Donnerstag 14. November 2019, 16:21

An Deiner stelle würde ich den Schleifer mit der niedrigeren Drehzahl nehmen.
Hartmetallfräser gehen da halt nicht, weil zu niedrige Schnittgeschwindigkeit - aber für die
von Dir genannten Aufgaben bestimmt Top.

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Re: Geradschleifer

Beitrag von Ein_Gast » Donnerstag 14. November 2019, 20:24

Schonmal vielen Dank für eure Antworten!

Aber irgendwie macht ihr mir das Leben nicht leichter :mrgreen:

Man bekommt alle oben genannten Werkzeuge für Drehzahlen, die der schnelle auch schafft. Aber der wird meistens am unteren Ende seines Drehzahlbereichs im Einsatz sein. Gerade die Negerkekse dürften mit am meisten Leistung fordern und das sind die langsamsten (max 10-12 kUpm).
Dem gegenüber stehen die Schleifhülsen. Mit 15 mm Durchmesser und den 9000 Upm des langsamen Gerätes dürfte das ein gemächliches Vergnügen werden...
Warum gibt Fein im Handbuch an, dass die Geräte nicht für "Sandpapierschleifen" geeignet sind?

Ich sehe schon, ich brauche beide :mrgreen: :crazy:
powersupply hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 06:15
Wenn Du vor hast Schleifarbeiten mit der Schleifwalze zu machen, nimm einen 5Ah Akku. Die sind leistungsfähiger.
Oh, danke! Das wäre mir jetzt durchgegangen. Fein gibt für den 5 Ah-Akku ja sogar explizit die Hochstromfähigkeit an.

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Re: Geradschleifer

Beitrag von m_karl » Donnerstag 14. November 2019, 22:28

Dirk hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 10:30
flat12 hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 02:39
Dann würde ich zum schnelleren AGSZ greifen. Die Drehzahl lässt sich soweit herunterregeln, dass es für deine Einsatzzwecke passen sollte.
Man muss dann aber auf ausreichende Arbeitspausen achten. Mit heruntergeregelter Drehzahl laufen die Geräte nicht mehr im optimalen Bereich, und durch die geringe Drehzahl werden sie auch schneller heiß.
Naja, ohne es zu wissen würd ich durchaus die Option in den Raum werfen, dass die Kühlung für Nennleistung bei einer niedrigeren Drehzahl ausgelegt wurde. Immerhin sind das effiziente brushless Motoren.

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Re: Geradschleifer

Beitrag von Dev » Donnerstag 14. November 2019, 23:04

m_karl hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 22:28
Naja, ohne es zu wissen würd ich durchaus die Option in den Raum werfen, dass die Kühlung für Nennleistung bei einer niedrigeren Drehzahl ausgelegt wurde. Immerhin sind das effiziente brushless Motoren.
So eine Auslegung hätte den Nachteil, bei Maximaldrehzahl viel zu viel Leistung in das Lüfterrad zu schieben. Eine Änderung der Drehzahl um den Faktor 2 ändert die Lüfterleistung um den Faktor 8.

Im Bereich 10k - 30k U/min ändert sich die Lüfterleistung also um den Faktor 27. In irgendeinem Arbeitspunkt wird die Auslesung also ziemlich daneben sein.

Ich würde daher den langsameren Schleifer nehmen und auf Frässtifte verzichten, wenn das wirklich nur ein Randthema für Dich ist. Dann lieber das Werkzeug so wählen, dass es für die Hauptaufgabe gut geeignet ist.

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Re: Geradschleifer

Beitrag von flat12 » Freitag 15. November 2019, 00:29

Bei einem Akku-Geradschleifer würde ich den schnelleren AGSZ kaufen und das Risiko der verminderten Kühlung eingehen.

Die Arbeitszeit ist ja begrenzt durch den Akku - ein echter Dauerbetrieb ist daher ja quasi nicht gegeben.

Ich hab von Fein einen Winkelpolierer und nutze den Polierer hauptsächlich im unteren Drehzahlbereich ( 900 bis 1500 Umdrehungen) - die Kühlung ist auch bei niedriger Drehzahl sehr gut, selbst nach 15min Betrieb ist der Polierer nur handwarm.

Ob die Kühlung beim AGSZ ebenso ausgelegt ist kann ich leider nicht beurteilen.

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