Makita im Bauhaus

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MrDitschy
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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von MrDitschy » 17. Jun 2017, 23:51

-Zoli- hat geschrieben: Ich lese es ein wenig spät, und auch OT, aber: Sind es also Autoteile, und werden vernichtet ? Du solltest herausfinden wie es zu kaufen gibt, und dann los! Jemand würde sich dafür sicher interessieren.
Naja, gerade wegen solche Leuten, die daraus nur weiteren Profit schlagen wollen, "muß" bei uns das Zeugs vernichtet werden (ist sicher auch bei anderen Firmen so) ... da bekommt niemand mehr was, nicht mal 'ne olle Schraube.

powersupply
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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von powersupply » 17. Jun 2017, 23:58

Nein, da handelt es sich nicht um Autoteile.
Es sind Maschinenersatzteile und -gerätschaften. Da schaut ein Schlaule dann und wann ins System, macht eine Auswertung was seit zwei drei Jahren nicht mehr bewegt/ausgefasst wurde und setzt das auf eine Liste möglicher Reduzierungen. Wenn dann 4 Teile davon da sind werden bei nächster Gelegenheit 2 - 3 davon "eingespart". Dabei ist denen egal bzw die wissen noch nicht Mal ob wir den Krempel bei der Reparatur möglicherweise paar- oder vier Stückweise benötigen... So kommt es halt immer wieder vor, dass wir Sonderbestellungen auslösen müssen weil letztes Jahr, oder gar vor vierzehn Tagen erst, ein Bestand von 4 auf 1 reduziert wurde.
Da werden auch schon mal Tüten die 5 Stecker enthalten aufgerissen, 4 verschrottet und wenn der letzte ausgefasst ist bei der nächsten Bestellung, wegen Mindestbestellmenge wieder 5 Stück bestellt und erneut eingelagert. Bis wieder einer schaut...
Letztens wurden gar reichlich Bestände von Handmaschinenersatzteilen aus den Regalen in die Elektroschrotttonne umgelagert weil die Handmaschinenreparatur aufgelöst wird. Da lies sich einiges davon als Fein und Bosch identifizieren...
Und nein. Von dem Zeugs bekommt man nichts. Gar nichts.

PS

-Zoli-
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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von -Zoli- » 18. Jun 2017, 13:25

MrDitschy hat geschrieben: Naja, gerade wegen solche Leuten, die daraus nur weiteren Profit schlagen wollen, "muß" bei uns das Zeugs vernichtet werden (ist sicher auch bei anderen Firmen so) ... da bekommt niemand mehr was, nicht mal 'ne olle Schraube.
Und wem schadet es wenn irgendjemand davon profitiert?


Powersupply:
Sowas zu lesen macht meine Laune immer kaputt. Sind da auch Bohrhämmer, und Winkelschleiferteile auch vernichtet?
Ich habe schon oft nachgedacht zum Beispiel einen Bosch GWS 9-125 CE mindestens teilweise aufzubauen, und hat es immer gescheitert, weil die ET-Preise schon zu hoch sind. Und dann lest mans sowas.
Es ist eine Sache die Teile loswerden zu wollen, dafür gibt es noch Argumente, aber um die nicht zu verkaufen,
oder wenn es zu kompliziert nicht an die Mitarbeiter weiterzugeben, oder an Entwicklungsländer zu schicken ist
nicht mit logische Argumente vertretbar.
Es würde für die Firma eigentlich weniger kosten um für die MA die Teile wegbringen zu lassen, als es vernichten zu lassen...
Habt ihr nicht versucht einen Sammelmail zu schreiben oder sowas? Kein Führungskraft beim Verstand hätte dagegen etwas
wenn viele Leute es unterschrieben. Und da ihr eigentlich warscheinlich Techniker seid, könnte solche
Teile zu verteilen, oder für Niedrigpreise für die MA verkauft zu werden, als extra Bonus funkzionieren was nichts kostet.
Oder Reparaturfirmen würden dafür auch gerne zahlen.

Handmaschinenreparatur aufzugeben: Wegen kelinigkeiten werden also die Dingen auch rausgeworfen?
Wenn hier jmnd. mit der Firmenbürokratie argumentiert: Es könnte, wenn es nicht um gefährliches Material geht
sehr einfach eine "Mitarbeiterverschrottung" option bei der LAgerhaltung eingeführt werden, womit alle glücklicher werden könnten.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. :)


Wenn man solche Nachrichten gerade aus Schwabenland hört, ist das Wirklich das Zeichen daß der Endzeit ein stück näher gekommen ist. :wink:

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von MrDitschy » 18. Jun 2017, 14:18

Tja, da hast du leider keine Ahnung von der Realität, denn das problemarischste ist nun mal die Gier des Menschen (und die ist bei zu vielen leider gegeben)!
Bei uns wurden schon heimliche Bestellungen aufgegeben, so dass MA Teile beabsichtigt auf den Schrottverkauf schleusten oder gar leicht beschädigten, um dies dann günstig zu bekommen (da als Neuteil nicht mehr verkaufbar).
Daher fährt eine große Firma meist besser, die Sachen gleich generell zu verschrotten und den Schrottpreis zu kassieren.

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von powersupply » 18. Jun 2017, 18:15

Solche Dinge, wie von MrDitschy erläuert, kommem natürlich noch als Sahnehäubchen oben drauf und sind Realität.
Bei uns gab es früher einen Altteileverkauf. Der wurde, auch wegen dem einhergehenden "Personalaufwand" eingestellt.
Stell dir mal vor es braucht jemand ein Stück Rohr. Das kostet im Laden, so in Kleinmengen erhältlich, 5€. Das muss dann den ganzen bürokratischen Weg gehen um für 2€ verkauft werden zu können...
Elektrogerätschaften sind sowieso tabu gewesen wegen der "Gefahr" die davon ausgeht. Es könnte ja ein Laie bei der Weitergabe zu Schadenkommen.
Ich hatte mir aus einem größeren Anlagenumbau einige Quadratmeter 40mm Multiplexplatten an LAnd gezogen. Die bekam ich nicht weil die "korrekte Müllentsorgung" nicht gewährleistet war...

PS

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von Dirk » 18. Jun 2017, 22:57

powersupply hat geschrieben:Elektrogerätschaften sind sowieso tabu gewesen wegen der "Gefahr" die davon ausgeht. Es könnte ja ein Laie bei der Weitergabe zu Schadenkommen.
Na und? Wenn das Gerät in technisch einwandfreiem Zustand war, kann das dem Verkäufer egal sein.
Ich kann mittlerweile verstehen, wieso allüberall von "German Angst" gesprochen wird. Die Angst, von irgendwem für irgendeinen Scheiß verklagt zu werden, den derjenige selbst zu verantworten hat und womit er sowieso aussichtslos ist. Aber er macht erstmal Ärger und Arbeit.
Mein These ist ja, daß das durchgehend schlimmer wird, bis die Menschen aufgrund einer anderen Problem-Situation wieder gefordert sind, sich mit wirklichen Problemen auseinanderzusetzen. Naturkatastrophe, Bürgerkrieg, egal. Bis sowas eintritt, wird das von Dir beschriebene nur schlimmer.
Ich hatte mir aus einem größeren Anlagenumbau einige Quadratmeter 40mm Multiplexplatten an LAnd gezogen. Die bekam ich nicht weil die "korrekte Müllentsorgung" nicht gewährleistet war...
Schwachsinn. Aber das liegt daran, daß wir immer mehr degenerieren, anstatt uns weiterzuentwickeln.
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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von powersupply » 19. Jun 2017, 02:42

Dirk hat geschrieben: Bis sowas eintritt, wird das von Dir beschriebene nur schlimmer.
Da hast Du ausnahmlos Recht. Wir leben mittlerweile eh in einer Gesellschaft der Warnungen und Gebote.
Den Rest erledigen Rechtsverdreher und Berufspessimisten. :brech:

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von norinofu » 19. Jun 2017, 11:12

-Zoli- hat geschrieben: Und wem schadet es wenn irgendjemand davon profitiert?
...
Es ist eine Sache die Teile loswerden zu wollen, dafür gibt es noch Argumente, aber um die nicht zu verkaufen,
oder wenn es zu kompliziert nicht an die Mitarbeiter weiterzugeben, oder an Entwicklungsländer zu schicken ist nicht mit logische Argumente vertretbar.
Es würde für die Firma eigentlich weniger kosten um für die MA die Teile wegbringen zu lassen, als es vernichten zu lassen...
So einfacht ist es in der Realität leider nicht.
da gibt es verschiedene Faktoren, z.B.:

Eine Firma beschafft ein Teil, damit wird es Anlagevermögen und wird über eine definierte zeitspanne abgeschrieben. Solange das Teil also nicht vollständig abgeschrieben ist, hat es einen Wert, das interessiert z.B. das Finanzamt.

Gibts du so ein Teil kostenlos an einen Mitarbeiter, ist das ein geldwerter Vorteil, den der Mitarbeiter versteuern muss. Zahlt er dafür, muss die Firma dafür eine Rechnung erstellen.

Dann kömmt noch das Thema Gewährleistung hinzu.

Bietest du das Teil anderen Unternehmen zum Kauf an, muss du diese entsprechend in deiner Warenwirtschaft anlegen und den Bestand dazu ggf. separat verwalten. Das Ziel der Lagerreduzierung hast du damit verfehlt und im Gegenteil sogar erhöht.

Eine fachgerechte Entsorgung ist häufig der einfachste und kostengünstigste Weg. Je nach Teil, kann ein entsprechender Entsorgungsnachweis erforderlich sein (z.B. Schadstoffe). Weiterhin kriegst du so auch recht einfach ein Teil aus dem Anlagevermögen.

Je nach Branche und Unternehmensgröße fallen diese Regelungen strenger oder lascher aus.
Da hängen teilweise auch Zertifizierungen dran, ohne die kannst du dann z.B. bestimmte Kunden nicht mehr beliefern.

Ich halte solche Regelungen grundsätzlich für sinnvoll und auch notwendig, Ditschy hatte dazu ja ein schönes Beispiel.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man genau schauen sollte, was sinnvoll ist.
Ich kenn das aus der Vergangenheit, da hat der Einkauf immer das Billigste beschafft, was den Anforderungen entsprechen hat. Denn der Einkäufer hat davon profitiert, wenn er sparen konnte.

Irgendwann gabs dann mal einen Termin mit den Chefs von Einkauf und Controlling sowie den technisch Verantwortlichen. Ziel das auch erreicht wurde, war, dass die Beteiligten jeweils Verständnis für die Handlingsweise und Gründe anderen hatten.
Es wurden dann für versch. Warengruppen Kriterien festgelegt, was Bestand (min und ggf. max), Mindestbestellmengen und Qualität betrifft. Teilweise auch Standardhersteller / Artikel.

Haben sich bestimme Parameter geändert, wurde die Anpassungen entsprechend abgestimmt.

Damit haben wir in einem 3000 Personen Laden recht schlanke Abläufe hinbekommen und das was fürs Tagesgeschäft benötigt wurde, war entsprechend verfügbar. Wenn dann Teile entsorgt wurden, waren die so alt, dass sie wirklich nicht mehr zu gebrauchen waren.
Alle Menschen sind schlau - die Einen vorher, die Anderen hinterher

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von Dirk » 19. Jun 2017, 18:18

norinofu hat geschrieben:Eine Firma beschafft ein Teil, damit wird es Anlagevermögen und wird über eine definierte zeitspanne abgeschrieben. Solange das Teil also nicht vollständig abgeschrieben ist, hat es einen Wert, das interessiert z.B. das Finanzamt.

Gibts du so ein Teil kostenlos an einen Mitarbeiter, ist das ein geldwerter Vorteil, den der Mitarbeiter versteuern muss.
Ja. "Geldwerter Vorteil", wie Du schon schreibst, nur ein Konstrukt, damit der Fiskus bei jedem Scheiss mitverdienen kann.
Dann kömmt noch das Thema Gewährleistung hinzu.
Kein Thema, wird zu einem gemacht.
Eine fachgerechte Entsorgung ist häufig der einfachste und kostengünstigste Weg.
Ja, aber nicht unbedingt der beste. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist dieser Auswuchs der Menscheit der schiere Wahnsinn.
Da hängen teilweise auch Zertifizierungen dran, ohne die kannst du dann z.B. bestimmte Kunden nicht mehr beliefern.
Mann kann sich alles zertifizieren lassen, auch Scheisse. Dann ist es zertifizierte Scheisse.
Ich halte solche Regelungen grundsätzlich für sinnvoll und auch notwendig, Ditschy hatte dazu ja ein schönes Beispiel.
"Grundsätzlich", ja. Es wird aber unterm Strich maß- und sinnlos übertrieben und für alles und jede noch so blöde Ausrede herangezogen. Meist aus purer Bequemlichkeit.
Damit haben wir in einem 3000 Personen Laden recht schlanke Abläufe hinbekommen und das was fürs Tagesgeschäft benötigt wurde, war entsprechend verfügbar. Wenn dann Teile entsorgt wurden, waren die so alt, dass sie wirklich nicht mehr zu gebrauchen waren.
Sowas ist aber ein langer, schmerzhafter Weg, den nur die wenigsten bereit sind zu gehen.
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Mein Freund der Baum braucht CO2, drum setz' ich's aus dem Auspuff frei :D

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Re: Makita im Bauhaus

Beitrag von powersupply » 19. Jun 2017, 19:29

Eine Firma beschafft ein Teil, damit wird es Anlagevermögen und wird über eine definierte zeitspanne abgeschrieben.
Aufgrund einer anderen Besteuerung läuft das bei uns nochmal anders. Neuteile liegen erst mal unversteuert im Lager und werden erst aktiviert wenn sie ausgefasst werden.
Reparaturteile liegen dann als "kostenlos" im Lager.
Das spielt aber für unsere Sparmichel keine Rolle. Die schütten jedes Jahr aufs Neue ihr Spargießkännchen über den Lagerbestand. Hauptsache wieder ein paar Prozent Bestand reduziert... :brech:

@ Dirk: 100% Zustimm :top:

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