Fein FMM 350 Q - Vergleich der Schleiffunktion mit anderen Geräten

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michaelhild
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Fein FMM 350 Q - Vergleich der Schleiffunktion mit anderen Geräten

Beitrag von michaelhild » 14. Aug 2018, 09:11

Im Zuge dieses Threads hier im Forum hatte einen Vergleich diverser Schleifmaschinen mit meinem Multimaster FMM 350 Q gemacht, in Bezug auf Abtrag und Oberfläche.
Damit der Beitrag nicht untergeht, gibt nun einen eigenen hier im Testbereich.

Aufgabe 1 war es zweifach lasierte Fichtebretter 400x140 mm so schnell wie möglich von der Lasur zu befreien.
Angetreten waren diese Kandidaten + der kleine Festool RTS 400:
Bild

Zuerst die Ergebnisse des Tests: Die Zeit welche die Maschine braucht, um so gut wie alles von der Lasur vom Holz zu schleifen.
  • Fein FMM-350: 104 Sekunden (und nicht ganz sauber geworden)
  • AEG EX150ES @ 3,2 mm Hub: 65 Sekunden
  • Festool RTS 400: 58 Sekunden
  • AEG EX150ES @ 6,4mm Hub: 35 Sekunden
  • Festool DSG 125: 30 Sekunden
  • Festool RAS 115: 18 Sekunden
  • Festool RO 150 @ Rotexmodus: 13 Sekunden
Warum der Fein so lange braucht, ist schnell erklärt. Die Schleifplatte oszilliert nur +/- 1,5° um die Mittelachse. Bedeutet zur Mitte hin, wird der Abtrag immer weniger. Dadurch ist es auch schwer, den Abtrag einzuschätzen. Der Multimaster MUSS zwangsläufig in Bewegung gehalten werden, dazu auch später noch was zur Oberflächengüte.

Hier sieht man das etwas:
Bild
Ohne Bewegung der Maschine kratzt er nur auf der Oberfläche.

Auch im Bezug auf die Absaugung wirkt sich das negativ aus, wobei die nicht wirklich schlecht ist. Zur Mitte hin, bei nur sehr geringer Bewegung des Schleifmittels, staut sich der Schleifstaub, setzt das Papier zu und erzeugt nur Reibung.
Bild

Die fehlende Bewegung ist auch mit der Grund, warum die Schleifteller gerne den Hitzetot sterben. Die punktuelle Reibung, erzeugt viel Wärme.

Hier der Vergleich des Multimasters mit Exzenterschleifer in einem Video in Echtzeit:
www.youtube.com/watch?v=MhzEzcyMYro

Und hier mit anderen Schleifmaschinen, inkl. Winkelschleifer und RTS:
www.youtube.com/watch?v=YPP8Tfb6-zc

Für den MM gibt es ja zig unterschiedliche Vorsätze. Mit den erhältlichen Dreiecksschleiftellern kann er dann auch in Ecken schleifen. In der Disziplin musste er auch zeigen was er kann. Angetreten ist er gegen den Festool Rotex RO 90 mit Deltaaufsatz und dem RTS 400 (letzterer kann natürlich nur in Innenecken ab 90°).
Bild

Die Schleiffläche wurde durch zwei Leisten begrenzt, die eine Innenecke simulierten und betrug 260x120 mm.
  • Fein FFM-350: 100 Sekunden
  • Festool RO 90 @ Delta: 42 Sekunden
  • Festool RTS 400: 22 Sekunden
Auch dazu gibt es ein Video:

www.youtube.com/watch?v=rbohmfYcQ7k


Was noch ein wichtiger Punkt ist, wie sieht die Oberfläche hinterher aus?

Dazu muss gesagt werden, bei den nächsten Bildern lag das Augenmerk auf schnellem Abtrag.
Hier das Grobreinigungsvlies:
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Gibt man sich mehr Mühe, bekommt man auch eine deutlich bessere Oberfläche hin, kostet aber Zeit.

Ein reiner Rotationsschleifer, wie der RAS 115, hinterlässt die für ihn typische Spuren:
Bild

Von den Exzenterschleifern habe ich keine Bilder der Oberfläche bei Körnung 80, jeder wird das unauffällige Schleifbild kennen.

Hier das Schleifbild des RTS, der auch schon mit 80er Körnung ein recht feine Oberfläche hinterlässt:
Bild

Das vom RO 90 ist da gröber, aber gleichmäßig:
Bild

Beim Multimaster sieht man eigentlich immer die Bewegungen, die man mit der Maschine ausgeführt hat:
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Das merkt man auch deutlich beim Feinschliff.
Ich habe im Vergleich mit dem Rotex RO 150 im Exzentermodus bis Körnung 180 hochgeschliffen.
Bild

Beim Rotex ergab das eine gleichmäßige Oberfläche ohne sichtbare Spuren:
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Wogegen beim Multimaster wieder die Schleifbewegung sichtbar war:
Bild

Die Oberflächengüte steigt und fällt beim Mulitmaster, bzw. bei allen Oszillierern damit, wie gleichmäßig die Maschine über das Werkstück geführt wird. So gut wie jede Unachtsamkeit, sieht man später in Form von Kratzern. Das macht den Einsatz eines Oszillierers, wenn eine top Oberfläche gebraucht wird, schwer und kompliziert.
Daher meine Meinung, als Schleifer taugt er wenig. Wo er ganz praktisch ist, in Nuten in Kombination mit dem Schleiffinger Set. Da kommt man mit normalen Maschinen nicht hin. Wo wir auch wieder bei der Kompetenz des MM sind, er ist halt ein Spezialist für schwierige Fälle.
Grüße Micha

Mein Holzblog:
http://michael-hild.blogspot.com

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