Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

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MrDitschy
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Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von MrDitschy » 4. Jan 2019, 14:31

Schon gehört, dass Würth von Bosch zu TTI wechselt soll, um ein eigenes Akkumaschinen Programm auf die Füße zu stellen?

Bin gespannt, ob es wahr ist/wird, denn wenn Würth aus den ganzen Akkugeräten im TTI Hause (Miwaukee, Ryobi, AEG) sich ein passendes Akkumaschinen Programm für alle Handwerker zusammen bastelt, wird es für andere Hetsteller eng werden ... denn den Würth Service darf man dabei nicht vergessen, der ist enorm.
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Jürgi
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Jürgi » 4. Jan 2019, 15:02

Mit Würth kenne ich mich nicht aus, aber der Service von Bosch blau war bei mir immer perfekt.
Lieferbarkeit der (z.T. alten) Ersatzteile, Zeichnungen, Preis und Lieferzeit. Ich wüsste nicht, was man da besser machen könnte.

Durch die baugleichen Bosch Geräte war es sehr transparent. Jeder konnte vergleichen was das Würth Gerät als Bosch bei Amazon kostet. Wenn sich Würth jetzt aus dem riesen Bauchladen TTI bedient, wird es schwieriger, das Würth Gerät zu identifizieren und vergleichen. Insider natürlich ausgenommen. Vielleicht bekommen die auch eigene OEM Maschinen.

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Do-it-myself
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Do-it-myself » 4. Jan 2019, 15:15

Eine sehr interessante Info! Vielen Dank MrDitschy.

DIe Würth-Gruppe hat ein Joint Venture mit Techtronic Industries Co. Ltd. (TTI) gegründet: "Würth Master Power Tools Ltd." sitz in HongKong (Würth besitzt eigenen Angaben zufolge eine Mehrheitsbeteiligung).

Würth möchte eigene Akku-Maschinen herstellen und gemeinsam mit dem chinesischen Partner TTI soll ein Akkusystem entwickelt werden, bei dem nur noch ein Ladegerät gebraucht wird. In der Vergangenheit mussten sie die Akkusysteme der jeweiligen Hersteller verwenden. Künftig werden sie ein eigenes Akkusystem haben. Egal bei welchem Hersteller sie Geräte kaufen – alle Geräte werden in der jeweiligen Volt-Klasse mit einer einheitlichen Akkuschnittstelle versehen. Der Würth-Kunde braucht also nur noch ein Ladegerät – egal ob für Bohrschrauber, Stichsägen oder Winkelschleifer. Die Umstellung des Akku-Maschinensortiments erfolgt sukzessive. Den Auftakt bildet der Akku-Bohrschrauber ABS-18 Compact, der bereits erhältlich ist. Die nächsten Maschinen folgen im Frühjahr 2019.

Würth Akku-Bohrschrauber ABS 18 Compact - Würth-Seite
(13 mm Röhm Metallbohrfutter mit gelöteten Hartmetallspannbacken welche ich als sehr sinnvoll erachte). Ihren Akku nennen sie M-Cube.
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Brandmeister » 4. Jan 2019, 18:43

Jürgi hat geschrieben:
4. Jan 2019, 15:02
Mit Würth kenne ich mich nicht aus, aber der Service von Bosch blau war bei mir immer perfekt.
Lieferbarkeit der (z.T. alten) Ersatzteile, Zeichnungen, Preis und Lieferzeit. Ich wüsste nicht, was man da besser machen könnte.
Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Allerdings kenne ich es auch so, dass größere Unternehmen auf den Ersatzteilservice pfeifen und gleich ein neues Gerät kaufen. Zumindest bei kleineren Elektrogeräten.
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MrDitschy
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von MrDitschy » 4. Jan 2019, 18:47

Hier auch noch zwei Zusammenfassungen (Vorstellung war wohl ab NOV/2018):

https://busse-design.com/news/2018/33_w ... rauber.php

https://www.wuerth.de/web/de/awkg/aktio ... rauber.php
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von HiPe » 4. Jan 2019, 19:07

Mir stellt sich die Frage, ob es wirklich nur dabei bleibt, dass die angebotenen Geräte ein Akkusystem nutzen oder ob man es weiter denkt und langfristig ein Gegengewicht zu Metabos CAS etabliert. Das Potential wäre vorhanden.

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Dirk
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Dirk » 4. Jan 2019, 19:26

Holla!

Wirklich eine sehr interessante Info.
Jürgi hat geschrieben:
4. Jan 2019, 15:02
Mit Würth kenne ich mich nicht aus, aber der Service von Bosch blau war bei mir immer perfekt.
Nun, ich denke, es geht auch eher um eine Art Flottenmanagement bei Würth, ähnlich wie bei Hilti. Würth will eben den Schritt wagen und bei den Akkugeräten aus der Spalte Würth/Bti/Spit/Berner und wie sie alle heißen "aufsteigen" in die Spalte Hilti. Hilti ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß, wie die vielen Leute immer glauben, die hier mit ihren Antiquitäten aufschlagen und nach Explosionszeichnungen suchen - eher im Gegenteil. Aber Hilti ist im Gewerbe gut vertreten, weil sie eben ein gutes Flottenmanagement bieten: Du bist auf der Baustelle und Dir fehlt was? Kein Problem, wird geliefert. Du bist auf der Baustelle und eine Maschine ist kaputt? Ebenfalls kein Problem, wird schnellstmöglich getauscht.
Durch die baugleichen Bosch Geräte war es sehr transparent. Jeder konnte vergleichen was das Würth Gerät als Bosch bei Amazon kostet. Wenn sich Würth jetzt aus dem riesen Bauchladen TTI bedient, wird es schwieriger, das Würth Gerät zu identifizieren und vergleichen. Insider natürlich ausgenommen. Vielleicht bekommen die auch eigene OEM Maschinen.
Na ja, da werden sie froh sein, wenn das nicht mehr geht. Transparenz ist eines der Dinge, die die Industrie sehr oft scheut wie der Teufel das Weihwasser.

Do-it-myself hat geschrieben:
4. Jan 2019, 15:15
Würth möchte eigene Akku-Maschinen herstellen und gemeinsam mit dem chinesischen Partner TTI soll ein Akkusystem entwickelt werden, bei dem nur noch ein Ladegerät gebraucht wird. In der Vergangenheit mussten sie die Akkusysteme der jeweiligen Hersteller verwenden. Künftig werden sie ein eigenes Akkusystem haben. Egal bei welchem Hersteller sie Geräte kaufen – alle Geräte werden in der jeweiligen Volt-Klasse mit einer einheitlichen Akkuschnittstelle versehen. Der Würth-Kunde braucht also nur noch ein Ladegerät – egal ob für Bohrschrauber, Stichsägen oder Winkelschleifer.
Also will Würth im Akkubereich Vollsortimenter werden. Sie haben somit deshalb eine eigene Gesellschaft gegründet, weil sie damit in direkte Konkurrenz zu den etablierten Maschinenherstellern treten und es entsprechend schwierig wird, von diesen noch Maschinen zu beziehen - es sei denn, man bindet sich an einen einzigen Hersteller, was sie natürlich nicht gemacht haben und nicht machen.
"Mit einem Ladegerät" bietet Metabo mit den 10,8V (Jaja, 12V) Schiebeakkupacks auch. Und ist damit auch der gesamten Konkurrenz voraus. Endlich.
(13 mm Röhm Metallbohrfutter mit gelöteten Hartmetallspannbacken welche ich als sehr sinnvoll erachte).
Ich kann da nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen: meine Elu hatten das schon vor 23 Jahren. Meine derzeitigen Metabo haben keine Hartmetallspannbacken, soweit ich weiß. Und zumindest ich im nicht-professionellen Bereich habe da - mittlerweile - auch kein Problem mit. Habe ich zugegebenermaßen überbewertet.
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Dirk » 4. Jan 2019, 19:36

HiPe hat geschrieben:
4. Jan 2019, 19:07
Mir stellt sich die Frage, ob es wirklich nur dabei bleibt, dass die angebotenen Geräte ein Akkusystem nutzen oder ob man es weiter denkt und langfristig ein Gegengewicht zu Metabos CAS etabliert. Das Potential wäre vorhanden.
Wie soll man damit ein "Gegengewicht" zu CAS bieten? Würth will den Aufstieg zum Vollsortimenter im Akkubereich schaffen, sprich eine eigene Marke und eine eigene Produktlinie auf den Markt bringen, mit denselben Vor- und Nachteilen, wie sie alle anderen etabilerten Marken wie Bosch, Makita uswusf. schon seit Jahren bieten.

CAS ist etwas anderes:
Metabo als Quasi-Vollsortimenter hat seine Akkuschnittstelle geöffnet, so daß kleine Hersteller, Nischenanbieter und Hersteller von Spezialmaschinen auf eine etablierte und durchaus auch verbreitete Akkuschnittstelle aufsetzen können. Keine kostspielige Neuentwicklung nötig, keine teure Entwicklung von Akku und Ladern.
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von Do-it-myself » 4. Jan 2019, 19:44

Ich denke schon, dass man sich mittelfristig als Konkurrent zum Metabo CAS System aufbaut.

TTI hat dich Kompetenzen zusammen mit Metabo so gut wie alle Geräte auf vergleichbarem Niveau herzustellen + noch einen sicheren Vertrieb. Dazu bindet sich Würth nicht zu 100% an TTI und wenn jemand seine Maschine mit den gleichen Akkus von Würth anbieten möchte, darf er dort erstmal vorstellig werden und etwas dafür bieten. Nischenanbieter wird es immer noch geben aber da wo ein großer Teil des Kuchens geholt werden kann wird es wohl auf 4-5 Große Hersteller hinauslaufen.

- Metabo CAS
- TTI (Würth)
- Bosch
- Black & Decker (DeWalt)

Makita wird interessant, da sie bei den Akkus nicht immer so ganz gut wegkommen.
Zu denen würde eine Akku-Partschnerschaft mit Panasonic evtl. passen.

Fein und Festool werden sich wohl demnächst auch mal Gedanken darüber machen müssen, wobei die zusammen auch kein schlechtes Team wären.

Auf den ersten Blick handhabt das Metabo mit dem CAS System vielleicht ein wenig anders, aber am Ende geht es für die Nutzer/Kunden darum eine breite Geräteauswahl zu haben die alle mit den gleichen Akkus laufen. Dann muss sich auch nicht jeder irgendwelche Adapter wünschen sondern wäre komplett ausgestattet. Und wie Dirk schon gesagt hat, möchte ein Hersteller keine Transparenz und wenn es dann noch eine Kundenbindung gibt (wie beim Kindle und dem dazugehörigen Datei-Format) ist es perfekt.
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Re: Würth wechselt von Bosch zu TTI ...

Beitrag von MrDitschy » 4. Jan 2019, 19:58

War auch mein erster Gefanke, denn Würth hat ja jetzt schon seine Fühler breit ausgestreckt, da irgendwelche Partner (ähnlich CAS) mit ins Boot zu holen wäre sicher gegeben (wenn es möglich ist).

Und denke auch kaum, dass sich ein großartiges Ersatzteillager mit Reperaturservice anzuschaffen noch lohnt. Dem Handwerker bei defekt gleich ein Neugeräte in die Hand gedrückt und er kann am selben Tag weiter arbeiten ist für jeden kostengünstiger. Kurzes Telefonat genügt und entweder der Vertreter kommt oder der Handwerker fährt selbst hin, bei uns sind die Würth Filialien nur ca. 30min untereinander entfernt, also schneller ginge es kaum.
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