Auswirkungen der Billigwerkzeuge

Probleme und Erfahrungen mit Billigwerkzeugen von Aldi, Lidl und Co findet ihr hier

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Karsten Bernhardt
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Auswirkungen der Billigwerkzeuge

Beitrag von Karsten Bernhardt » 1. Feb 2004, 23:34

Hallo alle Billigwerkzeugfreunde

Da ja immer mal wieder behauptet wird Billigwerkzeug würde keine oder nur geringe Auswirkungen auf den Deutschen Arbeitsmarkt haben, habe ich mal die neueste Meldung von DiY unten angefügt.
Der komplette Beitrag ist auf www.diyglobal.de zu lesen.

Ausweichen in Niedriglohnländer

Bosch will den Fertigungsanteil in Niedriglohnländern steigern. Ein Restrukturierungsprogramm für den Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge sieht außerdem Kostensenkungen an den bisherigen Standorten vor.

Warten wir mal ab wo wieder ein Werk geschlossen wird.
Die dann ehemaligen Mitarbeiter werden wohl kein Discounterwerkzeug mehr kaufen.
Aber ich gebe zu, wir sind selber schuld, immer höhere Löhne und immer höhere Abgaben das kann nicht funktionieren.
Irgendwas machen wir wohl falsch.
Karsten Bernhardt
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hs

Beitrag von hs » 2. Feb 2004, 00:58

Hallo Karsten,

... , Du hättest ruhig den ganzen Artikel posten können :
Bosch will den Fertigungsanteil in Niedriglohnländern steigern. Ein Restrukturierungsprogramm für den Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge sieht außerdem Kostensenkungen an den bisherigen Standorten vor. "Wir können nicht zusehen, wie uns Anbieter mit zunehmend hochwertigen Erzeugnissen aus fernöstlicher Produktion die Märkte abräumen", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf einer Pressekonferenz. Hintergrund sind die Umsatzrückgänge, die der Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge im vergangenen Jahr zu verzeichnen hatte. Sie sind stärker ausgefallen als im Unternehmensbereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik insgesamt, dessen Volumen von 8,4 Mrd. € - bereinigt um die neu hinzugekommene Buderus-Heiztechnik - im Jahr 2003 um nominal 3,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag

insgesamt kann ich die ganze (überwiegend spöttische) Kritik in diesem Teil des Forums aber nicht ganz nachvollziehen ... zumindest so wie sie von einigen hier vorgebracht wird :


Erst als die Baumärkte vor ~ 20 Jahren hier aus dem Boden sprießten, kamen immer mehr Leute auf die Idee etwas selber zu machen, was früher Handwerker erledigten. Gleichsam mit dem Erscheinen der Baumärkte aber wurden mehr Maschinen unter die jetzt neue Gruppe der 'Heimwerker' gebracht. Und auch Marken wie Bosch profitierten davon im hohen Maße (seit '96 gehört ja zu Bosch auch Skil (und Dremel) um auch die 'preisbewusteren' Käufer mit Maschinen zu versorgen).
Somit spülte auch den Markenhersteller der Heimwerkerboom viel Geld in die Kassen - und der örtliche Handwerker verlor Aufträge.
Mal ein typisches Beispiel : der Dietrich (er soll das jetzt nicht persönlich nehmen wenn er das liest - ich nehme das nur einmal als typisches Beispiel), der hier auch postet, führt auf seiner Website stolz seinen Maschinenpark vor - und kritisiert in gleichem Zug aber das billige Werkzeug der Baumärkte, weil sie ja z.B. evtl. Arbeitsplätze beim Markenhersteller Metabo (seiner bevorzugten Marke) kosten. Vergißt dabei aber vollkommen, daß seine hochgerüstete Werkstatt (auf die vielleicht sogar der eine oder andere Handwerker neidisch wäre) dem örtlichen Handwerker potentielle Aufträge wegnimmt - schließlich kann er ja die ganzen Holzsachen selber machen und muß nicht mehr zum Tischler.

Firmen wie Metabo, Bosch, Hilti, .... aber sind darauf bedacht möglichst effektiv herzustellen und einen möglichst hohem Gewinn zu erwirtschaften. Bei der Herstellung von Massenprodukten ist das durch den Einsatz von Optimierungen (Fließband, Roboter, ...) ohne weiteres möglich - und zu den Optimierungen zählt auch mit möglichst wenig (oder günstigen) Arbeitern die Produkte herzustellen.
Bei Einzelanfertigungen oder Reparaturarbeiten, wie sie Handwerker anbieten - und davon leben, geht das mit dem Optimieren aber kaum.
Anders ausgedrückt : insgesamt gesehen schadet der Heimwerker mit seiner Eigenschaft als Heimwerker der Wirtschaft mehr, als die günstigen Maschinen. Schließlich bietet die Maschinenproduktion so oder so weniger Arbeitsplätze ... und er nimmt auch noch den Handwerkern die Arbeit weg (also fallen diese als potentielle Käufer hochertiger Produkte auch noch weg).
Somit würde ich als gut ausgestatteter Heimwerker mal etwas verhaltener kritisieren - ich kann nicht einerseits darüber meckern, daß Metabo oder Bosch Leute entläßt, bzw. seine Produktion in billige Ausland verschiebt .... zeige aber im gleichen Zug dem Tischler oder der KFZ-Werkstatt in meiner Umgebung die lange Nase, weil ich in meiner Freizeit Arbeiten durchführe, die eigentlich er machen müßte, damit eine ökologisch ausgeglichene Wirtschaft erhalten bleibt.

Gruß, hs

Karsten Bernhardt
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Beitrag von Karsten Bernhardt » 2. Feb 2004, 07:53

hs,
das ist ja alles sehr plausibel erklärt, aber wie geht's jetzt weiter.
Das viele etwas selber machen wollen oder müssen wirkt sich auf die Gruppe der Handwerker aus,ist schon klar,im weiteren Verlauf ist das dann aber positiv für den Handel, auch klar, aber der Handel sollte doch eigentlich die Nachfrage an Werkzeugen und Baustoffen an die Hersteller weitergeben.
Wir müßten eigentlich dadurch im Geld schwimmen und alle hätten Arbeit, das ist aber nicht so, die Ware wird importiert und alle jammern.
Kann es sein das wir viel zu raffgierig sind , Hersteller wie Händler und Kunden, weil wir immer mehr verdienen wollen an dem was wir verkaufen, egal ob es unsere Arbeitskraft oder unsere Ware ist.
Jedes Jahr geht's wieder los, die Firmen jammern über zu wenig Ertrag und die Arbeitnehmer über zu wenig Lohn.
Es kann doch nicht sein das wir alle verarmte Mitarbeiter sind wenn gleichzeitig Milliarden auf den Banken liegen.
Es kann doch nicht sein das da Manager oder Gewerkschaftsbosse Millionen verdienen und von Rekordgewinnen geredet wird aber gleichzeitig Werke geschlossen werden um im Osten neue zu bauen.
Egal ob wir soviele Arbeitslose haben, die dadurch entstanden sind weil alle alles selber machen, das ist für mich keine Erklärung dafür das immer mehr Unternehmen hier den Handel betreiben aber die Ware im Osten herstellen lassen bzw. importieren.
Wenn viele von uns diese Ware links liegen lassen und sich beim nächsten Kauf für ein Deutsches Produkt entscheiden, was meinst Du was dann passiert?
Werden die Löhne wegen der hohen Nachfrage und den dann gesunden Unternehmen höher steigen, wenn überhaupt, als bisher oder werden nur mehr und bessere Roboter gekauft die das dann erledigen?
Was passiert wenn die Nachfrage nachläßt?
Was wäre wenn, ich kann es nicht sagen und glaube das kann wohl keiner mit 100% Sicherheit denn es gibt immer noch den Faktor Mensch und der ist unberechenbar.
Wenn wir uns BA-Manager mit drei Dienstwagen und Gewerkschaftsbosse mit Millionengehältern leisten können geht es uns wohl gar nicht so schlecht.
Vielleicht kann Heinz-Alfred ja mal ermitteln wieviele Artikel in einem Baumarkt aus dem Osten kommen es würde mich wirklich interessieren. Womöglich könnte man ja auch berechnen was passiert wenn ein Teil dieser Artikel in Deutschland gefertigt würde und welche Auswirkungen das dann auf den Arbeitsmarkt hätte. Vielleicht ist es ja auch gar nicht so viel und wir machen uns alle etwas vor. Vielleicht liegt es nur an den hohen Gewinnspannen.
Solch eine Studie wäre doch recht brauchbar, vielleicht würde die dann sogar ein Minus ergeben, wer weiß.
Import ja.
Standort im Osten,ok.
Aber bitte nicht vergessen das unser Sozialstaat Milliarden kostet die auch irgendwo herkommen müssen.
Wie hieß es doch in dem Lied,
"Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt".
Jammern beenden und los geht's, jeden Tag geht die Sonne auf, egal was passiert.
Karsten Bernhardt
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Frank
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Beitrag von Frank » 2. Feb 2004, 10:09

Bosch hat schon länger zu kämpfen und das meines erachtens zu recht!
Die Qualität hat in den letzten ca 5 Jahren deutlich abgenommen was schon auf einen gewissen Teil der Auslagerung schliesen lässt bzw. schon zu lasten der Qualität gefertigt wurde.
Allerdings halte ich es auch für möglich das als gut Inzenierte und taktisch gut plazierte Pressemeldung abzutun. Sondern als Kampfansage bezüglich der gerade stattfindenden Lohnverhandlungen zu sehen.
Sollte es denoch so sein so finde ich das die Herren in den Vorstandsetagen selber schuld sind. In Betrieben in denen Führungsaufgaben nur nach der Devise verteilt werden wer am lautesten JA schreit ( ich meine diese ganzen Abteilungsleiter die nicht einmal in Ihrem Leben sagen dürfen das das so nicht geht weil sie sonst angst haben müssen gegen einen Jasager ausgetauscht zu werden ) muss man sich nicht wundern!
Andererseits planen solche Betriebe schon Jahre im voraus sprich: Evtl lässt man erst den Absatz erst einbrechen um Fördergelder nicht zurück bezahlen zu müssen das macht man mit einer Auslagerung später schnell wieder wett.
Bevor es zu Politisch wird höre ich aber lieber auf das Thema kann man noch Jahre führen.

Karsten Bernhardt
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Beitrag von Karsten Bernhardt » 2. Feb 2004, 10:34

Und genau das ist falsch ,Frank!
Wenn man den Mund hält und nicht seine Meinung sagt kann eben nichts besser werden.
Mund auf uns sagen was zu sagen ist, nur das wird den nötigen Effekt erzielen, wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt.
Karsten Bernhardt
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Frank
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Beitrag von Frank » 2. Feb 2004, 11:52

Ja, ich weis das das falsch ist, aber erkläre das bitte dem normalen Volk.
Denen kannst du doch erzählen was Du willst die antworten stets mit Stammtischparolen deren Ursprung aus der Boulevardpresse
kommt.
Schau Dich doch mal in den Betrieben um je grösser desto schlimmer ich nenne es Moderne Sklaverei und die die wirklich den Mund aufmachen ( sogar wenn die 100% recht haben) werden ausgetauscht.
Unterhälts Du dich mal mit der Führungsriege und versuchst die darauf aufmerksam zu machen das von unten nach oben alles mit JA abgenickt wird gucken die dich an wie Autos an obwohl genau die Personalbüros solche leute einstellen.
Ich weis nur nicht ob es die Zeit noch richten wird, langsam zweifele ich .
Eines tages werden die wach und werden sich an den guten alten Henry Ford erinnern mit dem Zitat : Autos kaufen keine Autos!
Genau genommen haben wir jetzt schon diese Zeit nur scheint es keiner zu merken (wollen) weder eine Politik die sich auf Statistiken verlässt ( jeder Deutsche verdient im Durchschnitt 2800 Euro Netto) lässt Du die Einkommensmillionäre aussen vor bröckelt der Betrag auf ganze 1200 zusammen.5% der Deutschen verwalten 90% des deutschen Vermögens. Und da ist das Problem also ich wüste nicht wie mit 1210 Euro bei einer normalen Familie noch Geld zum Konsum übrig bleibt.

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Alfred
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Beitrag von Alfred » 2. Feb 2004, 12:11

Hallo,
aus China bekommt man die Qualität die man dort bestellt oder machen lässt. China hat seinen Wechselkurs vom Rinmimbi zum Dollar festgeschrieben, der Kurs ist mindestens um 20 % unterbewertet, China müsste also aufwerten. Durch die Festschreibung zum Dollar ist natürlich auch der Euro in ein festes Kursverhältnis eingebunden, die Chinesen arbeiten also per Staatsdekret unter Lohn. Würde der Wechselkurs freigegeben, wären Waren aus China für uns uninteressant. Fachleute sprechen sogar von einer Unterbewertung bis zu 40 %.
Bei uns herrscht eigentlich kein Wettbewerbsnachteil weil in China so billig produziert wird (dafür ist ja die Qualität auch noch so übel) sondern weil bei uns schon über Hälfte des Einkommens schon für wohnen und soziale Absicherung draufgeht. Also bleibt uns nicht mehr so viel übrig um z.b. gutes Werkzeug vom einheimischen Hersteller zu kaufen. Jetzt die Frage warum soviel für wohnen draufgeht? Wo viel Nachfrage ist, da zieht der Preis an, bei uns ist viel Nachfrage weil nach Wohnraum weil unser Land so dicht besiedelt ist. Deutschland ist das dichtbesiedeltste Land von Europa (bis auf paar reginale Ausnahmen in Holland). Dies ist ein entscheidender Wettbewerbsnachteil für uns.
Gruß
Alfred

Frank
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Beitrag von Frank » 2. Feb 2004, 12:58

Aber Alfred, das erklärt aber nicht warum in Holland Häuser die hälfte kosten und auch Bauland für unsere verhältisse geradezu billig ist. Warum in Holland Erdgas 35% preiswerter ist als bei uns usw.usw.
Die sind doch eigentlich nur in den KFz Steuern gekniffen und das machen dir durch die gerigen distanzen zwischenden fahrziehlen wett. Noch vor 2 jahren war der Diesel in Holland rund 30 cent teurer dazwischen liegt bei uns nur eine Ökostufe 3,5cent
und nun rate mal ! Ja richtig erkannt der Diesel ist mitlerweile bei uns 8 cent teuer als in Holland!!
Erinnerst Du Dich als der Spritpreis nach oben schnellte ?
Das Argument der Ölkonzerne der Euro ist so niedrig Refferenkurs zu der Zeit 0,8672 Euro Preis für 1 Barrel ÖL 32,90$ dort Kostete der Diesel 1,68,-Dm das sind rund 0,86 cent/L
Und nun? Der Euro hat mitlerweile 40% zugelegt Refernezkurs heute 1,2455 und der Preis für 1 Barrel ÖL 33,05$ und heute kostet der Diesel 0,87 cent/L.
Und nun erklär mir das !!
Falls Du es erkannt hast der einzige der verdient sind die Mineralölkonzerne die hier gnadenlos Abzocken!!
Und wer schnallt das wieder keiner!
Nein die einzigsten Lobbyisten wie der ADAC und AVD sind bemüht ihre Strassenpläne und Mitgliedschaften über Jet ect. zu vertreiben.
Dolle Wurst ne!

hs

Beitrag von hs » 2. Feb 2004, 13:58

Hi,
Karsten Bernhardt hat geschrieben:hs,
das ist ja alles sehr plausibel erklärt, aber wie geht's jetzt weiter.
Das viele etwas selber machen wollen oder müssen wirkt sich auf die Gruppe der Handwerker aus,ist schon klar,im weiteren Verlauf ist das dann aber positiv für den Handel, auch klar, aber der Handel sollte doch eigentlich die Nachfrage an Werkzeugen und Baustoffen an die Hersteller weitergeben.
Wir müßten eigentlich dadurch im Geld schwimmen und alle hätten Arbeit, das ist aber nicht so, die Ware wird importiert und alle jammern.
Kann es sein das wir viel zu raffgierig sind , Hersteller wie Händler und Kunden, weil wir immer mehr verdienen wollen an dem was wir verkaufen, egal ob es unsere Arbeitskraft oder unsere Ware ist.

ich kann Dir da auch keine Lösung geben.
Es ist aber so, daß gerade in den letzten Jahren ein riesen Hype
um die Börse gemacht wurde. Wen hat z.B. vor fünf Jahren der
DAX interessiert - inzwischen werden solche Dinge in der
Tagesschau aufgeführt.
Das ist ganz sicher eines der Hauptprobleme - das dort mit dem
durch Produktherstellung, bzw. Dienstleistungen erwirtschaftete
Geld 'gespielt' - und oft auch verloren wird.
Die Firmen fühlen/sind sich eher den Aktionären verpflichtet
immer wieder hohe Dividenden auszuschütten. Passiert das
nicht, welchseln diese ruckzuck von einer Firma zur anderen.
Egal ob nun diese Firma Werkzeug oder Babywindeln herstellt -
wichtig ist das sich das Geld vermehrt. Passiert das nicht, ziehen
die Aktionäre zu gewinnversprechenderen Firmen - und schwupps
geht der vielleicht übergangsweise nicht so gut gehenden Firma
viel Kapital verloren - was oft auch das Aus bedeutet.
Also sehen die Firmen zu, immer mehr und mehr Gewinn zu
machen um die Aktionäre bei der Stange halten zu können.
Meiner Meinung nach ist diese 'moderne' Art Geld zu verdienen
viel problematischer als die billigen Maschinen aus Fernost (die
sicher auch Einfluß haben - aber sicher keinen so großen, wie oft
erklärt wird. Schließlich ist deren Qualität für ernsthafte Anwender
noch nicht hoch genug - problematisch wird es erst, wenn diese
wirklich hochwertigste Produkte anbieten - vielleicht sogar günstiger).

Gruß, hs

Dietrich
Moderator
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Registriert: 26. Jan 2004, 18:24
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Beitrag von Dietrich » 2. Feb 2004, 21:35

Hallo Forumsteilnehmer,

hier ist ja eine heiße Diskussion entbrant!

Nur um das noch mal zu erklären mit dem Werkzeug, dem Selbermachen, den Handwerkern: Als ich begann mit dem Möbelbau, wollte der Handel für ein handwerklich gefertigtes Doppelbett mit Bettkasten, beides aus massivem Erlenholz 7500 DM. Da habe ich den Mann gefragt, was eine 4 Zimmer Wohnung in Massivholzausstattung kostet, worauf er antwortete, 150 - 200 TDM! Da war klar, einen Bruchteil in Werkzeug und Baumaterial investieren, Spass an der Sache hatte ich nach dem Bettbau sowieso, und selber machen.
Von Anfang an habe ich möglichst wenig Schrauben für meine Projekte verwendet, und mich so quasi gezwungen fachgerecht zu schreinern, allerdings unter Zuhilfenahme von E-Werkzeugen, Schablonen und später auch Stationärmaschinen. (Einzelheiten könnt Ihr auf der Homepage nachlesen)

Außerdem ist es ein Ammenmärchen das Metabo Produktionen in den Osten verlagert, letzten Herbst war ich dort, und habe mich sehr gut mit den Leuten unterhalten, unter anderem wurde die Beibehaltung der regionalen Standorte als Unternehmensziel genannt. Auch deshalb ist Metabo für mich allererste Wahl. Natürlich müssen die rationell fertigen, sonst könnten sie bald zumachen. Auch den Jugendlichen wird dort eine tiefgreifende Ausbildung gewährt, einmal mehr Beweis für regionale Verantwortung.

Heute werden Bioprodukte gekennzeichnet, man sollte sich überlegen wie man auch Werkzeuge und andere Güter die aus Ländern ohne soziale Absicherung kommen, kennzeichnet. Die Allgemeinheit ist offensichtlich nicht in der Lage differenziert zu kaufen, und die allmächtigen Medien propagieren "Geiz ist geil"! Anstatt intensive Aufklärung, was in unserem ureigenstem deutschen Interesse wäre, werden wir mit Werbung für Billigprodukte zugeschmissen.

Das perverseste was in im Bereich Investieren gesehen habe (Fernsehen) sind Leute die eine Restaurantkette in Spanien aufziehen wollen, obwohl sie wissen das unter Stammgästen in einem anderen Land, bei der gleichen Kette, überproportional die Zahl derere steigt die an Diabetes erkranken. Die wollen mehrere 1000 Filialen eröffnen, und so das ganze Land "versorgen"! Das beste kommt noch, gleichzeitig investieren diese Leute in eine schweizer Pharmafirma die Insulin herstellt, und einen Produktionsstandort in Spanien plant! Für diese Leute fällt mir auf Anhieb gar keine Strafe ein!
Aber die haben Milliarden, und somit das sagen.
Zudem ruinieren sie für ihren Reibach ganze Sozialsysteme, will nicht wissen wieviele solche Dinger bei uns laufen, wenn sie das schon im Fernsehen zugeben.
Ich glaube aber es führt zu weit, deshalb beende ich meinen Beitrag hier.

Gruß Dietrich

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