Dostmann Scan Temp RH 860 Video-Infrarot-Thermometer mit Feuchtesensor

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Brandmeister
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Dostmann Scan Temp RH 860 Video-Infrarot-Thermometer mit Feuchtesensor

Beitrag von Brandmeister » Dienstag 4. Mai 2021, 22:43

– Dostmann Scan Temp RH 860 Video-Infrarot-Thermometer mit Feuchtesensor
– Wann angeschafft? 07.2019
– Wo gekauft? Wettershop.de (inzwischen eingestellter dostmanneigener Direktvertrieb)
– Neu/gebraucht? neu
– bezahlter Preis 380 Euro, inzwischen ist der Preis deutlich gesunken
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät k.A.

Ausstattung
  • Das Messgerät selber, inklusive Akku (eine 18500 LiIon Zelle)
  • Ein Typ K Temperaturmessfühler für die zusätzliche kabelgestützte Messung
  • Stativ für Langzeitmessung
  • USB-Daten-/Ladekabel Typ Mini-B + Trafo
  • Bedienungsanleitung
  • Transportkoffer
Gerät.jpg
Das Messgerät kann bei Infrarotmessungen bis zu einer Temperatur von 1.000 °C messen.Zusätzlich verfügt es über einen Messfühleranschluss für Fühler Typ K (NiCr/Ni bis 1.370 °C). Ein Feuchtesensor ist integriert; dies ermöglicht die Taupunktberechnung. Ein Messsfühler Typ K ist im Set enthalten; die Verabeitung ist hochwertig.
Weitere Messfühler, bzw das Sortiment über den Hersteller zu beziehender Messfühler ist auf dessen Homepage ersichtlich. Da es sich aber um einen Steckplatz für gewöhnliche Thermoelement-Miniaturstecker handelt, kann hier jedes mit dieser Verbindung erhältliche Typ-K-Element angeschlossen werden.
Die Bedienungsanleitung enthält – multilingual – alle relavanten Hinweise zu Betrieb, Service und Entsorgung und, was aus meiner Sicht das nützlichste ist, eine reiche Auswahl an Emmissionsfaktoren unterschiedlicher Materialien.
Der Koffer wirkt nicht besonders hochwertig, ist aber sauber verarbeitet und hat immerhin Metallscharniere. Bis jetzt hat er auch keine nennenswerten Ausfallerscheinungen zu verzeichnen.
Bei dem bezahlten Preis hätte die Mikro-SD-Karte auch gerne dabei sein dürfen.
mit TC.jpg
Fazit:
-1,0 Punkte für den Koffer.
-1,0 Punkte für keine zugegebene Speicherkarte

Testergebnis: 5,0 Punkte

Handhabung
Die Menüführung (IR-Messung, Foto, Video, Taupunkt, Bildspeicher... ist eine simple Liste die mit Pfeil hoch/Pfeil runter zu bedienen ist. Etwas verwirrend ist hier die Auswahl des Menüpunktes mit „Esc(ape)“. Aber das ist ein kleines Manko. Was hier eher unverständlich ist, ist dass die Grundeinstellungen des Geräts (Datum/Uhrzeit, Schriftfarbe, Alarmgrenzen...) ein eigener Menüpunkt sind, während wesentlich grundlegendere Einstellungen wie der Emissionsfaktor im gewählten Messmodus über die Entertaste eingegeben werden müssen.
Was ein praktisches Hilfsmittel ist, ist dass sich in der Schutzkappe der Optik eine Zielhilfe mittels Kimme und Korn befindet. So lässt sich die zu messende Stelle einerseits grob ohne Laser oder Markierung im Monitor anvisieren und andererseits fällt es leichter, das Infrarotthermometer gerade zu halten.
Die Ladestandsanzeige des Akkus zeigt – außer das Gerät wurde gerade frisch aufgeladen – praktisch immer fast leer an. So etwas kommt meiner Erfahrung schon mal dort vor, wo Geräte, die ursprünglich nicht mit Lithium-Ion-Batterien betrieben wurden (hauptsächlich Messgeräte, die nicht als Wegwerfgerät konzipiert sind) mit eben diesen betrieben werden. Das ist irritierend, insbesondere, da die Akkulaufzeit eigentlich nicht schlecht ist.
Eher als Flop ist das mitgelieferte Stativ zu sehen. Das Dreibein spreizt nicht wirklich weit genug, um das reichlich kopflastige Gerät vernünftig auszubalancieren. Und gelingt es, die Balance herzustellen, sorgt der hohe Schwerpunkt doch für eine ziemlich hohe Sturzwahrscheinlichkeit.
Stativ.jpg
Fazit:
-1,0 Punkte für die nicht eingeblendete Zielmarke bei Fotos
-1,0 Punkte für die Ladestandsanzeige
-1,0 Punkte für die Menüführung
-1,0 Punkte für das Stativ

Testergebnis: 3,0 Punkte

Leistung
Die Reaktionszeit des Thermometers wird seitens Dostmann mit 150 mS angegeben. Damit ist es laut Hersteller geeignet, Messungen an rotierenden Bauteilen vorzunehmen. Zumindest bei Keilriemen und Riemenscheiben funktioniert dies.
Der Messbereich wird für Infrarotmessungen mit -50 – 1.000 °C angegeben (Thermoelement bis 1370 °C).
Das ist eine solide Leistung.
Das Verhältnis des Durchmessers des im Messbereich erfassten Kreises zur Entfernung zum Messobjekt (Spot : Distance) beträgt 1:50, also 20 mm bei 1.000 mm Entfernung. Bis etwa 5 m Entfernung zum Messobjekt sind die Messergebnisse (jedenfalls für mich) brauchbar. Vergleichsgrundlage waren Fühlerthermometer von Amprobe und Testo. Abweichungen in Absolutwerten im Bereich 5 K. Die üblichen Schwächen, die Infrarotthermometer dabei aufweisen, bleiben natürlich erhalten (reflektierende Oberflächen, Emissionsfaktor, Schräghalten...).
Was absolut fehlt ist die Möglichkeit, die Loggerfunktion direkt auf den Rechner zu übertragen. Der vorhandene Logger wird außerdem durch das Stativ (siehe Handhabung) beeinträchtigt. Den Messlauf kann man sich zwar auf dem Gerät angucken; die Daten können nur im Anschluss an den Lauf als Messreihe aus einer .txt-Datei geladen werden und müssen dann in Excel entsprechend konvertiert und formatiert werden. Diagramme müssen für den Rechner logischerweise auch selbst erstellt werden. Da gibt es beim gleichen Anbieter auch bessere Lösungen für weniger Geld.

Fazit:
- 2,0 Punkte für den halb nutzlosen Datenlogger.

Testergebnis: 5,0 Punkte

Umwelt
Insofern man sich selbst oder Dritten nicht den Laser ins Auge schießt, ist keine Umweltbeeinträchtigung gegeben. Und selbst dann muss schon bewusst eine ganze Weile in den ~1 mW Laser gestarrt werden.
Verpackung bei Anlieferung (Karton im Umkarton mit jeder Menge Füllmaterial) war schon Overkill.
Dostmann hat nach eigenem Bekunden Produktionsstätten in Deutschland; sehe aber nirgendwo auf dem Gerät ein „made in ...“

Fazit:
-1,0 Punkte für den Verpackungsmüll
-1,0 Punkte für die unklare Herkunft

Testergebnis: 5,0 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis
Der Datentransfer mit dem PC erfolgt über Mikro SD-Karte oder USB-Kabel (interner Speicher, den gibt es auch). Dieses dient auch zum Laden des Akkus. Dieser kann nur im Gerät geladen werden. Aufladen von leer bis voll dauert etwa zwei Stunden. Betriebsdauer im simpelsten Messmodus (ohne Bild, einfach nur IR-Thermometer) beträgt laut Anbieter vier Stunden laut BDA oder sechs Stunden laut technischen Merkmalen auf der Internetpräsenz. Etwas über vier Stunden dürfte realistisch sein..
Die Positionierung des Fotoauslösers links der Mitte (links von Esc) ist ein bisschen ungünstig. Das Gerät ist mit 416 Gramm verhältnismäßig leicht (für mein Empfinden und ich habe es nie nachgewogen) und so neigt man recht schnell zum Verziehen beim Fotografieren. Dafür ermüdet der Arm auch nicht so schnell.
Tastatur.jpg
Es ist meines Erachtens auch ein wenig ärgerlich, dass die Zielmarkierung der Fotofunktion im Foto selber nicht zu sehen ist (Laserpunkte schon), weswegen auf dem Foto nicht immer genau zu sehen ist, welche Stelle der zu messenden Fläche eigentlich aufgenommen wurde. Bei der Videofunktion das gleiche Spiel.

Fazit:
-1,0 Punkte für lange Ladedauer
-1,0 Punkte für Position des Fotoauslösers
-1,0 Punkte für fehlende Zielmarkierung im Foto (finde dies besser, als die Laserpunkte mitzufotografieren)

Testergebnis: 4,0 Punkte

Ausgefallen?
negativ

Besondere Kritikpunkte
  • Akkuladestandsanzeige
  • keine Einblendung der „Zielmarkierung“ in Fotos
  • lange Ladedauer des Akkus im Gerät
  • keine direkte Loggerübertragung auf Rechner
  • Position des Auslösers für die Fotof-/Filmfunktion
  • Spielzeugstativ
Positiv aufgefallen
  • Zielhilfe über Kimme und Korn
  • lange Akkulaufzeit
  • Mikro SD als Datenträger
Verbesserungsvorschläge
So nicht inzwischen geschehen, zumindest eine brauchbare Akkuladestandsanzeige etablieren und die Einblendung des Zielkreuzes in Fotos ermöglichen.

Mein Testurteil
Insgesamt ein brauchbares Infrarotthermometer mit einigen praktischen Funktionen. Es ist für mein Dafürhalten leider etwas überteuert. Ich bereue die Anschaffung nicht.

Mein Testergebnis
Ausstattung: 5 Punkte 25 %
Handhabung: 3 Punkte 25 %
Leistung: 5 Punkte 25 %
Umwelt: 5 Punkte 10 %
Preis und Preis⁄Leistungsverhältnis: 4 Punkte 15 %
Gesamtergebnis: 4,4 Punkte
Befriedigend ✱ ✱ ✱ ✱ ❍ ❍ ❍

Ein paar mehr Bilder kommen die Tage.
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Brandmeister
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Re: Dostmann Scan Temp RH 860 Video-Infrarot-Thermometer mit Feuchtesensor

Beitrag von Brandmeister » Mittwoch 5. Mai 2021, 22:28

Hier dann noch die angekündigten Bilder:
Koffer innen.jpg
Akkuzelle.jpg
Menü.jpg
Sensoren und Anschlüsse.jpg

Zum Schluss noch ein Foto vom Thermometer selber. Zu erkennen sind die Laserpunkte (im grünen Kreis aus etwa 1,5 m Höhe), die Tatsache, dass nicht jede Schriftfarbe unbedingt vorteilhaft ist (babyblau) und mein Hosenbein nebst Arbeitsschuh. Es werden immer alle eingestellten, gemessenen und berechneten Größen angezeigt; eine Auswahloption gibt es nicht.
Foto vom ScanTemp.jpg
Was absolut nicht gelingen wollte, war ein scharfes Foto des Displays, auf dem die Zielmarkierung für Fotos (wahlweise Kreis oder Kreuz) zu sehen ist.
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