Bosch GSA 18 V Li-C

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Brandmeister
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Bosch GSA 18 V Li-C

Beitrag von Brandmeister » 26. Jun 2018, 00:03

-Wann angeschafft? Ende Dezember 2017
-Wo gekauft? Fachhandel
-Neu/gebraucht? neu
-bezahlter Preis War ein Paketpreis mit anderen Geräten und Zubehör
-Listenpreis des Herstellers für Neugerät 267,75 Euro (UVP für niederpreisigstes Angebot seitens Bosch, inkl. MWSt)

Ausstattung
Säge und Bedienungsanleitung in L-Boxx. Den Rest (Akku und Sägeblätter) habe ich selbst zusammengestellt und dann die Verhandlungen aufgenommen. Gibt es hersteller- / händlerseitig aber in vielen Zusammenstellungen. Ich nehme es aus der Bewertung.
01_Lieferumfang.jpg
Handhabung
Die Standardmäßige Bedienungsanleitung mit allen relevanten Sicherheits-, Bedienungs- und Entsorgungshinweisen, Sägeblatt einsetzen, Akku rein und es kann losgehen.
Der Gasgebeschalter ist recht feinfühlig. Es ist kein Problem, langsam den Anschnitt zu machen und dann nach und nach Gas zu geben.
Die Dreh(Hub)zahl ist nicht vorwählbar und der Pendelhub nicht abzuschalten.Das ist nicht gerade hilfreich, wenn man Metall auf den Pelz rücken will. Aber mit den kurzen Blättern geht es.
Der Sägeschuh ist fest montiert und nicht verstellbar. Es gibt also keine Möglichkeit, so was wie eine Rohrhaltevorrichtung anzubringen. Das dürfte allerdings auch nicht die Aufgabenzuteilung sein, für die die Säge entwickelt worden ist. Obwohl sie es durchaus könnte. Alternativ eine Asthaltevorrichtung wie bei der grünen Schwestergesellschaft an der Keo realisiert.
Einhandbetrieb ist möglich, wenn auch nicht sinnvoll. Weichholz lässt sich mit diesem praktisch ohne Hebeln sägen. Ich finde das sehr hilfreich beim Latten Ablängen auf dem Gerüst und/oder Dach, so wie dem Entasten bei der Gartenarbeit. Mit dem Dämmstoffblatt lassen sich so auch recht gut Brot und Braten schneiden. Es ist nur empfehlenswert, dies nicht unmittelbar nach dem Dämmstoffschneiden zu tun, oder sich für den Partygag ein eigenes Blatt zuzulegen.
Im Zweihandbetrieb sollte man darauf achten, wo man die Hand hinlegt, denn man kann reichlich einfach die Lüftungsschlitze zudecken. In die Gefahr, zu nahe an das Sägeblatt zu kommen gerät man eher nicht.
Die LED leuchtet die Schnittstelle in ausreichendem Maße aus. Abschaltbar ist sie nicht.
Die SDS-Aufnahme ist leichtgängig aber wegen ihrer Position im nicht abnehmbaren Sägeschuh für meinen Geschmack etwas fummelig (besonders mit Handschuhen).
04_SDS.jpg
Fazit:
  • -0,50 Punkte für den nicht abschaltbaren Pendelhub
  • -0,50 Punkte für die fehlende Drehzehlvorwahl
  • -0,50 Punkte für den Sägeschuh
  • -0,50 Punkte für die Führung der Säge im Zweihandbetrieb
  • -0,25 Punkte für die fummelige SDS-Aufnahme
Testergebnis: 4,75 Punkte

Leistung
Holz:
  • Fichte 2x4, 4x4, 6x6, 8x10 und 12x12 cm
  • Küchenarbeitsplatte
  • Buche 2,7x30 cm.
  • eine Konifere, Stamm etwa 3 cm
  • paar Äste zwischen 3 und 8 cm
Alle aufgeführten Materialien wurden mit dem Blatt Flexible for Wood and Metal gesägt. Die Leistungsgrenze wurde dabei nicht erreicht. Die Säge hat sich nicht nennenswert erwärmt (gefühlt lauwarm). Der Sägefortschritt dürfte gerne etwas schneller bei dem Hartholz sein, aber man hat nicht das Bedürfnis, lieber zum Fuchsschwanz zu greifen.
Das von Bosch angegebene Antivibrationssystem scheint zu funktionieren.
05_Schnitt.jpg
Metall:
Ich habe ausprobiert, was da möglich ist. Bosch gibt eigentlich nur Holz als bearbeitbares Material an.
  • Staubsaugerrohr
  • altes Backblech
  • Maschinenschrauben / Gewindestange M8, M12, M16; Güteklasse 8.8
  • Nägel beim Zerlegen eines alten Baustellentischs
  • Holzschrauben M6 x 60 beim Zerlegen eines alten Baustellentischs
Bis zur M8 ging es ganz gut. Das Dünnblechzeugs ist kein Gegner. Ab der M12 wurden einerseits die Vibrationen ziemlich stark. Hier schlägt der permanente Pendelhub wohl gnadenlos zu. Es mag auch mit daran gelegen haben, dass mein Schraubstock zu leicht ist und die Werkbank auch, so dass sich Vibration gut übertragen, andererseits war der Sägefortschritt auch schon nicht mehr berauschend. Bei der M 16 hat das Durchtrennen zwei mal Losrütteln im Schraubstock über 10 Minuten reiner Nettoarbeitszeit gedauert. Es gibt geeignetere Werkzeuge.
Die Nägel im Baustellentisch wurden sauber durchtrennt, ich weiß leider nicht mehr, was die für ein Kaliber hatten. Die Holzschrauben (Spax, gelb phosphatiert) wurden durchtrennt, allerdings auch hier mit solchen Vibrationen, dass sich die verbundenen Teile teilweise auseinandergerüttelt haben. Nicht ganz das erwünschte Ergebnis aber vielleicht auch ganz praktisch.
Immerhin lief das ganze weitgehend funkenfrei.

Sonstige Materialien:

Glaswolle:
Nur zugeguckt; es geht mit dem entsprechenden Sägeblatt sehr gut (werde es selber aber auch nicht ausprobieren, da ich mich dem Zeug freiwillig auf weniger als 2 meter nicht nähere).

Brot, Braten:
Wie bereits erwähnt, es geht mit dem Dämmstoffblatt. In die Bewertung fließt es sicherlich nicht ein.

Knochen:
Rippe vom Schwein und ich ich habe es nur interessehalber ausprobiert. Mit Metalblättern geht es, aber man muss die Drehzahl vorsichtig dosieren, sonst entwickeln sich schnell Röstaromen.

Fazit:
  • -0,5 für die heftigen Vibrationen beim Metallsägen. Da reicht das Antivibrationssystem nicht mehr.
  • -1,0 für den Sägefortschritt in Hartholz
Testergebnis: 5,5 Punkte

Umwelt
Herkunft:
Säge ist made in China. Sägeblätter made in Switzerland. LBoxx made in Germany. Akku made in China. Und alles wie immer made with global materials. Soll heißen, keine Ahnung, wo die Erze, Seltenerden, Erdöl usw für die Herstellung gefördert worden sind.

Verpackung:
Außer der LBoxx nichts.

Geräuschkulisse:
Im erträglichen Rahmen. Sehr penetrant bei dünnen Blechen, aber das liegt am System.

Sägemehl:
Fällt an. Nicht mehr oder weniger als bei anderen Sägen. Bauartbedingt sieht es mit Absaugung eher schlecht aus.

Fazit:
  • -1,0 für made in China und den dortigen Umweltstandards

Testergebnis: 6,0 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis
Verarbeitung:
Keine augenscheinlichen Schlampereien (Spaltmaße, Grate), kein Weichmachergestank.
Über die ersten Betriebsminuten hat es Fett aus der SDS-Aufnahme gedrückt. Entweder ist da keine Dichtung vorhanden oder es war einfach zu viel eingefüllt. Das Phänomen hat sich schnell eingestellt und sich nicht als nachteilig erwiesen, war aber doch erst mal irritierend.

LBoxx-Einlage:
Die Säge passt rein, ein größerer Akku, aber Sägeblätter, die ja eigentlich zu einer Säge dazugehören, würden ohne tricksen wild durch die Gegend fliegen.Platz ist da, aber eben nur eine große Mulde. Ich stehe zwar nicht auf Stapelkistensysteme aber das ist etwas schwach für meinen Geschmack.
02_Bestückung_Fail.jpg
03_Bestückung_real.jpg
Leistung Allgemein:
Es ist das Einsteigermodell der gewerblichen Schiene von Bosch. Gemessen an den möglichen Lieferumfängen und Straßenpreisen der diversen Lieferumfänge ist die Leistung in Ordnung.

Fazit:
  • -1,0 für die LBoxx-Einlage
  • -1,0 für den Fettaustritt
b]Testergebnis: 5,0 Punkte[/b]

Ausgefallen?
negativ

Besondere Kritikpunkte
  • Fettaustritt SDS-Aufnahme
  • fummeliger Blattwechsel
  • Handhabung im Zweihandbetrieb
Positiv aufgefallen
  • Einhandbetrieb
  • Für eine Maschine dieser Größe recht ordentlicher Durchzug
  • Bei Arbeiten in Holz geringe Vibration
Verbesserungsvorschläge
  • SDS-Aufnahme überarbeiten (Blattwechsel, Dichtheit)
  • Sägeschuh nicht mehr fest installiert und zumindest Asthalter anbieten
Mein Testurteil
Eine solide „Einhandsäbelsäge“, die die ein oder andere Nische gut besetzt. Auch wenn sie bei mir jetzt eine große Schwester bekommen hat, behält sie ihre Daseinsberechtigung.

Mein Testergebnis
Ausstattung: nicht bewertet
Handhabung: 4,75 Punkte 25%
Leistung: 5,5 Punkte 25%
Umwelt: 6,0 Punkte 10%
Preis u. Preis/Leistungsverhältnis: 5,0 Punkte 15%
Gesamtergebnis: 5,2 Punkte
gut

Im Ergebnis wurde berücksichtigt, dass nur 75% der Maximalpunktzahl erreicht werden konnten.
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