Bosch Oberfräse GOF1250 CE 0 601 626 001

In unserem Testforum könnt ihr Testberichte über eure eigenen Werkzeuge und Gartengeräte veröffentlichen.

Moderatoren: Dirk, Dominik Liesenfeld

Antworten
Brandmeister
Moderator
Beiträge: 3535
Registriert: Dienstag 7. Juli 2015, 23:25
Wohnort/Region: nördliches_Rheinland-Pfalz

Bosch Oberfräse GOF1250 CE 0 601 626 001

Beitrag von Brandmeister » Montag 11. Januar 2021, 15:47

– Bosch Oberfräse GOF1250 CE 0 601 626 001
– Wann angeschafft? Dezember 2020
– Wo gekauft? Koch-Mannes Onlineshop
– Neu/gebraucht? neu
– bezahlter Preis 486,04 Euro
– Listenpreis des Herstellers für Neugerät 510,51 Euro (UVP Bosch, inklusive MWSt)

Ausstattung
Der Lieferumfang besteht aus
  • LBoxx 238
  • Parallelanschlag
  • Spannzange/Überwurfmutter 8 mm
  • Kopierhülse
  • Bedienungsanleitung mit Sicherheitshinweisen
  • Garantieerklärung
  • Einmaulschlüssel RW 19
Die, wie üblich multilinguale, Bedienungsanleitung handelt in ihrem deutschsprachigen Teil die Bedienung der Fräse auf 7 Seiten ab, davon gehen die ersten knapp 3 ½ Seiten für Sicherheitshinweise, Technische Beschreibung und Konformitätserklärung durch; die eigentliche Bedienung der Fräse wird manchmal etwas zu oberflächlich behandelt.

In der LBoxx wird durch die PU-Schaumeinlage in die nur Fräse und Parallelanschlag passen, Spannschlüssel und Kopierhülse liegen irgendwo daneben und für BDA und Garantierklärung gibt es ein Extrafach, deutlich Platz verschenkt. Es ist bereits schwierig, noch eine kleine Fräserkassette unterzubringen. Und was immer man noch mit in die Box packt fliegt halt irgendwie in dieser herum.
Box.png
Fazit:
-1,0 Punkte für die Einlage
-1,0 Punkte für die BDA

Testergebnis: 5,0 Punkte

Handhabung
Totale.png
Technische Daten:
Gewicht: 3,6 kg
Breite² x Höhe: 370 x 270 mm

² Gemessen von den äußeren Enden der Griffe.

Insgesamt ist die Fräse noch ziemlich kompakt.

Vibrationen:
Unauffällig

Einstellung der Frästiefe:
Dies ist am Anfang eine ziemlich fummelige und zeitaufwändige Angelegenheit. Ziemlich viele Knöpfe an denen zu drehen ist und die Skala der Tiefenlehre (eigentlich ist das nur ein Messschieber) muss auch noch verstellt werden. Was hier positiv heraussticht ist der Hebel für die Schnellverstellung, sobald alle anderen Knöpfe bedient sind. Wenn man die Zeit nicht investieren will, lässt sich mittels der Schnellverstellung auch nach Augenmaß einstellen.

Werkzeugwechsel:
Der Werkzeugwechsel erfolgt durch öffnen der Spindelarretierung – vergisst man diese nach Einsetzen des Werkzeugs zu schließen, dreht der Fräser bei Anschalten auch nicht – und anschließend wird die Überwurfmutter mittels Maulschlüssel geöffnet. Nach Einsatz erfolgt das Prozedere umgekehrt. Was hier anzumerken ist, ist, dass es wenigstens nicht fummelig ist. Zumindest, wenn die Fräse nicht zu tief eingestellt ist.

Parallelanschlag:
Dieser ist einfach zu montieren und im Gegensatz zur Fräse mittels Rändelschraube auch einfach einzustellen.
Alternativ, Fräse auf dem Anriss ansetzen und Anschlag entsprechend anschrauben. Immerhin ist der Anschlag aus Aluguss. Zumindest nicht aus Plastik.

Arbeiten mit der Fräse:
Insgesamt scheint die Fräse beim Arbeiten ziemlich ausgewogen. Mit dem Parallelanschlag lässt sie sich sicher an der Werkstückkante führen. Freihand nach Anriss funktioniert auch ohne viel Übung (mit mehr Übung wahrscheinlich auch besser als bei mir).
Die Griffform (der Pistolengriff?!) erlaubt es, die Fräse zur Not einhändig zu führen. Unbedingt empfehlenswert ist dies jedoch nicht (Arbeitssicherheit; die Sicherheitshinweise insistieren da auch auf Zweihandbetrieb).

Fazit:
-1,5 für die langwierige Frästiefeneinstellung (zumindest in der Einarbeitungsphase)

Testergebnis: 5,5 Punkte

Leistung
Fräsungen wurden durchgeführt in Fichte-Vollholz, Esche und Buche Leimholz.
Kantenfräsungen waren egal mit welchem Fräser in allen Fällen keine Herausforderung.
An den Rand der Leistungsgrenze habe ich die Fräse nur beim Ziehen einer Nut von 32 mm Tiefe in einem Rutsch gebracht. Das aber auch nur zum Ausprobieren.
Die Konstantelekronik funktioniert. Außer man übertreibt es. Ich ziehe nochmal einen halben Punkt für das Einstellen der Frästiefe ab und einen dafür, dass es ganz einfach auch deutlich stärkere Fräsen gibt.
Nut.png
Fraestisch.png
Testergebnis: 5,5  Punkte

Umwelt
Die Lieferung ist in der LBoxx plus einem Umkarton mit etwas Recyclingpapier als Polstermaterial erfolgt. Nichts, was für den Versandhandel überflüssig wäre.
Hergestellt wurde die Oberfräse in Ungarn. Also hoffentlich nach EU-Umweltstandards. Über die Umstände der Rohstoffförderung und deren Transportwege lässt sich wenig bis gar nichts sagen.
Die Geräuschkulisse ist weder auffällig hoch noch niedrig.
Die Staubentwicklung entspricht dem, was bei einer Fräse zu erwarten ist. Die Absaugung funktioniert relativ gut. Was ich im Zubehör bei Bosch nicht finden kann, wäre ein Adapter für auf den recht dünnen Absaugflansch. Im Auslieferungszustand zieht mein Sauger (Kärcher NT 30) merklich Falschluft, was die mögliche Absaugleistung reduziert.
Entsorgungshinweise sind in der BDA vorhanden. Bisher macht sie aber nicht den Eindruck, als handele es sich um fabrikneuen Schrott.
Nut_vor_sauber.png
Fazit:
-0,5 Punkte für die suboptimale Absaugung. Da könnte mehr drin sein.

Testergebnis: 6,5 Punkte

Preis und Preis/Leistungverhältnis
Die Fräse wirkt im Großen und ganzen gut und wertig verarbeitet. Ausnahmen bilden hier der Kunststoff der Schnellverstellung und der Bodenplatte, diese wirken auf den ersten Blick billig. Insgesamt wäre vielleicht ein bisschen mehr Metall statt Kunststoff schön gewesen, aber dann wäre die Fräse auch wieder schwerer. Nun ja, Kunststoff heißt ja auch nicht gleich minderwertig.
Die Spannhülse hat zeitweilig beim Werkzeugwechsel gequietscht. Dies hat sich nach zwei, drei Wechseln aber wieder gegeben. Auch kein großes Manko.
Die Fräse ist vielerorts günstiger (auch, wo die MWSt wieder auf dem alten Level liegt) ausgewiesen. Selbst mein bevorzugter stationärer Händler hätte sie deutlich preisgünstiger verkauft. Nur hat Bosch leider seit einiger Zeit ein Problem, Fräsen auszuliefern und kein Händler, der sie gerade nicht auf Lager hat, kann wirklich verbindliche Aussagen machen, wann Bosch wieder liefern kann. Einen aufzutreiben, der sie noch lagerhaltig hatte, hat viel Zeit beansprucht und zwischenzeitlich zur Bestellung eines anderen Modells – und dessen umgehender Retoure bei Begutachtung des Zustandes nach Auslieferung, wobei dies vermutlich nicht Bosch anzulasten ist – geführt.
Schnellverstellung.png
Bodenplatte_Stufenanschlag.jpg
Fazit:
-0,5 Punkte für den hohen Kunststoffanteil mit billiger Optik
-0,5 Punkte für das Quietschen der Spannhülse
-1,0 Punkte für die problematische Beschaffung

Testergebnis: 5,0 Punkte

Ausgefallen?
nein

Besondere Kritikpunkte
Eine etwas ausführlichere BDA wäre kein Fehler

Positiv aufgefallen
  • Schnellverstellung
  • Spindelarretierung
  • einhändige Führbarkeit
Verbesserungsvorschläge
Absaugadapter für größere Absaugmuffendurchmesser

Mein Testurteil
Alles in allem eine ausgewogene Fräse der gehobenen Mittelklasse im gewerblichen Bereich. Vielleicht ein bisschen zuviel Plastik, wo Metall die bessere Wahl gewesen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, den Kauf nicht bereuen zu werden.
 
Mein Testergebnis
Ausstattung: 5,0 Punkte 25%
Handhabung: 5,5 Punkte 25%
Leistung: 5,5 Punkte 25%
Umwelt: 6,5 Punkte 10%
Preis u. Preis/Leistungsverhältnis: 5,0 Punkte 15%
Gesamtergebnis: 5,4 Punkte
Gut✱ ✱ ✱ ✱ ✱ ❍ ❍
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Die Physik gewinnt immer!
Life's a bitch and then you die!

Brandmeister
Moderator
Beiträge: 3535
Registriert: Dienstag 7. Juli 2015, 23:25
Wohnort/Region: nördliches_Rheinland-Pfalz

Re: Bosch Oberfräse GOF1250 CE 0 601 626 001

Beitrag von Brandmeister » Montag 11. Januar 2021, 16:20

Einen Diskussionsthread zur Fräse und dem Testbericht gibt es hier.
Die Physik gewinnt immer!
Life's a bitch and then you die!

Antworten